Lohnt sich Kino: Halo – The Fall Of Reach

halo the fall of reach thumbnailDas letzte Quartal diesen Jahres dürfte bei Jüngern von Microsofts Halo-Reihe besonders im Fokus gestanden haben. Nach dreijähriger Pause erschien mit Halo 5 Ende Oktober endlich der lang erwartete, neueste Teil des Franchise und passend dazu gibt es nun auch die Animationsserie Halo – Fall Of Reach für die Heimkinosysteme. Wir haben uns die Blu-ray-Fassung angesehen und verraten euch, ob sich das Geld dafür lohnt.

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Halo – The Fall Of Reach: John-117 und das Blue Team begeben sich in den Einsatz.

Der Film zum Buch zum Spiel

Die lesefreudigen Halo-Spieler werden sich nun zurecht über den bereits bekannt vorkommenden Titel des Filmes wurden. Halo – The Fall Of Reach beruht nämlich auf dem gleichnamigen Buch (deutscher Titel: Halo – Die Schlacht um Reach) von Eric Nylund, welches bereits 2001 als erster Teil einer Buchreihe auf den Markt gekommen ist. Doch für diejenigen, die das Buch zwar guten Gewissens noch im Regal stehen haben, aber bisher noch nicht dazu gekommen sind es anzufangen, gibt es nun einen Einblick in die Geschichte.

Dem Buch getreu ist auch die Handlung des Films vor den Geschehnissen des ersten Spieles (Halo – Kampf Um Die Zukunft, 2001) angesiedelt. In schwierigen Zeiten von Unruhen und Terrorismus unter den Kolonien der Unit Nation Space Command (UNSC) sieht man sich gezwungen nach alternativen Lösungen zu suchen. Doktor Cathrine Halsey ist damit beauftragt worden geeignete Kandidaten für das Projekt Orion 2 zu finden. Bei ihrer Suche nach jungen Anwärtern begegnet sie dem erst sechsjährigen, aber schon äußert talentierten John. Durch einen simplen Münztrick ist sie von den Fähigkeiten des Jungen überzeugt und nimmt ihn in das Programm auf. Auch andere Jungen und Mädchen werden ausgewählt am Programm teilzunehmen, ihren Familien unsanft entrissen und dort schlichtweg unentdeckt durch Klone ersetzt. Was nun folgt ist ein jahrelanges Ausbildungstraining, bei dem John und die anderen Kandidaten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht werden…

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John-117 vor niedergestreckten Gegner aus den eigenen Reihen.

Der Anfang einer Legende

Nicht nur Lesern des Buches wird natürlich sofort aufgefallen sein, dass es sich bei John selbstverständlich um den einen John handelt. John-117, den späteren Master Chief Petty Officer! Schon während des ersten Aufeinandertreffen von Doktor Halsey und einem gewissen Jacob Keyes mit John wird deutlich, dass dieser der perfekte Krieger ist, welcher nur noch zum perfekten Soldaten heranreifen muss. Doch auch der legendäre Master Chief war nicht immer perfekt.

Der Film zeigt das anfänglich egoistische Verhalten von John, wie er sich nach reichlicher Bestrafung wandelt und dann zum zusammenhaltenden, motivierenden Teamleader wird. Doch obwohl er in seiner frühen Kindheit unfreiwillig seiner Familie entrissen worden ist, scheint der heranreifende junge Mann keine Sekunde an seinem neuen Leben als zum Supersoldaten herangezüchteten da sein zu zweifeln. Stattdessen keimt in ihm bereits nach seiner ersten Beförderung der Wunsch auf irgendwann den Rang eines Master Chiefs zu haben. Auf einen möglichen Tiefgang hinter die Fassade von John-112 wartet man also vergeblich.

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Fast schon Master Chief. John-117 in seiner legendären Rüstung.

Strukturiertes Chaos

Käufer der Limited Edition von Halo 5 haben bereits vorab einen Zugriff auf die Digitalversion von Halo – Fall Of Reach erhalten. Dass das Werk dort ursprünglich in drei Teilen veröffentlicht wurde, fällt in der Blu-ray/DVD-Fassung kaum auf. Lediglich anhand der Tatsache, dass der Film abwechselnd aus der Sicht unterschiedlicher Personen (Dr. Halsey, Samuel-034 & Kelly-087) erzählt wird, lässt sich dies erahnen.

Das kanadische SEQUENCE-Studio war bereits für die Terminal-Video Sequenzen in Halo 4 sowie der Halo 2: Anniversary Edition verantwortlich, ist in dem Franchise also kein Unbekannter, und hat sich in optischer Hinsicht bei Halo – Fall Of Reach jedoch für eine gewöhnungsbedürftige Variante entschieden. Die Mischung aus gezeichneten Oberflächen und animierten Bewegungen verlang gerade zu Beginn viel Hingabe des Zuschauers. Die Bewegungen der Figuren wirken teilweise so abgehakt wie Stop-Motion-Technik. Durch fehlende, bzw. gar nicht vorhandene Mimiken blickt der Zuschauer durchweg in emotionslose Gesichter, was den Streifen stellenweise zu einer echten Herausforderung macht.

Ein knapp 400 Seiten langes Buch in einen 65 Minütigen Film zu stopfen, klingt schon mal nach keiner guten Idee. Zwar haben sich Regisseur Ian Kirby und Drehbuchautor Heath Corson für eine interessante visuelle Umsetzung sowie einer dynamischen Erzählweise entschieden, doch scheint das ganze dann doch bei der Umsetzung ins Straucheln gekommen zu sein. Auch bei eventuellen Specials oder Bonusmaterial wurde hier deutlich gespart. Vorhanden sind lediglich der Ankündigungstrailer, der Haupttrailer sowie ein Making of, welches allerdings nur aus einer Reihe Screenshots mit musikalischer Untermalung besteht. Enttäuschend!

Für wen ist Halo – The Fall Of Reach sehenswert? Als kleines Fan-Schmankerl ist der Film definitiv nicht verkehrt. Auch für Franchise-Neulinge ist diese Vorgeschichte ein guter Einstieg in das Halo-Universum. Allerdings schafft es das deutlich schmale Budget nicht, den Film zu etwas besonderem zu machen.

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