Nicht einmal einen Monat nachdem wir ein Preview über die Betaversion von Namcos Soul Calibur 5 präsentierten, können wir heute unseren Eindruck von der finalen Version veröffentlichen. Das folgende Review basiert auf der uns zur Verfügung gestellten PS3-Version.
Was hat sich gegenüber der Preview getan, was gibt es Neues zu berichten? Nun, mittlerweile ist der Charaktereditor nutzbar und präsentiert sich umfangreich wie eh und je. Was die Erstellung und Modellierung der Spielcharaktere angeht, dürften keine Wünsche übrig bleiben. Der Editor wurde im Vergleich zum vierten Teil sogar nochmals aufgestockt und dürfte momentan konkurrenzlos sein.
In der Review-Fassung stand nun auch der Storymodus zur Verfügung. Gerade Fans der Soul-Calibur-Reihe beäugen mit Argusaugen die Weiterentwicklung der Geschichte, so dass dieser Aspekt wichtiger wiegt als bei anderen Prügelspielen. Die Geschichte findet in Europa um 1607, 17 Jahre nach den Ereignissen aus dem vierten Teil, statt. Der Hauptfokus liegt auf dem Geschwisterpaar Patroklos und Pyrrha. Abwechselnd kämpft man sich als einer von beiden durch die Geschichte. Einige Male muss man auch in die Rolle von Z.W.E.I., einem Werwolf der Söldnertruppe Schwarzwind, schlüpfen. Natürlich dürfen Siegfried und Nightmare in der Story nicht fehlen, spielen hier aber eher eine untergeordnete Rolle.
Zu Beginn ist man als Patroklos auf der Suche nach seiner entführten Schwester und kämpft nebenbei im Auftrag des zwielichtigen Grafen Dumas gegen „Verderbte“, Dämonen in Menschengestalt. Bereits in der ersten Episode wird aber deutlich, dass es sich bei den vermeintlichen Verderbten um völlig unschuldige Menschen handelt. So stellt sich die Frage ob unser „strahlender Held“ einen an der Waffel hat oder einfach über eine überragend schlechte Wahrnehmung und Menschenkenntnis verfügt. Dies gibt der Geschichte eine nette Ambivalenz, die das klassische „gut-böse-Schema“ wohltuend bricht. Die Story beinhaltet zudem eine komplizierte Bruder-Schwester-Beziehung, den titelgebenden ewigen Kampf zwischen den Trägern des „guten“ Soulcalibur und des „bösen“ Souledge, und natürlich das altbekannte Rachemotiv.

Die Story wird in etwa 20 Episoden eingeteilt und hat einen Umfang von circa drei Stunden, was für ein Beat em up ziemlich lang ist. In der Präsentation der Story wurde bei Soul Calibur 5 ein Mix aus animierten Videosequenzen und illustrierten Bildern im Comicstil gewählt, eine stimmige Art der Präsentation. Inhaltlich wiederum gibt es allerdings Grund zum Meckern: War der Storymodus im vierten Teil deutlich zu kurz, ist er dieses Mal zu lang. Zwar ist die Einwebung neuer und alter Charaktere passend bewerkstelligt worden und auch weiß die Story bis etwa zur Hälfte zu unterhalten, wirkt dann aber aufgrund ihrer vermeintlichen Höhepunkte arg konstruiert und dehnt sich dann zäh wie ein Kaugummi – ein Grundkurs in Dramaturgie und sowas wie die Beachtung eines Spannungsbogens hätte hier gut getan.
Seiten:
- Die inhaltliche Ebene. Der Storymodus
- Die Verpackung. Optik, Gameplay und Kampfmechanik

