Test: Crime Master 2

Der Gmeiner Verlag ist in erster Linie bekannt für seine Veröffentlichungen im Bereich der Kriminalliteratur. Seit geraumer Zeit unterhält der Verlag aber auch eine kleine Sparte mit Kartenspielen. Inhaltlich drehen sich die Spiele passenderweise ebenso um packende Kriminalfälle. Das ist beim vorliegenden Crime Master 2 nicht anders, das gleich 25 rätselhafte Kriminalfälle für Profi-Ermittler verspricht.

Der erste Teil der kleinen Serie von Autorin Sonja Klein befasste sich mit Verbrechen zum Thema „Großstadt“. Diesmal schickt uns Frau Klein mit 25 neuen Fällen in den Urlaub. Ihr dürft euch also auf beliebte Urlaubsziele in Deutschland, Österreich und der Schweiz freuen.

Ein echtes Urlaubsspiel

Tatsächlich eignet sich Crime Master 2 gut als Spiel für den Urlaub, nicht nur wegen des Themas. Die kleine schwarze Schachtel nimmt im Gepäck kaum merklich Platz ein. Viel Material braucht es nicht. Auf 25 Karten bekommen die Detektive ein paar Hinweise zu den Verbrechen. Weitere 25 Karten, diesmal etwas großformatiger, dienen der Aufklärung des Falls. Hier finden sich alle Details zur Tat wieder. Hinzu kommt lediglich noch ein Block auf dem ihr die wichtigsten Ermittlungsergebnisse festhalten könnt.

Allwissender Crime Master

Crime Master wiest durchaus Ähnlichkeiten zu den Black-Stories-Spielen vom Moses-Verlag auf. Kenner und Freunde der beliebten Reihe fühlen sich auch bei Crime Master direkt gut aufgehoben. Einige wesentliche Unterschiede zum Klassiker gibt es aber doch, die dem Spiel nochmal einen Kniff verleihen.

Ein Spieler übernimmt den Part des Crime Masters. Er fungiert als Spielleiter für den Fall und liest sich vorab die Lösungskarte durch, ist also mit allen Details des Verbrechens genau vertraut. Die restlichen Spieler werden zu Ermittlern.

Als solche nehmt ihr euch die kleine Karte, die euch über den aktuellen Stand des Falls informiert. Es gibt hier eine grobe Zusammenfassung des Verbrechens, über den Tatort und liefert euch die Ergebnisse der Spurensicherung. Ebenso werden die Zeugen aufgelistet und ihre Aussagen zusammengefasst. Schöne Idee: auf der Kartenrückseite findet ihr eine Skizze des Tatorts. Das sorgt für mehr Übersicht und erspart euch vielleicht so manches Missverständnis.

Das Ja-Nein-Spielchen

In jedem Fall gilt es möglichst viele Einzelheiten zu ermitteln. Die Einzelheiten gehören folgenden Kategorien an: Täter, Motiv, Hilfsmittel und Tathergang. Pro Fall könnt ihr zwölf Einzelheiten herausfinden.

Ihr könnt sofort in die Ermittlungsarbeit einsteigen, indem ihr den Crime Master mit euren Fragen löchert. Es ist allerdings nicht ganz so einfach, ihm die Antworten aus der Nase zu ziehen, da er Fragen lediglich mit ja oder nein beantworten darf.

Kooperativ oder kompetitiv

Das Regelwerk bietet euch dabei sogar zwei unterschiedliche Spielmodi an. Wenn ihr den Wettbewerb sucht, dann findet doch heraus, wer der beste Ermittler von euch ist. Es gewinnt der Spieler, der die meisten der zwölf gesuchten Einzelheiten ermittelt. Als Ermittler dürft ihr dem Crime Master so lange Fragen stellen, bis dieser eine davon mit einem nein quittiert. Dann ist der nächste Detektiv an der Reihe.

Alternativ könnt ihr aber auch als Team arbeiten und die Fragen ohne vorgegebene Reihenfolge an den Spielleiter richten. In diesem Fall findet ihr in den Regeln eine Bewertung eurer Arbeit. Diese fällt natürlich umso besser aus, je mehr Einzelheiten ihr ermittelt habt.

Für die Ermittlungsarbeit an einem Fall müsst ihr etwa 15-20 Minuten einkalkulieren. Bei 25 beinhalteten Fällen summiert sich das zu einer ziemlich ordentlichen Spieldauer. Crime Master 2 steht bereits im Handel und kostet ungefähr 10€.

urlaubstauglich
kompetitiv und kooperativ spielbar
ordentliche Spieldauer
leicht schwankende Qualität der Fälle

Sebastian Hamers

Okay, das Grundkonzept von Crime Master ist nicht wirklich neu. Dennoch bietet es ein paar eigenständige und spannende Ansätze. Ihr müsst euch keine lange Geschichte durchlesen, es sei denn ihr spielt den Crime Master, bevor ihr in die Ermittlungen einsteigt. Das Wesentliche wird für euch auf einer Karte in ein paar kurzen Stichpunkten zusammengefasst. Hilfreich ist da auch die kleine Skizze auf der Rückseite der Karte. Gefallen hat mir auch das kompetitive Element des Spiels. Durch die Vorgabe von genau zwölf Einzelheiten, die es herauszufinden gilt, habt ihr als Ermittler auch einen verlässlichen Rahmen. Zudem gibt es im Verlauf so immer wieder kleine Zwischenerfolge, das motiviert. Crime Master ist ein schönes Spiel, das sich gerade für die in Kürze beginnende Urlaubszeit eignet. Die Zahl der Spieler ist variabel. Außerdem braucht es kein Spielbrett und keine Würfel oder sonstiges platzraubendes Zubehör. Dadurch lässt es sich sogar auf dem Weg in den Urlaub, in der Bahn oder auch im Auto gut spielen. In diesem Sinne: Schönen Urlaub!
Test: Terra Mystica App Test: Klask
Comments