Test: Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia

Wir haben für euch Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia getestet

Wir haben für euch Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia getestet

Mit Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia bringt Nintendo das rundenbasierte Strategierollenspiel zurück auf den Nintendo 3DS. Nachdem die Reihe einen Abstecher auf eure mobilen Endgeräte gemacht hat à la Allstar-Battle mit Fire Emblem Heroes, bekommt ihr nun wieder eine neue Geschichte serviert. Obwohl: so ganz neu ist die Geschichte um Alm und Celica gar nicht, oder?

Shadow of Valentia ist tatsächlich eine Art Remake des 1992 erschienen Fire Emblem: Gaiden, was wohl den Beinamen Echoes erklärt. Valentia ist der Kontinent, auf dem ihr euch befindet, der Schatten eine Umschreibung für den Krieg, der gerade in diesem Lande herrscht. Vielleicht haben einige von euch Fire Emblem Gaiden auf einem Emulator gespielt oder per Virtual Console. Aber offiziell wurde das Spiel in Europa für die Famicom (NES) nicht veröffentlicht. Deswegen beginne ich von vorne mit der Geschichte.

Zwei Götter, zwei Reiche

In Valentia gibt es zwei Göttergeschwister, Duma und Mila. Der Glaube an die beiden spaltet den Kontinent in zwei, denn Duma vermittelt eher, dass die Menschheit nach Macht streben sollte und Mila, dass die Menschen sich nach Frieden und Vergnügen richten sollten. Mittels eines Paktes wurde das Land geteilt und in die Reiche Rigel und Zofia geteilt. Dies führte aber dazu, dass sich die Bürger in den beiden Herrschaften unterschiedlich entwickelten. Dumas Anhänger in Rigel wurden stark und machtbesessen, vergessen dabei allerdings jegliche Freundlichkeit. Milas Gefolgschaft hingegen lässt den Adel hochnäsig und korrupt werden.

Eure Geschichte beginnt in Zofia mit den beiden Kindern Alm und Celica, die gerade auf einer Wiese zusammen spielen. Nach einem Zusammenstoß mit einigen Räubern außerhalb eures kleinen Dorfes Ram bleibt dem Großvater der Beiden, Mycen, nichts anderes übrig als Celica wegzuschicken. Sie trägt nämlich ein Geheimnis in sich und dieses wurde leider enthüllt, sodass sie in ihrer Heimat fortan nicht mehr sicher wäre. Beide Kinder sind todtraurig über den Abschied.

Euer Abenteuer geht dann einige Jahre später richtig los. In der Rolle von Alm trainiert ihr gerade mit eurem Großvater den Schwertkampf. Ihr fühlt euch bereit, das Dorf endlich zu verlassen, aber Mycen gestattet es euch nicht. Schließlich taucht ein Bursche namens Lukas auf, der Sir Mycen um Hilfe bitten möchte. Lukas berichtet euch, dass General Desaix einen Putsch unternommen hat und das Schloss Zofia einnahm, indem er den König tötete. Daraufhin wurde der Bund der Freien gegründet und will nun Desaix stürzen. Mycen soll diesen anführen. Da euer Großvater aber absagt, beschließt ihr kurzerhand, dem Bund beizutreten. Zur Unterstützung kommen eure Freunde Kliff, Tobin, Gray und Faye ebenfalls mit.

Wählt eure Herausforderung

Schon bevor ihr das Spiel überhaupt startet, könnt ihr verschiedene Schwierigkeitsgrade einstellen. Hier gibt es Normal und Schwer und für beide Kategorien noch zusätzlich die Wahl zwischen Anfänger und Klassisch. Im klassischen Spiel ist es wie in jedem Fire Emblem Spiel so, dass ihr mit Permadeath spielt. Charaktere, die im Kampf fallen, sind auch für immer aus eurer Armee getilgt. Der Anfänger-Modus ist für alle, die sehr an ihren Helden hängen und natürlich besonders für Einsteiger in die Geschichte geeignet. Warum ich das an dieser Stelle erwähne? Ihr könnt auch die Aufnahme von neuen Mitgliedern verneinen und so eure Armee sehr klein halten, was zusätzlich die Schwierigkeit erhöht.

Auf eurer Reise lernt ihr mehr über den Bund der Freien und seine Leute, so wie über den Ritter Clive, der den Bund gegründet hat. Dessen Schwester Claire wurde von Desaix gefangen genommen und ihr macht es euch zur Aufgabe, sie zu befreien. Auf dem Weg dahin rettet ihr noch Silque, eine Priesterin von Mila, die sich euch dann als Heilerin anschließt. Allgemein bekommt ihr immer wieder die Möglichkeit, eure Armee zu verstärken. Gleichzeitig werden eure Charaktere mit jedem Kampf kräftiger und können beim Erreichen bestimmter Level auch ihre Klasse wechseln.

Dafür müsst ihr nur eine Statue der Mila aufsuchen. Besonders gut für euch ist, dass eure Freunde aus dem Dorf die Möglichkeit haben, zu jeder beliebigen Klasse zu wechseln. So könnt ihr nach Belieben eine vielfältige Armee aufstellen oder vielleicht auch die Gegner nur mit Reitern zu Tode trampeln. Das ist euch überlassen und so ergibt sich auch bei jedem Durchspielen ein unterschiedliches Spielgefühl.

Wechsel zwischen den Hauptcharakteren

Nachdem ihr das Schloss von Zofia wieder befreit habt, beginnt das zweite Kapitel und ihr wechselt zu Celica in der jetzigen Zeit. Auch sie ist erwachsener geworden und zu einer Priesterin der Mila herangewachsen. Da das Land aber an Dürre leidet, will sie aus Sorge um Mila zu dieser persönlich reisen. Auch hier ist es ähnlich, dass sich eure Freunde euch anschließen. Mit den Magiern Boey und Mae, sowie der Heilerin Genny macht ihr euch auf den Weg. Unterwegs findet ihr wieder Mitstreiter oder befreit Gefangene, die euch aus Dankbarkeit unterstützen werden.

Das Gameplay überzeugt durchgehend durch die taktische Vielfalt, die euch gegeben ist. Wie erwähnt, könnt ihr eure Armee beliebig aufstellen, wodurch jeder Spielstand ein anderes Erlebnis wird. In den Kämpfen selbst bedarf es sicherlich einiger Übung, die richtigen Strategien zu wählen. Ihr müsst die Umgebung beachten, die euch wichtige Vorteile bringen kann und vor allem Gebrauch der verschiedenen Reichweiten eurer Einheiten machen und ebenso der verschiedenen Bewegungsapparate. Das Spiel kalkuliert dabei den Schaden der einzelnen Einheiten genau, es gibt also keine RNG-Frustration (Random Number Generator – euer Schaden wird aus einem bestimmten Bereich zufällig erwählt), wie es bei anderen japanischen Rollenspielen oftmals der Fall ist. Einzig könnt ihr Attacken verfehlen, das könnte ernüchternd sein.

Am Beginn eines Kampfes habt ihr immer die Möglichkeit, eure Armee noch anzupassen. Wollt ihr vielleicht ein Item austauschen, was einer eurer Helden trägt, könnt ihr dies beispielsweise tun. Genauso könnt ihr einige Mitstreiter vom Kampf ausschließen, falls ihr nur bestimmte Charaktere trainieren wollt. Ihr könnt aber auch ebenso die Positionen der einzelnen Figuren tauschen, somit eure Taktik noch einmal genau anpassen.

Viele Möglichkeiten während des Kampfes

Im Kampf habt ihr mehrere Möglichkeiten. Zum einen könnt ihr eure Figuren bewegen oder stehen lassen. Bei beiden Aktionen hat der Charakter dann noch weitere Folgeaktionen zu bieten. Entweder greift ihr auf euren Vorrat zurück, den aber Alm oder Celica trägt. Heißt, entweder benutzt ihr gerade einen der beiden oder der andere Charakter steht direkt neben denen. Gleiches gilt für den Proviant, falls die Figur etwas essen oder trinken soll, um Lebenspunkte zu regenerieren. Mit Warten beendet ihr einfach nur die Runde für den Mitstreiter. Solltet ihr in Reichweite eines Gegners sein, könnt ihr einen einfachen Angriff ausführen oder eine Fähigkeit benutzen. Diese erlernen eure Freunde durchs Leveln mit bestimmten Waffen oder als bestimmte Klasse.

Klickt ihr auf ein leeres Feld oder einen Charakter, der bereits seinen Zug gemacht hat und somit verdunkelt ist, ruft ihr das Menü auf. Über das Menü habt ihr wieder mehrere Möglichkeiten. Ihr könnt euch einen Überblick über eure Einheiten anschauen, könnt die Taktik vorgeben, zum Rückzug blasen oder einfach die Runde beenden, damit der Gegner dran ist. Zusätzlich könnt ihr mit dem Zeitenrad, welches ihr im Spiel erhaltet, einen Zug rückgängig machen. Dies kann vor allem dann praktisch sein, wenn ihr doch feststellt, einen Fehler gemacht zu haben. Dies geht aber nur einmal pro Kampf.

Habt ihr alle Einheiten befehligt, beendet ihr eure Runde und wartet ab, was der Gegner nun durchführt. So wechselt ihr euch immer mit der KI ab und führt die Schlachten eben rundenbasiert. Am Ende eines Kampfes gibt es dann natürlich noch Erfahrungspunkte für alle Mitstreiter. Optional gibt es auch noch die Variante, dass bestimmte Figuren miteinander reden können während des Kampfes. So baut ihr zwischen ihnen eine Verbindung auf, die euch auf dem Schlachtfeld vom Vorteil sein kann.

Das einzige, was vielleicht etwas stören könnte, sind die sich teils wiederholenden Kämpfe in Dungeons oder gegen Zombies vom Friedhof. Zwar könnt ihr diese gut zum Leveln eurer Charaktere benutzen, aber es ist auf Dauer etwas eintönig. Dafür gibt es aber glücklicherweise die Möglichkeit, euren Einheiten eine Taktik vorzugeben und sie automatisch agieren zu lassen. Dadurch vermindert sich der Spielspaß in keinster Weise, da ihr zu jeder Zeit die Kontrolle wieder übernehmen könnt, euch aber auch so nicht langweilen werdet.

Love is in the Air

Die Geschichte hinter dem Spiel ist jetzt vielleicht nicht die herausragendste der Menschheit und kommt einer klassischen Romanze gleich, da viele Figuren miteinander flirten oder es zumindest versuchen. Aber sie überzeugt durchaus im klassischen Sinne einer Rollenspielgeschichte. Jedoch weiß ich nicht genau, ob Nintendo es mit Absicht recht durchschaubar gemacht hat, aber am Ende ist es ja fast selbstverständlich, dass die Hauptcharaktere ganz besondere Menschen sind. Von daher muss ich Nintendo hier keinen großen Vorwurf machen.

Die Grafik ist für einen Handheld wirklich sehr gut. Hier wandelt ihr zwar immer zwischen einer Top-Down-Ansicht während der Reise und des Kampfes mit hochklassigen 3D-Ansichten, während ihr in Gebäuden oder Höhlen unterwegs seid. Dabei habt ihr sogar die Möglichkeit, in Third-Person-Ansicht herumzulaufen. Dies ist neu im Fire Emblem Universum und vielleicht richtungsweisend für die kommenden Abenteuer, die uns noch erwarten werden. Zwischendrin gibt es wunderschön animierte Videosequenzen, dass wir es uns nur so wünschen, dass ein Anime daraus entstehen würde.

Das Spiel wird sehr schön durch Musik und Sprachausgabe unterstützt, wobei letztere lediglich auf Englisch verfügbar ist. Dafür gibt es aber natürlich Untertitel. Und nicht jeder spielt auf dem 3DS mit Ton, von daher finde ich dies nicht weiter schlimm. Die Soundeffekte sind passend und wirken nicht überladen. Aber wenn Nintendo eins kann, dann ist es ja vor allem die Musik und den Ton für ein Spiel.

Auch wenn Fire Emblem: Gaiden damals als zweites Spiel eine Nebengeschichte (Gaiden heißt übersetzt Nebengeschichte) zum ersten Spiel Shadow Dragon and the Blade of Light darstellte, ist es heutzutage ein perfekter Einstieg in die Welt von Fire Emblem. Durch den Anfänger-Modus sind auch Neueinsteiger nicht direkt überfordert mit dem Gameplay, die Steuerung ist wirklich simpel und die Geschichte nicht aus dem Zusammenhang gerissen.

Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia ist ein hervorragendes Spiel für den Nintendo 3DS, sowohl für Fans der Serie als auch für solche, die es werden wollen.

Sehr gute Grafik
Super Soundtrack
Gute Synchronisation
Abwechslungsreiche Gebiete
Individuelle Charaktere
Variierbare Schwierigkeit
Interessante Geschichte
Einfache Steuerung
Taktische Herausforderungen
Geschichte etwas zu romantisch
Keine deutsche Synchro
Wiederholende Kämpfe

Philipp

Auch wenn Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia eigentlich nur ein Remake und eine Nebenstory ist, so ist es doch ein hervorragendes und eigenständiges Spiel. Es überzeugt in allen wichtigen Aspekten wie Gameplay, Sound, Story und hat so auch einen hohen Wiedererkennungswert. Alle Fans dürfen sich freuen auf dieses Spiel und für alle, die schon immer mal überlegt hatten, Fire Emblem zu spielen, denen kann ich Shadow of Valentia nur empfehlen. Nach über 20h Spielstunden bin ich immer noch mehr als gefesselt und will meine lieb gewonnenen Charaktere weitere trainieren und das Gleichgewicht zwischen Rigel und Zofia wiederherstellen, ohne dabei einfach nur endlich zum Ende gelangen zu wollen. Nintendo hat alles richtig gemacht, uns diesen Klassiker in wunderschöner Frische bereitzustellen und schlägt mit den Third-Person-Episoden genau in die richtige Kerbe, um zukünftigen Teilen noch mehr Qualität zu geben.
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