Test: Qwinto – Das Kartenspiel

In der letzten Zeit haben vermehrt kleine Spiele den Weg in den Handel gefunden, bei denen Würfelergebnisse auf einem Block eingetragen werden. Zu den prominentesten Vertretern gehören hier Spiele wie Qwixx oder auch Qwinto. Zu letzteren gibt es jetzt eine Kartenspiel-Adaption, welche die Würfel als zentrales Spielelement komplett wegrationalisiert. Trotz dieser auf den ersten Blick starken Veränderung, wurde am bewährten Spielprinzip in weiten Teilen festgehalten.

Beim Blick in die kleine Spielschachtel, können wir feststellen, dass der bekannte Ankreuzblock weiterhin mit im Spiel ist. Praktischerweise liegen dem Spiel auch gleich vier kleine Bleistifte samt Radiergummi bei. Die Würfel entfallen wie erwähnt in dieser Qwinto-Variante und wurden durch insgesamt 32 Spielkarten ersetzt.

Bekanntes Spielprinzip bleibt erhalten

Auf dem Ankreuzblock befinden sich drei Reihen in den Farben orange, gelb und violett. Während sich bei Qwixx in diesen Reihen vorgegebene Zahlenwerte befinden, wurden bei Qwinto auf dem Papier keine Zahlen voreingetragen. Ihr findet also drei gänzlich leere Reihen vor, die ihr, nach ein paar vorgegebenen Regeln, selbst mit Zahlen bestücken müsst.

Zu beachten ist dabei, dass ihr die Zahlen nur in aufsteigender Reihenfolge in die drei Reihen eintragen dürft. Dabei dürft ihr allerdings beliebig Lücken zwischen den eingetragenen Zahlen lassen und diese erst später füllen. Es zählt einzig und allein, dass die numerische Reihenfolge auf eurem Blatt stimmig ist. Beim Eintragen der Zahlen selbst dürft ihr kreuz und quer auf eurem Blatt hin und her springen.

Beim Ausfüllen müsst ihr allerdings nicht nur die drei farbigen Reihen im Blick behalten. Auch die Spalten haben eine nicht unerhebliche Bedeutung. In einer Spalte darf keine Zahl mehr als einmal auftauchen. Da die drei Reihen etwas versetzt zu einander angeordnet sind und außerdem auch jeweils ein gesperrtes Feld enthalten, ergeben sich so 2er- und 3er-Spalten. Jede Spalte, in die sich drei Zahlen eintragen lassen, enthält ein Bonusfeld, das am Spielende Bonuspunkte herausspringen lässt.

Kartenlegen im kleinen Raster

Die Zahlen kommen über die Karten ins Spiel. Im Kartenstapel befinden sich mit Orange, Gelb und Violett die Farben, die es auch auf dem Ankreuzblock gibt. Mit Grau kommt noch eine vierte neutrale Farbe hinzu. Jede Farbe verfügt über die Ziffern von 0-6 sowie eine Karte mit einem Wert von -2. Zunächst legt ihr vier Karten in einem kleinen Raster von 2×2 Karten in der Tischmitte aus. Jeder Spieler erhält jetzt noch drei Handkarten und schon geht es los.

Seid ihr am Zug, legt ihr eine eurer Handkarten auf eine beliebige Karte im ausliegenden Raster. Nun zählt ihr die Zahlenwerte der ausgespielten sowie der beiden benachbarten Karten zusammen und schon habt ihr das Endergebnis. Von Interesse sind jetzt außerdem noch die Farben dieser drei Karten. Das Endergebnis dürft ihr jetzt nämlich nur in eine der Reihen einsortieren, die farblich zu einer der drei beteiligten Karten passt. Graue Karten zählen dabei nicht als Farbe, insofern ist sie auch auf eurem Block nicht vertreten.

Wieder ein Spiel ohne Wartezeiten

Alle Spieler, nicht nur der aktive, dürfen das Ergebnis nun in eine Reihe eintragen, sofern sich die passende Farbe unter den beteiligten Karten befindet. Ihr müsst also nicht immer darauf warten bis ihr wieder an der Reihe seid, um euch am Spiel zu beteiligen. Wartezeiten fallen gänzlich weg, ihr habt immer eine Chance, auf eurem Blatt ein Kreuzchen zu machen.

In der Rolle des aktiven Spielers habt ihr dank des Karteneinsatzes auch mehr Kontrolle über das Spiel als es noch beim Würfelspiel der Fall war. Habt ihr zwei Karten mit dem gleichen Zahlenwert auf der Hand, dürft ihr diese sogar beide ausspielen. Nach dem Legen der ersten Karte dürft ihr jetzt noch eine zweite Karte mit dem gleichen Wert auf ein benachbartes Feld positionieren. Ausgehend von der zuletzt gelegten Karte ermittelt ihr nun wie gewohnt den Endwert. Durch diese Option gibt euch das Spiel noch einen Hauch zusätzliche Kontrolle über den Verlauf.

Zugzwang für den aktiven Spieler

Als aktiver Spieler seid ihr dabei allerdings immer in Zugzwang. Ihr müsst also entweder einen Wert auf eurem Blatt eintragen oder aber ihr nehmt einen Fehlwurf in Kauf, der am Spielende mit fünf Minuspunkten bestraft wird.  Das Spiel endet, sobald ein Spieler zwei Reihen komplett ausgefüllt oder aber die maximale Anzahl von vier Fehlwürfen erreicht hat. Danach kommt es zur Auswertung.

Auch diese ist in wenigen Sekunden durchgeführt. Jede vollständig ausgefüllte Reihe gibt euch die Punktzahl, die ihr ganz rechts eingetragen habt. Maximal 18 Punkte könnt ihr auf diese Art pro Reihe erreichen. Für nicht abgeschlossene Reihen gibt es deutlich weniger Punkte. Ihr zählt einfach nur die Anzahl der ausgefüllten Felder zusammen. Für jedes Feld gibt es einen Punkt. Weiterhin gibt es Sonderpunkte für alle komplett ausgefüllten 3er-Spalten. Ein Feld jeder dieser Spalten hat eine fünfeckige Form. Die Zahl, die sich in diesem Feld befindet, dürft ihr euch als zusätzliche Punktzahl notieren. Letztlich werden noch etwaige Fehlwürfe vom Ergebnis abgezogen.

Eine Partie dauert in der Regel nicht viel länger als 15-20 Minuten. Da alle Spieler immer gleichzeitig agieren können, spielt da auch die Zahl der Teilnehmer keine große Rolle. Mit einer leicht abgeänderten Regel könnt ihr das Qwinto-Kartenspiel sogar alleine spielen. Qwinto – Das Kartenspiel steht ab sofort im Handel und kostet ungefähr 8€.

mehr Kontrolle über Spielverlauf als beim Original
schnell erklärt
kommt ohne Wartezeiten aus
keine neue Spielidee

Sebastian Hamers

Nicht umsonst erfreuen sich Spiele wie Qwixx großer Beliebtheit. Wenn euch Spiele dieser Art gefallen, dann macht ihr auch mit dem Qwinto-Kartenspiel nichts verkehrt. Dank des Einsatzes von Karten statt Würfeln, erhaltet ihr sogar noch ein wenig mehr Kontrolle über das Spiel. Der Glücksfaktor wurde also leicht entschärft. Ansonsten bietet das neue Qwinto alle Stärken des Originals. Es ist schnell, leicht zu erlernen, transportabel, eignet sich für Spieler aller Altersklassen und macht nicht zuletzt ziemlich viel Spaß.
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