Ausprobiert: RiftAnalyst

RiftAnalyst logo_blackIhr spielt League of Legends, kommt aber einfach nicht aus dem Gold Rang heraus? Ihr habt ein ganzes Team, aber die Abstimmung bei Ganks passt nicht? Ihr beschäftigt euch mit analytischen Videos zu League of Legends? Dann haben wir genau das Richtige für euch.

Unterbrechen wir mal diese Werbesendung für das Wesentliche. Die spanischen Entwickler von Fluendo haben nämlich mit dem RiftAnalyst ein Tool gebastelt, das euch dabei helfen soll, eure Replays von League of Legends zu analysieren.

Habe ich euch jetzt an der Angel? Sehr gut. Dann mal aufgepasst: Im Folgenden erkläre ich euch, was ihr mit dem Tool alles umsetzen könnt. Wir haben das Ganze nämlich für euch unter die Lupe genommen.

Aus Niederlagen lernen

Vorweg sei gesagt, dass das Tool nur für euch nützlich ist, wenn ihr bereit seid, eure eigenen Aktionen zu reflektieren und Zeit in die Analyse steckt. Das Tool übernimmt diese Aufgabe nicht für euch, es unterstützt euch nur dabei.

Dann könnt ihr zuerst einmal euch den RiftAnalyst einfach auf riftanalyst.com runterladen. Während der Download und die Installation am Machen sind, könnt ihr euch schon mal auf der Seite registrieren. Dies ist erforderlich, um das Tool benutzen zu können. Ihr habt die Wahl zwischen einem freien Account oder der Premiumvariante für 3,99 Euro im Monat.

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist ganz einfach: In der kostenlosen Variante könnt ihr bis zu fünf Summoner-Accounts verlinken, könnt fünf Playlists erstellen, 10 Projekte nebenbei bearbeiten und habt eben ein wenig Werbung. Die mit Kosten verbundene Variante ist da in jedem Bereich unlimitiert.

Habt ihr euer Werkzeug nun einsatzbereit, kann es losgehen. Aber halt, was wollt ihr eigentlich analysieren? Eure Replays im besten Fall oder eben die eurer Vorbilder, Teammitglieder oder einfach irgendwelche. Also müsst ihr euch zunächst Material beschaffen.

Hierzu könntet ihr das LoLReplay2 Tool benutzen oder mit Videoprogrammen eure Games aufzeichnen. Dafür eignen sich die Open Broadcaster Software oder Fraps. Der RiftAnalyst kann dies nicht. Der dient zur Analyse, nicht zur Aufnahme. Zumindest noch nicht, aber dieses Feature soll bereits in Arbeit sein. Wichtig ist, dass ihr am Ende eine .mp4 Datei habt. Zur Not müsst ihr also nochmal konvertieren.

RiftAnalyst neues Projekt

Nur wer fleißig an sich und seinen Fehlern arbeitet, wird Fortschritte machen

Wenn ihr soweit seid, könnt ihr ein neues Projekt starten, eure Videodatei auswählen und quasi ins Tool laden. Dann sucht ihr über die Data Funktion die Daten zum Spiel heraus. Hierfür gebt ihr in dem sich öffnendem Fenster die Namen der beteiligten Spieler ein, stellt das Datum auf den richtigen Zeitpunkt, von wann das Spiel war und ladet die Daten runter. Und schon kann es los gehen.

Solltet ihr die Game Data nicht finden, ist das kein Problem. Ihr könnt trotzdem mit dem Video arbeiten, es dauert dann vielleicht nur etwas länger, da ihr keine sofortige Übersicht habt. Ihr könnt aber auf der Timeline mit der Button-Option links an der Timeline die Daten selber eingeben. So erleichtert ihr euch dann das spätere Bearbeiten an dem Video.

Jeder, der schon mal mit einem Videobearbeitungsprogramm rumhantiert hat, wird sich schnell zurecht finden. Seid ihr nicht so vertraut mit der Materie, empfehlen wir euch, das Handbuch des Programms durchzulesen.

Ansonsten einfach zur Orientierung: Links oben seht ihr euer Replay oder einzelne Sequenzen aus diesem, wenn ihr welche ausgewählt habt. Sequenzen erkennt ihr daran, dass neben dem Play-Knopf ein roter, durchkreuzter Kreis ist. Unten habt ihr eure Timeline, auf der einzelne Aktionen des Spiels eingezeichnet sind.

Rechts habt ihr einmal die Map mit den Ereignissen und eine Liste, aus der ihr eben einzelne Clips zu einzelnen Vorkommnissen im Game heraussuchen könnt. So könnt ihr recht fix zu bestimmten Kills oder Passgen im Spiel hüpfen und müsst diese nicht in der Timeline heraussuchen. Alles in allem ist die Oberfläche recht übersichtlich.

Erschafft eure eigenen Zusammenfassungen und Clips

Habt ihr euch eine Szene rausgesucht, die ihr analysieren wollt, so habt ihr nun mehrere Möglichkeiten. Neben dem Play Button gibt es noch den Stift. Klickt ihr darauf, öffnet sich ein zusätzliches Fenster. In diesem könnt ihr nun eure Kommentare und Zeichnungen ganz einfach und schnell zu dem aktuellen Screenshot hinzufügen und so ganz einfach Bilderreihen erstellen, die die Situation aufklären.

Als zweites könnt ihr den Clip rechts in der Liste auswählen und entweder eine ganze Playlist mit mehreren Szenen erstellen oder nur den einzelnen Abschnitt als Videos rendern. So erstellt ihr kleine Clips, die sich perfekt für euren YouTube-Kanal oder Social Media eignen. Leider hatte ich das Pech, dass mein PC einen Fehler herbeigerufen hat, sodass mir das Rendern der Clips nicht vergönnt war. Das sollte bei euch aber funktionieren.

Stärken und klare Schwächen

Aber deswegen habe ich am Ende leider nur einen kleinen Clip aus meinen Screenshots von einem Spiel von Gemp zusammengebastelt. Aber ich denke, dieser verdeutlicht doch, welche Stärken der RiftAnalyst hat. Aber es zeigt auch die Schwächen des Tools.

Jeder, der erwartet hat, dass nun ein Tool eure Replays schaut und euch am Ende unendliche Statistiken ausspuckt, aus denen ihr lernen könnt, den muss ich enttäuschen. RiftAnalyst unterstützt euch bei eurem eigenen Einschätzungen. Ihr müsst selbst aus euren Fehlern lernen. Und es unterstützt euch, wie gesagt, wenn ihr bestimmte Aktionen als Miniclips extrahieren möchtet. Jeder, der den Aufwand auf sich nimmt, wird mit dem RiftAnalyst sicherlich Fortschritte in seinem Spiel machen. Daher empfehle ich das Programm für alle Analytiker, nicht aber für Gelegenheitsspieler.

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