Artifact: Anfänger Guide

Artifact-Anfänger-Guide_header1Der neue Platzhirsch auf dem Kartenspielemarkt Artifact ist prädestiniert, euch vor die eine oder andere knackige Kopfnuss zu stellen. Entwickelt von Magic the Gathering Legende Richard Garfield und produziert von Valve, ist Artifact eine wirklich eigensinnige Kreation geworden. Da das Spiel aber nicht nur eigensinnig, sondern auch fantastisch ist helfen wir euch, in unserem Anfänger Guide, den holprigen Einstieg etwas angenehmer zu gestalten.

Gut zu wissen

Als Kreuzung aus dem immer populärer werdenden digitalen Sammelkartenmarkt und Valves Spielkoloss DOTA2, ist Artifact in jedem Falle ein großer Name für das Spielejahr 2018. Das dann auch noch Magic the Gathering Erfinder Richard Garfield für den Titel Feder führte, macht Artifact zu einem ganz besonderen Spiel. So besonders, das sich Valve entschlossen hat gleich auf eine ganze Reihe an Genre Konventionen zu verzichten. Artifact macht so einiges anders und das meiste davon herausragend gut, ist dabei aber zu einem derart komplexen Spiel geworden, das es nicht schaden kann sich einige Features, schon vor dem Start des Spiels vor Augen zu führen.Artifact-Anfänger-Guide_header

1. Artifact ist kein free-to-play Spiel

Anders als die großen Genre Vertreter Hearthstone, Magic the Gathering Arena oder Gwent ist Artifact ein buy-to-play Spiel. Für knapp 20 Euro kauft ihr den Spielclienten, 10 Boosterpacks, 5 Eventtickets (dazu kommen wir später noch) und einen Stock Basiskarten. Es gibt keine Quests, keine kostenlosen Karten. Wollt ihr eure Sammlung erweitern, tut ihr das wie bei allen traditionellen Papierverwandten: Ihr kauft Booster, oder Spielt Drafts bzw. Constructed Turniere.

2. Artifact ist ein richtiges Kartenspiel

Das ist kein Clickbait, sondern tatsächlich eine relevante Spielmechanik. Artifact nimmt sich sich als Sammelkartenspiel vollkommen ernst und präsentiert sich entsprechend. Jede Karte hat einen Geldwert. Karten in eurer Sammlung könnt ihr auf dem Marktplatz verkaufen, somit bietet Valve den üblichen Drittmarkt traditioneller Kartenspiele gleich selbst mit an.

3. Booster für Drafts

Für alle Kartenspielveteranen zwar keine große Überraschung, aber für Neulinge befremdlich. Da es keine eigentliche in-game Währung in Artifact gibt, bringt ihr die Booster für einen Keeper-Draft selbst mit. Wie beim Friday Night Magic im Spieleladen eures Vertrauens, erwerbt ihr, sofern ihr keine ungeöffneten Packs mehr rumliegen habt, fünf Booster und zwei Eventticket und spielt drauf los. Gewonnene Booster könnt ihr natürlich für den nächsten Draft einsetzten, da die Packs ja sowieso randomisiert sind.
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Wie wird Artifact gespielt?

Habt ihr schonmal Dota2, oder einen der einschlägigen Genre-Vertreter gespielt, wird euch die generelle Spielmechanik von Artifact sowie diverse Karteninteraktionen bekannt vorkommen. Außerdem ist es natürlich hilfreich schon mal ein Sammelkartenspiel in der Hand gehabt zu haben. Da euch aber beides in den ersten Stunden von Artifact nur bedingt weiterhilft, versuchen wir die wichtigsten Spielmechaniken für euch auseinander zu falten und geben euch die Tipps, die wir zu Anfang gern gehabt hätten.

Artifact spielt sich größtenteils wie ein klassisches Sammelkartenspiel, das seine Interaktionen und Gewinnbedinungen von DOTA2 leiht. In 1 gegen 1 Matches, tretet ihr mit euren 40 Kartendecks gegeneinander an und versucht die Oberhand, über drei Lanes zu erlangen.

Das Spielbrett

Jede dieser Lanes funktioniert wie ein für sich genommenes Hearthstone-Spielfeld, mit eigenen Lebenspunkten und einem linear wachsenden Mana-Pool. Karten die ihr in einer Lane spielt, können nicht verschoben werden und keinen Einfluss auf andere Lanes nehmen – außer sie können es natürlich doch. Wie in jedem CCG, machen auch in Artifact gerade die Ausnahmen von der Regel das Spiel interessant.

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Ab der zweiten Runde entscheidet ihr, in welche Lane eure Helden gespielt werden.

Anstatt eines einzelnen Lebenspunkte-Pools, verfügt jede Lane über 40 Lebenspunkte. Wie aus der MOBA Vorlage bekannt, ringt ihr mit euren Helden und Einheiten darum, den gegnerischen Turm (40Lebenspunkte) zu Fall zu bringen. Gelingt es euch auf zwei Lanes, den gegnerischen Turm auszuschalten (80LP) gewinnt ihr. Alternativ könnt ihr auch alles auf eine Karte setzten und den Ancient auf einer Lane ausschalten.

Habt ihr einen Turm zerstört, indem ihr auf einer Lane 40 Punkte ungeblockten Schaden ausgeteilt habt, erscheint der sogenannte Ancient. Gelingt es euch die beiden verbleibenden Lanes vor dem Ansturm des Gegners zu verteidigen und gleichzeitig 80 Punkte Schaden am gegnerischen Ancient auszuteilen, gewinnt ihr ebenfalls.

Die Kurzfassung: Um zu gewinnen, müsst ihr in zwei Lanes jeweils 40 Punkte schaden austeilen, oder in einer Lane 120 Punkte.

Die Helden

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Die Reihenfolge in der ihr eure Helden aufstellt ist entscheidend.

Artifact wäre kein DOTA 2 Kartenspiel, käme es ohne Helden aus. Selbstverständlichen stehen eben genau die auch im Fokus des Gameplays. Als Spiegel des MOBA Titels enthält jedes 40 Karten Deck fünf spielstil-definierende Helden. Die bekannten Recken wie Sven, Ursa oder die Kristallmaid verfügen jeder über einen Spezial-Zauber, von dem sie eurem Deck automatisch drei Kartenexemplare beisteuern. So bringt die Kristallmaid beispielsweise drei Erfrierungs-Zauber mit, die 2 Schaden an einer Einheit anrichten und sie für einen Zug angriffsunfähig machen. Zusätzlich zu den Spezialzauber Karten verfügen die Helden über passive oder aktivierbare Fähigkeiten. So heilt sich Abbadon mit seiner Fähigkeit alle zwei Züge voll und der Blut Jäger wird kräftiger mit jedem erlegten Creep.

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Hier haben wir den mächtigen Helden Axe mit Schwert und Ring ausgerüstet.

Natürlich können die Helden mit Gegenständen ausgerüstet werden. Dafür stehen euch ein Rüstungs-, Waffen- sowie ein Accessoire Platz zur Verfügung.

Die Helden sind dabei jeweils einer der vier Farben – Rot, Grün, Blau, und Schwarz zugeordnet, die ihr beliebig für euer Deck zusammenstellen könnt. Natürlich reflektieren die Farben nicht nur die Identität der Helden, sondern sind spielerisch relevant.

Karten ausspielen

Ebenso wie beim MOBA-Vorbild, empfiehlt es sich auch bei Artifact meist, in jeder Lane einen Helden zu haben. Die Farbe eures Helden bestimmt nämlich die Zauber, die ihr in einer gegebenen Lane sprechen könnt. Habt ihr also keinen Helden in einer Lane könnt ihr effektiv keine Zauber in dieser Lane wirken. Im Constructed Format dominieren daher bislang (zumeist) Decks mit zwei oder weniger Farben. Sollte einer eurer Helden mal sterben, kehrt er zurück zum Brunnen. Nach nur einer Runde Erholungsurlaub, könnt ihr die Helden wieder ausspielen. Das mag jetzt zwar simple klingen, birgt aber enorme taktische Finesse, so könnt ihr beispielsweise eine Stadtportal Rolle nutzen, um einen Helden frühzeitig auf die Bank zu schicken, oder lasst sie absichtlich draufgehen, um in zwei Runden auf einer anderen Lane einen Vorteil zu erhalten.

Jede Lane startet mit drei Mana und erhält linear 1 Mana pro Runde dazu. Alle Karten – außer Helden und Gegenständen – kosten Mana, wobei es die üblichen Verdächtigen wie Kreaturenzauber, bleibende Feldverzauberungen, oder einmalige Effekte gibt.

Die FarbenArtifact-Anfänger-Guide_bild4

Wir haben schon erwähnt, dass sich die Karten in Artifact auf vier Farben verteilen: Rot, Grün, Blau, Schwarz. In Artifact gibt es keine neutralen Karten und ebenso wenig korrespondieren die Farben 1 zu 1 mit den bekannten Farbidentitäten aus Magic oder DOTA 2.

Als Faustregel gilt:

Rote Karten spezialisieren sich auf reine Kampfkraft. Die meisten roten Helden und Einheiten verfügen über besonders hohe Grundwerte, die mit einmaligen Effekten noch zusätzlich verstärkt werden können. Rot brilliert also vor allem im early game und durch die individuelle Stärke der Karten, tut sich aber schwer von sich aus ein langes Scharmützel zu gewinnen.

Grüne Karten zeichnen sich durch ihr hohes Maß an unterstützenden Fähigkeiten aus. Viele Karten buffen, oder heilen Verbündete. Eine zweite Stärke der Farbe liegt im Beschwören von Einheiten, so könnt ihr mit grünen Decks Gegner oftmals überrennen. Chen beispielsweise übernimmt die Kontrolle über gegnerische Creeps und seine Signatur-Karte heilt Verbündete auf volles Leben und gibt ihnen zusätzlich noch Immunität gegenüber Schaden für die Runde.

Blaue Karten ähneln der Farbidentität aus Magic the Gathering am Meisten und konzentrieren sich auf Kontrollmagie und mächtige Zauber. Die Helden kommen meist mit schwachen Grundwerten daher und überzeugen erst durch die Interaktionen im späteren Spiel. Lunas passive Fähigkeit gibt Karten in eurer Hand Aufladung, die ihren Signaturzauber pro Aufladung verstärken.

Schwarze Karten sind besonders effektiv darin Helden zu töten und das Goldeinkommen des Spielers zu erhöhen. Helden wie Kopfgeldjäger, Phantomassassine und Scharfschütze generieren mehr Gold durch Tötungen, richten absurden Schaden an Helden an oder können sogar über verschiedene Lanes Schaden austeilen.

Die Grundwerte von Helden oder Kreaturenkarten teilen sich auf Lebenspunkte, Rüstung und Angriffspunkte auf. Lebens- und Angriffspunkte funktionieren wie in jedem gängigen Kartenspiel, Rüstung hingegen verringert den Schaden den eine Karte aus jeder Kampfhandlung erhält.

Die Kartentypen in Artifact

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Blau versorgt euch mit mächtiger Kontrollmagie.

Wir haben bisher über Helden, Gegenstände, Kreaturen und Zauber gesprochen, allerdings sind das noch nicht alle Feinheiten die Artifact zu bieten hat. Die Gegenstände, die ihr am Ende jeder Runde im Shop kauft, müssen nicht zwingend Ausrüstungen sein, auch verbrauchbare Gegenstände gibt das Sortiment her. Tränke zum Beispiel stellen die Lebenspunkte einer Einheit sofort wieder her, wohingegen Spruchrollen verschiedene Effekte bewirken können. Ausrüstungsgegenstände können nur an Helden angelegt werden und bleiben auch über den Besuch beim Brunnen erhalten. Allerdings sind Helden nicht das einzige das ihr verbessert könnt, ihr könnt auch Verbesserungen für eine gesamte Lane sprechen, die entweder passive Boni geben oder aktivierbare Fähigkeiten. Diese Verbesserung bleiben so lange bestehen, bis eurer Gegner sich dazu entscheidet sie per Karteneffekt zu entfernen.

Wie im großen DOTA 2 Vorbild spielen auch die Creeps eine wichtige Rolle. Zu beginn eines Spiels startet ihr mit 3 Helden und 3 Creeps auf dem Brett, jede Lane erhält einen zufälligen Helden wobei die Creeps komplett zufällig verteilt werden.

PfeilkartenArtifact-Anfänger-Guide_Pfeile

Im Laufe des Spiels werdet ihr auch immer wieder Pfeilkarten sehen, die zufällig gemischt auf die Laneslots gelegt werden, auf denen sich gerade keine Einheit befindet. Üblicherweise greift eine Einheit immer den gegenüberliegenden Helden oder Vasallen an, (natürlich gibt es Ausnahmen). Die zufällig gemischten Pfeile bestimmen, ob eine Einheit gerade aus den leeren Slot angreift, also den Turm, oder vielleicht seitlich eine gegnerische Einheit. Jede Einheit hat dabei eine Chance von 50% gerade aus anzugreifen und jeweils 25% nach rechts oder links zu treten.

Eine Runde Artifact

Nachdem wir jetzt die Grundlagen geklärt haben: Wie spielt sich Artifact denn nun eigentlich?

Nachdem ihr einen Gegner gefunden habt, werden die ersten drei Helden eurer Aufstellung zufällig auf die Lanes verteilt. Zusätzlich werden drei Creeps randomisiert ins Spiel gebracht. Sobald alle Karten verteilt sind, beginnt ihr in der linken Lane und spielt abwechseln die vier Spielphasen aus. Die erste Phase „Before the action phase“ ist vergleichbar mit dem Versorgungssegment bei Magic the Gathering, hier werden alle bleibenden und passiven Effekte ausgelöst. Im nächsten Schritt geht es in die Aktionsphase, in der beide Spiele abwechselnd die Initiative haben, um eine Karte auszuspielen. Diese Phase dauert so lange an, bis beide Spieler ihren Zug gepasst haben, um sofort in die Kampfphase überzuleiten. In der Kampfphase greifen alle Einheiten der Lane gleichzeitig den gegenüberliegenden Gegner an (Ausnahmen siehe Pfeilkarten). Letztlich folgt die Phase nach dem Kampf, in der Effekte wie Buffs auslösen, oder Verbesserungen Bonus Gold geben.

Shopping

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Für ein Gold könnt ihr das Sortiment für eine Runde einfrieren.

Nachdem alle drei Lanes ausgespielt wurden, ist die erste Runde vorüber und das Spiel öffnet automatisch den Shop. Hier könnt ihr eine von drei zufälligen Karten – aus eurem Gegenstände-Deck – für Gold kaufen. Aha! Da ist es schon wieder, dieses ominöse Gold. Ganz wie im MOBA, verdient euch das Töten von Einheiten Gold. Ein Diener bringt dabei ein Gold, während gefallene Helden einen ganzen Sack mit fünf Goldmünzen da lassen. Gepaart mit etwaigen Effekten, die Gold generieren, ergibt sich die Ressource mit der ihr am Ende jeder Runde einkauft.

You are going to be ArtifuckedArtifact-Anfänger-Guide_bild2

Wenn wir ganz ehrlich sind, werdet ihr vermutlich die ersten Dutzend Stunden, die ihr in Artifact verbringt, ziemlich planlos sein – Wir waren es jedenfalls. Glücklicherweise hat Valve inzwischen auf das einschlägige Spielerfeedback reagiert und bietet jeden Spielmodus auch in der Casual Variante an. So könnt ihr im Phantom-Draft nach Lust und Laune üben, oder euch im Gauntlet mit 5 vorgefertigten Decks vertraut machen. Artifact ist ein wirklich, wirklich komplexes Spiel, was allerdings nichts schlechtes ist. Schlecht ist allerdings, das wir auch nach dem Tutorial ziemlich auf dem Schlauch standen und einige der Erklärfunktionen im Spiel klotzig daher kommen. Hoffentlich konnten wir mit unserem Guide einige Unklarheiten beseitigen. Wir spielen auf jeden Fall weiter und liefern euch den nächsten Guide in Bälde nach.

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