Test: Life is Strange: Before the Storm

Test: Life is Strange: Before the Storm

Chloe Price gerät gerne mal in Schwierigkeiten

Life is Strange: Before the Storm – Das Prequel

Als das Indie-Adventure „Life is Strange“, entwickelt von DONTNOD und gepublished von Sqare Enix herauskam, schlug es ein, wie eine Bombe. Wir alle waren von der emotionalen Umsetzung eines Teeniedramas, welches sich als tiefgründigere Geschichte herausstellte, als es den Anschein hatte, sehr berührt. Nicht selten flossen an der ein oder anderen Stelle auch schon mal die Tränen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass DONTNOD sogar schon an einer Fortsetzung arbeiten. Das Prequel, welches letzte Woche Release feierte, wurde aber von Deck Nine Games entwickelt und dreht sich um die Vergangenheit von Chloe Price, sowie ihrer Freundin Rachel Amber.

Rebellion eines gebrochenen Teenagers

Before the Storm setzt drei Jahre vor der Rückkehr von Life is Strange im fiktiven Ort Arcadia Bay im Bundesstaat Oregon an. Im Prequel geht es um die 16-jährige Chloe Price, welche sich gerade in einer schwierigen Phase befindet. Sie rebelliert, ist nicht auf den Mund gefallen und gerät daher gerne und schnell mal in Schwierigkeiten. Chloe steckt voller Selbstzweifel und befindet sich mitten in der Selbstfindung. Dazu vermisst sie ihren geliebten Vater, der vor zwei Jahren verstorben ist und schießt daher vermehrt gegen den neuen Freund ihrer Mutter. Außerdem ist sie wütend auf ihre beste Freundin Max Caulfield, Protagonistin von Life is Strange, die mit ihren Eltern nach Seattle verzogen ist. Sie begreift nicht, warum sich Max nicht mehr bei ihr meldet. Als wäre das alles nicht genug, trifft Chloe bei einem Konzert auf die beliebte Rachel Amber. Mit ihr  verbringt sie auch den Folgetag. Genug Zeit, um für ein mächtiges Gefühlschaos zu sorgen

Test: Life is Strange: Before the Storm

Episode 1 – Awake

Auch wenn Before the Storm von einem anderen Studio entwickelt wurde, ist der bekannte 3D-Comicstil beibehalten worden. Da Chloe aber nicht über die gleichen übersinnlichen Fähigkeiten besitzt, wie ihre Freundin Max, fehlt einem im ersten Moment die Rückspulmöglichkeit. Stattdessen hat man durch das neue Konversationsmodell die Möglichkeit, in einem Gespräch schlagfertige Argumente zu liefern. Dabei steht man in gewisser Weise unter Zeitdruck, da man eine Entscheidung binnen Sekunden treffen muss. Außerdem kann man durch das Erkunden der Umgebung neue Inhalte für ein Gespräch finden, weshalb man eine vergangene Konversation wieder aufnehmen kann.

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In Awake konzentriert man sich auf Chloes Familie und das Zusammentreffen mit Rachel. Der neue Freund ihrer Mutter will Chloe auf den rechten Weg bringen, was ihr so gar nicht passt. Selbst, dass ihre Mutter versucht, zu ihrer Tochter durchzuringen, scheint ihr völlig egal zu sein. Chloe macht einfach, wonach ihr der Sinn strebt. Dann lernt sie bei einem Konzert die Queen der Schule Rachel Amber kennen und hat sehr viel Spaß mit ihr. Auch am Tag danach verbringen die beiden viel Zeit miteinander, was für Verwirrung sorgt. Die beiden scheinen nicht nur freundschaftliches Interesse füreinander zu haben. Die ganze Szenerie endet plötzlich nach wenigen Stunden Spielzeit, mit einem bedeutenden Cliffhanger.

Entscheidungen, die Konsequenzen haben werden

Je nach dem, wie wir uns Entscheiden, hat das in dieser oder den folgenden Episoden Konsequenzen. Interessant sind besonders die Antworten, die wir gegeben haben, deren Auswirkungen erst in den nächsten Episoden gezeigt werden. Diese bieten derzeit nur ordentlich Stoff für Spekulationen. Wie sich also die Beziehung zwischen Chloe und Rachel entwickelt, obliegt ganz allein an unseren Entscheidungen. Die Spielmechanik wurde aus Life is Strange übernommen. Wir können umherlaufen, Gespräche führen und Statt Polaroid-Fotos nun Graffitis sammeln. Außerdem führt Chloe, wie auch Max schon, Tagebuch, welches sie ihrer verlorenen Freundin widmet. Die Widerworte, die Chloe in Konversationen geben kann, sind spannend aufbereitet. Zudem ist der Soundtrack wieder passend ausgewählt und ins Geschehen eingebunden worden.

Test: Life is Strange: Before the Storm

Der grundsätzliche Spielverlauf dümpelt hier und da herum und ist ein wenig träge, bevor er kurz vor Ende der Episode plötzlich an Fahrt aufnimmt. Der Cliffhanger macht auf jeden Fall Lust auf mehr, dass man gar nicht so lange auf die nächste Episode warten möchte.

Spannende Wortgefechte im neuen Konversationsmodell
Passender Soundtrack
Genialer Cliffhanger
Kurze Spielzeit
Träger Handlungsverlauf

Patricia M.

Mit Life is Strange: Before the Storm - Episode 1 bekommen wir einen gelungenen Auftakt in das Prequel zur Hauptstory. Auch wenn sich die Episode träge spielt und die Spielzeit eher von kurzer Dauer ist, deutet das Ende an, als würden wir direkt auf etwas viel größeres und bedeutenderes zusteuern. Das beibehaltene Setting und der gut eingefügte Soundtrack fühlen sich an, als würden wir nach Hause kommen, was dazu beiträgt, dass wir uns direkt wieder in die Geschehnisse einfinden. Da die Geschichte aber nur langsam Fahrt aufnimmt, können wir nur schwer eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufbauen. Der gut inszenierte Cliffhanger lässt uns aber mit Hoffnung zurück, dass die zweite Episode uns mit einer geballten Wucht umhauen wird.
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