Test: WipeOut Omega Collection

WipeOut gehört zu Sony wie Uncharted oder God of War. Und so konnte bisher jede Sony Konsole bisher immer mit einem coolen Titel der Reihe glänzen. Nur die PS4 galt bisher als Ausnahme dieser Regel. Dank der WipeOut Omega Collection hat sich dieser Umstand nun endlich geändert.

Mit der WipeOut Omega Collection erscheint eine Sammlung aus den letzten Spielen der Serie exklusiv für die PlayStation 4. Diese beinhaltet WipeOut 2048 von der PS Vita und WipeOut HD Plus Fury von der PS3. Hierbei sind in der Collection keinerlei neuen Inhalte, sondern nur reine Remastered-Versionen der älterer Ableger. Lohnt sich ein Kauf der überarbeiteten Versionen für Fans und Neulinge also überhaupt oder ist die WipeOut Omega Collection nur eins von vielen recycelten Spielen, die derzeit im Umlauf sind?

WipeOut ist die personifizierte Vorstellung eines futuristischen Rennspiels: Unfassbar schnelle Flitzer ohne Räder auf krassen Sci-Fi-Strecken. Was seit der Veröffentlichung des ersten Teiles im Jahr 1995 schon immer ziemlich cool war, ist bis heute leider ein Nischenprodukt geblieben. Um das zu ändern, macht die WipeOut Omega Collection vieles richtig, ohne das Rad jedoch neu zu erfinden.

Optisch klasse…

Die WipeOut Omega Collection präsentiert sich auf der PlayStation 4 mit 60 Bildern pro Sekunde und in fabelhaften 1080p, auf der PS4 Pro sogar in nativen 4K. Dass alle Titel schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, mögt ihr nicht für möglich halten, wenn ihr den Racer das erste Mal startet. Noch viel bemerkenswerter scheint diese Leistung beim Blick auf WipeOut 2048, welches ursprünglich von der PS Vita stammt. Dass dies wirklich ein Handheld-Spiel gewesen ist, werdet ihr an keiner Ecke der überarbeiteten Version erahnen können.

Dies gilt ausnahmslos für die komplette Kollektion und so haben die Entwickler jede Menge Mühe, Zeit und Liebe zum Details in die Sammlung gesteckt. Dank neuer knackiger Texturen, neuem Beleuchtungs-Modell, erweiterter Kantenglättung, HDR-Unterstützung und mehr sehen die Spiele so fantastisch aus wie nie zuvor. Nichts wirkt wie von gestern, egal ob Details der Strecken oder Gleiter – alles wirkt eher nach Zukunft.

Damit der Fahrspaß hierbei zu keiner Zeit flöten geht, bekommt ihr bei der Omega Collection felsenfeste 60 Bilder in der Sekunde, egal ob auf PS4 oder PS4 Pro. Die PS4 Pro wartet mit zwei unterschiedlichen Modi auf euch. Einmal mit erhöhtem Motion Blur mit geringer Auflösung und damit skalierten 4K, oder ohne diesen Effekt und nativer 4K-Auflösung. Gerade letzte Option zusammen mit der HDR Unterstützung lässt die Gleiter strahlen wie nie zuvor. Doch egal ob PS4 oder PS4 Pro: Die Rennen laufen super flüssig ab und so ist die WipeOut Omega Collection optisch eine Wucht.

…inhaltlich vor allem Masse

Die gesamte Kollektionen besteht genau genommen aus drei verschiedenen Spielen: WipeOut HD Plus Fury entstand nämlich aus WipeOut Fury und WipeOut Pulse. Dazu gesellt sich dann eben noch die 2048er-Version. Im Menü könnt ihr stets zwischen den verschiedenen Titeln wählen. Die Karrieremodi bieten dabei neben verschiedenen zielbasierten Rennen wie gehabt nicht weiter viel. Keine Zwischensequenzen, von einer Story ganz zu schweigen. Bei Wipeout geht es ums Fahren – nicht mehr und nicht weniger.

Veteranen wissen das alles, neue Spieler sollten hier aber vorgewarnt sein. Des Weiteren gibt es natürlich noch einen Multiplayermodus. Hier dürft ihr entweder mit einem Freund im Splittscreen oder Online gegen bis zu sieben andere Spieler dem Antigravitationssport frönen. Wir müssen aber leider anmerken: Selbst kurz nach Release sind die Online-Server nicht gerade voll mit Geschwindigkeitsfanatikern.

Neben den Rennen an sich stehen die Items und Gadgets im Vordergrund. Neben aufsammelbaren Waffen wie Maschinengewehren, Minen oder Raketen gibt es sogar Schilde zur Verteidigung des eigenen Boliden. Wenn ihr dann noch euer Lieblingsschiff gefunden habt, könnt ihr einen ganz eigenen Spielstil im Game ausleben. Die Rennwagen unterscheiden sich dabei beispielsweise in Geschwindigkeits- und Abwehrwerten. Die Balance zwischen den Fahrzeugen ist unserer Meinung nach hervorragend. Manchmal benötigt ihr einen schweren Flitzer mit viel Verteidigung, manchmal einen richtigen Drifter inklusiver guter Kurvenlage. Mit Fortschritt in den Kampagnen werdet ihr immer mehr coole Gleiter freischalten. Das erhöht die Langzeitmotivation deutlich.

 

Hoher Spaß-Faktor

WipeOut macht genau das, was einen Fun-Racer ausmachen sollte: Euch einen amtlichen Adrenalinschub verpassen. Gerade die Rennen mit Freunden, egal ob Online oder Offline, machen richtig Laune. Hier schöpft die Collection ihr volles Potenzial aus. Es ist einfach umheimlich befriedigend, dem auf Rang Eins liegenden Kontrahenten kurz vor Schluss noch eine Rakete in den Auspuff zu jagen und seinen Platz einzunehmen. Die Karriere fällt im Gegensatz etwas unspektakulärer aus. Die manchmal monotonen Rennen arten stellenweise eher in Gegrinde nach neuen Boliden aus, anstatt Spielspaß zu garantieren. Hier hätten wir gerne neue Inhalte gesehen für mehr Motivation. Kampagnen dieser Art sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

H.P. Baxxter würde es lieben

Der Soundtrack des Pakets ist nahezu perfekt gelungen. Schnelle Techno-, Electro- und Trance-Songs sorgen für genau die richtige Stimmung. Darunter berühmte Interpreten wie Swedish House Mafia, The Prodigy und Boys Noize. Die Musik passt immer zur aktuellen Situation. Oder zeitgemäß: Die Mukke ballert ordentlich und ist voll die Bombe, Oida.

WipeOut Omega Collection – Launch Trailer

Kurzweiliges und spaßiges Gameplay
Tolle Präsentation mit felsenfesten 60 FPS
Viel Umfang
Enormer Multiplayerspaß
Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten
Großartiger Soundtrack
Keine inhaltlichen Neuerungen
Kampagne etwas angestaubt
Langzeitmotivation

Felge

Die WipeOut Omega Collection punktet schon auf den ersten Blick mit ihrer Knalleroptik und dem drückenden Soundtrack. Das Gameplay ist zwar unverändert, funktioniert aber dank der allzeit stabilen 60 Bilder in der Sekunde so fabelhaft wie eh und je. Nur die nicht vorhandenen neuen Inhalte verhindern eine bessere Wertung. Mit der Omega Collection bekommt ihr also für knapp über 40 Euro ein umfangreiches Rennspielpaket im modernen Kleid samt Adrenalinkick.
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