Test: Marvel vs Capcom: Infinite

Marvel vs Capcom: Infinite

In Marvel vs Capcom: Infinite treffen zwei verschiedene Universen aufeinander.

„Treffen sich der Hulk und Mega Man in einer Bar.“ Was sich wie der Anfang eines schlechten Witzes anhört, wird in Marvel vs Capcom: Infinite waschechte Realität. Hier treffen die beliebten Superhelden und Videospiel-Charaktere aufeinander und schlagen sich nach bester Beat em‘ Up-Manier die Rübe ein. Gleichzeitig bedroht eine neue Gefahr direkt das ganze Universum. Wir haben die Ganoven verkloppt und verraten euch, was das Crossover alles kann.

Ein Terminator will terminieren

Man nehme Marvels fiesen Roboterschurken Ultron und Mega Mans ewigen Widersacher Sigma, gibt alles in eine Schüssel und nach kräftigem Umrühren ergibt sich daraus Ultron Sigma. Richtig gehört: In Marvel vs Capcom: Infinite verbinden sich gleich zwei Oberbösewichte und verfolgen das simple Ziel, jede biologische Lebensform im gesamten Universum zu unterjochen. Leider hat der neue Schurke niemanden darüber informiert, weshalb Chun-Li, Dante und Co. zusammen mit der bekannten Superheldenriege der Comics gegen ihn vorgehen wollen. Vor allem die sechs Infinity Stones spielen hier eine wichtige Rolle, da man mit ihnen verschiedene Ebenen wie Raum und Zeit kontrollieren kann.

Es gibt also eine Menge zu tun. Wie sich erahnen lässt, gehört die Geschichte nicht unbedingt in eine Kunstausstellung. Dennoch unterhält sie durch recht gut dosierten Humor und flotten Sprüchen, welche an 80er Jahre Actionfilme erinnern Wollt ihr also mal euren Kopf ausschalten und euch ein paar explosive Kämpfe ansehen, seid ihr hier an der richtigen Adresse. In der Story wechseln sich Zwischensequenzen und Kämpfe stetig ab. Dabei haben viele Keilereien auch kleinere Spielereien inne. So müsst ihr beispielsweise in einem bestimmten Zeitraum eine Vielzahl an Gegnern besiegen oder euch gegen verschiedene Bossgegner beweisen. Zusammengefasst ist der Modus durchaus solide und weiß zu unterhalten, kommt aber nicht an die Klasse eines Mortal Kombat X ran. Zudem endet er leider mit einem Cliffhanger, welcher geradezu nach zusätzlichen Story DLCs schreit.

Für Einsteiger und Veteranen

Marvel vs Capcom: Infinite

Marvel vs Capcom: Infinite vermischt klassisches Beat em‘ Up mit einigen frischen Ideen.

Auf den ersten Blick wirkt Marvel vs Capcom: Infinite wie ein Beat em‘ Up der klassischen Schule. Jedem Charakter stehen leichte und harte Schläge und Tritte zur Verfügung. Hier müsst ihr euch alle Tastenkombinationen gut einprägen, um zu jeder Situation die passenden Argumente zu haben. Stellenweise sind auch längere, verzwickte Eingaben nötig, um galante Combos auf den Tisch zu legen. Dennoch müssen Neulinge von Prüglern keinen großen Bogen um den Titel machen. Das Spiel bietet nämlich zahlreiche Optionen an, um den Einstieg so angenehm wie möglich zu gestalten. So könnt ihr beispielsweise bereits eine Standardkombo durchführen, indem ihr einfach nur auf einen Schlagknopf hämmert. Auch die mächtigen Spezialangriffe können mit nur einem einfachen Tastendruck ausgeführt werden.

Falls ihr bereits Erfahrungen mit Prüglern gesammelt habt, könnt ihr diese Einstellungen auch abschalten. Dann sind wieder schnelle Reaktionen und Taktik gefragt. Vor allem der Schwierigkeitsgrad im Story Modus kann euch hier mal schwer zusetzen, sodass ihr auch mal mehrere Anläufe gegen einen Gegner braucht. Die Kämpfe spielen sich im Allgemeinen etwas langsamer als die der bekannten Genrevertreter, weshalb ihr auch mehr Zeit für das Planen eurer Strategie haben werdet. Auch sind so vielseitige Angriffe wie in beispielsweise Street Fighter nicht möglich. Hier fehlt ein wenig die Tiefe.

Zusammen schneidet man am besten ab

Marvel vs Capcom: Infinite

Insgesamt 30 Kämpfer stehen euch aus den Universen von Marvel und Capcom parat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Prügelspielen bewältigt ihr die zahlreichen Kämpfe nicht alleine. Insgesamt zwei Charaktere schließen sich immer in einem Tag Team zusammen und treten gegen einen anderen Trupp an. Egal ob Chris Redfield und sein Nemesis oder Ultron und Iron Man: Hier können alle Helden und Schurken zusammen gegen die gegnerische Konstellation antreten. Dabei steuert ihr jederzeit nur einen der beiden Übermenschen. Mit einem Druck auf die linke Schultertaste sprintet der Partner in das Kampfgeschehen und löst den vorigen Charakter ab.

Diesen Wechsel könnt ihr unter anderem in eure Kombinationen einfließen lassen. Befördert ihr euren Widersacher beispielsweise in die Luft, könnt ihr hier schnell mit dem Partner das Feld betreten und hier seine Combos spielen lassen. Marvel vs Capcom: Infinite bietet euch ziemlich viele Möglichkeiten eurer Kreativität freien Lauf zu lassen. Mit den zwei Teammitgliedern könnt ihr die Schwächen der einzelnen Kämpfer abdecken. Hulk ist beispielsweise zwar stark im Nahkampf, hat auf größerer Entfernung aber nichts zu melden. Hier könnte sich Captain Marvel als Partner eignen, da sie mit ihren Energiestrahlen die ganze Arena unter Beschuss nehmen kann. Insgesamt stehen euch 30 Charaktere zur Verfügung, aus welchen ihr schon von Anfang an wählen könnt.

Steine in den Weg legen

Marvel vs Capcom: Infinite

Es gibt insgesamt sechs Infinity Stones. Diese stehen für Zeit, Raum, Kraft, Realität, Seele und Geist.

Auch abseits der Story spielen die Infinity Stones eine wichtige Rolle. Vor Beginn jedes Kampfes könnt ihr einen der sechs wählen, welcher euch verschiedene Vorteile im Gefecht bringt. Jedes der Steinchen gibt euch eine Spezialfähigkeit. Der Reality Stone verschießt beispielsweise einen langsamen Energieball, welcher eure Gegner für gewisse Zeit verfolgt. Mit dem Mind Stone hingegen könnt ihr von eurem Gegner einen kleinen Teil der Energie absorbieren. Die Steine bieten eine gute Möglichkeit, die Fähigkeiten der einzelnen Kämpfer weiter auszubauen. Spielt ihr einen langsamen Nahkämpfer, könnte der Time Stone einen Blick wert sein. Dieser erlaubt euch einen schnellen Dash zur Seite, sodass ihr in Windeseile zu eurem Gegner gelangen könnt.

Im Verlauf des Kampfes füllt sich die Anzeige der Infinity Stones. Ist sie voll, könnt ihr den Infintiy Storm auslösen. Dieser ist ebenfalls von Stein zu Stein unterschiedlich. So können eure Angriffe für eine Weile mehr Schaden austeilen und den Gegner zurückschleudern oder es werden Elementarangriffe ausgeführt. Auch wenn sie sehr mächtig klingen, zerstören sie nicht das Balancing. Die Effekte sind eine nette Dreingabe. Aus einem langsamen Hulk wird nie ein schneller und wendiger Kämpfer werden.

Hätte gerne mehr bieten können

Neben dem Storymodus, welcher übrigens nach knapp vier bis fünf Stunden durch ist, stehen euch noch die üblichen Verdächtigen zur Verfügung. So könnt ihr einzelne Kämpfe im Versus-Mode beschreiten, im Arcade-Mode eine ganze Reihe von Gegnern besiegen oder im Training eure Fähigkeiten verfeinern. Zudem könnt ihr mit einem anderen Spieler direkt gegen einen Freund antreten. Auch online könnt ihr euch gegen die Welt beweisen und den Leuten zeigen wer die Hosen an hat. Damit bietet Marvel vs Capcom: Infinite die Standarkost eines Beat em‘ Ups. Hier dürfte gerne mehr drinnen gewesen sein. Neben neuen Skins gibt es leider nicht viel was zum langen Spielen anregt. Zwar gibt es verschiedene Sammelgegenstände die ihr betrachten könnt, diese sollten aber den wenigsten langfristige Unterhaltung bieten. Für die eine Runde zwischendurch ist der Titel aber ideal.

Sieht ganz okay aus

Marvel vs Capcom: Infinite

Ihr könnt aus insgesamt 14 verschiedenen Arenen wählen.

Marvel vs Capcom: Infinite sieht eher durchschnittlich aus. Während die Lichteffekte wie Explosionen und Energiestrahlen bei den verschiedenen Angriffen gut aussehen und auch die Arenen einen netten Eindruck machen, sehen die Charaktere nicht mehr so ganz zeitgemäß aus. Allen voran die Gesichter inklusive der Animationen machen einen hölzernen Eindruck. Auch die Ladezeiten hätten gerne einen Tick kürzer sein dürfen und bremsen den Spielfluss. Dafür läuft das Spiel aber sehr stabil und flüssig. Auch wenn viel auf dem Bildschirm passiert, kommen uns keine Ruckler entgegen. Bei einem Beat em‘ Up ist dies ein sehr wichtiges Kriterium, da oft blitzschnell auf die Angriffe des Gegners reagiert werden muss.

Die Musik ist aufbrausend und motivierend. Häufig lassen sich verschiedene Remixes aus Spielen von Capcom erkennen. Auch die typischen Metal-Songs aus Devil May Cry sind zwischendurch zu hören und sorgen für einen ordentlichen Adrenalinschub. Das Voice Acting kann leider nicht viele der Originalstimmen der Charaktere aufweisen. Trotzdem ist es sehr gut und auch die Sprecher sind passend gewählt.

Solides Kampfsystem
Infinity Stones und Tag Teams bringen taktische Tiefe
Auch für Neulinge geeignet
Unterhaltsamer Story-Modus
Flüssige Performance
Nette musikalische Untermalung und Vertonung
Durchschnittliche Präsentation
Geringer Umfang
Lange Ladezeiten

Stefan L.

Marvel vs Capcom: Infinite sollte eigentlich für die meisten ein netter Titel sein. Ob kompletter Beat em' Up Neuling oder Profi-Prügler, das Spiel kann durch seine optionale, komfortable Bedienung und die neuen Gameplay-Mechaniken allen ein interessantes Paket bieten. Gerade die Infinity Stones und der Tag Team-Ansatz laden zum Experimentieren mit neuen Taktiken ein. Zudem überzeugt auch der Storymodus, was innerhalb des Genres ja eher selten ist. Wenn ihr die technischen Patzer verkraften könnt und euch nicht am Umfang stört, könnt ihr gut und gerne zuschlagen.
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