Test: Klask

Spiel oder Spielzeug? Diese Frage mag vielleicht aufkommen, wenn man sich zum ersten Mal mit Klask beschäftigt. Eine irrelevante Frage, im Grunde genommen. Klask macht Spaß und spricht Spieler aller Altersstufen an. Vielleicht hat sich auch deshalb die Spiel-des-Jahres-Jury dazu entschieden, Klask auf ihre Empfehlungsliste 2017 zu setzen.

Kennt ihr das? Ihr kauft etwas im Laden und verlasst das Geschäft mit dem Gefühl, etwas Großes und Wertiges erstanden zu haben. So ein Gefühl löst Klask aus, wenn ihr es aus dem Regal des Händlers zieht. Das Spiel wird in einem Koffer aus stabiler Pappe mitsamt Tragegriff ausgeliefert. Darin befindet sich das Spielfeld, ein kleines Stadion aus Holz. Entsprechend bringt Klask auch ein ordentliches Gewicht mit sich, was dem Gefühl der Wertigkeit nur zugute kommt.

Airhockey 2.0?

Doch was ist dieses Klask nun überhaupt? Nicht nur optisch erinnert es ein wenig an ein Airhockey-Spiel. Klask kommt allerdings ohne Gebläse oder sonstigen technischen Schnickschnack aus. Jeder Spieler steuert eine Spielfigur, die durch einen Magneten an der Unterseite des Spielfelds bewegt werden kann.

Gespielt wird immer als Duell. Statt eines Pucks kommt bei Klask eine Kugel zum Einsatz. Diese gilt es ins gegnerische Tor zu bugsieren. Die Tore werden im Spiel durch zwei kreisrunde Löcher dargestellt. Ganz ähnlich wie beim Eishockey, könnt ihr mit der eigenen Figur hinter eurem Tor herumfahren und es so ganz umrunden.

Technik schlägt Gewalt

Die runden Aussparungen auf dem Spielfeld bieten jedoch ihre Tücken. Im Eifer des Gefechts hat sich schnell mal die eigene Spielfigur ins Tor verirrt. In diesem Fall heißt es: Punkt für den Gegner. Die gleiche Strafe blüht euch, wenn ihr die Kontrolle über eure Spielfigur verlieren solltet. Geht ihr zu ungestüm vor, segelt die Figur auch gerne mal quer über das Feld.

Doch damit nicht genug. Klask hält noch eine weitere Schikane für euch bereit. In der Mitte des Feldes werden drei kleine magnetische Spielsteine in Zylinderform platziert. Kommt ihr diesen mit der Spielfigur zu nah, greift die magnetische Anziehungskraft und – klack – schon klebt das Steinchen an der Figur. Habt ihr zwei oder mehr Zylinder mit der Figur eingesammelt, gibt es ebenfalls einen Punkt für den Gegner.

Mit Geschick und Taktik zum Sieg

Die kleinen Zylinder lassen sich auch taktisch prima einsetzen. Mit einem gezielten Schuss könnt ihr die Hindernisse in die Hälfte des Gegners befördern. Dort ist die Gefahr groß, dass sie irgendwann an der Figur haften bleiben, vor allem wenn ihr ihn mit den passenden Angriffen unter Druck setzt.

So lässt sich ein Spiel auch gewinnen, ohne besonders viele Tore zu erzielen. Ungeübte Spieler landen mit ihrer Spielfigur schnell mal im eigenen Tor, lassen sie unkontrolliert durch die Gegend segeln oder sammeln zu viele Spielsteine ein.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler sechs Punkte erzielt hat. Die Punkte könnt ihr dabei komfortabel mit zwei Punktechips auf dem Stand halten. An der Spielfeldseite befindet sich eine lange Einkerbung, in der ihr die Chips hin und her bewegen könnt. Auf dem Holz darunter gibt es dann die Punkteanzeige. Das sieht nicht nur schick aus, sondern verleiht dem Spielfeld auch eine schöne Stadion-Atmosphäre.

Prädikat: Turniertauglich

Eine Partie dauert etwa zehn Minuten, je nachdem wie gut es um die Defensiven der beiden Spieler bestellt ist. Spielen könnt ihr wirklich nur zu zweit. Dank der kurzen Spieldauer eignet sich Klask aber dafür gut als Turnierspiel, zumal das Zugucken auch ziemlich spannend sein kann. Mit rund 50€ fällt Klask nicht in die Kategorie der ganz günstigen Spiele. Die Aufmachung und das wertige Material rechtfertigen diesen Preis allerdings vollauf.

tolles Material
turniertauglich
macht immer wieder Spaß
Neuaufbau der Hindernisse hemmt den Spielfluß

Sebastian Hamers

Als ich Klask zum ersten Mal gesehen habe, hat mich das Spiel sofort interessiert. Das Look & Feel kann auf Anhieb überzeugen. Das Spielfeld wirkt stabil, steht auf zwei soliden breiten Holzfüßen. Die Spielfiguren sind schlicht, haften mit dem Magneten gut an der Oberfläche. Ebenso gelungen ist die Spielstandanzeige mit den beiden Punktechips. Alle Zusatzmaterialien könnt ihr zudem in den beiliegenden Stoffbeutel packen. Einzig die Hindernis-Zylinder sind in der Handhabung nicht ganz optimal. Nach jedem Punktgewinn müssen die Spielsteine erst wieder in die Ausgangsposition gebracht werden. Dabei müsst ihr zusätzlich auf die Ausrichtung der magnetischen Pole achten, da sie sonst eine abstoßende statt eine anziehende Wirkung haben. Das ständige Aufbauen hemmt leider ein wenig den Spielfluß. Ansonsten gibt es am Material überhaupt nichts zu bemängeln. Die Verarbeitung ist wirklich toll und rechtfertigt auch den Preis von 50€. Das Spielkonzept ist nicht bahnbrechend neu. Es erweitert bekannte Spielelemente, versieht diese mit tollem Material, baut ein paar Extras ein und hievt das Spiel so auf ein neues Level. Klask hat Anleihen von Airhockey, Tischtennis oder auch Tischfußball. Allerdings ermöglicht euch Klask, Punkte auf unterschiedlichen Wegen zu erzielen. Das bringt wieder neue taktische Möglichkeiten ins Spiel, die sich in der Praxis auch effizient einsetzen lassen. Klask ist ein schönes Geschicklichkeitsspiel mit einfachen Regeln und kurzer Spieldauer, das immer wieder bei uns auf den Tisch kommt und das Zeug zum Dauerbrenner hat.
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