• 22.06.2013 um 10:56

Filmkritik: World War Z

Manche Produktionen werden einfach vom Pech verfolgt und sorgen bereits im Vorfeld ihres Releases für eine Reihe von Schlagzeilen. Dennoch kann auch aus solchen Problemfällen ein Erfolg werden, wie es unter anderem Apocalypse Now oder Vom Winde verweht gelang. Zu einem solchen Kultfilm wird sich World War Z zwar nicht entwickeln, dennoch versteht er es, uns über 2 Stunden gut zu unterhalten und sich dem Thema Zombies in epischer Manier zu widmen. Kein langes Fackeln Seid ihr mit der Produktionsgeschichte von World War Z, den wechselnden Drehbuchautoren, den explodierenden Kosten und dem Streit zwischen den Beteiligten vertraut, werdet ihr euch im Laufe des Streifens häufiger fragen, ob es nun gerade diese oder jene Szene war, die zu Diskussionen führte. In jedem Fall wurde hier etwas völlig neues getestet und zwar einen Zombie Film zu entwickeln, der sich an die breite Publikumsmasse richtet. Das wird zum Einen erreicht durch die niedrige Altersbeschränkung, was allerdings auch heißt, dass Horror-Fans auf Blut und spritzende Innereien verzichten müssen. Zum Anderen ist World War Z in erster Linie ein Thriller, in dem sich ein Mann auf die Suche nach einer Lösung für ein weltweites Problem macht. Dabei durchquert er die Welt und in epischen Panoramabildern wird uns ein Blick auf das geboten, was er zu bekämpfen versucht: Zombies. World War Z hält sich nicht mit endlosen Einführungsszenen auf, bereits nach weniger als 10 Minuten befinden wir uns mitten in der Action. Gerry Lane (Brad Pitt), seine Frau Karen (Mireille Enos) und die beiden Töchter werden Zeugen des Ausbruchs einer Zombieplage. Sie können sich zunächst aus der infizierten Stadt retten und Gerry, der früher für die Vereinten Nationen arbeitete, erhält einen Anruf von seinem ehemaligen Boss Thierry (Fana Mokoena). Dieser will ihn und seine Familie in eine Sicherheitszone holen, weil er Gerrys Hilfe benötigt. Gemeinsam mit einem jungen Wissenschaftler soll er den Ursprung der Zombieplage sowie eine mögliche Heilung finden. Gerry wird keine Wahl gelassen, denn sollte er sich weigern, werden er und seine Familie der Sicherheitszone verwiesen. Was nun beginnt, ist eine Reise quer über den Globus, auf der Gerry praktisch eine Jagd nach Brotkrumen eröffnet. Sehr schön inszeniert sind dabei die einzelnen Stationen seines Weges, die abwechslungsreich gewählt wurden. Einziges Problem an der Sache sind einige Plotholes und Nebenfiguren aus World War Z, zu denen sich überhaupt keine Beziehung aufbauen lässt, da sie nach 10 Minuten bereits keine Rolle mehr spielen. Starker Brad Pitt und undankbare Nebenrollen Brad Pitt muss World War Z über lange Strecken allein tragen, da wir zu anderen Charakteren einfach keine Bindung herstellen können, obwohl deren Schauspieler ihr bestes geben. James Badge Dale zum Beispiel spielt einen Soldaten, der das Kommando über eine kleine Einheit in Südkorea hält. Während des kurzen Besuchs von Gerry lernen wir ihn kennen, doch nach wenigen Minuten düst der ehemalige UN-Experte bereits schon wieder davon. Ähnlich geht es anderen Nebenfiguren, Mireille Enos' Part besteht zum größten Teil in der undankbaren Warterei auf den Anruf ihres Gatten. Dabei lässt sich nun mal kaum schauspielerisches Potential entfalten. Einzige Ausnahme ist die Figur von Segen (Daniella Kertesz), die Gerry während eines Besuchs in Israel trifft und schließlich mitnimmt. Diese überzeugt zwar durch ihre charismatische Ausstrahlung, allerdings liegt in den Szenen der beiden stets der Fokus auf Brad Pitts Charakter. Diesem gelingt es letztendlich auch, dass wir als Zuschauer mit Gerry mitfiebern, denn er ist ein smarter Ermittler, der sich in beinah jeder Situation zu helfen weiß, dabei jedoch nie seine emotionale Seite als Familienvater vermissen lässt. Intensive Spannungsmomente und ein ausgegorenes Finale Paramount war sich nicht zu schade, öffentlich über die Produktionsschwierigkeiten von World War Z zu diskutieren und so erfuhren wir beispielsweise, dass der gesamte 3. Akt in seiner ursprünglichen Form gestrichen wurde. Die Neubearbeitung spielt nun in einem Labor der Gesundheitsorganisation WWO, wo Gerry Lane einer Lösung des Zombie Problems immer näher zu kommen scheint. Eine gute Entscheidung zumindest in einer Hinsicht, denn gerade in seinen ruhigen Momenten kann World War Z Spannung aufbauen. Der beengte Raum und die musikalische Unterstützung machen diese, sowie die Szene, in der sich Gerrys Familie zu Beginn durch ein Hochhaus schleicht, zu einem der Momente, in denen uns der Atem stockt. Dennoch wirkt der 3. Akt im Gegensatz zu den epochalen Spektakeln der ersten beiden Teile des Films deplatziert. Besonders die abschließende Aufklärung und vorläufige Lösung des Problems sind absolut unbefriedigend. Es ist schwer das Ende zu diskutieren, ohne dabei zu spoilern, doch wir können bereits soviel sagen, dass Gerry eine Schwachstelle der Zombies entdeckt, die völlig sinnfrei ist. Dabei bringt er sein eigenes Leben auch noch absichtlich in Gefahr, was entgegen aller seiner früheren Prinzipien im Hinblick auf seine Familie steht. Des Weiteren erhalten wir von World War Z abschließend keinerlei Erklärung über die Entstehung der Zombie Plage. Trotz all seiner Makel kann World War Z aber durch einen Blick auf Zombies überzeugen, der alles bisherige in den Schatten stellt. Dafür sind nicht nur die immensen Produktionskosten verantwortlich, die es ermöglichten epische Szenen zu drehen, in denen die Infizierten ganze Landstriche überrennen. Auch die Panoramabilder von Regisseur Marc Forster sorgen für ungeahnte Eindrücke und er verfällt nur sehr selten in allzu hektische Wackelbilder durch die Handkamera. Was Zombie-und Horrorfilm-Liebhaber stören wird, ist die bereits angesprochene Altersfreigabe. Paramount beharrte auf dieser um den Film auch für die breite Masse attraktiv zu machen, allerdings schwenkt die Kamera nun bei jeder potentiell Gewalt enthaltenden Szene weg. Wenn ihr euch also wundert, weshalb kein Blut spritzt als Gerry einer Soldatin die Hand abhackt, das ist die Erklärung. World War Z läuft ab dem 27. Juni in den deutschen Kinos! [youtube spoMKopnPh4 nolink] Offizielle Seite: worldwarz.de

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 12.06.2013 um 16:06

Filmkritik: Die Monster Uni

Zwölf Jahre nach der Monster AG sehen wir Mike und Sulley endlich wieder in Aktion in der Fortsetzung Die Monster Uni. Diese ist gleichzeitig ein Prequel und erzählt, wie unsere beiden Lieblingsschrecker überhaupt zu dem wurden, was sie heute sind. Die hohen Erwartungen, die stets mit einem zweiten Teil verbunden sind, kann Die Monster Uni zwar nicht vollständig erfüllen, allerdings ist er auch keineswegs eine Enttäuschung. Es ist vor allem ein Film über Freundschaft und Zusammenhalt, der uns sagen will, dass wir nahezu alles schaffen können, wenn wir an uns selbst glauben. Jeder fängt mal klein an Die Geschichte von Die Monster Uni beginnt mit einem niedlichen Mike Glotzkowski, der schon als kleines Monster davon träumt, später ein berühmter Schrecker zu werden. In seiner Schule ist Mike ein Außenseiter, hat keine Freunde und wird stets gehänselt. Dennoch bewahrt er sich sein Selbstvertrauen und seinen Mut, der ihn während eines Schulausfluges direkt in das Zimmer eines schlafendes Kindes führt. Nach dieser Erfahrung ist sich Mike vollends sicher: Nichts anderes kann aus ihm werden als ein Schrecker. Während seines Besuchs in der Monster AG trifft er auch sein Idol Frank McCay, der von Manuel Neuer synchronisiert wird und dem Mike von nun an nacheifern wird. Einen kleinen Zeitsprung später treffen wir Mike an der Monster Uni wieder, wo er sich als Student für Schrecken eingeschrieben hat. Sein Mitbewohner ist kein anderer als Randy Boggs, den wir hier als schüchternen Erstsemester erleben. Auch Sulley studiert an der Uni, allerdings haben Mike und er keinen guten Start und werden schnell zu Rivalen. Während Sulley das Erschrecken quasi im Blute liegt und er sich kaum anstrengen muss, büffelt Mike Tag und Nacht und lässt sich selbst keine Zeit zum Vergnügen. Der Streit zwischen den beiden eskaliert während der ersten Semesterprüfung und sie werden von der Dekanin Hardscrabble aus dem Fach Erschrecken geworfen. Mike und Sulley haben nur noch eine Chance um sich ihren Traum zu erfüllen: Sie müssen zusammenhalten und bei den alljährlichen Schreckspielen an der Monster Uni gewinnen, um so der Direktorin zu beweisen, was in ihnen steckt. Eine starke Truppe Um an den Spielen teilzunehmen, benötigen sie jedoch eine Studentenverbindung und kurzerhand treten Mike und Sulley den Omega Kreischmas bei, einer Bruderschaft, die vom Rest der Uni nur ausgelacht wird. Die Mitglieder sind allesamt freundliche Gesellen mit den einen oder anderen Macken, zu denen Don Carlton, Squishy, Art und Terri&Terri gehören. Sie alle haben einst Erschrecken studiert, wurden jedoch aus dem Studiengang verwiesen. Nun muss Mike sie in einem harten Training auf die Schreckspiele vorbereiten und zeigen, dass in jedem einzelnen von ihnen ein furchteinflößendes Monster steckt. Ein weiteres Problemkind ist Sulley, der sich stets als Einzelkämpfer durchschlug und nun Schwierigkeiten hat, sich der Gruppendynamik anzuschließen. Die sechs Mitglieder von Omega Kreischma stehen vor der Aufgabe, als Team zusammenzuarbeiten und auch die Schwächeren dabei nicht zurückzulassen. Das bedeutet, dass auch Sulley und Mike ihre Rivalitäten begraben müssen, wenn sie ihrer Mannschaft nicht schaden wollen. Das Universitätsleben in der Monster Uni beruht weitestgehend auf den üblichen Klischees. Da gibt es die coole Bruderschaft, der niemand das Wasser reichen kann, die Hippies und die Außenseiter. Dennoch sind viele der Figuren schön gezeichnet und besonders die Darstellung der furchteinflößenden Direktorin ist gut geglückt. Als einzige wirkt sie auch tatsächlich wie ein Monster, was sich erst in ihrer letzten Szene ändert. Der Humor kommt zu kurz Obwohl die Story von Die Monster Uni über weite Teile des Films die Spannung halten kann, fehlt etwas und das sind die vielen lustigen Momente, die wir in der Monster AG so geliebt haben. Leider ist es einmal mehr der Fall, dass wir die amüsantesten Szenen bereits aus dem Trailer kennen. Das soll nicht heißen Die Monster Uni wäre nicht lustig, allerdings sind viele Momente viel eher zum Schmunzeln als für ein herzhaftes Lachen. Dennoch ist die Idee der Schreckspiele sehr gelungen und erinnert etwas an das Trimagische Turnier aus Harry Potter, wobei hier natürlich die Teamarbeit im Vordergrund steht. Sehr schön anzusehen ist auch die Wandlung von Mike und Sulleys Beziehung im Laufe des Films, auch wenn natürlich bereits sicher war, dass beide einmal zu guten Freunden werden. Schlussendlich ist es Sulley, der vor nichts zurückschreckt um Mike und dem Team zu helfen. In den emotionalen Augenblicken zeigt sich Die Monster Uni von ihrer starken Seite und drückt nicht zu sehr auf die Tränendrüse, sondern stellt eine realistische Entwicklung der Charaktere dar. Besonders gelungen ist auch das Ende der Monster Uni in einer Art Fotostrecke. Diese zeigt Mike und Sulley während ihrer ersten Arbeitstage bei der Monster AG, wo sie den amerikanischen Traum leben. [youtube gm1B9yA01AM nolink] Offizielle Seite: disney.de/monster-uni

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 12.06.2013 um 13:19

Filmkritik: Man of Steel

Mit großen Erwartungen blickte die Welt dem Superman Reboot Man of Steel von Zack Snyder entgegen. Das Ergebnis ist mehr ein Sci-Fi- als ein klassischer Superheldenfilm, der uns trotz gelegentlicher Schwächen begeistert. Von einer Heimat zur nächsten Jedes Kind kennt die Story von Superman und seiner doppelten Identität als Clark Kent aus Comics, Filmen oder Fernsehserien. Was wir jedoch selten sehen, sind Darstellungen von Clarks Heimat, dem Planeten Krypton. Genau damit führt uns Zack Snyder in seine Man of Steel-Welt ein und liefert uns in epischen Bildern die Geschichte von Kal-Els Geburt bis hin zu seiner Reise durch die Sterne auf dem Weg zur Erde. Bereits die erste Szene zeigt uns, dass dies kein typischer Mix aus Action und Superhelden Streifen wird, sondern auch ein Film, der auf reale Emotionen setzt. Lara Lor-Van (Ayelet Zurer) und Jor-El (Russell Crowe) begrüßen den gemeinsamen Sohn in einer Welt, die dem Untergang geweiht ist. Kryptons Ressourcen sind ausgeschöpft und der Planet befindet sich in seinen letzten Atemzügen. In diesem Moment versucht General Zod (Michael Shannon) das Kommando an sich zu reißen, doch sein Putsch missglückt und die folgende Bestrafung mit Exil wird sein Leben retten. Zod und seine Gefolgsleute werden in ein schwarzes Loch verbannt, während ihr Heimatplanet und alle Kryptonier zerstört werden. Einzig Kal-El wurde von seinen Eltern in einer sehr bewegenden Abschiedsszene gerettet und in einem Raumschiff auf die Erde gesandt. Was in Man of Steel nun folgt, ist die Geschichte von Clarks Leben bei seinen Adoptiveltern, Martha (Diane Lane) und Jonathan Kent (Kevin Costner). Diese wird entgegen der Erwartungen nicht stupide linear erzählt, sondern in Rückblenden, während wir den erwachsenen Clark (Henry Cavill) bereits auf der Suche nach seinen Ursprüngen begleiten. Dabei hinterlässt er unweigerlich Spuren rund um den Globus, denn immer wieder trifft er auf Menschen, die seine Hilfe benötigen, wobei er sich stets so bedeckt wie möglich hält. Schließlich war es sein Vater, der ihm beibrachte, dass die Erde und ihre Bewohner noch nicht bereit wären von jemandem wie ihm zu erfahren. Durch seine Reisen trifft Clark schließlich auf Lois Lane (Amy Adams), die seinem Geheimnis auf die Schliche zu kommen scheint. Sehr schön inszeniert ist auch das Fortress of Solitude (Schloss der Einsamkeit), dass sich als altes kryptonisches Raumschiff entpuppt, über das Clark mit seinem Vater kommunizieren kann. Die Materialschlacht Etwa bis zur Hälfte von Man of Steel sind es besonders ruhige Momente, in denen beeindruckende Bilder unterlegt mit faszinierender Musik für emotionale Spannung sorgen. Doch alles ändert sich, als General Zod erneut die Bildfläche betritt und sowohl Kal-El als auch die Bewohner der Erde bedroht. Clark muss sich nun seiner Zukunft stellen und entscheiden, ob er weiterhin im Schatten agiert, oder sich offenbart und Gefahr läuft, dass die Menschheit ihn nicht akzeptiert. Da sein Heimatplanet zerstört wurde, plant Zod die Erde zu einem neuen Krypton zu machen und schickt eine Terraforming-Maschine auf den Planeten, die alles dem Erdboden gleich macht, was ihr zu nahe kommt. An dieser Stelle beginnt eine schier endlose Welle der Zerstörung, der nicht nur Metropolis alias New York zum Opfer fällt, sondern auch Smallville. Nichts gegen gute Action und Demolierungsszenen, aber die Materialschlacht zieht sich über beinahe eine Stunde von Man of Steel und sorgt für völlig überladene Sequenzen. Zwar wird häufiger ein ruhiger Moment eingeschoben, der für eine kurze Atempause sorgen soll, aber gleich darauf fallen die nächsten drei Wolkenkratzer in sich zusammen. Besonders das Ende wird sicher noch für einige Diskussionen sorgen, denn Clark trifft eine Entscheidung, die entgegen aller Prinzipien steht, die wir von der Superman Legende kennen. Dennoch passt sie zu dieser als sehr düster und wortkarg inszenierten Version des Man of Steel. Überzeugendes Ensemble mit besonderen Höhepunkten Henry Cavill scheint die Rolle des Superman wie auf den Leib geschneidert. Er verkörpert den Man of Steel lebensecht und versteht es besonders durch seine Mimik der Figur und ihren Konflikten Ausdruck zu verleihen. Allerdings blieb ihm auch nicht viel anderes übrig, denn das ist wohl der ruhigste Superheld, den wir seit langem gesehen haben. Es ist jedoch schwer, eine Beziehung zu seinem Charakter aufzubauen, für die bewegenden Momente sorgen meist die Nebendarsteller. Sein Zusammenspiel mit Amy Adams als Lois Lane ist zwar gelungen, allerdings fehlt einfach die Chemie zwischen den beiden Darstellern. Ansonsten macht Adams aber eine solide Figur und schafft auch die Gratwanderung der Darstellung eines investigativen Journalisten ohne dem Zuschauer von Man of Steel dabei auf die Nerven zu gehe. Hervorzuheben sind Russell Crowe als Jor-El und Diane Lane als Martha Kent. Crowe hat erfreulich viel Screentime abbekommen und zeigt sowohl in Action-Szenen als auch emotionalen Situationen, welch natürliche Autoritätsfigur er ist. Lane überzeugt als Mutter von Kent, der sie durch ihr Spiel Stärke und Selbstständigkeit verleiht. Auch Kevin Costner hat einige bemerkenswerte Szenen in den Rückblenden aus Clarks Kindheit, allerdings bleibt ein fader Beigeschmack auf Grund des letzten viel zu pathetischen Blicks in die Vergangenheit. Michael Shannon als General Zod ist der Gegenspieler von Superman und über weite Strecken von Man of Steel ist es das Duell dieser Giganten, das die Story dominiert. Shannon versteht es Zod zu einer Figur zu entwickeln, deren Beweggründe wir trotz all der Grausamkeit noch nachvollziehen können. Antje Traue als Faora-Ul, Zods rechte Hand, liefert ebenfalls eine überzeugende Darstellung ihrer Figur ab und wirkt in einigen Szenen furchteinflößender als ihr General. Besondere Erwähnung verdient in jedem Fall Hans Zimmer, der mit seiner musikalischen Untermalung zu Man of Steel mehr als einmal für Gänsehaut-Stimmung sorgt. Sowohl den ruhigen bedenklichen Momenten, als auch den Action-geladenen Kampfszenen, verleiht er so eine individuelle Atmosphäre. Den 3D Effekt von Man of Steel könnt ihr euch hingegen getrost schenken, da er für keinerlei spezielle Augenblicke sorgt. Ein kleines Gimmick gab es noch am Ende, als ein Laster von Lexcorp durch das Bild fliegt. Teil 2 von Man of Steel ist bereits beschlossene Sache und Lex Luthor wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Man of Steel startet am 20. Juni 2013 in den deutschen Kinos [youtube gK5DlH1ORHo nolink] Offizielle Seite: warnerbros.de/manofsteel

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 11.06.2013 um 11:46

Filmkritik: The Place beyond the Pines

„The Place beyond the Pines“, der neue Film von Derek Cianfrance („Blue Valentine“) ist zugleich sehenswert als auch frustrierend und erzählt die tragischen Geschichten von den Sünden der Väter, die auf die Söhne übertragen werden. Der Zufall ist in dem Film ein wichtiges Element, um die Konsequenzen von Handlungen zu betonen und darzustellen. „The Place beyond the Pines“ erzählt stringent drei Geschichten, die miteinander verbunden sind und die einander beeinflussen. Die drei Akte bauen aufeinander auf und man erwartet, dass die Spannung von Akt zu Akt ansteigt und die Geschichten stärker werden, doch leider ist bei „The Place beyond the Pines“ das Gegenteil der Fall. Die Krux mit der Zeit Der Film beginnt unheimlich stark im ersten Akt und endet recht enttäuschend im Dritten mit einer Art Antiklimax. Der Zuschauer gewinnt am Ende des Films den Eindruck, als hätte sich Cianfrance ein wenig übernommen mit der Handlung. Jede einzelne Storyline hätte schon für einen ganzen Film gereicht und so hat man das Gefühl, teilweise durch den Film gejagt zu werden und hier liegt das größte Problem des Films, die Zeit. Die Spielzeit von „The Place beyond the Pines“ liegt schon bei rund 140 Minuten und doch erscheint er viel zu kurz für die Menge an potentieller Handlung. Die Stärke von Regisseur Cianfrance liegt auch eher im ruhigen Erzählen und in der Ausarbeitung der Figuren, denn sein Vorgänger „Blue Valentine“ bestach gerade, trotz nicht stringenter Handlung, durch seine ruhige Erzählweise und den Entfaltungsmöglichkeiten seiner Hauptcharaktere. Ein starker erster Akt Dies gelingt Cianfrance bei „The Place beyond the Pines“ nur bedingt. Insbesondere der erste Akt zeigt die besprochenen Stärken hervorragend und zieht den Zuschauer gleich zu Beginn in die Handlung. Der zweite und dritte Teil des Films fallen hier etwas ab und insbesondere beim dritten Akt hat der Zuschauer das Gefühl, dass der Regisseur schnell seinen Film beenden will und etwas motivationslos die metaphorische Ziellinie seines Films überquert, denn weder die Charaktere noch die Handlung vermögen hier richtig überzeugen. Die Handlung von „The Place beyond the Pines“ dreht sich im ersten Akt um den Motorradstuntfahrer Luke, der sich mit seinen Stuntfahreinlagen auf einem umherziehenden Jahrmarkt durchs Leben schlägt. Ryan Gosling verkörpert die Rolle des Luke mit einer entwaffnenden Einfachheit und Sensibilität die vom ersten Augenblick an den Zuschauer fasziniert. Dieser Luke trifft in der Kleinstadt Schenectady, was das indianische Wort für The Place beyond the Pines ist, Romina (Eva Mendes) wieder, mit der er bei seinem letzten Besuch eine kurze Affäre hatte. Aus dieser Affäre ist ein Sohn entstanden und Luke will nun seiner Vaterpflicht nachkommen. Dies entwickelt sich jedoch schwerer als von Luke erwartet, denn er hat keinen Job und keine wirklichen Qualifikationen und zudem lebt Romina mit ihrem neuen Partner Kofi (Mahershalalhasbaz Ali) zusammen. Er fängt an für den abgehalfterten Werkstattbesitzer Robin (Ben Mendelsohn) zu arbeiten, der Luke jedoch dazu bringt, mit ihm Banken zu überfallen. Nach anfänglichen Erfolgen verliert sich Luke immer mehr im Adrenalinrausch seines kriminellen Daseins und sein letzter Überfall endet in einer Tragödie. Im zweiten Akt folgt nun der Zuschauer dem Streifenpolizisten Avery Cross (Bradley Cooper), der in die Tragödie um Luke verwickelt ist. Avery ist auch junger Vater eines Sohnes und kommt mit seiner Rolle aber nicht zurecht. Zudem muss er feststellen, dass es gar nicht leicht ist bei der Polizei ein Held mit einer weißen Weste zu sein, denn die Polizei in Schenectady ist von Korruption durchzogen. Geplagt von seinem Gewissen und seinen Ambitionen Karriere zu machen, entscheidet er sich die Korruption öffentlich zu machen und geht einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. Schon dieser Handlungsstrang hätte das Potential für einen ganzen Film aber so wird die ganze Korruptionsgeschichte nur angeschnitten und schnellstmöglich abgehandelt, obwohl man mit Ray Liotta als korrupten Cop Deluca eine klare Typenbesetzung hat, die aber leider völlig verschenkt wird. Der dritte Akt katapultiert den Zuschauer 15 Jahre in die Zukunft und hier trifft Lukes Sohn Jason (Dane DeHaan) auf den verzogenen AJ (Emory Cohen), dem Stammhalter von Avery. Und nun holen die Sünden der Väter ihre Söhne ein und nachdem Jason rausfindet wer sein Vater war und wer AJ ist, kommt es zur Eskalation. Kein großes aber gutes Erzählkino Die ersten beiden Teile von „The Place beyond the Pines“ bestechen durch die großartige Darstellung der Hauptfiguren, insbesondere Ryan Gosling, Eva Mendes und Bradley Cooper wissen zu überzeugen und die Geschichte kann sich überwiegend ruhig entwickeln und bis zur Korruptionsaffäre gelingt Regisseur Cianfrance ein exzellentes Erzählkino, welchem dann leider zum Ende hin die Puste ausgeht. Was durchgehend erwähnenswert ist, ist die famose Kameraarbeit von Sean Bobbitt. Er verhilft dem Film durch das Spiel mit Farben und Licht zu einem melancholischen Ausdruck und hinterlässt ein Gefühl für die Vergänglichkeit eines Spätsommers. Überhaupt hätte auch die Frage im zweiten Akt nach dem Sinn von Helden in der amerikanischen Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit verdient, denn es ist ein immer aktuelles Thema in den USA. Wie schnell wird in den USA nach Helden gerufen und man stilisiert einfache Menschen, mit all ihren Fehlern und dunklen Seiten zu ebensolchen Helden. Die amerikanische Psyche braucht wohl immer das Grandiose, da ihr immer diese Ambitionen vorgegaukelt werden und dazu noch eine ständige unterschwellige Bedrohung ihrer Gesellschaft. Doch was macht dieses Heldengeschrei mit den Menschen, die auf diesen Sockel gehoben werden. Dies beantwortet der Film „The Place beyond the Pines“ nur bedingt und dennoch kann man diesen Film jeden ans Herz legen, der ruhiges Erzählkino mit interessanten Charakteren mag. Offizielle Seite: focusfeatures.com/the place beyond the pines [youtube G07pSbHLXgg nolink]

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 29.05.2013 um 12:36

Filmkritik: Hangover 3

Das Wolfsrudel ist zurück! In Hangover 3 versucht Regisseur Todd Phillips nun zum dritten Mal seine Protagonisten Alan, Phil, Stu und Doug auf eine aberwitzige Tortur zu schicken. Die Betonung liegt hierbei aber ganz klar auf „versucht“, denn wo der erste Film noch überzeugen konnte, der zweite Teil jedoch schon enttäuschte, scheitert Hangover 3 auf ganzer Linie. Es kam beim Zuschauen die Frage auf, ob es sich bei diesem Film überhaupt noch um eine Komödie handelt. Beheading the giraffe Dabei fing in Hangover 3 alles einigermaßen vielversprechend, wenn auch recht vorhersehbar an. Zuerst wird der Zuschauer Zeuge einer Gefängnisrevolte in einem thailändischen Gefängnis an dessen Ende der Gefängnisausbruch à la Shawshank Redemption von Leslie Chow (Ken Jeong) steht. Diese ganze Szene ist zwar auch keinesfalls komisch, es überzeugt jedoch doch die filmische Qualität von Kameramann Lawrence Sher. Was dann folgt gehört zum witzigsten Element von Hangover 3, denn wir sehen Alan (Zach Galifianakis) auf dem Highway mit einer Giraffe im Anhänger. Und es kommt natürlich wie es kommen muss, die Giraffe wird völlig politisch unkorrekt von einem Brückenpfeiler enthauptet und löst eine Massenkarambolage auf der Schnellstraße aus. Wer jetzt beim Sehen dieser Anfangssequenz gelacht hat, sollte sich dieses Gefühl bewahren, denn es kommt in den folgenden rund 90 Minuten nur zaghaft zurück. Hangover gibt es und nimmt es es auch wieder Der erste Hangover machte Bradley Cooper, Ed Helms und insbesondere Zach Galifianakis zu Stars und katapultierte Todd Phillips von einem mittelmäßigen Regisseur zu einem erfolgreichen und angesagten Komödien-Auteur in Hollywood. Der erste Film der Hangover Reihe galt noch als Überraschungserfolg und mit allem was in Hollywood erfolgreich ist, passiert was passieren muss: Der Geldesel wird so lange geritten, bis er tot umfällt. Das Problem bei Hangover war jedoch, dass der Gaul schon beim zweiten Teil lahmte und wenn wir diesen bildlichen Vergleich noch weiter führen, hätte man den Dukatenesel nach dem zweiten Part notschlachten müssen. Doch Hangover 3 kommt nun in die Kinos und nur der Titel weist noch auf einen zünftigen Kater hin, denn im Film bleibt alles, beziehungsweise bleiben alle recht nüchtern. Hangover ohne Hangover Nur weil Hangover 3 draufsteht muss ja nicht gleich Hangover drin sein. Diesmal erwacht niemand ohne zu wissen, was er die Nacht zuvor angestellt hat, vielmehr beschließen die Freunde Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Doug (Justin Bartha), das schwarze Schaf des Wolfrudels, Alan(Zach Galifianakis) in eine Klinik zu bringen, da dieser immer mehr aus dem Ruder läuft, insbesondere nach dem Tod seines geliebten Vaters. Die infantilen Eskapaden von Alan sind für die Familie und Freunde nicht mehr tragbar und so machen sich die vier Freunde auf den Weg in eine Klinik für Alan aber es kommt natürlich alles ganz anders. Sie werden in einer typischen und nicht komischen Actionsequenz von einem Gangster namens Marshall (John Goodman) entführt, weil dieser aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, Alan und den Rest der Gang dafür verantwortlich macht, dass Leslie Chow ihm 21 Millionen Dollar in Goldbarren geklaut hat. Nun sollen Alan, Stu und Phil Mr. Chow ausfindig machen und ihn samt des Goldes an Marshall übergeben. Als Absicherung behält Marshall natürlich Doug als Geisel und hier hätte Todd Phillips mal umdenken können, wenn er nun schon eine völlig alkohol -und drogenfreie Geschichte spinnt und trotzdem die Hauptelemente der beiden Vorgänger zu kopieren versucht, indem er Doug diesmal mehr Spielraum schafft und stattdessen Phil oder Stu zurück lässt. Doch es trifft in Hangover 3 natürlich wieder die üblichen Verdächtigen. So kämpfen sich die drei Wölfe ziemlich uninspiriert durch den Rest der konstruierten Handlung und müssen wieder vorhersehbare Hürden nehmen bis zum wirklich müden Ende. Dabei stehen sie einer Vielzahl von Gewalttaten recht gleichgültig gegenüber, was in ihrem nüchternen Zustand etwas befremdlich auf den Zuschauer wirkt. Auch der Rest, der für Hangover typischen Handlungsabläufe, wirkt krampfhaft konstruiert und vorhersehbar. Nichts Überraschendes oder wirklich Lustiges wird hier dem Zuschauer vorgesetzt, selbst eine potentiell amüsante Lutscher-Szene zwischen Zach Galifianakis und einer total unterforderten Melissa McCarthy wird nur zu einem belanglos in die Länge gezogenen Austausch von Spucke. Ein weiteres Beispiel hierfür ist eine Szene zwischen Alan und dem Sohn von Jade (Heather Graham), der Alan fragt, ob dieser sein Vater ist. Allen antwortet natürlich mit „Ja“, auch wenn sich Teile des Publikums eine andere Antwort gewünscht hätten. Diese wäre vielleicht unvorhersehbarer und dadurch besser gewesen aber so wissen wir eben was kommt und freuen uns leider bereits auf den Abspann von Hangover 3. Ciao Chow Ein weiterer Fehler von Todd Phillips war es die Rolle des Leslie Chow in Hangover 3 zu sehr in den Fokus zu rücken, denn diese Figur funktionierte nur gut, wenn sie sporadisch auftauchte und das Wolfsrudel zur Verzweiflung brachte. Aber als Mittelpunkt wird Chow zu einem nervigen Faktor und man fragt sich warum er während eines Hauseinbruchs an Stus Hintern riechen und Hundefutter essen muss, da es nicht mal den Anflug eines Lachers provozierte. Überhaupt erschienen viele der Schauspieler, insbesondere Bradley Cooper und Ed Helms, recht unmotiviert in ihrer Darstellung und der passendste Kommentar von beiden war meist: „What the fuck?“. So erging es mir auch während des gesamten Films. Was blieb waren einige kleinere Lacher und viel Frust ob der dünnen Handlung, den uninspirierten Figuren und der überwiegend abwesenden Komik. Dennoch glaube ich, Hangover 3 wird wieder seine Zuschauer finden und genug Geld in die Kassen spülen, denn eines muss man dem Film zugute halten, er war wenigstens kurzweilig und hatte gute Musik. Offizielle Seite: hangoverpart3.com

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 22.05.2013 um 13:35

Filmkritik: Fast & Furious 6

Es ist schon fast ein Phänomen, denn wo viele Blockbuster-Reihen schon längst wegen leeren Kinosälen und zu wenigen Einnahmen von den Produktionsstudios für tot erklärt wurden, schaltet die Fast & Furious Reihe in den Leerlauf, um dann den zweiten Gang einzulegen. Wir klären auf, ob Fast & Furious 6 eine gelungene Fortsetzung oder doch ein Motorschaden geworden ist. Bewährte Ausstattung, neues Modell. Seit dem dritten Teil aus dem Jahre 2006 zeichnet sich Regisseur Justin Lin für die PS-starke Fast & Furious Reihe verantwortlich und hat sicherlich einen großen Teil zum Erfolg des Renn-Franchise beigetragen. Um nun auch für den neusten Teil Fast & Furious 6 für volle Sitzreihen in den Lichtspielhäusern vorzusorgen, hat der 40 jährige Regisseur auf ein altbewährtes Fahrgestell zurückgegriffen. Namenhafte Schauspieler wie Vin Diesel (Riddick), Paul Walker (Takers), Ludacris (Gamer), Dwayne `The Rock` Johnson (G.I. Joe 2) und Michelle Rodriquez (Resident Evil) haben sich in Fast & Furious 6 für eine Rückkehr in ihre altbekannten Rollen entschieden. Moment mal! Ist der Charakter von Michelle Rodriquez nicht schon in Fast & Furious 4 – Altes Modell, Original Teile gestorben? Ja das ist sie! Doch für einen sechsten Teil hat Drehbuchautor Chris Morgan (47 Ronin) ganz tief in die Klischee-Kiste gegriffen. Handlung mit wenig Drehleistung Es könnte so schön sein für die Helden in Fast & Furious 6: Eigentlich haben sich Dominic `Dom` Toretto, Ex-Cop Brian O´Conner und Co. zur Ruhe gesetzt und ihrer kriminellen Racer-Vergangenheit den Rücken gekehrt. Als zur Fahndung ausgeschriebene Bankräuber ist das ganze Team untergetaucht und macht sich mit dem Geld ein schönes, aber unsicheres Leben. Der Ärger ist allerdings auch in Fast & Furoius 6 nur eine Spritztour entfernt. Einzig und allein F.B.I.-Agent Luke Hobbs hat noch immer ein Auge auf die Gruppe qualifizierter Underground-Rennfahrer. Nachdem urplötzlich eine neue Diebesbande mit Hochleistungsfahrzeugen auftaucht und rund um den Globus ihr Unwesen treibt, sieht sich Hobbs gezwungen Toretto aufzusuchen und den Glazkopf um Hilfe zu bitten. Da Toretto jedoch nach wie vor nicht gut auf die Behörden und auf den amerikanischen Inlandsgeheimdienst zu sprechen ist, bleibt Hobbs nur ein einziges Lockmittel: das frisch geschossene Foto von Torettos totgeglaubter Freundin Letty! Um die über Leichen gehende Diebesbande zur Strecke zu bringen, muss das gesamte alte Team rekrutiert werden. Dabei bekommen es Toretto und O' Coonnor in Fast & Furious 6 mit dem Kopf der anderen Gang (Luke Evans) zu tun, welcher sich nicht nur als ebenbürtiger Gegner erweist, sondern auch ein höheres und gefährlicheres Ziel verfolgt als zunächst angenommen. Diesel statt Benzin! Es scheint fast so, als würde Universal Pictures Vin Diesel nach jedem Fast & Furious Teil einfrieren, nur um ihn für einen weiteres Sequel wieder vor die Kamera zu holen. Obwohl wir in diesem Jahr endlich wieder einen neuen Riddick-Teil spendiert bekommen, warten viele Fans noch immer auf einen dritten Triple-X Teil, in dem Vin Diesel wieder als Xander Cage sein Unwesen treiben könnte … Filmlogik hin oder her. Dennoch ist der gute Vin nicht mehr aus der Fast & Furious Reihe weg zu denken und schon fast so etwas wie das Maskottchen des Franchises. Trotzdem sind an dem bulligen New Yorker die vergangenen 11 Jahre nicht spurlos vorbei gegangen: Mehr als lockere Sprüche, durchdrehende Reifen und einem zusammengekniffen Blick ist für den Mitte vierzig jährigen in Fast & Furious 6 nicht mehr drin. Neuster Bulldozer und Casting-Coup des letzten Filmes ist nach wie vor allrounder Dwayne `The Rock` Johnson! Und der mal-ja-mal-nein WWE-Wrestler tut auch in Fast & Furious 6 das, was er am besten kann: ordentlich Austeilen! Es scheint fast so, als würde der ehemalige Scorpion King für jeden Film eine weitere Schippe stahlharter Muskel drauf legen und droht fast schon vor Testosteron zu platzen. Eine sensationell knallharte Rolle hat auch die Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Gina Carano (Haywire) in in Fast & Furious 6 eingenommen und kann damit durchaus den gestandenen Actionstars das Wasser reichen. Überwiegend durch seine heldenhaften Rollen bekannt, liefert auch Luke Evans (Krieg der Götter) eine durchschnittliche Performance eines undurchdringlichen Antagonisten ab, schafft es jedoch nicht zu irgendeinem Zeitpunkt eine wirkliche Bedrohung für das Team darzustellen. Gibt es auch einen Rückwärtsgang? Wenn man mal ganz ehrlich ist, dann hat die Fast & Furious Reihe ab Teil vier nicht mehr viel mit dem eigentlichen Konzept eines Underground-Rennfilmes mit Undercover-Polizeieinsatz zu tun. Action scheint bei dem Publikum anzukommen und so schaltet auch Fast & Furious 6 nochmal einen Gang hoch. Nächtliche Wettrennen werden zwar nur kurz angeschnitten, doch dafür werden Adrenalin-Junkies mit jeder Menge Explosionen, Schießereien, Mann-gegen-Mann-Kämpfen und einem finalen Flugzeugabsturz milde gestimmt. Von besagter Action kann jeder halten was er will, doch das in Fast & Furious 6 auf der Leinwand gezeigte Geschehen ist durchaus unterhaltsam und einem Blockbuster-Film würdig. Allerdings katapultiert die ein oder andere extrem unrealistische Action-Szene den Zuschauer komplett aus dem Streifen und dürfte für ein wenig Kopfschütteln oder sogar Lacher sorgen. Auch ist das eigentlich Highlight, ein High-Speed Panzer, ein fragwürdiges Element und der Verschleiß von reichlich Zivilleben ist für diese Reihe eher untypisch und wirkt sehr willkürlich und deplatziert. Offizielle Seite: universal-pictures  

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 21.05.2013 um 11:29

Filmkritik: Evil Dead

Vor über 30 Jahren sorgte Regisseur Sam Rami (Spiderman Trilogie) mit dem Horrorfilm Evil Dead, hier zulande bekannt als Tanz der Teufel, weltweit für Aufsehen und Entsetzen. Trotz der Tatsache, dass der Film in Deutschland noch immer verboten ist, gilt der Streifen als Klassiker und Hauptdarsteller Bruce Campell längst zu den Kultschauspielern. Nachdem Tanz der Teufel sechs Jahre später eine erste Fortsetzung bekommen hat, welche eher ein Remake war und Armee der Finsternis den Abschluss der Trilogie darstellte, bleibt 2013 auch dieses Horror-Franchise nicht von Hollywoods Remake-Wahn verschont. Kann Evil Dead dennoch überzeugen? Damals wie heute Auch im gleichnamigen Evil Dead-Remake bildet eine verlassene Hütte im Wald den Dreh- und Angelpunkt eines unfassbaren Albtraumes. Doch waren es im Original von 1981 noch fünf Freunde, die ein wenig Urlaub machen wollten, sind es in der Neuauflage vier Jugendliche, die ihrer Freundin in der Hütte bei einem radikalen Drogenentzug zur Seite stehen und ihr helfen wollen von dem gefährlichen, weißen Pulver los zu kommen, das ihr einmal beinahe das Leben gekostet hätte. Kaum in der baufälligen Hütte angekommen merken die fünf schnell, dass es sich hier nicht um einen idealen Ort für ein verlängertes Wochenende handelt. Als sich ihnen im Keller ein erster schauderhafter Anblick bietet, finden sie auch ein geheimnisvolles Buch, welches das Tor zur Hölle öffnen wird. Das Necronomicon! Nicht lang' Schnacken, Axt im Nacken! Wie schon Tanz der Teufel 1 und 2 hält sich auch Evil Dead nicht großartig mit Charakter-Aufbau oder langgezogenen Beziehungen der einzelnen Charaktere auf. Lediglich auf das schlechte Verhältnis der Drogensüchtigen Mia (Jane Levy) zu ihrem Bruder David (Shiloh Fernandez) wird näher eingegangen, denn dies spielt auch für den weiteren Ablauf der Handlung eine wichtige Rolle. Auch wenn es sich bei dem Plot augenscheinlich um die Handlung eines weiteren 08/15 Teenie-Slashers handelt, wurde auf Liebesszenen oder Partys mit viel Alkohol dankenswerterweise verzichtet. Gleich nach dem Vorlesen der bekannten Worte aus dem Necronomicon wird den vier Freunden klar, dass sie etwas unheilvoll böses Heraufbeschwört haben und etwas dämonisches von Mia Besitz ergriffen hat. Schon vom ersten Moment an, als sich etwas schleimig schwarzes in den Unterleib von Mia bohrt und sich so das pure Böse in sie einnistet, gibt Evil Dead klar den Ton an wie es die nächste Stunde weiter gehen wird: Eine Blutorgie gefolgt von der nächsten. Gerade weil Evil Dead eigentlich "nur" fünf potenzielle Opfer bietet, wird daraus keinesfalls ein Teenie-Geschnetzel á la Freitag der 13. oder Halloween gemacht. Evil Dead lässt sich viel Zeit die Protagonisten auf möglichst brutale Art ins Jenseits zu befördern. Kaum glauben wir, das muss es jetzt aber gewesen sein, wird doch noch einer oben drauf gesetzt, um dem jeweiligen Charakter noch mehr Leid zu zufügen. Im wahrsten Sinne des Wortes scheiden die Charakter in Evil Dead daher Stück für Stück aus dem fiktiven Leihnwandleben. Nach der guten, alten Schule Schon im Vorfeld von Evil Dead haben Regisseur und Drehbuchautor Fede Alvarez und der als Produzent tätige Sam Raimi betont, dass man auf CGI-Effekte und GreenScreen verzichten möchte. Ein sicherlich gewagter Schritt, sind grüne Hintergründe und CGI-Technologie doch seit Jurassic Park nicht mehr weg zu denken. Doch der größere Aufwand und die damit verbundenen Mehrkosten haben sich sichtlich gelohnt, denn seit Eli Roths Hostel im Jahre 2005 ist kaum mehr Kunstblut über die Leihnwand gespritzt als in Evil Dead. Schockierend echte Verstümmelungen, Selbstverletzungen und pulsierend herumspritzendes Blut werden dem ein oder anderen Zuschauer sicherlich dazu verleiten lassen, die Hände vor die Augen zu legen. Erfreulicherweise hat es das Evil Dead-Remake überraschend ungeschnitten durch die deutsche Zensur geschafft! Gerade Fans der Reihe oder Liebhabern von Splatter-Filmen wird hierbei vor Freude das Herz aufgehen oder in die Hose rutschen. Ende gut, alles tot? Gerade nach mäßig erfolgreichen Remakes oder Reboots wie Texas Chainsaw Massacre oder A Nightmare On Elmstreet zeigt Evil Dead, wie man es gut machen kann. Das liebevoll handgemachte Remake steht dem Original in keiner Weise nach und wird trotz seiner Ernsthaftigkeit bei Horrorfans und Liebhabern der Original-Trilogie Anschluss finden. Nicht zuletzt die vielen Anspielungen auf die alten Filme lassen Kennern ein Lächeln über das Gesicht huschen. Obwohl Evil Dead 2 bereits für 2015 geplant ist, wird erst ein Erfolg an den weltweiten Kinokassen über eine Fortsetzung entscheiden. Offizielle Seite: evildead.de

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 15.05.2013 um 12:09

Filmkritik: Der große Gatsby

Die Neuverfilmung des Romans Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald zieht den Zuschauer mit imposanter Bildgewalt und einem grandiosen Leonardo DiCaprio in seinen Bann, vernachlässigt stellenweise jedoch die Stimmung der Geschichte zu Gunsten visionärer Kunst. Baz Luhrmanns neustes Werk wird nicht nur der Eröffnungsstreifen bei den Filmfestspielen in Cannes sein, auch Medien und Zuschauer warten mit kritischem Auge auf die Adaption. Wir haben und der große Gatsby für euch bereits angesehen! Romanverfilmungen, besonders von Klassikern, bewegen sich stets auf einer schmalen Gratwanderung zwischen der Treue zum Originalstoff und der künstlerischen Freiheit. Im Fall von Regisseur Baz Lurhmann, der mit Filmen wie Moulin Rouge und William Shakespeares Romeo + Julia bekannt wurde, war vorab sicher, dass uns eine modernere Version des Gatsby gegenübertreten würde. Auch wenn am Endergebnis einiges zu bemängeln ist und die Meinungen weit auseinandergehen werden, kann ich für meinen Teil sagen, dass mich Der große Gatsby über 2 Stunden gut unterhalten hat. Zu verdanken ist dies in allererster Linie einem grandiosen Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Umsetzung der Literaturvorlage Positiv anzumerken ist, dass sich die neuste Verfilmung sehr stark am Roman orientiert und es nur kleinere Kunstgriffe gibt, um den Stoff für die große Leindwand aufzubereiten. Dazu gehört unter anderem, dass der Erzähler der Geschichte, Nick Carraway (Tobey Maguire), die Ereignisse im Rahmen einer Therapie aufzuschreiben beginnt. Im Laufe des Films springt die Story immer wieder kurz in die Zukunft um zu zeigen,wie er sich zurückerinnert, um dann wieder in die Vergangenheit einzutauchen. Zwar erhalten wir somit eine Erklärung für die Voice-Over Stimme, allerdings ist die Figur des Doktors im besten Fall überflüssig und die Blenden zu Nicks Niederschrift übertrieben inszeniert. Bereits in den Trailern zu Der große Gatsby wurden die Zuschauer in eine bunte Welt aus Partys, Alkohol, Glanz und monumentalen Bildern eingeladen. Doch kann es mit solch erschlagenden Visionen gelingen die Grundstimmung des Romans einzufangen? Fitzgeralds Erzählung ist eine einzige Gesellschaftskritik, er rechnet ab mit dem amerikanischen Traum und zeichnet verkommene Gestalten, die sich gegenseitig in ihrer Oberflächlichkeit übertreffen. Pompöse Bilder dominieren die Atmosphäre Die Geschichte von Der große Gatsby beginnt, als Nick in ein Häuschen am Stadtrand von New York zieht, ins Viertel der Reichen und Schönen, und feststellt, dass sein Nachbar, der in einem Märchenschloss wohnt, der mysteriöse Millionär Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio) ist. Jedes Wochenende finden auf dessen Anwesen überschäumende Partys statt, zu denen halb New York erscheint. Der Eigentümer selbst lässt sich dabei nie blicken und um ihn ranken sich allerlei Gerüchte. Schon nach kurzer Zeit erhält der Erzähler jedoch eine persönliche Einladung des undurchsichtigen aber charmanten Gatsby, der ihn bittet ein Treffen mit Nicks Cousine Daisy (Carey Mulligan) zu organisieren. Diese ist Gatsbys ehemalige Geliebte und der Mittelpunkt all seiner Gedanken, Pläne und Zukunftsvisionen. Die unschuldig wirkende Figur des Erzählers Nick wird in eine Gesellschaft eingeführt, die dekadenter kaum sein könnte. Eine Feier jagt die nächste und Luhrmann versteht es diese so glamourös und extravagant in Szene zu setzen, dass uns der Atem stockt. Allerdings sind es eben diese Momente im Film, in denen die Stimmung der Geschichte aus den Augen verloren wird. Wenn wir Nick und seinen Schwager Tom (Joel Edgerton) zu einer Privatparty in New York begleiten, ertränkt uns die Bildgewalt der Exzesse. Toms ausartender Streit mit seiner Geliebten Myrtle (Isla Fisher) bewegt uns im Gegensatz dazu genauso wenig, wie Nicks fließender Übergang vom Zuschauer zum Teilnehmer. Der 3D-Effekt verschärft den Eindruck nur noch, dass die Story zu Gunsten der visionären Bilder in den Hintergrund gedrängt wird und kann getrost gespart werden. Darsteller verblassen in buntem Bilderschauer Leonardo DiCaprio brilliert in der Rolle des Jay Gatsby, dieses charmanten Millionärs, der auch dunkle Seiten hat. In allen Facetten überzeugt er ebenso als der naive jungenhafte Lebemann, der sich an seine Vergangenheit klammert und diese wiederauferstehen lassen will, wie als aufbrausender Unternehmer. Es ist eine Freude ihm beim Spielen zuzuschauen und er ist der einzige, bei dem wir als Zuschauer nicht das Gefühl haben, er würde in der Bilderflut Luhrmanns ertrinken. Anders bei seinen Kollegen! Carey Mulligan liefert als Daisy eine solide Leistung ab, wird damit aber wohl kaum jemandem lange im Gedächtnis bleiben, da sie der Rolle keine besondere Nuance verleihen kann. Ihr Ehemann Tom, gespielt von Joel Edgerton hat einige starke Szenen, genauso wie Tobey Maguire. Myrtles Figur wirkt vollkommen überzeichnet, ebenso die ihres Mannes Wilson (Jason Clarke). Elizabeth Debicki als Jordan Baker dagegen verblasst im Ensemble, obwohl sie eine der intelligentesten und modernsten Frauenrollen spielt. Hier hätte sich mehr aus den Rollen in der große Gatsby machen lassen. Die Vertonung von Der große Gatsby ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Zwar passt sie zum modernen Ansatz der Umsetzung von Regisseur Baz Luhrmann, aber die Klänge von Jay-Z, Beyoncé und Elektromusik im Umfeld der 20er Jahre sind Geschmackssache. Am Ende lässt uns der Der große Gatsby trotzdem mit einem ähnlich beklemmenden Gefühl zurück wie der Roman, allerdings schafft er dies tatsächlich erst beim Finale. Zu keiner der Figuren, mit Ausnahme des Titelhelden, lässt sich eine Beziehung aufbauen. Im Hinblick auf deren Dekadenz und Oberflächlichkeit ist dies zwar nicht verwunderlich, der ein oder andere Zuschauer dürfte aber die Leidenschaft vermissen. Der große Gatsby startet am 16.05.2013 in den deutschen Kinos. Verschafft euch selbst einen Eindruck mit dem Trailer zu Der große Gatsby: [youtube p0l6a__1xcI nolink] Offizielle Seite: warnerbros.de/thegreatgatsby

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 06.05.2013 um 15:34

Filmkritik: Star Trek Into Darkness

Vier lange Jahre mussten wir uns gedulden, bis J.J. Abrams uns mit Star Trek Into Darkness endlich die Fortsetzung seines sensationellen Erfolges aus dem Jahr 2009 liefert, doch nun ist es endlich soweit. Hat sich das Warten gelohnt? Ja! Konnten all unsere Erwartungen erfüllt oder sogar noch übertroffen werden? Natürlich nicht! Was uns an Star Trek Into Darkness gefallen hat und worauf wir lieber verzichtet hätten, lest ihr in unserer Filmkritik. Vielversprechender Start Auch wenn ich nur einen Teil der Serien gesehen habe und daher niedrigere Ansprüche als ein Trekkie haben dürfte, ließ schon der Beginn des Filmes mein Herz höher schlagen. Die Enterprise befindet sich auf dem Planeten Nibiru, dessen Bewohner von einem Vulkanausbruch bedroht werden. Die Aufgabe der Crew: Das unterentwickelte Völkchen zu retten, ohne dass dabei ihr Aufenthalt bemerkt wird. Solche Szenarien kennen wir aus Star Trek und wie gewohnt haben Geheimhaltung und Nichteinmischung dabei höchste Priorität. Um seinen ersten Offizier Spock (Zachary Quinto) vor dem lavaspuckenden Vulkan zu retten, bricht Captain Kirk (Chris Pine) dieses Gesetz jedoch kurzerhand und die Bewohner des Planeten Nibiru werden Zeuge einer atemberaubenden Szene, in der sich die Enterprise aus den Tiefen des Ozeans vor ihrer Küste erhebt. Entgegen seiner Erwartungen bekommt Kirk dafür keinen Orden von der Sternenflotte verliehen, sondern ihm wird das Kommando über sein Raumschiff entzogen. An dieser Stelle nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung, denn ein neuer Bösewicht in Form von John Harrison (Benedict Cumberbatch) betritt die Bühne. Zuerst attackiert der Fiesling eine Basis der Sternenflotte,  zerstört diese, nur um anschließend eine Krisensitzung der Offiziere zu überfallen. Mit Harrison präsentiert sich ein Antagonist, der Kirk auf persönlicher Ebene angreift und ihn zum Handeln zwingt. Kennen wir das nicht irgendwo her? Bereits im Star Trek von 2009 sah sich die Crew der Enterprise einem einzelnen Romulaner entgegen, der sich auf privatem Rachefeldzug befand. Ein ähnliches Szenario erwartet uns auch in Star Trek Into Darkness. Der mysteriöse John Harrison, wird dabei angetrieben von dem Wunsch nach Vergeltung an der Sternenflotte, die ihn von den Menschen trennte, die er am meisten schätzt. Dass er vor nichts zurückschreckt um seine Ziele zu erreichen, erfahren wir bereits in den ersten Szenen von Star Trek Into Darkness. In einem perfiden Spiel zwingt Harrison einen Mitarbeiter der Flotte zu einem Attentat und rettet im Gegenzug dessen Tochter vor dem sicheren Tod. Etwas schade ist es, dass man sich erneut für diesen Hauptplot entschieden hat, aber dafür macht Benedict Cumberbatch in seiner Rolle eine sehr gute Figur. Des Weiteren ist die Person des John Harrison bei weitem vielschichtiger als ihr Vorgänger Nero aus Star Trek. Was uns allerdings etwas Sorge bereitet, ist die deutsche Synchronisation. Cumberbatch verleiht der Rolle des Fieslings in erster Linie durch seine charismatische Stimme die nötige Ausdruckskraft. Ob das in der Übersetzung genauso gelingen kann, bleibt abzuwarten. Klingonische Action ... Star Trek-Fans aufgepasst, die Klingonen kommen! Da sich John Harrison nach seinen Anschlägen auf der klingonischen Heimatwelt Kronos versteckt hält, sehen sich der wieder eingesetzte Kirk und seine Crew dazu gezwungen, selbst einen Ausflug in feindliche Gefilde zu unternehmen, um dem Schurken das Handwerk zulegen. Natürlich wird das Shuttle der Enterprise, entgegen dem sorgfältig ausgearbeiteten Plan, von den Klingonen gesichtet und es kommt zur unausweichlichen Konfrontation. In Folge dessen sehen wir einige spektakuläre Kampf- und Actionsequenzen, sowie einen John Harrison, der den Crew-Mitgliedern zur Hilfe eilt und im Alleingang eine Armada von Klingonen besiegt. Auch das Gesicht eines Kronos-Bewohners wird offenbart und sicher werden sich daran langjährige Fans stören. Mehr Ähnlichkeit mit dem Ursprungsbild der Klingonen wäre trotz Neuinterpretation wünschenswert gewesen. Leider währt der Aufenthalt auf Kronos dann auch nur sehr kurz und es kommt nicht zur erwarteten Schlacht im Weltraum. Eine weitere spektakuläre Szene aus Star Trek Into Darkness ist die Flugsequenz von Kirk und Harrison, in der beide mit rasanter Geschwindigkeit in ihren Raumanzügen durchs All düsen, um von einem Schiff zum anderen zu gelangen. Noch bestechender wäre dies jedoch gewesen, hätten wir ein ähnliches Szenario nicht bereits in Stark Trek gesehen, wo Kirk, Sulu und Olsen im Sturzflug auf den romulanischen Bohrer zurasen. Insgesamt zahlt sich der Aufpreis für den 3D Effekt allemal aus. J.J. Abrams schaffte es alle Stärken der dritten Dimension auszuschöpfen und den Zuschauer direkt ins Geschehen zu ziehen. ... und moralische Konflikte Die Handlungen der Enterprise Crew erhalten in Star Trek Into Darkness zudem eine moralische Ebene. Als Kirk befohlen wird, John Harrison mit Hilfe von Torpedos auszulöschen, weisen sowohl Spock als auch Scotty ihren Captain darauf hin, dass die Sternenflotte keinen Mord begeht. Auf Grund seines persönlichen Verlustes bei den Anschlägen, kann Kirk jedoch nur schwer zwischen Prinzipien und Rachegedanken unterscheiden. Zum Glück hat er in solchen Situationen immer seinen nüchternen ersten Offizier Spock, der ihn auf den richtigen Pfad führt. Die Beziehung der beiden Charaktere entwickelt sich in diesem Teil ebenfalls entscheidend weiter. Der Vulkanier erkennt den Wert der Freundschaft und empfindet schließlich echte Trauer und Rache als sein Captain dem Tode ins Auge blickt. Leider werden andere Charaktere aus Star Trek Into Darkness zu Gunsten der drei Hauptakteure vernachlässigt. Besonders Sulu und Chekov rücken in den Hintergrund, das neue Crewmitglied Carol Marcus wirkt im besten Fall überflüssig. Uhura (Zoë Saldana) durfte sich dagegen über einige gute und wichtige Szenen freuen, in denen sie unter anderem ihre Beziehung zu Spock thematisiert und einmal mehr ihr Talent für Sprachen unter Beweis stellen kann. Action- und Sci-Fi-Fans kommen in Star Trek Into Darkness allemal auf ihre Kosten und auch an Dramatik fehlt es nicht. Allerdings wird das Schema nach der dritten Szene, in der sich jemand freiwillig opfert, um geliebte Menschen zu retten, etwas ermüdend und zieht sich auch durch das Finale: Ein abstürzendes Raumschiff zerstört schließlich halb San Francisco und es folgt ein erbitterter Kampf zwischen John Harrison und Spock. Dieser darf sich hier von einer ganz anderen Seite zeigen und wirft seine abgeklärte Haltung und alle Logik über Bord. Er beweist, dass ein Vulkanier mit der nötigen Motivation dem scheinbar übermächtigen Harrison durchaus gewachsen ist. [youtube F3TP7LZ8a2w nolink] Star Trek Into Darkness startet am 9. Mai 2013 in den deutschen Kinos. Offizielle Seite: star-trek-film.de

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 26.04.2013 um 14:17

Filmkritik: Iron Man 3

Die zweite Marvel-Phase hat begonnen und wird von Iron Man 3 eingeläutet. Die Superheldenfortsetzung bietet alles, was ein gelungener Sommerblockbuster haben muss: Überzeugende und nicht zu wenige Actionszenen, große Gefühle, den gewohnt charmanten Humor, einen überraschenden Twist und unerbittliche Gegner. Shane Black führte für Iron Man 3 die Regie und war gemeinsam mit Drew Pearce für das Drehbuch verantwortlich. Shane Black und Hauptdarsteller Robert Downey Jr. sind alte Bekannte und arbeiteten bereits am Set von Kiss Kiss Bang Bang zusammen. Für die Story griff das Team auf 2 bekannte Plots aus den Comics zurück. Das betrifft zum Einen The Mandarine, der als der Erzfeind Iron Mans bekannt ist, zum Anderen die Extremis-Handlungslinie, in der es um die Optimierung des menschlichen Körpers geht, sodass Menschen mit Superkräften erschaffen werden können. Bei Iron Man 3 entschied man sich für eine Verschmelzung dieser beiden Storylines. Ein eiserner Held mit Schwächen Der Film beginnt mit einem Sprung in die Vergangenheit ins Jahr 1999, als Tony Stark (Robert Downey Jr.) mit der jungen Wissenschaftlerin Maya (Rebecca Hall) ins neue Jahr feiert. Diese arbeitet an einem Projekt, welches die Körperteile behinderter Menschen wiederherstellen soll. Auch dem nervösen und verschrobenen Aldrich Killian (Guy Pearce) begegnet Tony zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal und ahnt nicht, dass er sich mit seiner Ignoranz einen Feind erschafft, der ihm Jahre später das Leben zur Hölle machen wird. Iron Man 3 knüpft direkt an die Ereignisse aus Marvels Avengers und Tonys Flug durch das Wurmloch an. Wie wir erfahren, kämpft unser Superheld nach dieser Erfahrung mit wiederkehrenden Panikattacken, die vor allem mit seinem Ausflug ins All zusammenhängen. Wir kannten Stark stets als etwas arroganten, aber dennoch charmanten Multimillionär, der zu den schlausten Köpfen seiner Generation gehört und über immenses Wissen verfügt. In The Avengers wurde er jedoch mit einer Situation konfrontiert, der er nicht gewachsen war und die seinen Erfahrungshorizont vollkommen überstieg. Das erste Mal in der Iron Man Reihe wird Tony Stark nun zu einem Menschen, der nicht nur physische sondern auch psychische Leiden erfahren muss. Dies wirkt sich natürlich auf seinen Privatbereich und seine Beziehung zu Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) aus. Stark vergräbt sich in seiner Arbeit und versteckt sich hinter seinen Anzügen. Derweil treibt eine neue Bedrohung auf der Erde ihr Unwesen. Ein Terrorist, namens Mandarin (Ben Kingsley) schockiert die Welt mit Bombenanschlägen und Videos, die an Übertragungen von Osama Bin Laden erinnern. Erst als Tonys Freund Happy (Jon Favreau) Opfer einer dieser Anschläge wird und schwer verwundet im Krankenhaus landet, beschließt Iron Man einzugreifen. Vor der Presse spricht er gegenüber dem Mandarin eine Drohung aus, die er nur kurze Zeit später bitter bereuen muss, als die Handlanger des Terroristen seine Privatwohnung angreifen und ihre Zerstörungswut unter Beweis stellen. Nur knapp kann Stark mit dem Leben entkommen, sein Haus liegt in Schutt und Asche und der Großteil seiner Ausrüstung wurde zerstört. Beeindruckende Action-und Explosionsszenen sind wir aus Iron Man gewöhnt aber zu sehen, wie Tonys Zuhause allmählich die Klippe hinab ins Meer stürzt, birgt ebenso emotionalen Wert, was den Zuschauer mit einem beklemmenden Gefühl zurücklassen wird. Zurück zu den Wurzeln An dieser Stelle beginnt der interessanteste Teil von Iron Man 3, denn Tony muss sich neu orientieren, nachdem er alles verloren hat und gleichzeitig einem gefährlichen Gegner auf die Schliche kommen. Die Spur führt ihn ins ländliche Tennesse, wo er einen Jungen namens Harley kennenlernt. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell ein freundschaftliches Verhältnis und die Szenen der beiden Darsteller gehören zu den besten des Films. In diesen Momenten sehen wir nicht den berühmten Helden im eisernen Anzug, sondern Tony Stark auf dem Weg zu sich selbst. Überhaupt hat Robert Downey Jr. im Vergleich zu den Vorgängern in Iron Man 3 gefühlt mehr Screentime ohne den Schutz seiner Superheldenrüstung. Doch genau darum geht es: Was ist Tony ohne seinen Anzug? Dass er sich auch ohne dessen Unterstützung zu helfen weiß, sehen wir in den folgenden Sequenzen in der Kleinstadt. Der Mandarin ruht sich in dieser Zeit natürlich nicht aus und plant den amerikanischen Präsidenten zu ermorden. So kommt es zu einer weiteren großartigen Szene von Iron Man 3, auf die wir euch schon einen Vorgeschmack liefern wollen. Während eines Kampfes in der Air Force One reißt eine Explosion ein Loch in die Außenwand des Flugzeuges und 13 Passagiere finden sich im freien Fall wieder. Der Iron Man Anzug kann lediglich das Gewicht von 4 zusätzlichen Menschen aufnehmen, somit steht Tony vor einem Dilemma. Beeindruckende Bilder folgen, bei denen einige sicher sagen werden: Greenscreen, das kann jeder! Ausnahmsweise nicht, denn dieser Stunt wurde tatsächlich von realen Fallschirmspringern durchgeführt, welche die Szenen in über 500 Absprüngen mit versteckten Fallschirmen drehten. Ein überraschender Kontrahent Um noch einmal kurz auf den Mandarin zurückzukommen: Den Zuschauer erwartet ein völlig unerwarteter Plot-Twist, für den man sich vor Ben Kingsley nur verneigen kann. Ob allerdings eingefleischte Iron Man-Comicfans so begeistert davon sein werden, wage ich zu bezweifeln. Auch Pepper, der wichtigste Mensch in Tonys Leben, gerät im Verlauf des Filmes in den Fokus der Terroristen. Sie darf in Iron Man 3 in ihren ersten längeren Actionszenen die Initiative ergreifen und das steht ihr ganz gut. Mit Aldrich Killian verbindet sie eine gemeinsame berufliche Vergangenheit, allerdings war er stets auch an mehr als ihrem schlauen Köpfchen interessiert. Zunächst überrascht durch seine unerwartete Wandlung ist Pepper überrumpelt, muss jedoch schnell feststellen, dass Killian sich keineswegs zum Guten entwickelt hat...das Äußere täuscht eben doch mal wieder. Guy Pearce macht seine Sache als Bösewicht solide, allerdings gibt sein Handlanger Savin (James Badge Dale) ein noch überzeugenderes Bild ab. Dale nimmt man den Akt als manischen Killer einfach ohne Zögern ab. Zwischen Rhodes (Don Cheadle) und Stark hat sich mittlerweile ein kumpelhaftes Verhältnis entwickelt und er ist stets zur Stelle, wenn Tony Unterstützung braucht und zunächst auch der einzige, der von Starks Panikattacken weiß. Natürlich wurde für Iron Man 3 auch an der Verfeinerung der Anzüge gearbeitet, in The Avengers konnten wir sehen, wir Tony im Freiflug in eine seiner Rüstungen schlüpfte. Mittlerweile kann er sogar jedes Teil einzeln „rufen“ und an der richtigen Körperstelle platzieren lassen. Auch körperlose Anzüge kann er über Jarvis befehligen und mit Hilfe eines Interfaces wenn nötig selbst steuern. [youtube N4Br6xg-dXo nolink] Mehr Infos und Neuigkeiten zu Iron Man 3 findet ihr in unserer Themenübersicht. Offizielle Seite: marvel.com

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. ...
  7. 21