Lohnt sich Kino: Life

„Das hat Potenzial der neue „Alien“-Nachfolger zu sein“, denkt man sich zumindest, wenn man den zum ersten Mal den Trailer von „Life“ sieht. Einen guten Cast, mit Staraufgebot hat er schon mal. Ryan Reynolds, der sich spätestens nach „Deadpool“ bei jedem einen besonderen Platz im Herzen gesichert hat, Jake Gyllenhaal, der schon damals mit „Donnie Darko“ bewiesen hat, dass er ein guter Schauspieler ist und die schwedische Neuentdeckung Rebecca Ferguson, bekannt aus „Girl on the Train“ sind alle mit an Bord, beim neuem Sci- Fi, Horror- Thriller. Wie uns der Film gefallen hat und ob sich der Kinobesuch für euch lohnt erfahrt hier.

Anderes Leben außerhalb der Erde?

Die Antwort auf diese Frage findet die Crew der ISS recht schnell heraus, nachdem sie eine vom Weg abgekommen Sonde mit Marsproben, spektakulär abfangen und sich die Proben daraufhin genauer ansehen. Denn unter den Proben befindet sich eine innaktive Zelle, die sie mit der Magie der Wissenschaft reanimieren können. Fasziniert von Entdeckung des neuen Lebens und all seinen Möglichkeiten, für wissenschaftliche Durchbrüche zu sorgen, widmet sich der Biologe der Crew, Hugh Derry (Ariyon Bakare) immer intensiver dem nun Calvin benanntem Lebewesen. Trotz der Tatsache, dass sich Calvin als ein sehr schnell, fast schon beunruhigend schnell, wachsendes Lebewesen entpuppt, zeigen sich alle Crewmitglieder immer noch voller Faszination, bis zu dem Zeitpunkt, an dem Hugh’s Hand durch Calvin ordentlich in die Mangel genommen wird und es ausbricht. Von da an geht der Kampf Mensch gegen Alien los und wie man es erwartet, wird die Crew nach und nach dezimiert, damit die Hauptcharaktere glänzen können.

Stimmungsvoller Start für ein stimmungslosen Trip

Die ersten Minuten des Films fangen sehr stimmungsvoll an, die weite Leere des Weltraums wird gut dargestellt und die Crew der ISS und Station selbst werden ausreichend etabliert, um jeden Charakter, ihre Rolle und Motivationen zu begreifen. Die Spannung und Erwartung, die bis zum Ausbruch von Calvin aufgebaut wird, wird so gut inszeniert, um dem Zuschauer allerlei Arten von Kopfkino zu verpassen. Leider schafft es der Film nach dem Ausbruch aber nicht mehr, das gleiche Level an Spannung zu halten. Einerseits liegt es am ungruseligen Design des Monsters, denn eine superintelligente, spinnenartige Qualle kann einfach nicht mit dem Wesen aus „The Thing“ oder dem Alien aus „Alien“ mithalten, andererseits leidet der Film auch enorm darunter, eine sehr vorhersehbare Geschichte zu haben.

Gute Vorlagen, schlecht kopiert

Es mag sich ja unfair anhören, Life mit diesen beiden gestandenen Größen des Sci-Fi-Horror-Genres zu vergleichen, aber beim Schauen des Films, kann man nicht anders als Vergleiche zu ziehen. Immer wieder hat man das Gefühl, bestimmte Szenen schon gesehen zu haben und der Film spielt häufig mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, doch leider sind die meisten Auflösungen einiger Szenen in ihren Originalen einfach besser. Vermutlich liegt es daran, dass die Vorlagen einfach blutiger in ihrer Inszenierung waren. Was die Brutalität angeht, tritt Life schon stark auf die Bremse. Die Tode der Crewmitglieder sind sehr unspektakulär, wodurch sie zwar realistischer wirken, wenn man aber in einem Horror-Film mit einem Monster sitzt, sollte einen der Anspruch auf Realismus wenig jucken.

Oh nein, wer hätte das kommen sehen?

Wie bereits erwähnt, leidet der Film stark daran, zu durchschaubar zu sein. Da fängt es schon beim Casting an, von Beginn steht fest, dass der Film mit einem der drei großen Namen enden wird. Es macht zwar Sinn, jedoch wäre es viel erfrischender gewesen, den Film mit einem unbekannten Gesicht enden zu lassen, stattdessen bekommt man ein Ende wie man es schon tausend Mal gesehen hat. Das soll keinesfalls die schauspielerische Leistung von Jake Gyllenhaal, Rebecca Fergusen und Ryan Reynolds schmälern, jedoch hat man das Gefühl, dass sie ihre einfache Standard Leistung erbringen und herunterspielen. Vor allem Ryan Reynolds wirkt so als ob er den Film nebenbei zu Deadpool gedreht hätte. Da hätten wir uns einfach andere und vor allem mehr Facetten gewünscht.

Als Popcorn- Kino kann man Life definitiv mal geguckt haben, man sollte aber nicht mit der Erwartungshaltung reingehen, eine neue Variante des Weltraum–Horrors zu sehen. Dafür versucht der Film einfach zu viel von großen Filmen zu kopieren, wodurch Life die eigene Identität flöten geht. Für eine gemütliche Runde unter Freunden erfüllt der Film aber seinen Zweck, er überfordert nicht und bietet eine Handvoll guter Momente.

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