Test: Knack 2

Test: Knack 2

Knack erschien ursprünglich als Launch-Titel der PlayStation 4, konnte aber nicht von sich überzeugen. Das Gameplay des Jump and Runs war zu monoton, das Balancing nicht gut geregelt und die Geschichte schlichtweg uninteressant. Hier waren sich Spieler und Kritiker gleichermaßen einig. Knack 2 will nun aus seinen Fehlern lernen und alles besser machen. Ob dies der Fall ist und euch hier ein knackiger Hüpfer erwartet, haben wir herausgefunden.

Menschen, Goblins und unzerstörbare Super-Mechs

Lange vor den Geschehnissen herrschte ein Krieg zwischen den technologischen Hochkobolden und den eher rückständigen Menschen. Letztere hatten nur Schwerter und Steine zur Verfügung und mussten sich gegen die Superroboter des Widersachers beweisen.  

Rider und Lukas sind die treuen Begleiter von Knack

Lange vor den Geschehnissen in Knack 2 herrschte ein Krieg zwischen den technologischen Hochkobolden und den eher rückständigen Menschen. Letztere hatten nur Schwerter und Steine zur Verfügung und mussten sich gegen die Superroboter des Widersachers beweisen. Irgendwie haben die Menschen aber gewonnen und die Oberhand über die Welt erlangt. Viele Jahre vergingen und es bahnt sich wieder eine Bedrohung durch die Mechs an. Wir schlüpfen in die Rolle von Knack und werden vom jungen Lucas und dem Piloten Rider begleitet. Das Trio setzt sich als Aufgabe, einen erneuten Krieg zu verhindern. Ob das wohl gelingt? Nun… Nein. Das verraten jedenfalls direkt die ersten Szenen des Spiels, in welcher eine Großstadt durch die mechanische Invasion förmlich zerstört wird. Daraufhin gibt es einen Zeitsprung, welcher uns sechs Monate in die Vergangenheit beordert.

Zumindest eines hat Knack 2 mit seinem Vorgänger gemeinsam: Die Story des Spiels unterhält mal wieder nicht, leidet an erzählerischen Schwächen und hat einen vorhersehbaren Twist. Klar, es handelt sich um ein Jump and Run, welches seinen Fokus auf spielerische Inhalte legt. Das ist trotzdem schade, denn die Entwickler scheinen sich wohl wirklich Mühe und Gedanken über die Geschichte des Nachfolgers gemacht zu haben, wie Interviews mit dem Game Designer Mark Cerny verraten. Trotzdem wird vor allem mit One-Linern übertrieben. Ernstere Sequenzen werden von angeblich coolen und lustigen Sprüchen unterbrochen. Das passt einfach nicht zusammen. Seid ihr auf der Suche nach einer unterhaltsamen Geschichte, müsst ihr hier wohl einen Bogen machen.

Es kommt auf die Größe an!

Um den kommenden Krieg also (nicht) zu verhindern, hüpft und kämpft ihr euch durch verschiedene, in sich abgeschlossene Level. Knack hat hierfür eine besondere Kraft: Er selbst ist zwar nur 75cm groß, kann aber verschiedene Relikte absorbieren und zu einem zehn Meter großen Hünen heranwachsen. Je riesiger der namensgebende Charakter ist, desto mehr Energie und Stärke stehen ihm zur Verfügung. Ihr könnt euch jederzeit per Knopfdruck schrumpfen und so enge Gassen erkunden und Geheimnisse entdecken. Als großer Knack könnt ihr hingegen höher springen und Hindernisse zerstören. Um wirklich alle Secrets eines Levels durchforsten zu können, ist ein geschickter Einsatz dieser besonderen Fähigkeit überaus wichtig. Die Geheimnisse sind nämlich an den entlegensten Orten versteckt und bieten Motivation für einen erneuten Durchlauf der Level. Auch Rätsel finden ihren Platz und sind mal mehr und mal weniger fordernd. Diese erfordern den geschickten Einsatz von Knacks verschiedenen Eigenschaften. So müsst ihr beispielsweise Metall-Relikte aufnehmen und mit ihnen Stromkreise schließen, Kisten verschieben oder knifflige Schalterknobeleien meistern.

Die Sprungpassagen steuern sich äußerst präzise. Knack steht neben dem obligatorischen Doppelsprung noch eine zusätzliche Drehung in der Luft zur Verfügung. Mit dieser kann er etwas längere Strecken überwinden. Ein Wermutstropfen ist hingegen die Kameraführung. Die Blickwinkel, aus denen das Geschehen stattfindet, könnt ihr nicht justieren. Leider ist die Perspektive hier stellenweise schlecht gewählt. Manche Sprünge wirken, vor allem wenn diese in die Bildtiefe gehen, schon eher wie ein Glücksspiel. Zwar ist dies nicht so häufig der Fall, nervt aber wenn die Momente vorkommen.

Fäuste knacken lassen

Knack 2 test

Haltet ihr den Schlag-Knopf gedrückt, lässt Knack eine Salve leichter Schläge los.

Um sich gegen grimmige Goblins und andere garstige Ganoven durchzusetzen, besitzt Knack verschiedene Kampf-Moves. Mit einer Taste könnt ihr eine Faustkombo mit drei Schlägen vollführen. Das Gleiche könnt ihr auch mit Tritten machen. Weitere Kombinationen gibt es leider nicht, aber es stehen euch beispielsweise Angriffe aus der Luft, Kontermöglichkeiten und ein paar weitere Fähigkeiten zur Verfügung. Der grundlegende Aufbau des Kampfes beschränkt sich aber auf die einzelnen Dreierkombos. Vor allem am Anfang des Spiels gibt es wenige Manöver, weshalb sich hier schnell Langeweile ausbreiten kann.

Neue Features wie das Greifen nach entfernten Gegner werden relativ sparsam eingeführt. Dennoch machen die Gefechte Spaß. Vor allem wenn man als Riese durch die Horden von Gegnern prescht und diese vor lauter Angst versuchen zu flüchten. Es gibt insgesamt vier Schwierigkeitsgrade. Wir empfehlen euch, einen höheren zu nehmen, wenn ihr zu schnell durch die Level düst. Die Kämpfe machen nämlich am meisten Laune wenn ihr gefordert werdet. Für Motivation sorgt auch der Skill Tree. Hier könnt ihr mit gesammelter Erfahrung eure Angriffe verstärken, neue Fähigkeiten lernen und so weiter und so fort. Schleichpassagen, die Nutzung von Geschützen und vieles mehr lockern das Geschehen auf. Vor allem gegen Ende hin wartet ein echtes Highlight auf Knack.

Knack 2 test

Viele normale Gegner werden vor allem am Anfang wie Bossgegner vorgestellt.

Bossgegner lassen sich leider relativ selten blicken. Das ist schade, da die vorhandenen nette Ideen mit sich bringen. So stürzt bei einem Gefecht der Boden ein, weshalb eure Positionierung wichtig ist. Gleichzeitig könnt ihr auch den Bossgegner nach unten schleudern und Zeit für euch gewinnen. Gerade am Anfang hat man häufig das Gefühl, dass geplante Bosse während der Entwicklung durch normale Gegner ersetzt worden sind. Wenn euch in aufwendigen Cutscenes ein neuer Gegner vorgestellt wird und ihr euch diesem in einer Arena stellen müsst, kommt spätestens dann die Ernüchterung auf, wenn ihr ein paar Minuten wieder auf den Feind trifft.

Zusammen durch die Gegend ziehen

Knack 2 bietet euch einen lokalen Multiplayer an. Richtig gehört, sowas gibt es tatsächlich noch. Also schnappt euch einen Kumpel und hüpft euch zusammen durch das Abenteuer. Der zweite Spieler übernimmt dann die Kontrolle über einen blauen Knack und unterstützt euch bei den Kämpfen. Falls ihr die Möglichkeit dazu habt, solltet ihr den Modus auf jeden Fall mal ausprobieren.knack 2 test

Es kann sich sehen lassen

Knack 2 sieht gut aus. Nicht überragend, aber auch nicht wirklich schlecht. Zwar ist der Comic-Stil immer eine Frage des Geschmacks, das Spiel fängt diesen aber gut ein. Vor allem die vielfältigen Landschaften überzeugen auf ganzer Länge. Mal erkundet man ein verschneites Gebirge, durchquert verlassene Ruinen oder schleicht sich durch ein nobles Anwesen. Abwechslung ist hier das A und O. Auch die actionreichen Zwischensequenzen sind toll inszeniert und spielen kreativ mit Knacks Größenverhältnissen. Die Performance ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Das Spiel versucht stets mit 60 Bildern pro Sekunde zu laufen. Zwar gibt es stellenweise kleinere Einbrüche, Ruckler sind uns aber nicht aufgefallen. Als kurzer Hinweis sei gesagt, dass wir uns mit einer normalen PlayStation 4 ins Getümmel gestürzt haben. Die Pro bietet entweder eine stabilere Framerate oder 4K-Auflösung.

Die Musik dudelt gemütlich vor sich her. Schlecht ist sie zwar nicht, wirkliche Melodien sind und aber auch nicht im Gedächtnis geblieben. Auch hier würde wieder die Aussage: „Nicht überragend, aber auch nicht wirklich schlecht“ alles treffend beschreiben. Dennoch müssen wir beim Sound eines hervorheben. Wenn Knack Relikte aufsammelt, hört sich das ähnlich an, als würde man in einer Lego-Kiste herumwühlen. Dieses Geräusch passt einfach wie die Faust aufs Auge und hört sich echt befriedigend an. Eine weitere Motivation, möglichst viel zu erkunden.

knack 2 test

Knack 2 ist vielleicht nicht Perfekt, bietet aber einige nette Überraschungen. Jump and Rund Fans sollten dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben. Probiert einfach mal die Demo im PlayStation Store aus und macht euch selbst einen Eindruck.

Solides Jump and Run-Gameplay
Simples, aber spaßiges Kampfsystem...
Präzise Steuerung
Nette Rätsel
Toll inszenierte Action
Lokaler Ko-Op-Modus
Langweilige, vorhersehbare Geschichte
...welches gerade am Anfang mit neuen Features geizt
Wenige Bossgegner
Kamerawinkel stellenweise schlecht gewählt

Stefan L.

Eine Wertung für Knack 2 als Gesamtpaket zu finden ist schwierig. Das Fundament ist grundsolide: Die Kämpfe machen Spaß und das Hüpfen geht flott von der Hand. Auch technisch überzeugt der Titel. Dennoch haben wir es wie beim Vorgänger mit einer langweiligen, schlecht inszenierten und vorhersehbaren Geschichte zu tun. Aber braucht man die wirklich bei einem Jump and Run? Falls ihr hier mit einem klaren "Nein" antwortet, dann schlagt zu. Knack 2 ist kreativ und macht Laune. Die Actionsequenzen überzeugen und auch spielerisch hält es die ein oder andere Überraschung parat. Falls die Story des Vorgängers euch nicht überzeugte, wird sie das dieses Mal aber auch nicht schaffen.
Test: Hellblade: Senua's Sacrifice Lohnt sich Kino: Barry Seal - Only in America
Comments