Test: Dropzone

Dropzone von Publisher Gameforge und Entwickler Sparkypants kommt am 15. Februar nach zwei Jahren Entwicklung als Early Access Titel zu Steam. Vereinen soll es RTS-Elemente mit den Mechaniken eines MOBAs. Der free-to-play Titel  kombiniere, so die Macher, hochgradig spannende Action mit  tiefgreifender strategischer Planung, die ihr selbst anpassen könnt. Wir haben mal reingeguckt und ein paar Cores gedroppt. Als totaler MOBA-Neuling ein gewagtes Unterfangen.

Fakten, Fakten, Fakten: Worum geht’s in Dropzone?

Euer Team besteht aus drei Mitgliedern: Piloten mit den dazugehörigen Kampf-Robotern, genannt Rigs. Die Klassen, aus denen ihr eure Piloten wählen könnt, sind typischerweise Mechanic, Gunner, Tank und Summoner. Jede Klasse verfügt über drei unterschiedliche Piloten – bis jetzt. Eine fünfte Klasse soll noch kommen. Auch neue Piloten, Maps und Ausrüstungsteile wird Sparkypants immer wieder ins Spiel bringen.

Der Gunner Fury mit ihrem Rig.

Gekämpft wird 15 Minuten lang in symmetrischen Arenen. 1Vs1- oder auch 2vs2-Matches sind neben Koop- und Kampfmodus möglich. In der Mitte befindet sich die legendäre und namensgebende Dropzone. Ziel ist es, den Gegner am Ende der Zeit mit der eigenen Punktanzahl zu übertreffen. Herrscht am Ende Gleichstand zählt der nächste Punkt. Doch wie bekommt man Punkte?

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Hauptquelle der Punkte sind natürlich die Cores. Diese bekommt ihr, wenn ihr die Nester der Alienrasse Kavash, die die Map bevölkern, ausrottet. Einmal ausgerottet, kommen sie nach einiger Zeit stärker wieder zurück, droppen dann aber auch mehr Cores! Das Hochladen eines Cores bringt einen Punkt. Neben dieser Hauptmission gibt es noch Nebenmissionen, die euch auch Punkte bringen. Zu Beginn des Matches werden diese verkündet, so könnt ihr zum Beispiel für das Erobern aller Überwachungstürme auf der Map 4 Punkte einheimsen oder 9 Alphas, große Kavash-Gegner, niederstrecken. Auch kann das Team einen Punkt bekommen, welches als erstes ein Mitglied der gegnerischen Fraktion ausschaltet.

Auf der Map befinden sich auch Bossgegner – großes Kavash-Alien-Gedöns – von denen ihr, wenn ihr sie tötet, Angriffsboosts erhaltet. Manchmal wird auch das Töten von 3 Bossgegnern als Nebenquest angelegt- doppelter Gewinn für euch also.

Kill the Kavash! Nur so bekommt man Cores.

MOBA oder kein MOBA?

In spielt zwar in auf einer klassischen Map, wo jedes Team in seiner Basis startet, allerdings ohne andere Online-Mitspieler. Es gibt in dem Match nur euch und den Gegner. Weitaus weniger Gewusel á la League of Legends also. Auch steuert ihr nicht wie üblich einen einzigen Helden, sondern euer Dreierteam. Das Ziel des Matches unterscheidet sich ebenfalls vom typischen Basen zerstören, denn es geht um Punkte. Ihr müsst somit eure Basis auch nicht beschützen. Erfahrungspunkte sammelt das gesamte Team und ihr können entscheiden, welcher der drei ein Upgrade bekommt. Genug Änderungen um euch etwas Neues auf dem MOBA-Markt zu bieten!

Die Taktiken und Personalisierungen

Mag man am Anfang immer nur Cores erbeuten und zur Mitte rennen, so wird schnell klar, dass man so nicht besonders weit kommt, vor allem nicht bei MOBA-Kennern und Könnern (wozu ich nicht im geringsten gehöre und natürlich im großen Stil verloren habe).

Vor dem Beginn eines Matches wählt man seine drei Rigs. Erst einen, dann ist der Gegner dran mit ziehen und so weiter. Man kann so sehen, wen der Gegner ins Match schickt und darauf reagieren. Jedes Team hat auf der Map ein Safe-Gebiet, in dem es sich heilen kann. Im Match müsst ihr dann gucken, ob ihr nur im Team unterwegs seid oder alle Team-Mitglieder einzeln losschickt. Bei der zweiten Option müsst ihr natürlich den Überblick behalten.

Nun zum ersten Problem: Das Hochladen der Cores dauert seine Zeit, so etwa 10 Sekunden. In dieser Zeit seid ihr angreifbar. Ein schnelles hin, Core droppen und dann wieder auf die eigene Map-Seite gibt es also nicht. An der Dropzone begegnet man dem Gegner zwangsläufig.  Der Vorteil, wenn man einen Gegner daran hindert einen Core zu droppen: Ist er vernichtet, bleibt der Core zurück und ihr könnt den Punkt für euch verbuchen. Um das zu verhindern, kann man mit seinem ganzen Team zur Dropzone, als Begleitschutz sozusagen, läuft dann aber Gefahr, Zeit und weitere Cores zu verlieren. Geht man alleine kann man wie gesagt getötet werden und seinen Core verlieren, oder man muss den Rücktritt antreten und zurück in sein Safe-Gebiet. Gegner können einen aber auch zurück in das Safegebiet am Rand der Map zurückdrängen. So oder so, kein Core hochgeladen – kein Punkt.

Die Dropzone ist schwer umkämpft.

Die Nebenmissionen: Man sollte diese möglichst absolvieren oder zumindest im Auge behalten. Die Eroberung der Überwachungstürme ist meine Lieblingsnebenmission: Sie bringt gleich mehrere Punkte und verschafft einem den komplett Überblick über die Map. Man sieht dann, wo der Gegner gerade ist und kann das Droppen der Cores oder weitere Aktionen darauf anpassen. Was der Gegner gerade macht, sieht man sonst nämlich nicht, außer man trifft aufeinander. Man muss für diese Nebenmission natürlich in das gegnerische Gebiet eindringe, da die Türme auf beiden Seiten gleich verteilt sind. Problem bei den Türmen: Man muss auch hier eine Zeit warten, bis die Türme in den eigenen Besitz übergehen. Zeit in der man angegriffen werden kann oder die Teammitglieder sterben. Und man muss darauf achten, dass der Gegner nicht mit derselben Absicht gerade die anderen Türme einnimmt.

Die Tower auf der Map. Einnehmen bringt Punkte und Übersicht!

Die Individualisierung der Rigs: Man kann die Kampf-Roboter aufleveln und gestalten wie man will und man gerne spielt. Durch Verbesserungen, Waffen und Gadgets, die man freischaltet oder kauft, kann man die Rigs verbessern. Ihr wollt mehr Schaden machen? Flammenwerfer an den Tank! Ihr wollt schneller sein? Verpasst dem Mechanic Düsenantrieb! Man kann 3 aktive Waffenangriffe pro Rig festlegen und auch 3 passive Fähigkeiten, die den Körper des Rigs betreffen. Aktive Waffen könnt ihr im Match einsetzen, wann ihr wollt (Tasten Q, W, E), einmal benutzt brauchen sie jedoch eine gewisse Zeit, um erneut einsatzbereit zu sein.

Hat man je Klasse 3 Rigs kann man natürlich jeden auf etwas anderes spezialisieren und hat so das passende Squad für jedes Gegner-Ensemble in petto. Entwickler Sparkypants verspricht endlose Kombinationsmöglichkeiten mit immer neuem Content. Den wird man mit der ingame-Währung Jovians aber auch mit echtem Geld kaufen können.

3 Waffen und 3 Fähigkeiten könnt ihr pro Rig festlegen.

Natürlich könnt ihr euch auch andere Matches angucken, um die Strategie eines Spielers zu sehen und zu übernehmen oder um Freunden beim Spielen zuzusehen. Eine Einzelspielerkampagne bietet Dropzone nicht.

3 Rigs, die man einzeln steuern kann
Schicke Grafik
Viel Spaß und Abwechslung durch viel Kombinationsmöglichkeiten
Gute und neue Mischung aus MOBA und RTS
3 Rigs auf die man aufpassen muss
Einarbeitung ist notwendig
Auswahl eines Rigs führt nicht zu Kameraschwenker zu diesem

Nele

Dropzone hält sein Versprechen: Es ist kein weiteres MOBA! Es kann mit vielen neuen Spielmechaniken aufwahrten und ist deutlich übersichtlicher als andere MOBAs. Ihr könnt euch an Rigs zusammenbasteln, was euch gefällt und welche Taktik und Spielart ihr am liebsten mögt. Der Free-to-play Titel lohnt sich. Ob das auf lange Sicht so bleibt, muss man sehen. Wir hoffen auf viel zusätzlichen Content und wenig Mikro-Transaktionen.
Test: Boss Monster 2 Test: Dragon Quest 8
Comments