Test: Monopoly Gamer

Super Mario und seine Clique kennt ihr natürlich. Den Brettspiel-Klassiker Monopoly dürfte wohl auch jeder kennen, der sein Leben nicht gerade unter einem Stein verbracht hat. Selbst über ein Monopoly mit Super Mario seid ihr in dem ein oder anderem Geschäft vielleicht schon einmal gestolpert. Jetzt steht mit Monopoly Gamer wieder ein neues Brettspiel mit den Figuren aus dem Pilz-Königreich im Handel. Warum es sich darüber zu berichten lohnt? Weil Monopoly Gamer viel mehr ist als ein klassisches Monopoly mit einem übergestülpten Thema.

In der Tat gibt es unzählige verschiedene Varianten von Monopoly, einige davon sogar mit einem Gaming-Thema. Ob Fallout, Halo oder Zelda, viele Videospiel-Ikonen haben sich in die Riege derer eingereiht, die sich über eine eigene Version des vielleicht erfolgreichsten Brettspiels aller Zeiten freuen dürfen. Bei Monopoly Gamer gehen gleich vier berühmte Nintendo-Figuren an den Start: Mario, Prinzessin Peach, Yoshi und Donkey Kong. Im Spiel findet ihr auch wieder viele Elemente aus den Standardregeln von Monopoly wieder, hat jedoch auch einige eigenständige Gimmicks, die das Spiel zu einem neuen Erlebnis machen.

Bowsers Festung statt Schlossallee

Auf dem Spielbrett wurde das Layout an das Pilz-Königreich angepasst. Statt Münchner Straße, Lessingstraße oder Schlossallee findet ihr hier bekannte Orte aus den Super Mario-Spielen wieder. Es ist fast so als würdet ihr durch eines der zahlreichen Videospiele der Serie laufen. Ihr beginnt mit dem Eichenhain, hüpft durch die Sandkuchenwüste, schwimmt durch das Minzmeer, land et auf dem Gletscher der Stachel-Gumbas, macht einen Abstecher durch den Limonaden-Dschungel und die Kandis-Minen, geht hoch hinaus auf die Zuckerwatten-Wolkenzone und landet letztlich im Bowsers Festung. Schließlich geht ihr über Los und die Reise beginnt von vorne.

Im Spiel geht es aber nicht in erster Linie ums Geld. Es ist nur Mittel zum Zweck. Videospieltypisch gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten. Punkte gibt es am Spielende zwar auch für Geld, im vorliegenden Falle natürlich stilecht durch Münzen dargestellt, jedoch auch für erworbene Grundstücke sowie für das Besiegen von Endbossen. Endbossen? Richtig gehört. Sobald ein Spieler über Los zieht, wird eine neue Karte mit einem Endgegner aufgedeckt.

Du gegen den Bossgegner

Jeder besiegte Bossgegner bringt euch am Spielende wertvolle Punkte ein. Wenn ihr auf das Los-Feld kommt oder es überschreitet, kassiert ihr zunächst zwei Münzen und deckt dann die oberste Karte des Endgegner-Stapels auf. Jetzt dürft ihr euch entscheiden ob ihr gegen den Gegner antreten wollt oder nicht. Kommt es zum Kampf, dann müsst ihr zunächst einen kleinen Obolus in Münzen zahlen. Anschließend geht es in dem Kampf. Die Kämpfe gestalten sich denkbar simpel. Es gilt einfach nur die auf der Karte angegebene Augenzahl zu erreichen oder zu übertrumpfen. Um den ersten Endgegner Larry zu besiegen, müsst ihr mit einem normalen sechsseitigen Würfel mindestens eine drei würfeln. Bei einem Sieg gibt es nicht nur Punkte, sondern auch einen weiteren direkten Vorteil. Zum Beispiel dürft ihr euch das günstigste freie Grundstück nehmen oder kassiert von allen Mitspielern jeweils zwei Münzen.

Bis es soweit ist, müsst ihr jedoch zunächst einmal das Spielfeld umrunden. Dort könnt ihr wie gewohnt die Straßen… pardon…die Welten des Pilz-Königreichs erwerben. Landet ihr auf einem freien Grundstück, könnt ihr die Parzelle für die angegebene Anzahl von Münzen erwerben. Falls nicht, kommt sie in die Versteigerung. Hier erhält natürlich der Meistbietende den Zuschlag – soweit, so bekannt.

Spielspaß-Boost mit Power-Up-Würfel

Um mit eurer Spielfigur, bei denen es sich übrigens um sehr feine 3D-Modelle der Nintendo-Charaktere handelt, über das Spielfeld zu ziehen, würfelt ihr im Gegensatz zum normalen Monopoly mit nur einem Standardwürfel. Entsprechend kommt ihr auch langsamer voran, was jedoch kaum weiter ins Gewicht fällt, da es in der Gamer-Edition deutlich weniger Grundstücke gibt als beim Original. Statt des zweiten Standardwürfels rollt ihr noch den sogenannten Power-Up-Würfel. Dieser lässt euch, je nach Würfelergebnis, eine weitere Aktion ausführen.

Auch hier hat Hasbro Liebe zum Videospiel-Original bewiesen. Die Sonderaktionen passen wunderbar zum Super-Mario-Universum. Nehmen wir zum Beispiel den altbekannten und gefürchteten roten Panzer, den ihr sicherlich alle aus den Mario-Kart-Spielen kennt. Habt ihr mit dem Power-Up-Würfel einen roten Panzer gewürfelt, dann sucht ihr euch einen beliebigen Gegenspieler aus, der daraufhin drei seiner Münzen verliert. Die verlorenen Münzen werden auf dem Feld platziert, auf dem sich der betroffene Spieler gerade befindet. Münzen, die sich auf dem Spielbrett befinden, können von allen Spielern eingesammelt werden. Ihr dürft alle Münzen einkassieren an denen ihr während eures Zuges vorbeilauft. Daumen hoch, auch diese Spielmechanik fügt sich toll ins Super-Mario-Spielgefühl ein.

Ganz ähnlich funktioniert der grüne Panzer. Hier wird jedoch immer der Gegenspieler attackiert, der am nächsten vor euch steht. Weiterhin gibt es auf dem Power-Up-Würfel noch den Blooper, mit dem du dir zwei Münzen von einem beliebigen Spieler klauen darfst. Es gibt aber auch noch den POW-Block, der dazu führt, dass alle anderen Spieler eine Münze verlieren und diese auf dem Spielfeld ablegen müssen.

Nintendos Stars mit Superfähigkeiten

Damit der Power-Up-Würfel noch etwas aufgewertet wird, verfügt jeder Charakter über eine eigene Sonderfertigkeit. Prinzessin Peach verfügt über einen stärkeren roten Panzer, der noch mehr Münzen aus den Gegnern herausquetscht, während Yoshi den grünen Panzer auch nach hinten schleudern kann. Donkey Kong hingegen bedient den POW-Block besonders effektiv, sodass die Gegner zusätzliche Münzen verlieren.

Ebenso besitzt jeder Charakter eine individuelle Fähigkeit, die ausgelöst wird, wenn eure Figur auf dem Superstern landet. Erreicht ihr eines dieser Felder, dann werden zusätzliche Münzen ausgeschüttet. Mario erhält einen dicken Batzen, dessen Höhe jedoch abhängig ist von einem Würfelergebnis. Während Mario seine Kohle von der Bank bekommt, bedient sich Donkey Kong stattdessen bei seinen Mitspielern. Peach erhält Einnahmen, abhängig von ihren erworbenen Grundstücken und Yoshi schnappt sich alle Münzen, die gerade auf dem Spielfeld ausliegen.

Während ihr eure Runden dreht, landet ihr sicher auch dem ein oder anderen Sonderfeld. Neben den zu erwerbenden Grundstücken gibt es auch ein paar Felder, die besondere Effekte mit sich bringen. Dazu gehört zum Beispiel der schon erwähnte Superstern. Weiterhin gibt es noch den Steinblock, den ihr sicher aus dem Videospiel kennt. Landet ihr auf diesem Feld, verliert ihr zwei Münzen, die auf dem Spielfeld hinterlassen werden. Witzig ist auch die grüne Röhre, die euch zwar keinen Level-Jump bescheren, aber dennoch einige Felder weit nach vorne katapultiert. Sogar der Münzblock hat seinen Weg ins Spiel gefunden. Hier bekommt ihr zusätzliche Münzen aus der Bank. Die Höhe der Auszahlung hängt von eurem Würfelwurf ab.

Brettspiel mit Erweiterungsmöglichkeiten

Dank der unterschiedlichen Nintendo-Figuren und ihrer ganz speziellen Fähigkeiten kommt ordentlich Schwung ins Monopoly-Spiel. Im Handel findet ihr sogar noch weitere Figuren, mit denen ihr Monopoly Gamer erweitern könnt. Die kleinen Boosterpakete enthalten eine wirklich sehr schicke Figur sowie die passende Übersichtskarte, auf denen ihr die Sonderfertigkeiten stets gut im Blick habt. Erhältlich sind die bekannten Charaktere Wario, Feuer-Mario, Diddy Kong, Toad, Rosalina, Luigi, Boo und Mario Tanuki. Die Erweiterungen sind kein Muss. Mit dem Grundspiel bekommt ihr alles, was ihr zum Spielen benötigt. Die zusätzlichen Figuren sind als Bonus für alle zu verstehen, die von Mario & Co. nicht genug bekommen können.

Monopoly Gamer erscheint noch in diesem Monat. Ihr könnt das Spiel schon in Kürze direkt über den Webshop von Hasbro beziehen. Kurz darauf sollte dann auch der reguläre Handel bedient werden.

Thema gut umgesetzt
Reduzierte Spieldauer
Charaktere mit besonderen Fähigkeiten
immernoch ziemlich glückslastig
kein Spiel für eingefleischte Strategen

Sebastian Hamers

Ich kann euch nicht sagen, wie viele Partien Monopoly ich in meinem Leben schon gespielt habe. Etliche Varianten habe ich durchgekaut, ob digital oder analog. Monopoly Gamer spielt sich aber wirklich anders als die vielen sonstigen Varianten des Brettspiel-Klassikers. Die individuellen Sonderfertigkeiten der Charaktere peppen das Spiel doch ordentlich auf. Hinzu kommt, dass Hasbro das Mario-Thema ziemlich gut auf Monopoly übertragen hat. Bekannte Elemente aus dem Videospiel wie der POW-Block, der Röhrensprung oder natürlich die roten oder grünen Panzer fügen sich harmonisch in den Spielablauf ein. Vor allem dauert Monopoly Gamer nicht ganz so lange wie ein normales Monopoly-Spiel. Schnell sind alle Grundstücke an die Spieler verteilt und dann geht es bald primär darum, die Boss-Gegner zu bezwingen. Das Ende kündigt sich viel direkter an, da nach spätestens acht Boss-Kämpfen Schluss ist. Dadurch schafft ihr eine Partie tatsächlich auch in einer rekordverdächtigen Zeit von weniger als einer Stunde. Trotz der ganzen Veränderungen hat das Spiel seinen Monopoly-Charme bewahrt, wirkt aber deutlich frischer als der Klassiker.
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