Test: Arms

Auf in den Kampf mit Arms

Auf in den Kampf mit Arms

Jeder von uns kennt das: Ihr seid mit euren Freunden unterwegs und es gibt immer Situationen, in denen ihr ihnen einfach nur gerne eine runterhauen wollt. Ganz normal, dafür braucht ihr euch nicht zu schämen, wenn euch ab und zu das Verlangen überkommt. Nun habt ihr aber die Möglichkeit, das vom Prinzip her wirklich überall zu tun. Mit Arms für die Nintendo Switch könnt ihr nun auch unterwegs virtuell die Sau rauslassen und eure Freunde vermöbeln.

Zuschlagen wie beim Sonderverkauf

Das ist schon mal ein großer Punkt für Nintendos exklusives Kampfspiel. Durch die Nintendo Switch könnt ihr das Spiel wirklich überall spielen so lange der Akku hält. Das ist gegenüber anderen Games aus dem Genre wie Tekken eben ein Vorteil. Dadurch ergibt sich überall ein schnelles Spielchen, wofür Arms bestens geeignet ist.

Nach einer kurzen Einführung in die Steuerung geht es mit dem Spiel auch direkt los. Ihr habt die Möglichkeit, in einem Turniermodus Grand Prix für Einzelspieler oder im Mehrspielerbereich zu kämpfen. Die Versus-Kämpfe lassen sich auch alle alleine gegen den Computer spielen. Dort gibt es darüber hinaus weitere Spielmodi, in denen ihr Fortschritte erlangen könnt. Zusätzlich könnt ihr per Standard- oder Ranglistenkampf online gegen andere Spieler antreten. Einen richtigen Storymodus gibt es leider nicht.

Schlagt eure Freunde im wahrsten Sinne des Wortes

Schlagt eure Freunde im wahrsten Sinne des Wortes

Wer wird neuer Schlag-er Star?

Beim Hauptmodus, dem Grand Prix, habt ihr dann die Wahl zwischen zehn Kämpfern zu treffen. Jeder hat individuelle Stärken und Schwächen im Kampf und kann mit seinen Arms je nach Belieben angepasst werden. Am Anfang stehen euch je Charakter drei verschiedene Boxhandschuhe zur Verfügung. Weitere müsst ihr euch erst freischalten. Habt ihr euren verlängerten Arm ausgesucht, stellt ihr noch die Schwierigkeit ein und schon kann es losgehen. Dabei müsst ihr bedenken, dass große, breite Charaktere wie Master Mummy oder Mechanica zwar ordentlich austeilen wie ein Zeitungsbote, aber dafür langsamer sind als Rentner an der Kasse beim Raussuchen des Kleingeldes. Flinke Kämpfer wie Ninjara dagegen hauen zwar nicht so hart zu, können dafür aber eben besser ausweichen. Das gleiche gilt für die Arms. Diese haben verschiedene Eigenschaften von Gewicht und Element, die ihr vor jedem Kampf einstellen und auf euren Gegner anpassen könnt.

Der Kommentator Armadeus stellt euch euren Kämpfer nochmal kurz vor und begleitet euch anschließend durchs Turnier mit Informationen zu den Gegnern. Das Turnier besteht aus insgesamt zehn Kämpfen, wobei zwei Runden davon keine richtigen Kämpfe sind. Diese sind dann abgewandelte Spielmodi. Beim Basketball müsst ihr euren Gegner mit einem Griff durch den Korb jagen und beim Volleyball den Ball mit euren Schlägen eurem Gegner um die Ohren schleudern. Dies sorgt für etwas Auflockerung zwischen den sonst recht gleichbleibenden Kämpfen.

Auch beim Basketball müsst ihr schlagfertig sein

Auch beim Basketball müsst ihr schlagfertig sein

Jede Runde besteht aus einem Best-of-3-System. Also wer zuerst zwei Kämpfe gewinnt, entscheidet das Match für sich – Außer bei den Nebendisziplinen, diese werden durch eine erreichte Punktzahl entschieden oder wer nach Ablauf der Zeit die meisten Punkte hat. Am Ende jedes Grand Prix erwartet euch dann ein weiterer Kämpfer, den ihr im Normalfall nicht spielen könnt: Der Endboss Max Brass. Dieser ist ein wenig stärker als eure bisherigen Herausforderer und schaltet gegen Ende des Kampfes in eine Art Rampage, um noch mehr auszuteilen. Hier ist also höchste Vorsicht und schnelles, präzises Zuschlagen angesagt.

Ein frischer eingeschlagener Weg

Das Spielsystem ist also recht einfach und so auch die Steuerung. Ebenfalls ausgelegt für das mobile Spielen kommt ihr also mit gerade einmal vier Tasten aus. Eine für den linken, eine für den rechten Arm und noch jeweils einen zum Springen und zum Ausweichen. Ganz einfaches Prinzip, aber doch recht wirkungsvoll. Nintendo kommt hier eher über die verschiedenen Eigenschaften der einzelnen Arms, als dass ihr super viele Knöpfe drücken müsst für eine bahnbrechende Kombination. Wie beim richtigen Boxen ist hier die Devise: Ausweichen, Blocken und im richtigen Moment zuschlagen. Klingt einfach, ist es aber oftmals gar nicht. Schlagfertigkeit ist das Zauberwort.

Genau diese Mischung macht Arms zu einem Gelegenheitsspiel, dass einen aber über Stunden fesseln kann. Die einfache Steuerung lädt jeden dazu ein, es mal auszuprobieren. Gleichzeitig kann so ein Kampf aber wirklich komplex und spektakulär sein, wenn die Spieler geübt sind. Dieser Mix ist es, was Arms so besonders macht. Dazu eine Nintendo-typische grafische Darstellung im Comic-Stil, der aber sehr detailliert gehalten ist. Und obendrauf noch liebenswerte Charaktere, die wirklich alle einzigartig sind.

Hoher Spielspaß
Liebenswerte Charaktere
Einfache Steuerung
Intensive Kämpfe
Weitere Spielmodi
Online-Rangliste
Keine Geschichte zu den Charaktern
Für Einzelspieler auf Dauer langweilig

Philipp

Mit Arms hat Nintendo auf jeden Fall einen neuen Hit rausgehauen. Das Spiel hat alles, was es zum Kult werden lassen könnte. Schnelle Kämpfe alleine, mit Freunden oder per Internet und das zu jeder Zeit. Das Gameplay ist einfach, bietet aber genug Facetten, um sogar im eSports-Bereich Wellen schlagen zu können. Jedoch vermisse ich ein wenig die Story hinter den Charakteren wie sie gern in andere Beat 'em Ups Eingang findet. Auch wenn eine Kampagne sich in solchen Spielen immer schwer umsetzen lässt, wäre wenigstens etwas mehr Hintergrund wünschenswert. So wird Arms für Einzelspieler schnell langweilig. Kommt der Spaß aber erstmal ins Rollen, gibt es wirklich kein Halten mehr. Von daher ist Arms eine klare Empfehlung für einen jeden Switch-Besitzer.
Lohnt sich Kino: Die Mumie Test: Fnatic Gear Duel Gaming-Headset
Comments