Test: Farpoint

PlayStation VR hat seinen ersten richtig „großen“ Titel. Mit Farpoint erscheint am 17. Mai 2017 ein Science-Fiction-Shooter, der eine echte Story, flüssiges Gameplay und eine beeindruckende Spielwelt verspricht. Speziell für dieses Spiel entwickelte Sony den sogenannten Aim-Controller – Ein Gamepad in der Form eines Gewehres. Doch wie gut ist Farpoint wirklich? Kann der Shooter den Vorschusslorbeeren gerecht werden und stellt somit die nächste Stufe von VR-Games da? In unserem Test erfahrt ihr es.

Farpoint – Story Trailer

Geschichte als Beilage…

Die Geschichte ist in Farpoint höchstens eine kurze Erwähnung wert. Als Wissenschaftler begleiten wir in einer entfernten Zukunft eine Expedition zum Jupiter. Auf dem Planeten bilden sich Anomalien, die sich in unregelmäßigen Abständen vergrößern. Die Besatzung landet jedoch nur per Bruchlandung auf der neuen Welt. Wir finden uns dann ganz allein in der Ödnis des Jupiters wieder und müssen uns zunächst einmal zurück zu unserem Team kämpfen. Auf unserer Reise begegnen uns dann verschiedene Gegner: Von kleinen Spinnenwesen bis hin zu Außerirdischen und riesigen Kampfrobotern ist alles mit dabei. Das Ziel ist es schließlich, einfach nur noch von dem Planeten zu entkommen und auf die ach so geliebte Erde zurückzukehren. Das gesamte Abenteuer hat eine Spielzeit von fünf bis sieben Stunden. Das ist für ein Spiel dieser Art sehr vorbildlich. Der Plot ist vielleicht nicht sonderlich ausgefallen, dient in Farpoint aber nur als Mittel zum Zweck. Das Sci-Fi-Abenteuer soll ganz bewusst aus anderen Gründen gekauft werden.

…Shooter-Mechanik als Hauptgang

Farpoints Schlüsselelement ist natürlich der neue Aim-Controller. Das Gamepad fungiert als unser Gewehr. Wir können nachladen, zielen und die bösen Jungs mit Munition eindecken. Der Controller funktioniert dabei hervorragend. Alle Waffen, vom bereits zu Beginn verfügbaren Sturmgewehr bis hin zur später auftauchenden Sniper oder der Schrotflinte, haben dabei ein gutes Trefferfeedback. Das Spielen mit dem Aim-Controller ist eines der größten Highlights an Farpoint. Zwar kann auch mit dem normalen Dual-Shock-4 gespielt werden, davon raten wir aber ab. So entgeht euch eine Menge Spielspaß. Das Zielen ist natürlich nicht mit dem Anvisieren einer echten Waffe gleichzustellen, stärkt das VR-Erlebnis aber erheblich.

Des Weiteren ist die Bewegungsmechanik positiv hervorzuheben: Im Gegensatz zu anderen Virtual-Reality-Shootern können wir uns in Farpoint frei bewegen. Per Stick navigieren wir unseren Charakter wie in einem Guss durch die schlauchigen Level. Das Gefühl der Freiheit ist so schon deutlich höher als noch bei älteren Konkurrenztiteln.

Motion Sickness – Unser treuer Begleiter

Neben der klassischen Charakterbewegung mit dem linken Analogstick, kann sich unser Charakter natürlich auch noch umsehen. Das geschieht bequem per VR-Brille. Möchten wir aber den Winkel der Richtung in die wir schauen ändern, so müssen wir dazu den anderen Analogstick verwenden. Das funktioniert an sich auch ganz gut, ist aber nicht für jeden gemacht. Personen, die schon mit langsameren Virtual Reality-Titeln Probleme hatten, werden hier mit ziemlichen Kopfschmerzen zu kämpfen haben. Um der Motion Sickness vorzubeugen, verfügt Farpoint über verschiedene Drehgeschwindigkeits-Stufen und Anpassungen. Aber selbst diese Option halfen einigen unserer Kollegen nicht. So wurde das Spielen eher zum Krampf als zum Spaß. Eine längere Spielsession von über einer halben Stunde war für niemanden von uns ohne körperliche Probleme möglich. Daher sprechen wir hier eine klare Warnung aus: Pausen gehören genauso zu Farpoint wie das Schießen mit dem Aim-Controller.

Grafische Durchschnittskost

In Sachen Optik findet sich Impulse Gears Shooter im Mittelmaß der VR-Szene wieder. Die Wüsten und Höhlen des Jupiters passen zwar zum Setting, hauen aber niemanden vom Hocker. Teils schwammig dargestellte Oberflächen und einige Clipping-Fehler gesellen sich dazu. Während die Charaktermodelle unserer Mitstreiter ganz gut aussehen, ist die eigene Spielfigur merkwürdig anmutend. Sehen wir an uns herunter, halten wir die Waffe oft mit zwei doppelt gebrochenen Händen und stehen auf zwei unterschiedlich langen Beinen. Das haben wir bei der Konkurrenz schon deutlich besser gesehen.

Koop-Modus mit hohem Spaßfaktor

Der kooperative Mehrspielermodus tut Farpoint richtig gut. Spielbar ist die Story in einer gekürzten Version und vier verschiedenen Missionen, in denen man gemeinsam Gegnerwellen erledigt. Falls ihr also in der glücklichen Situation seid, einen Freund zu haben, der auch PlayStation VR besitzt, stürzt euch unbedingt zusammen ins Abenteuer.

Ausreichende Spielzeit
Innovatives Gameplay
Hoher Spaßfaktor durch den Aim-Controller
Hohe Gefahr von Motion Sickness
Flache Story
Wenige Gegnertypen
Schmale Schlauchlevel

Felge

Farpoint stellt den nächsten Schritt in VR-Shootern dar. Die Fähigkeit, sich während des aktiven Schießens zu bewegen und der Aim-Controller machen den Sci-Fi-Shooter besonders. Nachfolgende Titel werden sich an dieser Steuerung orientieren müssen. Klare Schwächen in der Story und bei der Optik dürfen jedoch nicht vernachlässigt werden. Impulse Gear hätte mit mehr Feintuning ein deutlich ausgereifteres Spiel auf den Markt bringen können. Nichtsdestotrotz sollte Farpoint für jeden Besitzer von PlayStation VR ein klarer Pflichtkauf sein. Und für alle Virtual Reality-Freunde, die unter Motion Sickness leiden gilt: Finger weg von Farpoint!
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