Das Castlevania Netflix Special

NES-Netflix

Der NES-Titel bei Netflix

Castlevania: Die Videospielereihe, die seit nicht weniger als 30 Jahren eine riesige Fanbase aufgebaut hat, bekam nun eine leider recht kurze Serie auf Netflix. Die Serie lehnt an einen der ersten Teile an, der damals auf dem NES System startete. Ob sich die blutige Adaption lohnt, haben wir für euch herausgefunden.

Wer schon auf minimale Spoiler verzichten möchte, der sollte an dieser Stelle am besten schon aufhören zu lesen. Wer sich allerdings nur eine Übersicht der Geschehnisse holen möchte, dem wünschen wir viel Spaß.

Das Jahr 1455

Zu Beginn befinden wir uns im Jahre 1455 in der Walachei. Wir werden Zeuge einer beginnenden, ungewöhnlichen Liebesgeschichte zwischen dem bekanntesten Vampir der Welt, Graf Vlad Dracula, und einer Menschenfrau. Wir erfahren, dass sich Dracula nun seit mehreren Jahren aus dem Blutsauger-Geschäft zurückgezogen hat und ein eher abgeschiedenes, gemütliches Leben begonnen hat. Durch den Einfluss seiner Frau Lisa, die bei ihm eigentlich nur die Heilkunst erlernen wollte, begann der Graf sich unter die Menschen zu wagen. Als er von einer langen Reise zurückkehrt, die er wie ein Mensch bestritt, musste er jedoch feststellen, dass etwas Schreckliches während seiner Abwesenheit passiert ist – soweit das Intro. Dieses Ereignis riss sein doch recht gebessertes Weltbild vollkommen aus den Bahn und trieb ihn wieder zu dem, was er am besten kann. Zeitsprung – 20 Jahre später:  Nachdem er aufgrund der gar traumatischen Ereignisse den Menschen eine Einjahresfrist setzte, die gesamte Walachei zu räumen, begann er damit eine Armee direkt aus der Hölle zu beschwören. Die Geschichte selbst beginnt erst, als wir abermals einen Zeitsprung machen, der uns zum Ende dieser Frist führt. Die Menschen, die aufgrund der Kirche die Warnung für nichtig hielten, werden bei einem Feiertag überrascht und geradezu abgeschlachtet.

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Dracula bei seiner Heimkehr

Treffen mit dem Helden

Wir kommen nach einer gar blutigen Metzelei nun in eine kleine Kneipe, in der wir unseren Hauptprotagonisten treffen. Niemand geringerer als Trevor Belmont aus dem Hause Belmont, letzter Sohn seines Hauses, erwartet uns. Wir erfahren, dass Haus Belmont schon immer gegen Monster und insbesondere Vampire vorging. Seine Familie wurde jedoch der Hexerei beschuldigt und von der Kirche exkommuniziert. Desweiteren behauptet die Kirche, seine Familie sei der Grund für den Ausbruch der Monster in der Gegend, da sie mit dunkler Magie herumhantierten. Die Folge: Unser Held hat Stück für Stück seinen Glauben an die Menschheit verloren. Er sieht nicht ein, warum er für ein Volk kämpfen soll, was der einzigen Familie die immer ihre Pflicht erfüllte, und zwar die Bevölkerung vor dem Bösen zu bewahren, jede Lebensgrundlage entzog. So zieht der fähige Kämpfer nun durch die von Zerstörung und Krieg verwüsteten Lande der Walachei. Er sammelt hier und da ein paar Informationen, versucht sich aber stets bedeckt zu halten, was seine Abstammung angeht. Gerüstet mit Kurzschwert, Peitsche und Wurfmessern kehrt er in einer Stadt nahe Draculas Heim ein. Während eines „Spaziergangs“ trifft auf einen sogenannten Sprecher.

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Der Protagonist Trevor Belmont

Wir erfahren nebenbei, dass der Orden der Sprecher und die Belmonts recht ähnliche Ziele verfolgen. Der Orden bewahrt alte Geschichten und scheint über enorme Wissensschätze zu verfügen. Weniger bekannt ist, dass sie in ihren eigenen Reihen Zauberer haben. Dennoch sind sie ein volksliebender, hilfsbereiter Orden. Selbstaufopfernd kümmern sie sich um Verletzte und Arme. Dank ihrer Ansichten gegenüber Magie sind sie erklärte Feinde der Kirche. Diese praktizieren nur allzu gern noch die Hexenverbrennung. Während Trevors Recherchen und auch in den Prophezeiungen der Sprecher wird immer wieder von einem schlafenden Krieger in den Katakomben tief unter Stadt gesprochen. Ob es es diesen Krieger oder gar die Katakomben gibt, muss man allerdings selbst herausfinden.

Herrlich düstere Aufmachung

Die Präsentation über die Geschichte um Trevor im Kampf gegen sein inneren Schweinehund und den unbändigen Hass von Dracula gegenüber den Menschen, ist sehr blutig und dunkel gestaltet. Fliegende Augäpfel, Berge von Leichen und Organe auf den Straßen, die ja bekanntlich im Körper sein sollten, lassen die Welt rund um die Walachei unglaublich chaotisch und unwirtlich erscheinen. Die dunklen Umgebungen mit den knalligen Blut und Kampfeffekten bieten dem Auge eine wirklich schöne Abwechslung. Die Charaktere sind trotz eines Animes recht Cartoon-ähnlich gehalten. Castlevania beinhaltet mit einer sehr vulgären Aussprache und den immer murrenden, knurrigen Helden nicht für jedermann die passende Aufmachung. Wer etwas trockenen, schwarzen Humor hat und auf ein gutes, aber leider sehr kurzes Abenteuer Lust hat, der ist bei Castlevania auf Netflix genau richtig.

Bezug zu den Spielen

Die Serie greift erstaunlich gut die Jump’n Run-Einflüsse des Originals auf. Trevors Einsatz der Peitsche und seinen Kampfstil hätten wir uns in der animierten Form nicht besser wünschen könnte. Die Castlevania Serie erzählt uns bisher jedoch nur die Geschichte von Trevor C. Belmont. Ob wir die späteren oder in einem Rückblick gar die früheren Belmonts noch zu Gesicht bekommen, bleibt abzuwarten. Freuen würde es uns allerdings sehr. Die Serie selbst lohnt sich jedoch auch für Leute, die sich gerne mit Castlevania beschäftigen möchten oder die Serie noch gar nicht kennen. Nicht nur Gamer werden damit ihre Freude haben, sondern auch Anime Fans, die auf blutige Action und düstere Geschichten stehen.

Netflix bestätigte bereits eine Fortführung der Serie. Diese soll diesmal acht statt nur vier Episoden erhalten und damit die Geschichte um den beginnenden Kampf zwischen dem letzten Belmont und Vlad Dracula weiter voranbringen. Die Serie gibt es seit dem 7.Juli 2017 auf Netflix zu sehen.

  • 17.07. um 09:00
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