Resident Evil 7 Special – Teil 3: Engine und Entwicklung des Spiels

Resident Evil 7 Special - Teil 3 Engine und Entwicklung des Spiels

Die Engine ist das Grundgerüst eines jeden Videospiels. Sie sorgt dafür, dass wir uns in einer virtuellen Spielwelt frei bewegen können und ist für die Darstellung der Grafik, Sounds, und Effekte verantwortlich. Außerdem bestimmt sie maßgeblich die Entwicklung eines Spiels. Ein Grund, die Resident Evil 7 Engine einmal genauer zu betrachten.

Die RE Engine in Resident Evil 7

In bisherigen Resident Evil-Spielen nutzte der Entwickler Capcom die MT Framework-Engine. Mit dem Aufkommen der neuen Konsolen-Generation ist diese aber mittlerweile veraltet und genügt den Anforderungen des Entwicklers nicht mehr. Für Resident Evil 7 wurde deshalb eine neue Engine entwickelt: Die RE Engine. Diese entstand aus den Hürden und Anforderungen, welche während der Entwicklung des Spiels aufkamen. Denn auch der neuste Teil der Serie sollte nicht auf eine hübsche Grafik verzichten müssen.

Mit der alten MT Framework-Engine wäre die aktuelle Konsolen-Generation an ihr Limit gestoßen. Zudem sollte Resident-Evil 7 mit Sonys PlayStation VR-Headset spielbar sein. Da auch das VR-Erlebnis des Spiels fotorealistische Grafik bietet sollte, kam die neue RE Engine zum Einsatz. Diese schafft es, auch hochauflösende Bilder bei konstanten 60 FPS darzustellen und eignet sich damit besonders gut für VR. Um die Performance zu verbessern und Zeit bei der Entwicklung des Spiels zu sparen, setzte der Entwickler auch auf die Fotogrammmetrie-Methode. Diese sorgt für eine besonders realistische Grafik bei niedrigeren Leistungsanforderungen. Zum Einsatz kam diese Methode unter anderem auch bei Battlefront und Battlefield 1.

Resident Evil 7 Special Engine und Entwicklung des Spiels - Bild 2

Erkennt Ihr welches Bild das reale ist? (Es ist das linke)

Die Entwicklung und Vorteile der RE Engine

Bei der Fotogrammmetrie-Methode werden mit zahlreichen Kameras Bilder von Objekten, die in das Spiel implementiert werden sollen, erstellt. Aber auch komplette Menschen schaffen es so in ein Videospiel. Aus den angefertigten Bildern werden dann mit Hilfe einer Software fertige 3D-Modelle samt Texturen generiert. Obwohl sich mit dieser Methode grafisch eindrucksvolle Ergebnisse erzielen lassen, hat sie außerdem den Vorteil, im Spiel wenig Rechenleistung zu beanspruchen. Damit eignet sie sich ideal für Virtual Reality. Für die Anfertigung von Fotogrammmetrie-Aufnahmen benötigt man jedoch sehr viele hochwertige Kameras. Aus diesem Grund werden Fotogrammmetrie-Aufnahmen oftmals von externen Studios angefertigt.

Resident Evil 7 Special Engine und Entwicklung des Spiels - Bild 2

So sieht das Fotogrammetrie-Studio von Capcom aus.

Capcom hingegen errichtete ihr eigenes Fotogrammmetrie-Studio, welches aus insgesamt 140 Spiegelreflexkameras besteht. 40 Der Kameras nahmen bei einem Menschen so die Gesichter der Schauspieler und 100 weitere Kameras die Körper auf. Die Entwicklung des Spiels hatte am Ende einiges mit einer Filmproduktion gemeinsam. Denn für das Entwerfen von Zombies beispielsweise, benötigt es Maskenbildner, welche in aufwendiger Arbeit für einen authentischen Look sorgen.

Resident Evil 7 Special Engine und Entwicklung des Spiels - Bild 4

Makeup-Artists schaffen einen authetischen Look für die Fotogrammetrie-Aufnahmen

Für sehr komplexe Modelle musste während der Entwicklung jedoch trotzdem auf die klassische Methode des 3D-Modellierens zurückgegriffen werden. Mit Hilfe des errichteten Studios wurden zudem Motion-Capturing Aufnahmen für Resident Evil 7 angefertigt. So konnten den Figuren im Spiel besonders realistische Gesichtszüge und Bewegungen verliehen werden. Mit Hilfe der Fotogrammmetrie-Methode wurden etwa die Hälfte aller Objekte im Spiel erstellt, wodurch ein erheblicher Zeitaufwand gespart wurde.

Mit der neuen RE Engine kommt in Resident Evil 7 zudem das Physically Based Rendering zum Einsatz. Diese relativ neue Technik ermöglicht die realgetreue Berechnung von Licht. Zu sehen ist sie unter anderem in den Spielen Ryse und Star Citizen. Bei dieser Art der Bild-Berechnung wird die Lichtbrechung im Spiel, abhängig von der Art des Materials, dargestellt. Dabei folgt sie den Gesetzen der Physik. Physically Based Rendering sorgt so für die besonders realistische Beleuchtung in Resident Evil 7.

Der wohl größte Vorteil der RE Engine ist laut Capcom, dass zahlreiche Prozesse der Spiele-Entwicklung zeitlich verkürzt werden können. So wurde beispielsweise die benötigte Zeit für das Testen von Änderungen in der Programmierung um 90% verringert. Mit Resident Evil 7 will Capcom wieder zurück zu seinen Wurzeln kehren und sich auf die einstigen Stärken der Serie besinnen. Ab dem 24. Januar 2017 könnt Ihr euch auf der PlayStation 4, Xbox One und dem PC selbst ein Bild davon machen, was die neue RE Engine alles leisten kann.

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