Da hat sich ein kleines Unternehmen aufgemacht, gegen Apples iPad anzugehen, mit Offenheit und technischen Finessen, zu einem Preis, der so recht ordentlich schien. Doch das Drama begann bereits mit einer nicht pünktlichen Fertigstellung, der Start musste verschoben werden. Dann kam die Flunder in den Handel und anstelle hier den Pfad der Tugend zu beschreiten und deutsche Wertarbeit zu leisten, kamen Klagen unter den Erstkäufern auf.
Bei Software ist der First Day Patch ja schon länger die Regel, auch wenn der „First Day“ zuweilen einen Monat nach dem Start liegt und Spiele bis zu dem Tag gelegentlich unspielbar sind, hatte man sich mit dem WeTab wohl auf eine gewisse Gewöhnung der potentiellen Kundschaft verlassen. Weit gefehlt. Nach wenigen Stunden tauchten erste Berichte auf, Mängel und fehlende Features, gelegentlich auch Lob über eine schnelle Verbindung, aber das WeTab hatte seinen Ruf bekommen.
Den traurigen Höhepunkt erreichte das Schauspiel aber auf Amazon. Waren dort die Bewertungen der Käufer allenfalls durchwachsen, eher schlecht als recht, so stachen zwei Beiträge als leuchtendes Beispiel aus der Masse der Klagerufe hervor. Das WeTab als goldenes Beispiel deutscher Qualitätsarbeit?
Natürlich, in der heutigen Zeit wird mit allen Mitteln versucht, ein Produkt an den Mann zu bringen. Das ist so weit auch absolut in Ordnung, so lange … ja so lange es es einigermaßen reell bleibt. Tatsächlich aber hatten sich der Herr Peter Glaser und die Frau Claudia Kaden etwas sehr weit aus dem Fenster gehängt. Nein, niemand macht hier einen Vorwurf, dass ein Geschäftsführer von seiner Firma und seinem Produkt überzeugt ist, nur unter falschem Namen kommt es in einer Kundenbewertung wirklich nicht gut an. Hinter den beiden genannten steht das Ehepaar von Ankershoffen, dessen männlicher Part als Geschäftsführer von Neofonie, und dem WeTab Loint Venture, dem Hersteller des WeTab verantwortlich zeichnet.
Dumm gelaufen, denn die „Käuferbewertung“ konnte unmittelbar mit dem Kundenprofil von Amazon in Verbindung gebracht werden und führte letztlich zum Rücktritt des Herren von Ankershoffen als Geschäftsführer des WeTab Joint Venture und nun auch als Chef der Neofonie. Aus der Traum.
Was wir daraus lernen? Nun, wäre das WeTab nur einigermaßen geworden, was hätte werden sollen, so wäre das alles nicht nötig gewesen. Vollmundige Versprechen mit wenig Substanz führen zu Pleiten, Pech und Pannen.
Update:
Inzwischen wird die Lage für das WeTab Joint Venture immer unangenehmer. Wichtige Geschäftspartner verlassen das angeschlagene Schiff. So hat sich der Verlag Gruner + Jahr bereits recht früh von Neofonier abgesetzt und die Entwicklung eines Publishing-Systems für das WeTab zurückgestellt. Die Erfolgsasusichten sind wohl doch nicht so rosig. Ursprünglich sollte die Software als ihren Einstand auf dem WeTab feiern, nun wird es das iPad werden.
Aber damit nicht genug, hat sich auch der Schweizer Ringier-Verlag von Neofonie zurückgezogen. Die ersten Präsentationen der Software waren eher Videos und wohl auch sonst nicht “Branchenüblich” gelaufen. Damit fehlt dem WeTab nun aber eine breite Unterstützung, was vor dem Hintergrund der noch immer etwas holprigen Technik wohl nun endgültig als Fehlschlag in die junge Geschichte der Flundern eingehen wird.
dabei hätte es so schön werden können. Ein Tab mit guten Features, mit guter Qualität zu einem Fairen Preis und mit breiter Unterstützung. Deutschland hat je bereist einen Volkswagen, warum als nicht auch ein Volkstab? Ihre Macken können die Beiden ja behalten oder?


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[...] bis zur traditionellen Medienhauptstadt getrieben. Das eigentliche Produkt zumindest scheint in manchen Testberichten die Tester nicht zu überzeugen. Der Produktmarke, die sich als deutsche Antwort [...]