Test: Captiva „149917V2“ in der Gamescom-Edition

Test Captiva „149917V2“ in der Gamescom Edition3

Die Gamescom steht kurz bevor. Auch in diesem Jahr werden wieder Millionen Fans der Videospielkultur in die heiligen Messehallen Kölns pilgern, um sich die neuesten Games und technischen Innovationen hautnah anzuschauen. Für den deutschen Hardware-Hersteller Captiva ist dies Grund genug, eine neue Reihe an Desktop-PCs auf den Markt zu werfen. Was im letzten Jahr noch mit Starter- und Advanced-Edition betitelt wurde, trägt in diesem Jahr einen unwesentlich komplexeren Titel. Wir haben das Modell 149917V2  in der mittleren Preiskategorie einmal ganz genau unter die Lupe genommen und für euch getestet, ob ihr mit dem Rechenknecht für die kommenden Gamescom-Kracher gerüstet seid.

Die blaue Panzerechse

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Ein erster Blick auf die Gamescom-Edition des Rechners verrät: In puncto Optik zeigt sich Captiva in diesem Jahr angriffslustig. Der schicke Tower von Thermaltake in den Maßen 43cm x 17cm x 45 cm kommt nicht nur aufgrund seiner Größe recht bullig daher, sondern auch dank des animalischen Designs. An der Front und Oberseite des 149917V2 präsentiert sich uns nämlich transparentes Hartplastik, das in Form von Schuppen übereinander gesetzt wurde. In Kombination mit der tiefblauen Beleuchtung, die unter den Schuppen hervorblitzt, entsteht schnell der Eindruck einer exotischen Echse. Darüber hinaus hat Captiva auf optische Spielereien verzichtet und dem PC somit einen schlanken und zeitgemäßen Look verpasst.

Verarbeitet wurde der Tower fast gänzlich aus robustem Kunststoff, der einen soliden Mantel um die Schuppen bildet. Die USB-Anschlüsse auf der Oberseite der Echse sind fest mit dem Chasis verbaut, könnten jedoch für unseren Geschmack etwas weniger tief eingefasst sein. Ansonsten zeigt sich vor allem die Rückseite des Rechners wie aus einem Guss. Die Schutzabdeckung für den Lüfter, Steckplatten und nicht zuletzt der Anschluss für das Netztteil sitzen bombenfest auf dem kompakten Case – hier verrutscht nichts. Wer vor Freunden und Grafikhuren gern mit seiner dicken Hardware prahlt, wird sich über ein zusätzliches Feature der Gamescom-Edition freuen. Denn neben den zwei blickdichten Seitenteilen des Tower umfasst die Lieferung auch ein durchsichtiges Pendant, das den Blickfang im Inneren der Maschine noch einmal so richtig zur Geltung bringt.

Die Hardware

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Für den fairen Preis von 1499,99€ bekommt ihr jedoch nicht nur ein schickes Äußeres. Auch die inneren Werte des 149917V2 können zunächst einmal überzeugen. Der Intel i7-Prozessor mit einer starken Taktfrequenz von 4,2 Ghz stammt aus der neuesten Generation und versorgt die Echse mit der nötigen Power. Auch wenn die Ti-Version der GTX 1080 momentan in aller Munde ist, sollte man indes nicht vergessen, welche graphischen Höchstleistungen auch die Palit GTX 1070 mit dem richtigen Setup vollbringen kann. Am Grafikspeicher hat Captiva sicher nicht gespart. 8GB davon stehen euch zur freien Verfügung. Hinzu kommen die überragenden 16 GB Arbeitsspeicher von HyperX und eine solide SSD, die nicht nur eure Programme um einiges boosten, sondern auch für einen blitzschnellen Boot-Prozess sorgen.

Festplatten und Anschlüsse

Mit einem Volumen von 120GB gehört die verbaute Kingston UV400 SSD sicher nicht zu den größten ihrer Festplatten-Zunft. Für zwei bis drei der wichtigsten Spiele, das Betriebssystem und einige Programme, die viel Leistung verschlingen, ist auf der Festplatte jedoch allemal Platz. Für die übrigen Spielereien, Daten und Dokumente bietet die Seagate Barracuda HDD mit ihren 1TB Speicher genügend Raum.

Schaut man sich die Rückseite des Boliden etwas genauer an, bleiben kaum Wünsche offen. Insgesamt 6 USB-Anschlüsse warten auf euch, flankiert von einer DVI-Verknüpfung, 4 Display Ports und einem HDMI-Anschluss. Da wir viel mit Virtual Reality arbeiten, hätten wir uns allerdings noch einen zweiten HDMI-Anschluss gewünscht, um nicht auf die Verknüpfung per DVI angewiesen zu sein. Auf der Oberseite hingegen findet ihr drei USB-Ports mit Luft nach oben. Bei Bedarf könnt ihr nämlich selbst einen zusätzlichen Eingang in das Gehäuse einbauen. Auf der rechten Seite wurde darüber hinaus ein Knopf zum kinderleichten Neustart des Computers verbaut – eine gute Ergänzung wie wir finden. Natürlich sind auch die obligatorischen Eingänge für Kopfhörer und Mikrofon mit von der Partie.

Grafikkarte GeForce GTX 1070 PALIT mit 8GB Dual Grafikkartenspeicher
Prozessor Intel Core i7-7700 Box mit vier Kernen und 4,20 Ghz
Arbeitsspeicher 16 GB HyperX Fury DDR4 Ram
Mainboard
MSI Z270A Pro
Festplatten 120 GB Kingston sowie eine 1 TB Seagate Barracuda HDD
Kommunikation Lan Netzwerkanschluss (RJ45)
Betriebssystem Microsoft Windows 10 Home
Gehäuse
Thermaltake Versa N25
Anschlüsse Vorne/Oben:

1 x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1 x Audio Out, 1 x Audio IN, DVD RW Laufwerk

Hinten:

4 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, 1 x VGA, 1x DVI, 1x HDMI, 4x Display Port 1 x Audio OUT, 1 x Audio IN, 3 Audio Jacks, 1x PS/2 Keyboard Port, 1x PS/2 Mouse Port

Die Gamescom-Edition im Leistungstest

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Schicke Optik und vielversprechende Komponenten sind natürlich nur Indizien dafür, was ein Desktop-Setup tatsächlich kann. Auf die Synergie der einzelnen Bauteile kommt es an – und natürlich auf die Zielgruppe. Mit dem vorliegenden Modell hat sich Captiva ganz klar an den Durchschnittsgamer gewandt, der sein Setup für die nächsten zwei bis drei Generationen der neuesten Spiele bereitmachen möchte. Wer darüber hinaus die nächsten 6-10 Jahre mit seinem Rechenknecht verbringen und dabei trotzdem den Newschool-Shit zocken will, der ist beim 149917V2 an der falschen Adresse. Für vier aktuelle Spiele, die wir auf Herz und Nieren – ihre FPS – getestet haben, müssten Prozessor und Grafikkarte eigentlich locker ausgelegt sein. Soviel vorab: Natürlich meistert der Rechner alle vier Herausforderungen mit Bravour.

Prey

Als einer der aktuellsten Titel auf unserer Liste hatten wir zunächst bedenken, ob unser System den kryptischen Weltraum-Shooter überleben würde. Es stellt sich heraus: Die GTX 1070 packt den Bethesda-Titel ohne Probleme und verwöhnt eure Augen mit satten 60 FPS im Durchschnitt – selbst auf den höchsten Grafikeinstellungen

Maximale Grafikeinstellungen, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
58 62 59,95

 

Mittlere Grafikeinstellungen, FXAA Anti Aliasing,
SSAO Umgebungsverdeckung, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
58 61 59,98

Player Unknown’s Battlegrounds

Aktuell in aller Munde und ein echter Grafik-Fresser: Player Unknown’s Battlegrounds. Auch wenn viele ihre Settings absichtlich etwas runterschrauben, um Gegner und Items besser zu erkennen, fährt die GTX 1070 in Kombination mit dem Prozessor solide 77 FPS im Durchschnitt – und das unter Volllast. Selbst mitten in der roten Zone läuft der Shooter absolut flüssig. Wollt ihr euch also dem Hype anschließen, ist der 149917V2 genau das richtige für euch.

Maximale Grafikeinstellungen, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
37 93 77,38

 

Mittlere Grafikeinstellungen, FXAA Anti Aliasing,
SSAO Umgebungsverdeckung, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
71 144 101

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands

Wenn ein Publisher für grafische Überlegenheit steht, dann ist es Ubisoft. Wir haben uns einen ihrer aktuellen Shooter geschnappt und so ziemlich jede Einstellung einem Benchmark-Test unterzogen. Das Ergebnis: Die weiten Panoramen Kolumbiens in Union mit der brachialen Action des Open-World-Titels haben die 1070 auf den höchsten Einstellungen beinahe an ihre Grenzen gebracht. Dennoch lässt sich der Titel ruckelfrei und ohne scharfe Kanten oder Grafikfehler auf unserer Echse spielen. Gerade abseits der Ultra-Einstellung findet ihr mit dem 149917V2 ein echtes Spitzengerät.

Maximale Grafikeinstellungen, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
42,28 57,14 50,07

 

Mittlere Grafikeinstellungen, FXAA Anti Aliasing,
SSAO Umgebungsverdeckung, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
84 111,67 98,34

Overwatch

Wenn auch nicht allzu fordernd für eure Grafikkarte, wird Overwatch trotzdem gern als Referenztitel angegeben, wenn es um Performance geht. Das Spiel verspricht solide 70 FPS und die hält sie auch, wenn sie mit der GTX 1070 konfrontiert wird. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob man auf den mittleren oder epischen Einstellungen spielt – Overwatch und Grafikkarten sind beste Freunde.

Maximale Grafikeinstellungen, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
66 73 69,99

 

Mittlere Grafikeinstellungen, FXAA Anti Aliasing,
SSAO Umgebungsverdeckung, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
59 71 70

3D-Mark: Wie macht sich der Captiva-Rechner in Fire Strike?

Was bei einem Leistungstest natürlich nicht fehlen darf, ist der gute alte Fire Strike-Benchmark. Für Gaming-PCs aller Couleur gemacht, zeigt sich erst im Vergleichstest mit Fire Strike, was ein Setup kann und was es nicht kann. Wir haben uns für die Stamdard-Variante des Benchmark entschieden, weil wir es mit einem Gerät im mittleren Preissegment zu tun haben.

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Die NVIDIA GTX 1070 schneidet unter den kundigen Framerate-Augen von Firestrike gut bis sehr gut ab. An das Niveau der 4K Gaming-Rechner kommt das Gerät von Captiva natürlich nicht heran, doch mit einem Score von knapp 15.000 kann sich das Setup für den gegebenen Preis durchaus sehen lassen. Mit einem solchen Ergebnis ist zumindest gewährleistet, dass ihr bis zur übernächsten Gamescom mit dem 149917V2 zufrieden sein werdet.

Lautstärke und Wärmeentwicklung

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Im passiven Office-Gebrauch können wir von unserer tiefblauen Echse kaum ungeliebte Töne vernehmen. Die Lüfter machen ihren Job hervorragend und so bleibt die Gamescom-Edition auch im Alltagsgeschäft ein stiller Begleiter. Doch auch unter Volllast macht der 149917V2 eine gute Figur. Selbst beim größten Feinbeschuss oder den wackeligsten Fahren auf dem Motorrad schnurrt er wie ein Kätzchen und zeigt, dass Captiva bei ihrer Wahl der Komponenten nicht nur rohe Kraft im Sinne hatten, sondern auch effizient vorgegangen sind. Erst als wir die Grafikkarte übertakteten und einem Stresstest unterzogen, konnten wir die lautlose Echse kurzzeitig brüllen hören. Im Vergleich mit anderen Systemen hielt sich das auditive Feedback allerdings in Grenzen.

Ähnliches beobachten wir auch bei der Temperatur. Im Office-Betrieb pendelt diese zwischen 35° und 45° – ein vollkommen akzeptables Ergebnis. Im Fire Strike Stresstest können die Lüfter dann zeigen, was sie drauf haben. Bei 20 Wiederholungen überstieg die Temperatur der CPU und GPU zu keiner Zeit die 80° Celsius. Die Gefahr einer Überhitzung ist also vorerst nicht gegeben. Ein Problem in puncto Hitze haben wir allerdings entdeckt:Da der innere Lüfter direkt hinter dem äußeren platziert wurde, anstatt in Richtung der Seitenpanels, ist ein Hitzestau nicht ausgeschlossen aber unwahrscheinlich. Hier hätten wir uns etwas mehr Pragmatismus seitens der Designer gewünscht, welchen man aber zugutehalten muss, dass es auch sehr schwierig ist, einen Lüfter in ein so großes Seitenfenster einzubauen.

Die Festplatten im Test

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Für einen modernen Gaming-PC üblich hat Captiva sich auch beim 149917V2 nicht lumpen lassen und eine SSD verbaut. Diese Festplatten sind nicht nur deutlich robuster als die herkömmliche HDD-Variante, sondern auch um einiges schneller. Wie schnell genau, erfahren wir im direkten Vergleich.

1TB HDD-Festplatte Seagate Barracuda

Die Barracuda schlägt sich im Vergleich mit anderen HDDs erstaunlich gut. Hier lohnt sich also der etwas tiefere Griff in die Tasche. Wer viele Spiele parallel zockt, kommt mit einer großen und dennoch leistungsstarken HDD wie der Barracuda voll auf seine Kosten.

Lesen Schreiben
Sequenziell 205,9 MB/s 194,2 MB/s
Sequenziell Q32 T1 58,18 MB/s 80,53 MB/s
4K 0,664 MB/s 1,077 MB/s
4K Q32 T1 1,526 MB/s 10,089 MB/s
120 GB SSD-Festplatte Kingston UV400

Die SSD leistet im Vergleich mit der Konkurrenz einen guten Job. Die gute sequenzielle Schreibrate ist hier hervorzuheben. Sie sorgt für ein blitzschnelles Hochfahren des Rechners und kürzere Ladezeiten in euren Games. Betrachten wir die aktuelle Entwicklung im Bereich der Halbleiterlaufwerke, sollten jedoch schon bald ganz neuen Höhen erreicht werden können. In rund 15 Sekunden seid ihr bereits auf dem Desktop.

Lesen Schreiben
Sequenziell 514,6 MB/s 366,5 MB/s
Sequenziell Q32 T1 410,6 MB/s 204,2 MB/s
4K 34,49 MB/s 99,91 MB/s
4K Q32 T1 319,0 MB/s 176,3 MB/s

Wenn ihr mehr über die Produkte von CAPTIVA erfahren möchtet, schaut unbedingt auf der CAPTIVA Homepage vorbei!

Schlankes Schuppen-Design
Fairer Preis
Leistung für mehrere Videospiel-Generationen
Solide Verarbeitung
Geringe Lautstärke
Nur ein HDMI-Anschluss
Position der Lüfter kaum pragmatisch

Christian Böttcher

Durchschnittsgamer aufgepasst! Pünktlich zur Gamescom bringt Captiva eine neue Reihe erschwinglicher Desktop-Rechner. Der 149917V2 ist ein Komplett-PC mit allem, was man als Spieler braucht - nicht mehr und nicht weniger. Das schicke Design im Schuppen-Stil sorgt für optische Akzente, während der topmoderne i7-Prozessor und die GTX 1070 im Inneren jede Menge Rechenpower liefern. Wer einen Rechner für nächtliche PUBG-Sessions sucht oder zum Herbstverkauf die brandneuen Titel genießen will, kann vorbehaltlos zugreifen. Captiva hat einen Rechenknecht zusammengestellt, der nicht nur schick aussieht, sondern auch die nächsten zwei Gaming-Generationen mitmachen sollte.
Test: Kneipenquiz - Das Original Test: Shadow Tactics: Blades of the Shogun
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