Test: Asterix und Obelix – Mission Zaubertrank

Am 19. Oktober erscheint der langerwartete neue Band „Asterix in Italien“. Passend dazu veröffentlicht Pegasus jetzt auch ein Brettspiel mit der offiziellen Asterix-Lizenz. Es ist bereits das dritte Spiel der Reihe in der jüngeren Vergangenheit. Nach dem recht einfach gehaltenen Asterix & Obelix Mau Mau zog kurz darauf das deutlich anspruchsvollere Brettspiel nach. Jetzt folgt das kooperative Kartenspiel Asterix & Obelix: Mission Zaubertrank! Natürlich gibt es auch hier ein Wiedersehen mit den beliebten Figuren aus der Schmiede von Goscinny und Uderzo.

Sämtliche Fotos von Maximilian Heininger www.boardgamegeek.com

Mit dem kooperativen Ansatz folgt das neue Asterix-Spiel einem anhaltenden Trend in der Brettspiel-Welt. Lange Zeit spielte man Brett- und Kartenspiele überwiegend gegeneinander, doch schon seit einigen Jahren tauchen vermehrt Spiele auf, bei denen ihr als Spieler gemeinsam gegen das Spiel antretet. Wenn ich hier über „das Spiel“ schreibe, sind im vorliegenden Fall natürlich die Römer gemeint. Diese haben nämlich mal wieder einen Plan ausbaldowert, wie sie auch das letzte unbeugsame Dorf in Gallien dem Römischen Reich einverleiben können.

Römer auf Spionagetour

Die Römer versuchen auf leisen Sohlen das Dorf der Gallier auszukundschaften, um hinter das Geheimnis ihrer magischen Kräfte zu kommen. Jetzt ist Eile geboten. Schnell muss Miraculix den magischen Trank zubereiten, damit einmal mehr der römische Sturm abgewehrt werden kann. Ihr könnt ihm gemeinsam dabei helfen, die fehlenden Zutaten zur geschmacklichen Verbesserung des Tranks zu sammeln. Ohne Fisch, Misteln und Erdbeeren muss der Trank wohl ungenießbar sein. Also macht ihr euch in der Rolle von Asterix, Obelix, Miraculix und Idefix auf den Weg, damit am Ende des Tages wieder ein rauschendes Fest mit Wildschweinbraten gefeiert werden kann.

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Das berühmte gallische Dorf wird kreisförmig durch eine Kartenauslage dargestellt. Sechs bekannte Orte des Dorfes finden sich darauf wieder. Auf jeder Ortskarte befinden sich vier Felder, auf denen ein römischer Legionär seine Runde dreht. Eure Aufgabe ist es nun, alle Zutaten für den Trank zu sammeln, bevor der Römer das Dorf einmal komplett umrundet und seine Spionagetour beendet hat.

Die Zeit drängt

Welche Zutaten Miraculix für seinen Trank benötigt, legen die Aufgabenkarten fest, die ihr in die Mitte des Dorfrondells legt. Auf jeder Karte befinden sich drei Teilaufgaben. So könnte euch eine Karte dazu auffordern, zwei Mistelbeutel, drei Körbchen mit Erdbeeren und vier Fische zu sammeln. Um die gewünschten Zutaten herbeizuschaffen, führt das Helden-Quartett reihum seine Aktionen aus. Dazu müssen sich Asterix & Co. auf den Dorfkarten bewegen. Zwei Bewegungspunkte stehen euch pro Runde zur Verfügung. Im Gegensatz zum Römer müsst ihr allerdings nicht jedes Feld einzeln betreten, sondern könnt von Karte zu Karte springen. Da das Dorf mit insgesamt sechs Karten recht klein ausfällt, gelangt ihr in einer Runde schon fast einmal um das halbe Dorf. Euer Aktionsradius ist also recht großzügig gestaltet.

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Zusätzlich zur Bewegung könnt ihr noch zwei Aktionen pro Runde durchführen. Jede Ortskarte erlaubt es euch, eine Ortsaktion zu aktivieren. Auf der Wiese sammelt ihr etwa zwei Körbchen mit Erdbeeren, während ihr auf dem Dorfplatz zwei Fische erstehen könnt oder in der Druidenhöhle zwei Zaubertränke wieder auffüllt. Der Zaubertrank hat im Spiel natürlich auch eine wichtige Funktion. Wenn ihr den magischen Trank benutzt, würfelt ihr einmal mit dem Spezialwürfel und sammelt so weitere Zutaten, zieht eine Charakterkarte oder entfernt einige der bösen Fallen, die der Römer auf seinem Rundweg aufgestellt hat. Getreu der Geschichte darf Obelix natürlich keinen Zaubertrank zu sich nehmen. Stattdessen beginnt er das Spiel mit drei Wildschweinen, die er sich während des Abenteuers einverleiben kann.

Eine gute Hilfe stellen auch die Charakterkarten der Helden dar. Jede Figur bekommt ihr eigenes Set an Karten, die euch zusätzliche Aktionen erlauben. Die Karten sind zwar sehr mächtig, jedoch in ihrer Menge begrenzt. Außerdem müsst ihr die Karten erst einmal auf die Hand bekommen. Das passiert in erster Linie über eine der Ortskarten oder aber eben durch den Zaubertrank.

Zusammenarbeit ist die halbe Miete

Befindet ihr euch mit einem anderen gallischen Helden auf der gleichen Ortskarte, könnt ihr auch Zutaten oder gar Charakterkarten übergeben. Das kann sehr hilfreich sein, wenn ihr eine Zutat an euren Freund übergeben habt und dieser dann vielleicht direkt in seinem nächsten Zug eine Aufgabe erfüllen kann. Das erfüllen einer (Teil-)Aufgabe ist dann zugleich auch die letzte Aktionsmöglichkeit. Um eine Aufgabe zu erfüllen, müsst ihr zunächst auf die Aufgabenkarte in der Dorfmitte ziehen und die entsprechenden Zutaten abgeben. Habt ihr alle drei Teilaufgaben einer Karte erfüllt, winkt euch noch eine kleine Belohnung.

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Ziemlich lästig sind dafür jedoch die kleinen Fallen, die der Römer im Spielverlauf für euch ausgelegt hat. Das Spiel spricht hier von sogenannten Unheilmarkern, die nach jedem Zug eines Spielers aus einem Stoffbeutel gezogen werden. Pro Zug müsst ihr einen neuen Marker ziehen und ihn auf eine Dorfkarte legen. Auf den Unheilmarkern findet ihr drei unterschiedliche Symbole. Zieht ihr etwa ein Blitz-Symbol aus dem Beutel, dann müsst ihr diesen Marker auch auf ein Blitz-Symbol auf einer Dorfkarte legen. Auf jeder Dorfkarte befinden sich zwei Felder für Unheilmarker. Sind beide Felder mit einem Marker belegt, dürft ihr die Aktion des Ortes nicht mehr ausführen. Ihr solltet also tunlichst darauf achten, regelmäßig solche Unheilmarker wieder aus dem Spiel zu entfernen. Dies kann über den Zaubertrank geschehen, über eine der Ortskarten oder aber auch durch bestimmte Charakterkarten im Spiel.

Die Eigenheiten eines Galliers

Dank der Charakterkarten spielen sich die einzelnen Figuren schon etwas unterschiedlich. Noch mehr Individualität bringen die Sonderfähigkeiten hinzu. Jede Figur verfügt über eine Spezialfähigkeit, die nicht nur gut auf einander abgestimmt sind, sondern auch noch gut zum jeweiligen Charakter passt. Der starke Obelix etwa darf gleich zwei Teilaufgaben in einer Runde erfüllen, bei den anderen Charakteren ist dies untersagt. Asterix zieht dafür mehr Charakterkarten als seine Mitstreiter. Idefix ist der perfekte Zuarbeiter und darf mehr Zutaten übergeben. Miraculix ist besonders effektiv beim Einsetzen der Zaubertränke. Er darf gleich zwei Würfel einsetzen und sich dann für ein Würfelergebnis entscheiden. So hat jeder Gallier ein eigenes Profil und findet seine ganz spezielle Rolle im Abenteuer. Am besten spielt sich Asterix und Obelix: Mission Zaubertrank daher auch in der Vollbesetzung mit vier Spielern.

Ihr habt das Spiel gewonnen, wenn es euch gelingt, alle Aufgabenkarten abzuarbeiten. Dann kann der Druide den magischen Trank rechtzeitig zubereiten und einer Schlacht mit den Römern steht nichts mehr im Wege. Gelingt es dem Römer jedoch vorher das Dorf komplett zu umrunden, habt ihr schlechte Karten im Kampf gegen die Römer und das Spiel verloren. Das Spiel erlaubt es euch den Schwierigkeitsgrad ganz nach euren Wünschen zu modulieren. Durch das Hinzufügen oder Entfernen von Aufgabenkarten könnt ihr das Spiel sehr leicht anpassen.

gute Lizenzumsetzung
kooperative Spielweise
kommunikativ
nicht ganz hochwertige Pappaufsteller

Sebastian Hamers

Auch wenn Asterix mittlerweile stark auf den 60. Geburtstag hinsteuert, erfreut sich der kleine Gallier immer noch einer großen Fangemeinde. An diese richtet sich natürlich auch das vorliegende Kartenspiel Asterix und Obelix: Mission Zaubertrank. Die liebevolle Umsetzung ist ein schöner Service an die Fans der Kultfigur. Die Funktionen und Vorteile der vier Figuren passen gut zu den Wesenszügen der Comic-Originale. Zudem sind die Charaktere im Spiel gekonnt aufeinander abgestimmt und ergänzen sich prima. Wenn ihr euch in der Gruppe gut absprecht, habt ihr es im Kampf gegen die Römer leichter. Kommunikation ist auf alle Fälle ein Schlüssel zum Sieg. Strategisch fordert euch Mission Zaubertrank hingegen nicht zu viel Gehirnschmalz ab, auch wenn es in den hohen Schwierigkeitsgraden schon fast unschaffbar wird. Das Spiel richtet sich natürlich in erster Linie an die Familienspieler und trifft daher eine gute Mischung aus Strategie, Glück und natürlich dem Kommunikationsanteil. Da kooperative Spiele oftmals in einer Flut aus Regeln ersticken, ist Asterix und Obelix: Mission Zaubertrank eine willkommene Abwechslung. Das Spiel besitzt einfache Regeln, eignet sich auch für jüngere Spieler und verursacht bei den Vielspielern trotzdem keine Langeweile. Asterix und Obelix bringen also wieder mal alle an einen Tisch. Bemängeln mag man vielleicht noch das Spielmaterial, insbesondere die Qualität der Figuren, die leicht aus der Halterung fallen. Da das Spiel aber zum günstigen Preis von etwa 15€ zu haben ist, bin ich mit dem Material allerdings mehr als zufrieden.
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