Test: HyperX Alloy FPS Mechanical Gaming Keyboard *Update*

Test: HyperX Alloy FPS Mechanical Gaming Keyboard

HyperX Alloy FPS: In allen Belangen kompakt

Hört ihr es? Das ist das urtypische Klackern einer brandneuen mechanischen Gaming-Tastatur auf dem Markt. Die HyperX Alloy FPS ist die erste dieser Art von HyperX, die unter der Schirmherrschaft des für Speichermedien bekannten Herstellers Kingston entstanden ist. Seit einigen Wochen könnt ihr das klackernde Wunderwerk im Handel erwerben. Um euch die Kaufentscheidung zu erleichtern, haben wir kräftig in die Tasten gehauen und das Baby auf Herz und Switches geprüft. Ob das Keyboard standgehalten hat, seht ihr in unserem Test.

Im Trend: Schlicht und Kompakt

Wie der Name verrät, sollen vor allem Freunde der First-Person-Shooter mit der neuen HyperX Alloy so richtig auf ihre Kosten kommen. Öffnet man die schicke, in Rot und Schwarz gehaltene Verpackung, in die das Tastenbrett sanft eingebettet wurde, fällt zunächst das kompakte Design der Tastatur ins Auge. Mit einer Länge von rund 44cm und einer Breite von knapp 13cm gehört der Erstling von HyperX definitiv zu den kleineren Geräten der Peripherie. Es entsteht sofort der Eindruck von Minimalismus und praxisorientiertem Design. Mit dem Ende der Tasten, für die eine Tastatur nun einmal geschaffen ist, endet auch die Tastatur selbst. Keine zusätzlichen Ablageflächen für den Handballen oder überflüssiger Platz zwischen den Tasten.Bereits der erste Eindruck macht deutlich: Diese Tastatur ist wie geschaffen für Gamer, die genau wissen, wo ihre Finger liegen und welchen Spielraum sie zwischen ihren Eingaben erwarten können.

Als wir den kompakten Zwerg eines Keyboards aus seinem Schaumstoff-Gefängnis befreiten, spürten wir, warum die Alloy mit einem Preis von 130 Euro zu Buche schlägt. Denn das Gerät ist ein absoluter Brocken. Mit rund einem Kilo Gewicht, einer Höhe von 3,5cm und den Switches, die unter den Tasten, frech abgesetzt, sichtbar sind, bleibt zwar der kompakte Gesamteindruck, doch wird er nun zusätzlich um das Gefühl einer wertigen Verarbeitung ergänzt.

Lieferumfang: Auf Inhalte kommt es an!

Der gut gepolsterte Karton enthält, neben dem Keyboard selbst, einige nützliche, einige weniger nützliche Dinge. Nützlich ist zunächst das USB-Kabel, mit dem ihr die Alloy in euren Rechner stöpseln könnt. Das Kabel ist gut verarbeitet und mit einem professionellen Schutz umgeben, damit es auch die wildesten Spielsessions oder einen noch so gefräßigen Hamster überlebt. Dank der hochwertigen Kabelanschlüsse hält die Verbindung zwischen Rechner und Keyboard bombenfest: Kein nerviges Herausrutschen der Verbindung während wichtiger Matches.

Wichtig für alle, die mobil bleiben und dabei Platz sparen wollen: Das Kabel mit einer Länge von 1,8m ist abnehmbar. Ihr könnt es also bequem in eurem Rucksack verstauen und die Alloy separat transportieren. Zusätzlich bietet es die Option, von euch zum Aufladen des Smart-Phones genutzt zu werden. Eine Koppelung mit anderen Geräten der Peripherie ist mithilfe des Kabels leider nicht möglich. Diese Ladeoption ist zwar praktisch, aber besitzt für den Gebrauch der Tastatur selbst keinerlei Mehrwert.

Nützlich sind für jeden kompetitiven FPS-Spieler vor allem die acht beiliegenden Caps, mit denen die häufig verwendeten Bewegungstasten WASD, sowie 1,2,3,4 durch eine etwas griffigere Variante ausgetauscht werden können. Das passende Werkzeug für die Montage bzw. Demontage liegt dem Paket selbstverständlich ebenfalls bei. Durch die raue Oberfläche der roten Ersatztasten können Vielspieler deutlich präzisere Bewegungen ausführen und rutschen selten von der Standardposition ab. Eine sehr gute Ergänzung wie wir finden, denn in den gängigen Shootern entscheidet oft schon eine Bewegungseingabe über Sieg oder Niederlage.

Wer zwischen den Spielsessions immer wieder den Standort wechselt, dem wird darüber hinaus die mitgelieferte Schutzhülle für die HyperX Alloy FPS gefallen. Der stolze Preis wird auch hier durch gute Verarbeitung zumindest ansatzweise gerechtfertigt. Die Hülle besteht aus dickem, grobmaschigem Polyester, das euer Eingabegerät ausreichend schützt. Ihr könnt die Tastatur jederzeit einpacken, bei Freunden weiterzocken oder spontan an Turnieren teilnehmen. Wer dazu den passenden, handlichen Rechner wie etwa den MSI Trident besitzt, kann sein Setup im Handumdrehen von einem Ort zum nächsten verlagern.

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HyperX Alloy FPS: Was ihr für euer Geld bekommt

Hier die von HyperX herausgegebenen Spezifikationen des Tastatur-Schwergewichts:

  • Switch: Cherry MX
  • Type: Mechanical
  • Backlight: Single color, Red
  • Light effects: 6 LED, 5 brightness levels
  • Connection  type: USB 2.0 (2 USB connectors)
  • USB Passthrough: Yes (mobile phone charging only)
  • Polling rate: 1000 Hz
  • Anti-ghosting: 100% anti-ghosting
  • Key-rollover: 6-key/N-key modes
  • Media control: Yes
  • Game mode: Yes
  • Width: 441,65 mm
  • Depth: 129,38 mm
  • Height: 35,59 mm
  • Weight: 1049g

Verarbeitung, Look und Feel

Die HyperX Alloy FPS verwendet die MX-Blue-Switches des renommierten deutschen Herstellers Cherry. Diese sagen euch bei jedem Anschlag genau, was Sache ist. Sie geben, wie alle mechanischen Tastaturen, bei jedem Tastendruck ein deutlich hörbares Klicken aus. Dazu kommt überdies ein haptisches Feedback, wenn ihr eine Taste bis zu einem bestimmten Punkt durchdrückt. Für Spieler, die bewusst auf ihre Eingaben achten, ist dieses Feedback beim Zocken Gold wert, denn so lassen sich die eigenen Anschläge gut nachvollziehen und gegebenenfalls optimieren.

*Update*

Neben den MX-Blue-Switches von Cherry hatten wir nun auch die Möglichkeit, die neue Ausführung der HyperX Alloy FPS mit der braunen Variante der Switches zu testen. Die MX-Brown-Switches  unterscheiden sich in zwei Punkten von den blauen Tasten, die wir bisher auf der Alloy finden konnten: Zunächst ist die Betätigungskraft, die wir aufbringen müssen, um eine Eingabe auszulösen mit 45cN statt bisher 50cN etwas geringer. Darüber hinaus fällt auch die benötigte Antastkraft eine Idee niedriger aus. Anstelle von 60cN wie bei den MX-BLue-Switches liegt diese bei der braunen Variante lediglich bei 55cN. Dieser scheinbar marginale Unterschied führt in der praktischen Anwendung vor allem dazu, dass sich die Alloy FPS mit braunen Switches deutlich besser zum Schreiben eignet als ihr blaues Pendant. Wo wir die MX Blue richtig durchdrücken müssen, können die Finger bei den MX Brown beinahe über die Tastatur fliegen, was in erhöhter Tippgeschwindigkeit und geringerem Lautstärkepegel resultiert.

Im Fachjargon wird häufig von linearen Tasten und haptischen Tasten gesprochen. Bei der roten Variante der MX-Switches handelt es sich um einen prototypischen Vertreter linearer Switches, die kein ausgeprägtes Tastenfeedback benötigen, da sie im Regelfall komplett angeschlagen werden. Haptische Tasten hingegen geben ein permanent spürbares Tastenfeedback, was die eigenen Klicks wesentlich deutlicher macht und zu präziseren Eingaben führen kann. Die MX-Brown-Switches siedeln sich zwischen den blauen und roten Tasten an und bieten einen guten Kompromiss zwischen Gaming und Schreibarbeit. Die Lautstärke fällt im Vergleich zur blauen Variante etwas weniger störend aus. Dennoch bleiben merkliche Klickgeräusche, die sich bei einer mechanischen Tastatur nicht vermeiden lassen.

Für diejenigen, die jetzt mit dem Gedanken spielen, sich eine der Varianten, ob mit roten, blauen oder braunen Switches, zuzulegen sei angemerkt: Preislich ergibt sich zwischen den Ausführungen für euch keinerlei Unterschied. Ihr könnt euch also ohne großartig darüber nachzudenken für die Version entscheiden, die euren persönlichen Preferenzen entspricht.

Laut, aber effektiv

Im Vergleich zu vielen anderen mechanischen Keyboards benötigt die HyperX Alloy FPS allerdings einen hohen Tastendruck von etwa 50 Gramm. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit solltet ihr euch aber daran gewöhnt haben. Aufgeteilt ist das Eingabegerät von HyperX wie jede andere klassische Tastatur. Auf eine Makro-Funktion wurde angesichts der Zielgruppe verzichtet. Denn das Gerät richtet sich in erster Linie an Counterstrike-, Battlefield- und Call of Duty-Spieler, die im Genre der First-Person-Shooter selten auf Makros angewiesen sind.

Für die Redaktionsarbeit und das Verfassen dieses Tests ist die Alloy dann doch eine Spur zu laut, wenn man nicht dauerhaft entnervtes Stöhnen der Kollegen ernten will. Natürlich ist die Tastatur nicht für den Büroalltag gedacht, sondern richtet sich an Gamer, die sich von wiederholten Klicklauten nicht ablenken lassen. Viele schwören sogar auf mechanische Tastaturen, weil sie für einen permanent beruhigenden Hintergrundpegel sorgen. Abgeschlossene Kopfhörer beim Zocken helfen aber genauso gut, sich an die Geräusche mechanischer Tasten zu gewöhnen.

Die Verarbeitung der Tasten und Switches scheint tadellos, auf überflüssigen Schnickschnack wurde auch hier verzichtet. Die Tastatur ist auf einen Rahmen aus Vollstahl gesetzt, der den Hauptfaktor für das hohe Gewicht darstellt, aber ungeheure Stabilität garantiert. Alle Komponenten sitzen fest in ihren Verankerungen und verhalten sich insofern genau wie das Keyboard selbst. Das Gewicht der HyperX Alloy sorgt nämlich dafür, dass die Tastatur jederzeit an ihrem angestammten Platz verhaart. Auch proaktives Zocken mit viel Körpereinsatz ändert an diesem Zustand nichts. Wer den Winkel des Keyboards etwas verändern will, kann dies mithilfe der an der Rückseite angebrachten Stützen tun. Durch das kompakte Design der Alloy sollte es allerdings nicht unbedingt nötig sein, denn auf der Spieloberfläche bleibt genug Platz, um die Hände und Arme komfortabel zu positionieren. Auch hier kommt der Tastatur ihr kompaktes Design zu Gute.

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HyperX Alloy FPS: Auch ohne Schnickschnack ein Gewinn

„Das ist rotes Licht. Und was macht es? Es leuchtet rot.“

Ein wenig enttäuscht waren wir von der Beleuchtung der HyperX Alloy FPS. Die Switches werden einzeln beleuchtet, die Tasten bekamen eine subtile Hintergrundbeleuchtung verpasst – Soweit so Standard. Fraglich am Lichtdesign der Alloy ist zum einen, dass die Hintergrundbeleuchtung nur mit einer Farbe, Rot, ausgestattet ist. Sicher passen die spärlichen Individualisierungs-Optionen in das Image der HyperX Alloy FPS, die minimalistisch und frei von Überflüssigem daherkommen will, doch ein paar weitere Facetten der Farbgestaltung hätten wir uns dann doch gewünscht.

Zum anderen fehlt der Tastatur jegliche Möglichkeit, die Hintergrundbeleuchtung manuell ein- und auszuschalten. Gerade eingefleischte Gamer wissen selbst im Dunkeln, wo genau ihre Tasten liegen und deaktivieren die Beleuchtung deshalb nicht selten, um Energie zu sparen und die Immersion des Spiels voranzutreiben. Bei einer Tastatur, die nur die Hälfte von dem kostet, womit die Alloy FPS zu Buche schlägt, sind solche Feinheiten sicherlich verschmerzbar, doch für 130 Euro sollte man, abseits des Minimalismus und der Schlichtheit, zumindest ein paar Komfort-Optionen erwarten können.

Gute Verarbeitung
Deutliches Tastenfeedback
Kein überflüssiger Schnickschnack
Nützliche Zusatzinhalte (Schutzhülle, abnehmbares Kabel, Caps)
Hoher Preis
Fragliches Beleuchtungs-Design
Fehlende Makro-Option

Christian Böttcher

Das HyperX Alloy FPS Mechanical Gaming Keyboard ist etwas für waschechte Gamer, die ihr Setup bis auf das letzte Quäntchen optimieren wollen. Es richtet sich primär an FPS-Spieler und unterstreicht dies immer wieder durch pragmatisches und minimalistisches Design. Positiv fallen daneben vor allem die zusätzlichen Packungsinhalte auf. Schutzhülle, abnehmbares Kabel und die Tasten-Caps erfreuen jeden kompetitiven Spieler, der zusätzlichen Grip beim Zocken braucht oder sein Setup schnell von Ort zu Ort transportieren muss. Doch auch die erstklassige Verarbeitung aller Komponenten, die Haltbarkeit garantiert, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Preis der HyperX Alloy FPS jeden rationalen Rahmen sprengt. Wer die Kohle hat und auf hundertprozentige Zuverlässigkeit angewiesen ist, greift zu. Alle anderen sollten vor dem Kauf zumindest die Möglichkeit wahrnehmen, das Gerät zu testen. Wenn HyperX noch ein wenig am Preis schraubt, können wir euch das Produkt ansonsten ohne Vorbehalte empfehlen.
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