Der Mann mit den drei Augen ist zurück und zwar in 3D. Die Rede ist von niemand geringerem als Sam Fischer, der sich mit Splinter Cell 3D auf den 3DS geschlichen hat. Während man sich in seinem neuesten Konsolenabenteuer eher heiße Feuergefechte liefert und einen überaus aggressiven Fischer steuern darf, geht es in dem neuesten Handheld-Ableger wieder zurück zu den Wurzeln.
Damals wurde noch die Frage gestellt wer der Schleich-König ist. Solid Snake oder Sam Fischer? Früher war diese Frage kaum zu beantworten. Doch heute haben beide nahezu ihr Genre verlassen und setzen eher auf Feuerkraft. Splinter Cell 3D ist wieder ein Schritt nach hinten und das ist nicht negativ gemeint. Das Spiel ähnelt sehr dem dritten Teil, Chaos Theory. Die Missionen sind fast die gleichen, nur wirken sie sie kleiner, kompakter und übersichtlicher. Das Prozedere ist altbekannt: Man schlüpft in die Rolle des Geheimagenten Sam Fischer und bekommt von seinem Vorgesetzten sein Missionziel, welches man erledigen muss ohne entdeckt zu werden. Zur Verfügung stehen drei Waffen, auf die man zurückgreifen kann. Eine Pistole mit Schalldämpfer, sowie ein Maschinengewehr und Granaten. Darüber hinaus könnt ihr euch auch hinter den Gegner schleichen um ihn bewusstlos zuschlagen.
Schon die erste Mission wird Fans bekannt vorkommen. Es gilt einen Leuchtturm zu infiltrieren. Jedoch wurde die Mission nicht eins zu eins übernommen. Insgesamt wirkt sie viel heller und auch sehr viel kleiner. Die Wege sind meist offensichtlich, sodass man sich nicht verlaufen kann. Was beim Spielen aber auffiel ist, dass das Game auf dem 3DS unübersichtlich wirkt. Das liegt haupstächlich daran, dass die Steuerung alles andere als gut ist. Dadurch, dass der zweite Analogstick fehlt, mussten die Entwickler auf die vier physikalischen Tasten auf der rechten Seite des 3DS für die Kamersteuerung zurückgreifen. Das macht das Spielen sehr gewöhnungsbedürftig und führt auch zu anfänglichen Frustmomenten. Die Waffenauswahl und alles Andere ist auf den Touchscreen verlegt worden, sodass man per Berührung seine Waffe wechseln kann. Mit Hilfe des Digitalkreuzes kann man nachladen oder sich ducken.
Der 3D-Effekt wurde nur dezent eingesetzt. Während Gelgenheits-Gamer vielleicht bei dem einen oder anderen 3DS-Spiel Kopschmerzen bekommen, sollte das bei Splinter Cell 3D nicht der Fall sein. Grafisch kann sich das Spiel auch sehen lassen. Insgesamt sieht das Spiel weicher aus. Missionstips werden wie in Splinter Cell: Conviction spielerisch in die Grafik eingebunden. Zwischen den Missionen werden schicke gerenderte Szenen gezeigt, die einen die Story näher bringen. Was man vom Charakterdesign nicht behaupten kann. Stumpfe K.I. und belanglose Dialoge, die lieblos eingesprochen sind. Zwar lässt Sam Fischer wie gewohnt seine kühle Art raushängen und wirft gelegentlich witzige Sprüche raus, doch sind die nur halb so humorvoll wie in den Vorgängern.


