Test: FIFA 18

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Es ist Zeit für das nächste Kapitel! FIFA 18 geht an den Start und bringt neben neuen Kulissen, Lizenzen und Legenden auch ein weiteren Teil der Alex Hunter-Saga mit sich. Wir haben uns die PC-Fassung näher für euch angeguckt und erzählen euch, was Ronaldo und Co. dieses Jahr zu bieten haben.

Echte Fans und echte Stimmung

Wir steigen wie jedes Jahr beim ersten Start in eine brisante Partie ein und stehen auf dem Feld, wenn sich Meister Chelsea mit dem F.A. Cup-Sieger Manchester United duelliert. Sofort sehen wir den Glanz, den FIFA 18 versprüht, denn sowohl Stadion, als auch Spieler und Fans sehen einfach richtig gut aus. Wir haben nun endlich eine Fankulisse aus richtigen Personen, die unabhängig voneinander jubeln. Auch die Geräuschkulisse bringt gleich Stimmung auf den Platz, sodass wir es kaum erwarten können, bis der Ball endlich rollt.

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Frank Buschmann und Wolff Fuss stimmen mit ihren Kommentaren dann noch akustisch so richtig auf ein aufregendes Spiel ein. Die Sprüche sind dabei alles andere als komplett neu, doch es werden immer wieder interessante Infos zu Statistiken, Stadien, Spielern und Vereinen eingeworfen. Der ein oder andere lockere Spruch von Buschi bleibt natürlich auch nicht aus, was die Atmosphäre wie immer sehr lebhaft gestaltet. Wem die beiden jedoch nicht zusagen, kann wieder getrost auf die englischen Vertreter vertrauen.

Schaut man auf dem Platz dann noch genau hin, sieht man wieder eine Top-Leistung von EA in punkto MoCap. Die Topstars sehen originalgetreu aus und stimmen in ihren Bewegungen oft mit ihren Originalen überein. Leider sehen im Gegensatz dazu viele andere Spieler nicht mal annähernd wie ihre biologischen Doppelgänger aus, was ziemlich schade ist, wenn man die technischen Möglichkeiten vorgeführt bekommt.

Taktik statt Tempo

Aussehen schön und gut, aber wie spielt es sich FIFA 18? Sofort fällt auf, dass EA im Vergleich zum Vorjahr noch einmal ordentlich Tempo aus dem Spiel genommen hat. Das sorgt für ein etwas träges Spielgefühl. Wo FIFA 17 letztes Jahr noch durch das langsamere Spieltempo die taktischen Elemente gestärkt hat, fühlen sich Spieler und Spielaufbau in FIFA 18 ziemlich schwerfällig an. Trotzdem sind natürlich schnelle Vorstöße vor allem mit guten Spielern wie Ronaldo und Bale durchaus möglich und schwer zu verteidigen.

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Verteidigen ist auch das richtige Stichwort, denn da liegt dieses Jahr unserer Meinung nach das größte Manko im Gameplay. Das Verteidigen gestaltet sich bei FIFA 18 ziemlich schwierig und sorgt vor allem zu Beginn für viel Frust. Die Viererkette wird nicht allzu selten von wendigen Stürmern umkurvt als bestünde sie aus Pylonen, weshalb nicht selten augenscheinlich vermeidbare Torsituationen entstehen. Selbst in Überzahl im eigenen Strafraum setzt sich häufig der Stürmer durch und schießt ganz ohne Probleme sein Tor.

Darüber hinaus machen die Torhüter zwar im Allgemeinen einen guten Job, doch gehen trotzdem oft genug absurde Fernschüsse von außerhalb des Strafraums rein, wobei es meist egal ist, wer die Rakete abfeuert. So kommt es schon mal vor, dass euer Innenverteidiger aus dem Nichts den Traumvolley unhaltbar im Winkel unterbringt. Das führt unweigerlich zu vielen Partien mit hohem Endergebnis auf beiden Seiten und zahlreichen Comebacks auch bei hoher Führung.

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Fliegender Wechsel auf dem Platz

Nach all der Kritik klingt es jedoch nun so als wäre FIFA 18 eine komplette Katastrophe – Dem ist jedoch keinesfalls so! Die Bewegungen der Spieler sind alle sehr weich und hat man sich erst einmal an das neue Spieltempo gewöhnt, sind auch schöne Läufe mit Skill-Kombinationen möglich.

Außerdem gibt es noch ein paar kleinere Neuerungen, die das Spiel angenehmer gestalten. Beispielsweise wurde die in FIFA 17 etwas kritisch beäugte Elfmeter-Steuerung überarbeitet und geht nun einfacher von den Daumen. Ihr müsst nun nicht mehr den Lauf durch Auswählen der Richtung starten, sondern wieder durch Festlegen der Schusskraft. Allerdings müsst ihr genauer zielen, um den Ball sicher im Tor unterzubringen, da die Kraft- und Lauf-Steuerung empfindlicher geworden ist.

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Ein weiteres nettes Feature in FIFA 18 ist der Quick-Sub. Legt vor dem Spiel drei Quick-Subs, also drei voreingestellte Auswechslungen fest, welche ihr im laufenden Spiel per R2 bzw. RT mit einem Knopfdruck tätigen könnt. So spart ihr euch das lästige Unterbrechen und manuelle Auswechseln im Menü. Das Spiel läuft ohne Unterbrechung weiter und schickt noch während der Unterbrechung euren neuen Spieler auf’s Feld.

Die Ikonen kommen!

Die Spielmodi in FIFA 18 bleiben weitestgehend gleich und beschränken sich auf inhaltliche und technische Verbesserungen. Die großen Neuerungen und neuen Spielmodi bleiben also aus, was aber überhaupt nicht schlimm ist, da FIFA seit Jahren über eine breite Palette an gut gestalteten Spielmodi verfügt.

Besonderes Augenmerk liegt wie bei jedem FIFA natürlich auf dem Ultimate Team-Modus, der dieses Jahr endlich auf allen Plattformen um Legenden-Karten erweitert wurde. Bislang waren diese Karten ein Privileg für Xbox One-Spieler, weswegen Die Promo darum riesig war. Passend dazu gibt es einen ganzen Schwung sogenannter FUT Icons, welche aus Spielern wie Henry, Maradona, Ronaldo, Puyol und Co. bestehen. Diese Karten sind natürlich extrem selten und kosten euch auf dem Transfermarkt einen saftigen Betrag.

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Aber auch im Karrieremodus gibt es eine signifikante Änderung, die das Transferfenster revolutioniert. Während ihr bislang eure Spieler immer umständlich per Mail-Verkehr verpflichtet habt, lässt euch FIFA 18 nun persönlich mit Manager und Spieler sprechen, um Transfers zu finalisieren. Die Verhandlungen finden nun in einer schick animierten Videosequenz statt, welche euch erst mit dem Verein verhandeln lässt und im zweiten Schritt den Spieler selbst zu euch an den Tisch bringt.

Alle vertraglichen Details wie Gehalt, Boni und Co. werden nun direkt verhandelt, ohne dass euch wertvolle Tage des Transferfensters verloren gehen. Endet ein Gespräch dann doch einmal ohne Ergebnis, könnt ihr nach einer Spiel-Woche ein weiteres Gespräch suchen.

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Diese neue Art der Verhandlung bringt frischen Wind in den Karrieremodus und gestaltet das Verpflichten neuer Spieler viel einfacher und interessanter. Leider sind die Sequenzen nicht vertont, was bei den ersten Gesprächen noch merkwürdig wirkt. Da man aber sowieso nach ein paar Verhandlungen die Geduld verliert und jede Sequenz überspringt, da sie sich doch ziemlich schnell wiederholen, ist auch dieser Punkt nicht wirklich ein Problem.

Quo Vadis Alex Hunter?

Alex Hunter ist natürlich nach seiner erfolgreichen Debüt-Saison auch in FIFA 18 vertreten und startet in „The Journey: Hunter Returns“ in sein zweites Abenteuer als Fußball-Profi. Dieses Mal geht es für den aufstrebenden Superstar in die weite Welt und wir schnuppern die Luft anderer Top-Ligen auf der ganzen Welt.

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Am Spielprinzip hat sich nicht viel geändert, denn ihr könnt immer noch vor jedem Spiel wählen, ob ihr nur Alex Hunter oder die ganze Mannschaft steuern wollt. In Sequenzen könnt ihr weiterhin die Persönlichkeit eures Alter Egos steuern und auf dem Platz persönliche Ziele für jedes Kapitel erfüllen.

Was den zweiten Teil jedoch auszeichnet ist die Abwechslung, die man dieses Mal mit Story-bezogenen Mini-Spielen einbaut, sodass ihr zwischen dem normalen Fußball-Betrieb auch mal auf dem Bolzplatz steht und mit Hunters Freunden ein paar Bälle tretet. Diese Spiele sind zwar stark an Trainingseinheiten angelegt, sorgen aber durch die wechselnden Kulissen für einen netten Ausgleich zu den routinemäßigen Liga-Spielen.

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Über die Story wollen wir euch vorweg nicht zu viel verraten, deswegen sei nur so viel gesagt: Die Karriere ist für Alex Hunter wie eine Achterbahnfahrt, auf der er viele wichtige Entscheidungen treffen muss und auch von Rückschlägen nicht verschont bleibt. Die Story ist selbstverständlich nicht oscarreif, doch lässt man sich darauf ein sind die knapp 14 Stunden Spielzeit wirklich gut investiert.

Tolle Atmosphäre in schön gestalteten Stadien
3. Liga und DFB-Pokal-Lizenzen
Quick-Subs sorgen für flüssigeres Spielerlebnis
Elfmeter-Steuerung angenehmer
Innovative Transferverhandlungen im Karrieremodus
FUT Icons für alle Plattformen
Hunter-Story abwechslungsreich und liebevoll gestaltet
Träges Spieltempo
Abwehr nur schwer kontrollierbar
Teils unrealistische Weitschüsse
Viele Spieler ohne Original-Models

David O.

FIFA ist FIFA und bleibt FIFA. Nach dem Umbruch in FIFA 17, bleiben die großen Veränderungen in FIFA 18 aus. Das langsame Spieltempo macht dem Gameplay ziemlich zu schaffen und auch das Abwehrverhalten ist gewöhnungsbedürftig. Dafür sieht es echt schick aus und reißt viel mit der Atmosphäre wieder heraus. Die kleineren Änderungen wie im Karrieremodus sind jedoch eine echte Hilfe und auch der Story-Modus um Alex Hunter weiß wieder zu überzeugen. Am Ende kann FIFA 18 seinen Vorgänger aus dem Vorjahr jedoch nicht übertrumpfen und muss sich hinter ihm einreihen.
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