Test: Assassin’s Creed Rogue

Assassin's Creed - Rogue thumb

Ein denkwürdiger Tag, denn heute erscheinen gleich zwei Spiele der beliebten Assassins-Creed-Reihe. Während ein Teil nur für die neuen Konsolen und den PC erscheint, macht Assassin’s Creed Rogue nochmal einen Abstecher auf die Playstation 3 und die Xbox 360. Ob es sich für euch lohnt, die „alten“ Möhren nochmal anzuschmeißen, haben wir für euch nach zahlreichen Stunden an Land und auf See herausgefunden.

Wie alles begann

Die Zeit des Siebenjährigen Krieges ist ein weiteres, dunkles Kapitel in der aufwühlenden Geschichte Nordamerikas. In der Rolle von Shay Cormack erlebt ihr diese düstere Episode und werdet nach einem Zwischenfall derart heftig traumatisiert, das ihr euch entschließt, euren Hut zu nehmen und euch den Templern anzuschließen. Ein weitreichendes Unterfangen, wart ihr doch in den Vorgängerspielen von Assassin’s Creed Rogue ausschließlich als Assassine unterwegs, der eben diese Templer gejagt und zur Strecke gebracht hat.

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Ihr habt den Assassinen den Rücken gekehrt und setzt nun ihre eigenen Fähigkeiten gegen sie ein

Sinneswandel des Hauptcharakters

Ja, ihr habt richtig gehört. Eine der ganz dicken Überraschungen der Assassins-Creed-Reihe haben sich die Entwickler für den dritten Teil des „Nordamerika-Trilogie“ (bestehend aus Assassin’s Creed 3, Assassin’s Creed Black Flag und Assassins Creed Rogue) aufgehoben. Die Zeit als meuchelnder Assassine ist für euch nun vorbei. Stattdessen macht der sympathische Hauptcharakter jagt auf seine ehemaligen Brüder, doch warum das so ist, müsst ihr schon selbst herausfinden. Immerhin seid ihr noch Herr über eure Fähigkeiten, und klettert, kämpft und schleicht euch einen Weg durch die wendungsreiche Geschichte. Auch wieder dabei: Euer „treues“ Segelschiff – denn wer holt sich bei der ganzen Kämpferei schon gerne nasse Füsse?

Außerdem besitzt ihr weiterhin die beliebte, versteckte Klinge und könnt euch in die Kluften der Assassinen kleiden, um weniger aufzufallen. Ihr werdet im Spielrausch also kaum bemerken, das etwas anders ist, denn die Unterschiede sind minimal: Beispielsweise, dass ihr statt Templer nun gegen Assassinen kämpft, und dass ihr mehr kämpferische Freiheit habt, da es keinen Kodex gibt. Als Shay müsst ihr nun gegen den Orden der Assassinen kämpfen und euch eurer Vergangenheit stellen. Auf der Seite der Briten steckt ihr mitten im Krieg und versucht, weiter euren Idealen zu folgen.

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Im Kampf gegen die Assassinen könnt ihr schon einmal ins Schwitzen geraten: Diese Gegner sind nämlich leider nicht dumm und besitzen die gleichen Fähigkeiten wie ihr

Schiffsmissionen und hartnäckige Assassinen

Dieses mal geht ihr an Bord der Morrigan. Der beeindruckende Segelschoner macht optisch schon zu Beginn eine Menge her, kann von euch im weiteren Spielverlauf von Assassin’s Creed Rogue aber natürlich mit allerlei Verbesserungen ausgerüstet werden. Ein Rammbock, bessere Kanonen und feurige Kugeln, sind nur ein paar Upgrades, die ihr euch besorgen solltet, bevor es in die ersten Seeschlachten geht. Läuft es dabei ganz schlecht, versteckt sich auf dem gegnerischen Schiff einer der Assassinen. Kommt er zu euch an Bord, könnt ihr euch schon einmal auf ein schwieriges Tänzchen einstellen.

Anders als die normalen Kloppereien, die ihr per Konter-Taste abermals sehr schnell und einfach für euch entscheidet, sind die Kämpfe gegen die flinken und gewitzten Assassinen eine echte Herausforderung. Wie schon in den vorangegangenen Teilen ist eine gute Vorbereitung hier meist schon die halbe Miete. Eure Schiffsreisen entführen euch in große Teile des Nordatlantik, aber auch ein Abstecher in die Antarktis – inklusive gefährlicher Eisbären – steht für euch in Assassin’s Creed Rogue auf dem Reiseplan.

Test Assassin's Creed - Rogue Bild 3

Die Morrigan ist eure treue Gefährtin: Denn ihr werdet sehr viel Zeit auf dem Meer verbringen

Verwechslung nicht ausgeschlossen?

Assassin’s Creed Rogue ist seine Verwandtschaft zu den Vorgängerspielen deutlich anzusehen. Besonders bei den Seeschlachten und der Kletterei in den Waldgebieten, wird euch das ein oder andere Deja Vu ereilen. Das gilt aber zum Glück auch für die abermals recht hübsche Optik, die schon zu Beginn an eine tolle Atmosphäre verbreitet. Wenn in der Ferne Inseln aus dem wabernden Nebel auftauchen oder an Land die Sonne durch den dichten Blätterwald scheint – das hat schon was. Natürlich spielt die Jagd auf verschiedene Tiere auch wieder eine große Rolle. Denn für die Verbesserungen eurer Ausrüstung oder der eures Schiffes, darf es gerne mal die ein oder andere Tierhaut sein. Haltet an Land und auf See also immer die Augen offen, sonst entgeht euch vielleicht der „große Fang“.

Auch die Steuerung bleibt in Assassin’s Creed Rogue weitgehend unverändert. Des einen Freud ist des anderen Leid. So können Kenner der Serie zwar gewohnt schnell und unkompliziert loslegen, sehen sich aber im Verlauf des Spiels abermals mit den alten Lasten der Steuerung konfrontiert. Zu oft mach die Spielfigur dann nicht was sie soll und es passiert öfter, das ihr an einer Mauer hochkraxelt, obwohl ihr diese eigentlich geschmeidig umlaufen wolltet. Wenn ihr damit Leben könnt, sind aber auch diese kleinen Probleme in der Steuerungsmechanik locker verschmerzbar.

Spaßiges Gameplay
Interessante Story
Fordernde Schiffsmissionen
Schöne Grafik
KI nach wie vor zu leicht zu besiegen
Kaum Neuerungen

Anja V.

Assassin's Creed Rogue ist ein würdiger Abschluss für die Nordamerika-Trilogie. Wir haben schon die Vorgängerteile ausgiebig gespielt und sind auch von diesem Teil nicht enttäuscht worden. Allerdings solltet ihr euch im Klaren darüber sein, dass AC von jeher den gleichen Regeln folgt. Wenn ihr also plötzlich ein komplett anderes Gameplay oder vollkommen neue, innovative Ideen erwartet, dann denkt ihr in die falsche Richtung. Stattdessen ist Assassin's Creed Rogue ein grundsolides Spiel mit spaßigem Gameplay, einer spannenden Story und einer schönen Landschaft zum Erkunden. Für die Fans der Reihe lohnt es sich also auf jeden Fall, auch diesem Teil eine Chance zu geben.
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