Test: MSI Infinite A VR7RD-002DE

Mit der Aegis-Serie bringt MSI teure und extrem leistungsfähige Computer auf den Markt. Auf der diesjährigen Computex in Taipeh wurde, fast schon still und heimlich, ein neuer PC angekündigt. Infinite A VR7RD-002DE nennt sich dieser und ist in insgesamt zwei verschiedenen Ausführungen erhältlich. Beide richten sich vom Preis-Leistungs-Verhältnis an eine größere Käuferschaft. Wir haben für euch die teurere Variante geprüft, welche mit einer GTX 1070 von Nvidia und einem i7 7700 von Intel ausgestattet ist. Wie sich der kleine Bruder vom Aegis schlägt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Optik und Verarbeitung

Eines steht fest: Das Gehäuse des Infinite A hat Ecken und Kanten. Und die sehen echt gut aus. Die schnittigen Winkel lassen den Rechner gleichzeitig massiv und elegant wirken. Vor allem die unsymmetrischen Formen sind eine gelungene Abwechslung zu anderen Gehäusen. Betrachten wir die Gehäusefront, so besticht im Besonderen eine großflächige LED. Diese erstrahlt in einem Schaltkreis-Muster und nimmt fast die komplette Höhe des Rechners in Anspruch. Auch unterhalb befindet sich eine Leuchte, welche den Boden erhellen kann. Natürlich erstrahlt auch das Gehäuse selbst, was eure Hardware bestens in Szene setzt. Um dieses Lichtspiel zu bewundern eignet sich vor allem die mitgelieferte Glasplatte, welche mit ein paar Handgriffen schnell eingebaut ist. Da diese abgedunkelt ist, erkennt ihr ohne Licht nicht viel vom Innenleben. Mit richtiger Beleuchtung erstrahlt eure Hardware aber förmlich. Oberhalb befindet sich ein schwarzes Gitter, welches ebenfalls ein wenig Licht durchlässt. Zusätzlich ist ein stabil verarbeiteter Griff verbaut, welcher euch beim Transport das Infinite A hilft. An der Verarbeitung gibt es kaum etwas zu meckern. Dennoch ist uns hier das CD-Laufwerk aufgefallen. Dieses wackelt ständig, ob geöffnet oder geschlossen spielt hier keine Rolle. Es scheint nicht besonders stabil angebracht worden zu sein. Dem sehr guten Gesamteindruck schadet der Patzer aber nicht. Der Rest ist fest und stabil. Auch die Glasplatte rührt sich nach dem Einschrauben nicht.

Software für LEDs

Mit dem von MSI mitgelieferten Programm Mystic Light kann man mit den LEDs viele verschiedene Leuchtmuster einstellen. So könnt ihr beispielsweise einen Meteoriteneinschlag simulieren, bei welchem sich das Licht schnell nach unten bewegt und beim Erreichen des Bodens die Leuchten an der Unterseite und im Gehäuse plötzlich aufhellen. Insgesamt stehen euch zwölf solcher Effekte zur Verfügung. Für Abwechslung ist also gesorgt. Gefallen hat uns auch der Modus, bei welchem sich das Leuchten an die Geräusche von Anwendungen anpasst. Spielt ihr beispielsweise ein Action-Spiel und habt eine laute Explosion verursacht, wird diese mit einem stärkeren Leuchten belohnt.

Mit Mystic Light könnt ihr euren PC auf verschiedene Arten strahlen lassen.

Leider kann man sich hier nicht genug austoben. Man ist auf die vorgegebenen Lichteinstellungen beschränkt und kann selbst kaum Einfluss auf diese nehmen. Das ist vor allem schade, weil die LED durch ihr Muster sehr einzigartig ist. Sie leuchtet nicht zu extrem, ist aber auch nicht zu zurückhaltend. MSI hat hier einen gesunden Spagat hinbekommen.

Test: Infinite A VR7RD-002DE von MSI

Die LED wirft ihr Muster auch auf dem Boden, was vor allem in dunklen Räumen gut aussieht.

Damit ihr euch ein besseres Bild von den Leuchtmustern der LED machen könnt, haben wir für euch ein Video parat. Dieses zeigt das Licht in Aktion:

Anschlüsse

Der MSI Infinite A liefert euch alle Anschlüsse, die ihr braucht. An der Front befinden sich drei USB-Stecker (einer davon USB Typ-C). Neben den obligatorischen 3,5 mm Klinkenöffnungen für Kopfhörer und Mikrofone befindet sich hier auch ein VR-Link Ausgang. Dies ist hilfreich, wenn ihr eure VR-Brille anschließen wollt, da ihr hier nur vorne das HDMI-Kabel anschließen müsst. Die Rückseite stellt insgesamt sechs USB-Schnittstellen zur Verfügung. Nebenbei befinden sich an der Grafikkarte auch drei Display Ports, ein HDMI Anschluss sowie ein DVI-D Eingang. Falls ihr mehrere Bildschirme benutzen wollt, seid ihr hier also eigentlich gut bedient. Leider unterstützen viele Monitore gegenwärtig nur HDMI und DVI, weshalb ihr beim Kauf auch auf einen Display Port achten solltet. Vor allem, wenn ihr mehr als zwei gleichzeitig verwenden wollt. Auch den VR-Link Eingang findet ihr hier.

Test: MSI Infinite A VR7RD-002DE

 

Leistung

Angetrieben wird der Infinite A von einem Intel Core i7-7700 Prozessor. Dieser bietet mit seinen vier Kernen bis zu 4,20 GHz Takt und stemmt damit alle aktuellen Spiele problemlos. Dank Hyperthreading sind auch anspruchsvolle Multimediaaufgaben wie Videobearbeitung keine große Sache. Für die grafische Darstellung sorgt eine GTX 1070 in MSIs hauseigener GAMING 8G Ausführung. Diese taktet mit maximal 1797 MHz und sorgt damit für Power unter der Haube. Der 8 GB große GDDR Videospeicher ist auch für die nächsten Jahre noch mehr als ausreichend. Zukunftssicher ist der Infinite A allemal. Beide Komponenten ergänzen sich sehr gut. Einen leistungssenkenden Flaschenhals gibt es hier nicht. Vier RAM-Riegel mit insgesamt 16 GB Arbeitsspeicher lassen auch keine Wünsche offen. Mit diesen kommt ihr die nächsten Jahre noch garantiert über die Runden.

Test: Infinite A VR7RD-002DE von MSI

Auch wenn ihr nicht die Glaswand nutzt, könnt ihr eure GTX 1070 bewundern.

Benchmarks

Doch genug zur Theorie. Schauen wir uns mal an wie gut sich die Rechenmaschine in der Praxis schlägt. Hierfür haben wir Benchmarks zu Overwatch, Prey, Playerunknown’s Battlegrounds und Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands gesammelt.

Alle Benchmarks wurden mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln durchgeführt.

Overwatch

 Overwatch ist zwar schon etwas älter, weißt aber eine große Beliebtheit auf. Deswegen haben wir den Online-Shooter mit dem Infinite A getestet. In den Grafikeinstellungen wählten wir das Pre-Set „Episch“.

Pre-Set Episch, 1920 x 1080 Pixel
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
77 131 109,2

 

Prey

Bethesdas aktuellen Genremix aus Action-Adventure, Survival Horror und Shooter stemmt unser Test-Rechner mit Leichtigkeit. Als kurze Randnotiz: Prey läuft mit einem Frame-Cap bei 144 fps. Die GTX 1070 hätte diesen Wert aber übertroffen.

Pre-Set Sehr Hoch, 1920×1080 Pixel
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
89 145 125,5

 

Playerunknown’s Battlegrounds

PUBG kam aus dem Nichts und eroberte die Spielelandschaft schlagartig. Deswegen gehört der Titel bei einem Benchmark zum Pflichtprogramm. Da das Spiel eher schlecht optimiert ist, benötigt es auch entsprechend viel Leistung. Spielbar ist es trotzdem sehr flüssig.

Maximale Grafikeinstellungen, Auflösung von 1920×1080
Minimale Bilder pro Sekunde Maximal Bilder pro Sekunde Durchschnittliche Bilder pro Sekunde
27* 128 68,3

 

*Hinweis: Die 27 Bilder pro Sekunde waren nur kurz nach dem verlassen der Lobby zu messen. Im spiel betrug unser Mindestwert 45 fps.

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands

Hier haben wir den spielinternen Benchmark laufen lassen. Die Grafikeinstellungen beliefen sich auf dem Pre-Set „Ultra“

Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands

Mit durchschnittlich 48 fps läuft Ghost Recon Wildlands noch gut spielbar. Das Pre-Set High bringt noch einmal eine ordentliche Steigerung der Performance mit sich.

Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands

Hier spielen wir mit mindesten 75 fps auch bei rechenintensiven Szenen absolut flüssig.

Wie man an den Ergebnissen erkennen kann, laufen aktuelle Titel sehr flüssig. Auch für die Zukunft ist der Infinite A gut gerüstet. Insbesondere wenn man in einer Full HD Auflösung spielt.

MSI Command Center

MSI liefert euch zum Infinite A das eigene Command Center. Dieses Programm hilft euch beispielsweise dabei, die Lüfter zu steuern oder einzelne CPU-Kerne zu übertakten, um auch noch das letzte Fünkchen an Leistung aus dem i7-7700 zu kitzeln. Die Bedienung ist hierbei sehr einfach und auch das Interface wurde übersichtlich gestaltet. So hat fast alles einen großen Regler mit selbsterklärender Beschriftung. Anfänger kommen hier also gut zurecht. Nebenbei bietet das Programm auch die Funktion wichtige Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten aufzuzeichnen. Somit könnt ihr euch genau ansehen, wie das System auf die Übertaktung reagiert. Zusätzlich ist eine Art Alarmanlage enthalten. In diese könnt ihr selbst Werte eintragen. Werden diese überschritten, warnt euch das Command Center.

Test: Infinite A VR7RD-002DE von MSI

Das Command Center hilft euch beim Übertakten und überwacht eure Hardware

Speicher

Für eure Daten habt ihr zwei Festplatten zur Verfügung. Zum einen hätten wir die 256 GB große SSD. Diese bietet genug Raum für das Windows 10 Betriebssystem, ein paar eurer Lieblingsspiele und Multimediaprogramme. Etwas mehr Platz wäre für den Preis des Rechners zwar nett gewesen, im Großen und Ganzen reicht sie aber fürs Erste. Euer Massenspeicher bildet eine klassische 3,5 Zoll HDD mit 2 TB. Falls ihr auf dem Rechner nur Spiele lagern wollt, könnt ihr dies hier zur Genüge tun. Bis die Platte voll ist, dürfte einige Zeit vergehen. Um die Leistung der Festplatten zu messen, haben wir sie dem Crystal Disk Mark unterzogen

Die 2 TB HDD leistet erstaunlich gute Arbeit. Sie liest und schreibt Daten ordentlich schnell und ist ein guter Massenspeicher.

 2TB HDD Lesen Schreiben
Sequenziell 224,8 MB/s  218,5 MB/s
Sequenziell Q32 T1 227,7 MB/s 220,8 MB/s
4K 0,624 MB/s  1,375 MB/s
4K Q32 T1  1, 466 MB/s 1. 302 MB/s

Die 256 GB SSD Festplatte des Infinite A ist sehr gut gewählt. Sie arbeitet extrem flott und erspart euch nervige Ladezeiten beim Start von Windows oder eurer Lieblingsanwendungen.

 2 TB HDD Lesen Schreiben
Sequenziell 1188 MB/s  604,2 MB/s
Sequenziell Q32 T1 1568 MB/s 592,7 MB/s
4K 36, 42 MB/s 160,6 MB/s
4K Q32 T1 288,2 MB/s 456,2 MB/s

Lautstärke und Wärmeentwicklung

MSI wirbt mit einem starken und sehr leisen Silent Storm 3 Kühlsystem, welches Netzteil, Grafikkarte und Prozessor gleichermaßen bei niedrigen Temperaturen halten soll. Dieses ist auch wirklich nur sehr leise wahrnehmbar. Dabei ist es egal, ob unser Rechenknecht unter Vollast arbeiten musste oder nur im Idle lief. Sucht ihr einen leisen Rechner, welcher auch beim Arbeiten nicht zu laut und störend ist, seid ihr beim Infinite A an der richtigen Adresse. Falls ihr nun glaubt, dass die geringe Geräuschkulisse auch eine schlechte Kühlung bedeutet liegt ihr falsch. Im Leerlauf wurde die CPU höchstens 40 Grad warm. Bei der GTX 1070 liegen die Höchstwerte bei 44 Grad. Diese Ergebnisse sind eher im Mittelfeld anzusiedeln. Wo die Luftkühlung des Infinite A wirklich punktet ist bei Betrieb unter Vollast. Hier erreichen beide Komponenten relativ ähnliche Werte. Grafikkarte und Prozessor werden maximal 69 Grad heiß. Das ist ein guter Wert, welcher einem noch genug Freiraum zur Übertaktung übrig lässt. Die Kühlung kann damit durchwegs überzeugen.

Datenblatt

Zum Abschluss hier noch einmal die wichtigsten Daten das MSI Infinite A

 

Grafikkarte MSI GeForce® GTX 1070 GAMING 8G mit 8 GB GDDR5 VRAM
Prozessor Intel® Core™ i7-7700 mit maximalen Takt von 4,20 GHz
Arbeitsspeicher 16 GB Ram (4×4 Ram Riegel)
Mainboard
MS-B915 Military Class IV
Festplatten 256 GB SSD, 2 TB 3,5 Zoll HDD
Kommunikation WLAN: 801.11ac/a/b/g/n (Intel® Dual Band Wireless-AC 3168)

LAN (RJ45): GBit LAN 10/100/1000 (Realtek 8111H)

Bluetooth: Ver. 4.2

Betriebssystem Microsoft Windows 10 Home
Netzteil 550 Watt (80 Plus Bronze Zertifikat)
Anschlüsse Vorne: 1x USB 3.1 Type C, 1x USB 3.1, 1x USB 2.0, 2x Klinkenanschluss für Kopfhörer und Mikrofon, CD/DVD Laufwerk. VR Link HDMI Ausgang

Hinten: 1x USB 3.1 Type C, 3x USB 3.1, 2x USB 2.0, 3x Klinkenanschluss für Kopfhörer und Mikrofon, 3x Display Port 1.4, 1x HDMI 2.0, 1x DVI-D, 2x PS/2

Habt ihr interesse am Infinite A bekommen, dann schaut auf jeden Fall auf der offiziellen Seite von MSI vorbei. Hier findet ihr alle Infos zum Rechner. Kaufen könnt ihr ihn euch für ca. 1900€.

Klasse Verarbeitung und Optik
Enzigartige LED...
Gute Leistung
Zukunftssicher
Schnelle Festplatten
CD-Laufwerk wirkt sehr instabil
...mit der man noch nicht viel anstellen kann
Nur ein HDMI-Anschluss

Stefan L.

Der MSI Infinite A VR7RD-002DE bietet viel Leistung und verbindet diese mit einem tollen, einzigartigen Design. Letzteres bildet das Highlight des Rechners. Das Gesamtpaket sieht nicht zu übertrieben aus, wie es bei Gehäusen ja häufig der Fall ist. Auch die LED sticht ins Auge, weshalb es auch schade ist, dass man so wenig mit ihr anstellen kann. Neue Updates für Mystic Light wären hier wünschenswert. Aktuelle Spiele sind mit der GTX 1070 und dem i7 7700 überhaupt kein Problem. Hier werdet ihr auch noch für lange Zeit genug Power haben, um die neuesten Blockbuster schön und flüssig spielen zu können. Der Infinite A ist eine schöne Maschine, dessen Preis mit ca. 1900€ auch noch in einem akzeptablen Bereich liegt. Falls euch das Design jedoch gar nicht zusagt, könnt ihr euch günstigere Alternativen suchen.
Test: Matterfall Test: Agents of Mayhem
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