Test: Armored Warfare

Mit Obsidian Entertainment steht ein bereits bekannter Entwickler hinter Armored Warfare, in dessen Portfolio sich nahmhafte Titel wie zum Beispiel Star Wars: KotOR II: The Sith Lords, Fallout: New Vegas, South Park: Der Stab der Wahrheit oder auch das neue Pillars of Eternity finden. Nun wagt sich Obsidian Entertainment mit Armored Warfare auf den Markt der free-2-play-Titel. Grund genug, uns selbst mal ein Bild von den Schlachtfeldern in Armored Warfare zu machen.

Armored Warfare - Garage1

Der Blick  in die Garage, zeigt euch eure Panzer und Optionen

Missions-Briefing

Zu Beginn von Armored Warfare wird man erst einmal in die Garage des Spiels geworfen. Dort habt ihr, neben dem Blick auf eure Panzer, auch eine Menge Optionen. Am Anfang sind dies sogar dermaßen viele, dass mancher Spieler erstmal ein wenig überfordert sein dürfte, da man auch keine Erklärungen erhält. Glücklicherweise sind die meisten Optionen relativ selbst erklärend. So findet ihr in der Garage eure Panzer und Fahrzeuge, zu denen ihr rechts die Attribute und am unteren Bildschirmrand weitere Informationen erhaltet. Unten könnt ihr direkt immer euren aktiven Panzer auswählen, dessen Crew und Munition anpassen, sowie mögliche Verbesserungen und Ersatzteile hinzufügen.

Unter der Option „Basis“, erhaltet ihr einen Blick auf euren Stützpunkt, auf dem ihr verschiedene Gebäude bauen könnt, um gewisse Boni in Armored Warfare zu erhalten. Der Ausbau kostet allerdings Zeit, teilweise sogar mehrere Stunden, und auch Rohmaterial, von dem ihr am Tag nur 100 Einheiten erhaltet.

Armored Warfare - Basis

Auch der Ausbau eurer Basis sollte nicht vernachlässigt werden

Als weiterer Options-Punkt in der oberen Menü-Leiste gibt es noch das „Bataillon“, durch das ihr gemeinsam mit Freunden zusammenarbeiten könnt. In Gefechten könnt ihr euch so einfacher koordinieren, höhere Ziele erreichen und macht auch mehr Gewinne. Zur Aufstellung eines Bataillon muss aber zuerst eine Urkunde gekauft werden, die mit 4.000.000 Kreditpunkte und 320 Gold nicht gerade billig ist.

Mit Kreditpunkten und Reputation lassen sich in Armored Warfare die meisten Inhalte freischalten. Unterschieden wird die Reputation dabei in drei verschiedene Formen, Fahrzeugreputation, die nur auf dem jeweiligen Panzer genutzt werden kann, globale Reputation, die für alle Panzer zum Upgraden nutzen könnt, und gesperrte Reputation, die ihr euch nach Matches zusätzlich verdient, allerdings mit Gold in globale Reputation umwandeln müsst. Mit einem Premiumaccount erhaltet ihr entsprechend eine erhöhte Menge Kreditpunkte und Reputation.

Einsatz für die Kavallerie

Zum Starten einer Spielrunde habt ihr eine Schlacht (PVP) oder eine Mission (PVE) zur Auswahl, die ihr am oberen Bildschirmrand in der Mitte seht. Betretet ihr eine Lobby, werdet ihr mit Spielern zusammengefügt, die einen ähnlichen Panzer Tier und eine Mission auf der selben Stufe spielen wollen. Die Teams werden aus ungefähr gleich starken Spielern zusammengestellt, abhängig von der Stufe ihrer Panzer. Auf gegnerische Panzer höherer Stufen könnt ihr zwar auch treffen, allerdings werden deren Stufen in eurem Team genauso stark vertreten sein.

Zum Einstieg eigenen sich PVE Kämpfe sehr gut, bei denen auch Tutoriallevel angeboten werden. In zufälligen Gebieten müsst ihr im Fünferteam unter Zeitdruck eine Hauptmission erfüllen. Zufällig spawnende Gegner versuchen das zu verhindern. Passend zur Karte und Mission gibt es immer noch eine kleine Hintergrundgeschichte, die aber nur wenig ausgearbeitet ist und nicht wirklich nötig wäre. Mit Nebenmissionen könnt ihr außerdem zusätzliche Kreditpunkt verdienen und müsst meist nur irgendwelche Objekte, etwa Laster oder Ähnliches, zerstören. Der Ablauf von PVE Missionen verläuft dabei meist relativ ähnlich und ändert sich im Aufbau der Karte und der Art der Objekte, die zerstört werden sollen. Der Schwierigkeitsgrad der Mission beeinflusst dabei eure Ziele und die Stärke der Gegner, auf die ihr trefft.

Armored Warfare - PVEMission

Zu Fünft könnt ihr PVE Missionen bestreiten

Die PVP Schlachten hingegen werden in Teams von jeweils 15 Spielern ausgetragen und finden auf den selben Karten statt, die ihr bereits aus den PVE-Missionen kennt. Gewinnen könnt ihr auf zwei verschiedene Möglichkeiten. Entweder ihr erobert mit eurem Team den gegnerischen Stützpunkt oder ihr schaltet alle gegnerischen Panzer aus.

Wird der eigene Panzer während eines Gefechts zerstört, habt ihr die Möglichkeit, den übrigen Kameraden eures Teams im Kampf zuzuschauen oder könnt zurück in eure Garage und mit einem anderen Panzer weiterspielen. Euer im Kampf zerstörte Panzer ist erst nach Abschluss des laufenden Gefechts wieder verfügbar und muss mit Kreditpunkten repariert werden, die in den meisten Fällen aber nicht eure Gewinne aus dem Kampf übersteigen.

Panzer-Steuerung?

Die Steuerung ist relativ einfach. Mit den WASD-Tasten kontrolliert ihr die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung eures Panzers. Unabhängig von eurer Fahrtrichtung, richtet ihr mit der Maus die Blick- und Schussrichtung auf eurem Bildschirm aus und zielt auf eure Gegner. Die Neuausrichtung des Rohrlaufs hängt dabei der Maus meist nach, so dass ihr nach der Mausbewegung, etwas warten müsst, bis euer Ziel anvisiert und auch fokusiert ist. Ungenaue Schüssen führen nämlich meist zum Verfehlen des Gegners.

Mit den Zahlentasten wählt ihr eure jeweilige Munition aus, mit der ihr Schießen wollt. Die Munitionstypen haben dabei unterschiedliche Eigenschaften, die sich auf den Schaden am Gegner auswirken. Ihr solltet also darauf achten, welche Munition eure Crew gerade geladen hat, damit eure Geschosse nicht schon an der Panzerung eures Gegners verzweifeln.

Armored Warfare - PVPMission

Knallharte Action im PVP Modus bei dem 30 Spieler in 2 Teams antreten

 

Tonnenweise stählerne Ästhetik

Bei der Grafik wurde besonders auf die detailtreue der Panzer geachtet, die relativ realistisch daherkommen. Allerdings wurden beim Schadensmodell einige Abstriche gemacht, so kann eure Panzer in Armored Warfare grafisch nur den Zustand ganz oder zerstört haben. Der Schaden am Panzer wird stattdessen unten rechts in einer Grafik dargestellt, die euch außerdem angibt, welche Bereiche eures Panzers, z.B. das Rohr oder euer linkes Kettengetriebe, beschädigt ist.

In der Garage könnt ihr auch immer einen detaillierten Blick auf eure Panzer werfen, die visuell sehr überzeugend sind. Insgesamt liegt der grafische Fokus von Armored Warfare natürlich auf den Gefährten, daher sieht die Umgebung in den Leveln nur mittelprächtig aus, bieten aber dafür genug Abwechslung. Besonders auffällig sind außerdem die zerstörbaren Elemente, wie Zäune, Bäume und Autos, die leider nicht wirklich realistisch brechen.

Armored Warfare - Umgebungen

Wasser, Wüste, Schnee – Abwechslung bietet Armored Warfare auch in der Umgebung

Abgesehen von der visuellen darstellung, ist der Schaden in Armored Warfare recht glaubwürdig gehalten. So ist es beispielsweise möglich, auch durch Rammen Gegnern Schaden zuzufügen. Aber aufpassen, ihr könnt auch euren eigenen Teammitgliedern Schrammen verpassen. Das Hinunterstürzen über kleinere Klippen und Kanten dagegen beschädigt eure Panzer nur selten, besitzen diese doch eine gewisse Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit.

Der Sound in Armored Warfare ist ordentlich gemacht. So gibt es für alle mögliche Situationen im Spiel passende Geräusche. Außerhalb der Kämpfe bekommt ihr eher ruhigere Musik zu hören, während es in Kämpfen und den kurzen Ladebildschirmen etwas mehr Action gibt. Die geladenen Sounds wirken zwar etwas dramatisch, werden aber nicht übertrieben eingesetzt und passen definitiv zum Gameplay von Armored Warfare.getestet-auf-msi

Umfangreicher Inhalt,...
Schnelle Runden, die Spaß machen
PVE- und PVP-Matches mit gutem Matchmaking
Große Auswahl an Panzern
Detaillierte Gestaltung und realistisches Verhalten der Panzer
Sichtbarer, stetiger Fortschritt
Das Freischalten aller Panzer und Basisbau als Langzeit-Motivation
Free2Play
...der anfangs etwas überfordernd ist
Monotone PVE-Missionen
Umgebungen wirken etwas leblos
Zerstörbare Objekte im Spiel zerfallen unrealistisch

Lars B.

Armored Warfare ist noch nicht perfekt, allerdings schrauben die Entwickler fleißig weiter am Spiel, das bereits jetzt einen Umfang hat, mit dem ihr sehr viele Stunden verbringen könnt. Einzelne Spielrunden gehen schnell und machen Spaß, da hier außerdem Koordination mit den Mitspielern und taktisches Vorgehen gefragt sind. Bei den Panzern gibt es eine große Auswahl, die ihr durch Spielen und ohne Extra-Kosten fast alle freischalten könnt. Und natürlich wollen wir alle Panzer haben, genauso wie ihre Verbesserungen. Armored Warfare ist ein solides Free2Play Spiel, in das alle Interessierten gerne mal reinschauen können. Beim Kauf der Sammlereditionen ist es allerdings euch überlassen, ob die enthaltenen Vorteile euch das Geld wert sind, denn die wichtigsten Inhalte des Spiels lassen sich auch so freischalten.
Test: Mario & Luigi Paper Jam Bros. Test: Xenoblade Chronicles X
Comments