Test: Shadow Tactics: Blades of the Shogun

Test: Shadow Tactics: Blades of the Shogun

Schattenspiele, Tricks und Kills – Das ist Shadow Tactics

Shadow Tactics ist ein Echtzeit-Strategie-Spiel mit Fokus auf Taktik und Stealth. Es ist schon länger für den PC erhältlich und hat nun auch seinen Weg auf die Konsole gefunden. Für 49,99€ könnt ihr in den Stores der jeweiligen Konsole zuschlagen. Solche Genre-Mischungen sind nicht sonderlich selten, aber für uns gehört das Spiel zu den Top Favoriten für Gehirnakrobaten mit Vorliebe zum Meucheln. Warum das so ist? Das haben wir in diesem Test für euch zusammengefasst. Aber vorerst möchten wir euch noch den Trailer der Konsolen-Version zeigen.

 

Grafik und Sound

Das Spiel überrascht direkt zu Beginn durch eine vergleichsweise eigenwillige grafische Darstellung. Das ist keinesfalls abwertend gemeint. Die Grafik ist wirklich gut und bietet die Möglichkeit, uns in allen Perspektiven zurecht zu finden – auch wenn da die Steuerung recht komplex ausfällt. Der Sound ist stimmig und wir hören im Spiel immer wieder die typisch ursprünglichen Instrumente des alten Japan Das Ganze ist also sehr schön und stimmig verpackt. Alles in allem lassen uns die Gespräche und gerade die Zwischensequenzen tiefer in die Geschichte eintauchen, in der das Shogunat die Oberhand hatte. Kommen wir noch kurz zur Vertonung der Charaktere: Die Spracheinstellung gibt es, auch hier zu Lande, nur auf Englisch und Japanisch. Allerdings hat das Spiel deutsche Untertitel. Diese sind manchmal schwer zu verfolgen, wenn die Charaktere gerade ein kleines Kaffeekränzchen und eine Klatschparty auf dem Feld halten möchten, während ihr eigentlich schon den nächsten Feind gerade im perfekten Moment ausschalten könntet. Bis auf diesen Aspekt haben wir allerdings die Zwischenszenen genossen, die uns das Wichtigste erzählen, was wir wissen müssen.

Gameplay und Steuerung

Test: Shadow Tactics: Blades of the Shogun

Mugen und seine Sake Flasche

Okay, bei diesem Punkt wird es wirklich etwas eigen. Shadow Tactics, alleine schon der Name beschreibt im Grundlegenden schon perfekt das Spiel. Bleibt im Schatten, agiert taktisch. Hau-drauf-Veteranen oder Action-Shooter-Freunde werden sicherlich keinerlei Spaß an dem Game finden – das schon mal vorweg. Vielmehr geht es darum, seine doch sehr unterschiedlichen Charaktere perfekt in Szene zu setzen. Dabei ist selbst das kleinste Detail wichtig. In einem Menü könnt ihr euch über die einzelnen Fähigkeiten informieren. Wichtig zu wissen ist vor allem: Wie schnell kann ein Charakter einen Gegner im Nahkampf töten? Wie schnell kann dieser eine Leiche verschwinden lassen? Alles Aspekte, die es zu beachten gilt, wenn man wirklich erfolgreich sein möchte. Besonderes Augenmerk beim Gameplay liegt auf den Feinden. Diese haben sehr unterschiedliche Eigenschaften und einen sogenannten Sicht-Kegel. Was man wissen sollte ist, dass sich eben dieser Sicht-Kegel manipulieren lässt. Etwa durch Fähigkeiten wie auch die Umwelt. Versteckt ihr euch im Gebüsch, seid ihr nahezu unsichtbar. Es sein denn die Gegner suchen euch. Durch das Verschanzen hinter Mauern und leerstehenden Häusern könnt ihr euch ebenfalls vor den Blicken des Gegners verstecken. Dazu kommen wir später noch einmal.

Das Spiel bietet uns also eine satte Herausforderung in Sachen Stealth. Euch erwarten viele, schier unlösbare, Aufgaben. Wir versichern euch aber, es sind alle schaffbar, wenn man sich erst mit der Steuerung abgefunden hat. Diese ist alles andere als leicht zu erlernen. So müssen wir beispielsweise die LT-Taste gedrückt halten, um die Kameraperspektive zu drehen bzw. zu zoomen. Das Ganze ist gar nicht so einfach, wenn man sich nicht vernünftig umsieht und denkt, man kann alles aus einer einzigen Perspektive schaffen. Tja, dann habt ihr eben ein weiteres Mal leichtsinnig verloren und müsst beim letzten, selbst angelegten, „Checkpoint“ starten. Das ist ein nettes Feature, mit dem wir uns jederzeit bis zu drei Schnellspeicherpunkte anlegen können. Wenn eine Mission scheitert, könnt ihr wählen, ab wann ihr wieder einsteigen möchtet – sehr hilfreich. Das erspart euch auch ein wenig das lästige Wiederholen von festgelegten Checkpoint wie in anderen Spielen.

Die Helden im Überblick

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Die fünf Helden

Wie schon erwähnt, habt ihr in dem Spiel fünf Helden zur Verfügung. Diese haben unterschiedliche Fähigkeiten und sind generell, jeder für sich, sehr interessante Charakter mit eigenen Vorzügen. Wir haben euch einmal eine kleine Übersicht dazu gestaltet:

  • Hayato, ein agiler Ninja, und vermeintlicher Anführer, der sich meist lautlos fortbewegt und seine Gegner mit Schwert und Shuriken geräuschlos ausschaltet. Zudem ist er meist nur am Geld und nicht an dem Sinn und Zweck der Mission interessiert – was ihn gefährlich und zugleich unberechenbar macht.
  • Mugen, der Samurai,  er bevorzugt eine offensivere Methode und kann mehrere Feinde gleichzeitig bezwingen, jedoch mangelt es ihm dafür an Beweglichkeit. Zudem kann er zwei Leichen oder niedergeschlagene Personen zeitgleich tragen und verstecken. Er hat auch immer ein Fläschchen voll mit Sake dabei, was dazu dient, simple Wachen oder Zivilisten abzulenken. Er ist dem Shogun treu ergeben und handelt zumeist im Namen des Herrschers.
  • Aiko, die Künstlerin, mit einem recht schlichten Auftritt, in der vierten Mission, rechnet niemand damit, dass sie eine der wichtigsten Charaktere in eurer Taktik sein wird. Sie kann sich in ihrem Umfeld mit Verkleidungen, die sie allerdings erstmal finden muss, einen enormen Vorteil verschaffen. Zudem steht ihr ein Niespulver zur Verfügung, das kurzzeitig den Sichtkegel des Gegners um fast das Dreifache kürzen kann.
  • Yuki, das Mädchen von der Straße, sie kann Fallen stellen und Feinde in ihr Verderben locken. Letzteres mit einer kleinen Vogel-Pfeife. Ihr könnt damit Feinde in eurer Umgebung in die Richtung locken, in der ihr sie haben wollt. Aber Vorsicht: Sie werden es als Bedrohung ansehen und die Suche nach euch einleiten. Yuki ist eine große Bewunderin der Shinobi (Ninja) und sieht in Hayato so eine Art von Sensei, auch wenn dieser zu Beginn dieser Rolle überhaupt nichts abgewinnen kann.
  • Der mysteriöse Takuma, ein Scharfschütze, alt und klapprig, von außen leicht zu unterschätzen. Seine Augen scheinen die eines Adlers. Jeder Schuss ein Treffer. Er experimentiert gerne an Bomben, Schusswaffen und allem anderen was explodiert. Zudem hat er einen vierbeinigen Begleiter, Tanuki Kuma, mit dem wir Gegner ablenken können.

 Samurai, Ninja, Kunoichi, Straßenkind und ein alter Mann

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Mimimi Production hat ein wirkliche tolle Leistung hingelegt

Das Spiel entführt uns die frühe Edo-Periode. Wir steuern ein Team von tödlichen Spezialisten. Jeder ist auf seine eigene Art und Weise in die Geschichte verwickelt. Diese erklärt sich im Laufe von Shadow Tactics und nahezu keine Fragen bleiben dabei offen. Wir haben jederzeit eine freie Auswahlmöglichkeit wie wir mit den Charakteren verfahren. So nutzen wir die Stärken unserer Helden, sofern wir sie in der Mission dabei haben, um mächtige Festungen, verschneite Bergkloster oder geheime Lager in der Wildnis zu infiltrieren. Dabei stehlen wir Pläne, sabotieren die Gegner durch das Ausschalten von Anführen oder haben ein anderes Ziel wie etwa das Öffnen von Toren um die Armee des Shogunats zum Sieg zu führen.

Wir müssen allerdings auch gut und sorgfältig planen, ob wir Fallen legen, den Gegner täuschen oder überlisten möchten. Wichtig ist jedoch eines: Bleibt immer im Schatten – denn der Gegner ist übermächtig. Die Truppe besteht aus sehr unterschiedlichen Charakteren, von denen sich jeder seinen persönlichen Dämonen stellen muss. Eine wirklich gute Zusammenarbeit scheint zu Beginn fast unmöglich. So hielten sich Hayato und Mugen, die ersten beiden Charaktere die man trifft, nicht für sehr kompetent. Durch die folgenden Missionen beginnen sie langsam einander zu vertrauen und sogar Freundschaft zu schließen. Jeder Held bietet uns zudem eigene Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten.

Die Helden unterscheiden sich nicht nur von den Fähigkeiten und dem Wesen voneinander, sondern auch von der Fortbewegung. Während Yuki, Aiko und Hayato schwimmen und klettern können, so haben Takuma und Mugen ,die nur Leitern besteigen und auch nicht schwimmen können, sogar noch weitere Nachteile in der Fortbewegung. Die beiden sind recht unbeweglich und nur sehr langsam in ihren Fortbewegungen, bei denen sie auch noch ein Heidenlärm machen.

Alle Charaktere bekommen im Laufe der Geschichte immer mehr neue Ausrüstung und Fertigkeiten spendiert wie etwa eine kleine Lunten-Schloss-Pistole für den Unterarm. Mit dieser könnt ihr zwar massiven Schaden anrichten, aber sie ist auch mehr als nur laut, daher, mit Bedacht einzusetzen.

Die Schurken im Überblick

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Feindliche Samurai bei einer Exekution

Wie auch die Helden einzigartige Fähigkeiten haben, so haben auch die Feinde verschiedene Verhaltensmuster und Stärken. Die müsst ihr zwingend in eure Planung mit einrechnen. Sonst geht ihr sehr schnell auf die Bretter.

  • Zivilisten: Diese alarmieren Wachen in der Nähe, greifen aber nie selbst an.
  • Wachen: Können durch Steinwürfe, Pfeife und alles andere Manipuliert werden und sind nicht sonderlich erpicht darauf, euch überhaupt zu finden. Sie lassen also schnell von ihrer Suche ab
  • Strohüte: Extrem diszipliniert bewegen sie sich niemals von ihrer Position weg. Maximal durch das Niespulver und den Steinwurf lassen sie sich aber nur sehr kurz mal eben ablenken.
  • Samurai: Die feindlichen Samurai können Verkleidungen erkennen und geben auch bei der Suche so schnell nicht auf. Das größte Problem ist es, dass diese auch nur durch den „hauseigenen“ Samurai zur Strecke gebracht werden können. Es sei denn, man hat ein paar Bomben. Solltet ihr sie mit einem anderen Charakter angreifen, folgt ein fürchterlicher Konter, der euch sofort plätten wird.

In Shadow Tactics sind die Gegner wirklich von der übelsten Sorte. Neben den Spezialisierungen der einzelnen Feind-Typen haben jedoch alle eine Fähigkeit gemeinsam. Der Sicht-Kegel, den wir vorhin schon erwähnt haben. Dieser wird uns erst angezeigt wenn wir uns einer Analyse des Schlachtfeldes widmen. So überfliegen wir mit der Kamera einmal unser Missionsgebiet und sehen in welche Richtung der einzelne Gegner blickt. Diesen sollte man auch des öfteren nutzen, um auch herauszufinden, ob sich Wachen gegenseitig ablenken oder wohin möglicherweise eine Patrouille umherstreift. Gibt es unter Umständen Ecken, wo die Sicht schlechter ist, werden euch diese als gestrichelte Linie angezeigt oder hat er gar komplett „Blinde“-Bereiche, so sind diese ausgegraut. Wenn ihr schleicht könnt ihr durch die gestrichelten Linien durchhuschen. Solltet ihr allerdings in diesem Bereich jemand umbringen wollen, so ist euch davon abzuraten. In einem blinden Bereich könntet ihr allerdings tun und lassen was ihr wollt. Wie schon erwähnt lässt sich der Sichtbereich der Feinde einschränken und umlenken dank diverser Fertigkeiten der einzelnen Helden.

Der Schattenmodus

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Im Schnee verraten euch auch eure Schritte

Das hilfreichste Tool, was euch zur Verfügung steht, ist der Schattenmodus. Dieser ermöglicht euch einen großen taktischen Plan zu bauen. Wenn ihr eure Charaktere in passende Positionen gebracht habt und nun von verschiedenen Seiten angreifen wollt, dann könnt ihr das gut planen. In diesem Modus könnt ihr euren Charakter bewegen und neue Wege suchen, ohne dass er sich dabei tatsächlich bewegt. Das klingt komplex und das ist es auch. Der Schattenmodus teilt sich in zwei Kategorien auf:

  • Planen: Hierbei bewegt ihr nur eine Silhouette, die euch anzeigt, welche Aktion der gewählte Charakter ausführen soll. Ihr könnt für beliebig viele Helden planen. Ob nur zwei zu eurem gewitzten Plan oder alle fünf dazugehören, das bleibt komplett euch überlassen. Habt ihr euren Plan, dann geht es ans Ausführen. Bei der Planung könnt ihr so ziemlich alles verwenden. Ob  ihr nun euren Charakter anweist, einfach nur die Position zu wechseln, während ein anderer die Wachen ablenkt oder ob ihr einen hinterhältigen Doppelmord oder gar ein fünffaches Massaker ausführen möchtet: Ihr entscheidet selbst.
  • Ausführen: Habt ihr euren Schatten, also die Silhouette, ausgerichtet und der betroffene Charakter weiß was er zutun hat, dann reicht ein simpler Knopfdruck und ihr seht, ob euer Plan funktioniert oder wie ihr nacheinander abgeschlachtet werdet.

Auch Wenn euch der Modus gerade zu Beginn mit nur zwei Charakteren noch sehr unsinnig erscheint: Erst im späteren Verlauf mit 3-5 Charakteren entfaltet dieser seine Wirkung und lässt euch wirklich unglaubliche Kombination hinlegen.

  • 11.08. um 11:49
Fünf völlig unterschiedliche Charaktere mit einzigartigen Fähigkeiten
Herausfordernd
Überraschende Story
Komplexes Handling
Nur drei Schwierigkeitsgrade, von denen selbst der erste schon schwer ist

TT

Über Shadow Tactics kann man eigentlich nur Gutes sagen. Das Japanische Setting überzeugt vollends und lässt keine Wünsche offen, wenn man sich vor Augen hält, in welchem Genre es spielt. Durch raffiniertes Taktieren und Vorausplanen ist das Spiel einfach perfekt geeignet für jeden, der sich geistig so richtig auspowern möchte. Die Geschichte ist zwar nicht allzu komplex, aber doch recht spannend. Die allgemeinen Action- und Shooter-Spieler werden sich möglicherweise ärgern um die 49,99€, die sie für das Spiel hingelegt haben oder hätten. Für alle, die ein hohes taktisches Niveau und strategisches Planen mögen geben wir eine glasklare Kaufempfehlung.
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