Interview: Creative Assembly

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Interview mit Creative Assembly zu Total War: Warhammer

Ingame: Das Warhammer Tabletop Game bietet Spielern nahezu unendlich strategische Möglichkeiten. Dies beginnt mit der Art der Einheiten, die man in seinem Heer einsetzen kann, bis hin zu all den unterschiedlichen Fähigkeiten dieser. Manche Einheiten sind sogar derart risikoreich, dass sich diese bei einem schlechten Würfelwurf umdrehen und auf die eigenen Truppen schießen. Wie funktioniert dies mit dem Total War-Setting? Was für Kompromisse musstet ihr bei dieser Kollaboration eingehen?

Mark Sutherns: Den größten Kompromiss, den wir eingehen mussten, geht auf das Magiesystem zurück. Wann auch immer man beim Tabletop Game Magie wirkt, besteht die Chance, dass man die Magie falsch wirkt und der Magier dadurch explodieren kann, wodurch auch alle um ihn herum Schaden erleiden. Im Kontext eines Tabletop Spiels, bei dem man die Würfel wirft, ist das Ok, es ist Teil der Spielerfahrung. Im Kontext eines Computerspiels, bei dem man diese Würfel nun einmal nicht sieht, ist man oft nicht darüber im Klaren, was für Regeln im Hintergrund ablaufen, weshalb zufällige Mechaniken nicht gut geeignet sind. Was wir getan haben, ist, das Konzept dieses Systems zu übertragen. Wenn man die grundlegenden Stufen eines Spruchs wirkt, dann gibt es keine Risiken und nichts schlimmes passiert dir. Du kannst aber auch auf einen Spruch Doppelklicken, um zusätzliche Energie hineinzuladen, aber dadurch können Sprüche fehlschlagen oder gar eigene Einheiten Schaden erleiden. Dies nimmt zwar ein wenig die Spielerfahrung eines Warhammer, passt aber dafür wesentlich besser zu den Mechaniken unserer Games. Es ist nur schwer möglich, keine Kompromisse einzugehen. Es bietet aber natürlich auch sehr viele neue Gelegenheiten, gerade unter Berücksichtigung der verschiedenen Einheiten der unterschiedlichen Armeen. Nimm zum Beispiel die Vampire Counts, sie haben keine Fernkampftruppen. Die Leute fangen direkt an zu schreien „Hey, das könnt ihr nicht machen! Wir haben keine Fernkampfeinheiten! Das geht doch nicht, was sollen wir machen?“. Was dies allerdings bewirkt, ist, dass die Spieler dazu gezwungen werden komplett neue Taktiken zu entwickeln. Du hast langsame Infanterie, die zum Gegner marschiert, aber die sind untot, daher musst du dich nicht groß um die kümmern. Gleichzeitig haben wir fliegende Einheiten, mit denen wir den Gegner, ähnlich wie beim Fernkampf, stören können. Wir versuchen, taktisches Gameplay zu ermöglichen und nicht ein absolut rund-balanciertes Gameplay abzuliefern. Die verschiedenen Fraktionen sind derart unterschiedlich, sodass es sowohl auf der Kampagnenkarte als auch in den Schlachten funktioniert und du dir einfach immer andere Taktiken überlegen musst.

Total War Warhammer_Screen3Ingame: Insgesamt plant ihr drei Total War: Warhammer-Spiele abzuliefern. Dies wird der erste Ableger und wenn wir uns einfach nur einmal vorstellen, wie riesig der Kontrast zwischen der Größe der eigentlichen Welt von Warhammer zu der Old World ist, also der Teil der Welt, in der das erste Spiel angesiedelt ist, sowie die schiere Anzahl an unterschiedlichen Fraktionen, die diese Welt bevölkern, da erscheinen vier spielbare Fraktionen doch relativ wenig. Wird es neben den Vampire Counts, dem Imperium, den Zwergen und den Grünhäuten auch weitere DLCs geben, die weitere Fraktionen zur Verfügung stellen werden?

Mark: Die vier spielbaren Fraktionen stellen die eigentlichen Säulen des Spiels dar. Es wird auch DLC und Free-LC geben sowie die Erweiterungen, die danach kommen werden, aber wie wie du es schon sagtest, ist es die schiere Größe der Welt mit all den Fraktionen, jede mit unterschiedlichen, seltsamen und wundervollen Einheiten, all der Kriegsmaschinerie und deren Charakteren, wovon letztere auch wieder alle ihre eigene Geschichte und Fähigkeiten besitzen, immens. Wir müssen uns hier einfach einschränken, damit Qualität abgeliefert werden kann, die auch dem gerecht wird, was Games Workshop mit der Erschaffung des Warhammer-Universums geleistet hat.

Jim Whitston: Mit rund 15 Fraktionen mussten wir wirklich viel Zeit investieren, denn jeder, der Warhammer spielt, wird diese kennen und da mussten wir schon sehr gründlich sein, um jede Fraktion korrekt hervorzubringen. Es wurde uns sehr früh klar, dass wir nicht die ganze Welt in einem Spiel veröffentlichen konnten. Wir haben eine Roadmap für alle Veröffentlichungen, beginnend mit diesem Release, den DLCs, den Erweiterungen und so weiter. Wir verraten hier jetzt nicht, wann die unterschiedlichen Rassen dazukommen, aber wir möchten den Leuten zeigen, dass wir die Ambition haben die gesamte Welt zu veröffentlichen. Auch ein Bruchteil dieser ist selbstverständlich selbst ohne DLC schon fantastisch, aber wir möchten dieser einfach gerecht werden und sie komplett releasen.

Ingame: Nehmen wir an, dass dieser Teil bereits veröffentlicht wurde und der nächste Ableger ansteht. Können Spieler auch ohne den ersten Teil Standalone spielen und wenn ja, können sie auch beide zusammen spielen? Sprich, wird man am Ende wirklich die gesamte Warhammer Welt erobern können?

Mark: Wenn jemand den ersten Release besitzt und die erste Erweiterung kauft, dann kann man sowohl die Standalone-Kampagne der Erweiterung spielen, aber auch eine weitere Kampagne spielen, die zur ersten Kampagne zurückführt, mit der alten Landkarte, deren Fraktionen und so weiter. Wir wollen alles rausbringen.

Total War Warhammer_Screen4Ingame: Wie lange wird die jeweilige Kampagne der vier unterschiedlichen Fraktionen des Spiels dauern und wo liegt der Unterschied? Wir könnten uns vorstellen, dass die Grünhäute einfach zusammenkommen, zu einem bestimmten Zeitpunkt den großen Waargh ausrufen und einfach nur noch Krieg führen möchten.

Mark: Jede der Fraktionen hat eigene bestimmte Siegesbedingungen. Aber diese stellen einfach nur einen starren Blick auf die Dinge dar, denn dies ist vielmehr ein Sandbox-Total War-Spiel. Es kommt einfach darauf an, wie du an die Sache herangehst. Die Grünhäute beginnen mit sehr vielen getrennten Stämmen. Du kannst nun umhergehen und jeden Stamm einzeln aufreiben, deren Territorium einnehmen, Zwerge bekämpfen und so weiter, oder du gehst hin und hilfst den anderen Stämmen, um sie auf deine Seite rüberzuziehen, damit sie sich deinem Stamm irgendwann anschließen, wie in einer Föderation. Es gibt viele Möglichkeiten, an die Dinge heranzugehen. Gerade in Bezug auf die Eigenheiten des Lore von Warhammer werden manche Dinge mit größerer Wahrscheinlichkeit passieren als andere und entsprechend haben wir die Startpunkte eingegrenzt. Dies bezieht sich auf die Beziehungen zwischen Fraktionen, so sind Zwerge nicht unbedingt gut mit den Grünhäuten zu sprechen, was aber nicht heißt, dass sie keine Beziehungen aufbauen können – jedoch ist dies ziemlich unwahrscheinlich.

In klassischen Total War-Spielen beginne ich meist damit, mein Territorium langsam, aber sicher auszubreiten, was mit den Mechaniken nun nicht mehr funktioniert. Ich starte mit den Vampire Counts zwar ähnlich, aber plötzlich befinde ich mich direkt am Gebirge voll mit Zwergen und komme mit der Taktik nicht mehr weiter. Also baue ich eine Armee, sacke die Städte ein und brenne sie nieder, wodurch ich an Geld komme, um andere Dinge zu bewerkstelligen. Dann kommt irgendwann die Chaos Invasion und das ist wieder etwas komplett anderes, um das man sich kümmern muss. Es sind die verschiedenen Features, die die Dinge interessant halten.

Jim: Ich denke, dieses Total War-Game besitzt den größten Wiederspielwert, den wir je geboten haben. Wenn man als Imperium das Spiel gespielt hat und dann zu den Vampiren geht, ist das eine komplett andere Spielerfahrung. Man muss den eigenen Spielstil anpassen und es ist einfach eine ganz andere Erfahrung. Dabei geht es nicht nur um die Startposition, sondern um den gesamten Spielstil. Vampire Counts verfügen über keine Fernkampfeinheiten, aber dafür kann man mit Mannfred Magie wirken. Man muss sich anpassen und ich denke, dass gerade diese Unterschiede zwischen den Fraktionen eine große Wirkung auf die Spielerfahrung haben werden.

Ingame: Können Fans des Warhammer Franchises auch auf andere bekannte Figuren und Helden treffen, wie beispielsweise die berühmt-berüchtigten Felix Jaegar und Gotrek Gurnisson? Und in welcher Art und Weise werden Spieler auf diese treffen?

Mark: Wir haben eine schreckliche lange Zeit damit verbracht, uns durch das Lore von Warhammer zu lesen. Entsprechend gibt es bei uns konstant Gespräche, bei denen es darum geht, welche Dinge wir in unser Spiel integrieren können. Was und was nicht ins Spiel kommt, ist noch nicht komplett geklärt. Wir sind aber sehr froh, dass wir von Game Workshop den Mann bekommen haben, der Blood in the Badlands geschrieben hat. Er schreibt für uns allerlei Quests sowie die Texte in den Events und wenn ich jetzt durch die Kampagne spiele, entdecke ich immer wieder neue Inhalte und muss laut lachen. Also wir versuchen schon soviel wie möglich ins Spiel aus der Warhammer Welt zu übertragen und das schließt viele Dinge ein, die Fans von irgendwoher aus diesem Universum kennen werden.

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