Den treuen und aufmerksamen Lesern ist bestimmt aufgefallen, dass wir ein Post E3 Termin bei Square Enix hatten. Da darf natürlich auch die gute Lara nicht fehlen. Dieses Mal hat sie sogar noch ein bisschen mehr von sich gezeigt, als noch auf der E3. Und das was ich in den 20 Minuten Gameplay gesehen habe, war atemberaubend! Aber dazu gleich mehr. Fangen wir doch erst einmal mit dem Setting vom neuen Tomb Raider an.
Lara Croft ist nicht die abgebrühte Abenteuerin, die wir aus den vielen Vorgängerteilen kennen. Sie ist nicht die coole, immer gut aussehende Abenteuerin, die zu jederzeit einen kecken Spruch auf den Lippen hat, während die Welt um sie herum zusammenbricht. Crystal Dynamics wagt einen Neuanfang und möchte so dem Tomb-Raider-Franchise neues Leben einhauchen. So ist es sehr angebracht, dass wir mit dem neuen Titel Laras Anfänge aufdecken.
Frisch von der Akademie ist die blutjunge Lara auf dem Schiff Endurance unterwegs in der japanischen See. Doch unterwegs, wie soll es auch anders sein, wird das Schiff von einem Sturm in zwei Teile gerissen. Gestrandet auf einer unbekannten Insel, ist Lara fortan auf sich selbst gestellt. Sie hat nur ein Ziel – sie will überleben!
Das mit dem Überleben gestaltet sich als eine schwierige Angelegenheit. Am Anfang der Demo finden wir uns kopfüber hängend und gefesselt in einer Höhle wieder. Fängt ja gut an! Nachdem wir uns befreit haben, fallen wir in eine tiefe Grube und verletzen uns dabei. Ein langer Metallstab durch die Bauchhöhle hat bis jetzt den wenigsten gut getan… Nachdem wir auch dieses Problem in den Griff bekommen haben, werden wir kurzerhand von einem Einwohner der Insel attackiert. Kurz darauf, wenn man sich nicht allzu dämlich anstellt, wird dieser von einem riesigen Felsen erschlagen. Und bei dieser Gelegenheit haben wir etwas zu sehen bekommen, was wir bei der Gameplaydemo der E3 nicht zu sehen bekommen haben, nämlich was passiert falls man sich zu dumm anstellt; Lara stirbt – erschlagen von einem Felsen der Größe eines Minivans. Diesen und andere Tode durften wir an einigen Stellen des Spiels erleben. Ich muss sagen, die Jungs und Mädels von Crystal Dynamics sind durchaus kleine Sadisten. In den 20 Minuten wurde Lara erschlagen, erstochen und von Wölfen zerfleischt. Jedes Mal wunderbar in Szene gesetzt. Auch wenn wir Videospieler angeblich alle abgestumpft gegenüber Gewalt sind, lief es mir jedes Mal kalt den Rücken runter.
Aber genug von Lara und von ihren tausend Heldentoden. Die neue Lara ist anders… und das ist gut so! Ich muss ja ehrlich gestehen, dass mich die letzten Tomb-Raider-Teile nicht mehr wirklich vom Hocker gerissen haben. Es war halt eine Videospielserie, die etwas in die Jahre gekommen war, was ja leider Gottes vorkommt. Die Kunst ist es, aus dem alten Trott zu kommen und mit frischen Ideen das Franchise zu regenerieren. Von den ersten, wenigen Eindrücken, die ich gewonnen habe, bin ich der Meinung, dass Crystal Dynamics auf jeden Fall schon vieles richtig gemacht hat.
Was mir besonders gefallen hat, war, dass in meinen Augen Lara eine viel menschlichere und verletzlichere Seite von sich zeigt. Lara weint, keucht, ist ängstlich, unsicher, mutig und selbstbewusst. Das Spielszenario ist sehr gut geschrieben. Selten saß ich so angespannt bei einem Titel in meinem Sessel. Ich habe mit Lara mitgefiebert und mitgelitten. Was das auf jeden Fall unterstützt, ist, dass Lara ständig indirekt mit dem Spieler kommuniziert und einem klar macht, was gerade in ihr vorgeht. So, zumindest in meinem Fall, fühlt man sich sehr mit der Heldin verbunden.
Die Demo war leider viel zu schnell zu Ende. Ich hätte Lara stundenlang weiter zusehen können, wie sie ihre Aufgaben meistert und Hindernisse überwindet. Meine Begeisterung für die Spieleserie ist auf jeden Fall neu entfacht. Ich will Lara neu kennenlernen und will wissen wie alles angefangen hat!



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