Mobile Games zu Yu-Gi-Oh!, Pokémon und Co. – spielbar oder reine Geldmacherei?

Mittlerweile gibt es Mobile Games zu Yu-Gi-Oh!, Pokémon und Co.

In den 90ern und dem darauffolgendem Jahrzehnt flimmerten (und flimmern noch heute) Animes über unsere Röhrenfernseher, die nicht minder unsere Kindheit prägten. Ich denke an Serien aus dem Fantasy-Genre, die so manches Aufbegehren verursachten. Wer wollte damals nicht mit Pikachu durch die Wälder ziehen oder an der Seite von Yugi Muto das Böse besiegen? Wir haben uns einige Mobile-Games angeschaut, die ihren Ursprung in eben jener Zeit finden. Werden die Adaptionen unserer Melancholie gerecht oder haben die Entwickler mit ihren halbgaren Mobil-Auskopplungen allein Geldschneiderei im Sinn?

Pokémon GO: Niantic setzt wieder einmal Maßstäbe

Pokémon GO

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

Pokémon: Karpador Jump

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

Der Softwareentwickler Niantic erfand zwar Augmented Reality nicht, doch steckte er mit als erster Publisher die moderne Technik in ein Mobile Game, das die breite Masse seit eh und je begeistert. Nachdem Niantic mit Ingress AR in die Spielwelt einführte, begann der große mobile Erfolg erst mit Pokémon GO. Seit 2016 laufen Millionen Fans umher, fangen Pokémon und lassen diese in virtuellen Kämpfen gegeneinander antreten.

Jeden Monat bietet Pokémon GO neue Events und Feldforschungen

Und das Spiel ist wirklich durchdacht, komplex und dennoch verständlich. Raids und laufende Events lassen Pokémon GO nicht langweilig werden und die Schöpfer sind immer darauf bedacht, auf die Wünsche der Community einzugehen und etwaige Bugs schnellstmöglich zu beheben. Natürlich kann auch Niantic nicht jedem alles recht machen. Dennoch bewerten knapp 12 Millionen User das Mobile Game mit durchschnittlich 4,1 Sternen. Pokémon GO bietet – wie beinahe jedes Handyspiel – In-App-Käufe an. Jedoch seid ihr nicht gezwungen, für wirklichen Erfolg auch wirkliches Geld auszugeben. Vielmehr räumt am meisten ab, wer am fleißigsten läuft, brütet und kämpft.

links: Aquarium zu Beginn     rechts: Aquarium auf hohem Level

Wo Pokémon GO beinahe jedem etwas sagt, wissen nicht viele etwas mit Pokémon: Karpador Jump anzufangen. Schade eigentlich, das Spiel hat nämlich ordentlich Kultpotenzial. Ihr seid der Trainer eines Karpadors und müsst die Platscher-Attacke so weit perfektionieren, dass die Sprunghöhe buchstäblich durch die Decke geht. Von wegen „Karpador setzt Platscher ein, nichts geschieht.“ Ihr verbessert euer Pokémon, indem ihr es in Trainingseinheiten schickt, Kraftpunkte gewinnt und es somit leveln lasst. Dieses Mobile Game kann ab und an etwas eintönig und nicht wirklich herausfordernd wirken, zum Schmunzeln bringt es euch bestimmt dennoch immer wieder auf’s Neue. Zudem kann es offline gespielt werden. Wenn ihr also im Zug sitzt, kein Netz habt und auf der Suche nach Spaß seid, schafft dieses amüsante Game Abhilfe.

Yu-Gi-Oh: Glaub an das Herz der Karten!

Yu-Gi-Oh! Duel Generation

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

Yu-Gi-Oh! Duel Links

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

Das Sammelkartenspiel, das um altertümliche ägyptische Mythen rankt, wird mittlerweile nicht mehr nur analog gespielt. Zwei mobile Auskopplungen haben bisher den Weg auf viele Smartphones gefunden. Bei beiden Spielen handelt es sich um Kartenspiele, die mit gegnerischen Decks konkurrieren, ob gegen NPCs oder echte Gegner. Eines der beiden Spiele können wir sehr empfehlen, das andere hat unserer Meinung nach großen Aufholbedarf. Yu-Gi-Oh! Duel Generation bietet im Gegensatz zu Yu-Gi-Oh! Duel Links keine einladende Benutzeroberfläche und auch die Übersetzungen müssen als mangelhaft deklariert werden. Wo ihr in Yu-Gi-Oh! Duel Links komplett ohne Echtgeld auskommt, werdet ihr bei Yu-Gi-Oh! Duel Generation beinahe zu Kartenkäufen gedrängt. Verzichtet ihr auf Ingame-Käufe, habt ihr kaum eine Chance, konkurrenzfähige Decks zu erstehen.

Das User Interface Design von Yu-Gi-Oh! Duel Generation lässt zu Wünschen übrig

Die Entwickler von Yu-Gi-Oh! Duel Links hingegen scheinen eine Menge Arbeit ins Gameplay gesteckt zu haben. Ihr werdet oft mit Gems (Diamanten), Münzen und Karten-Tickets beschenkt und mit ausgefeilten Events beglückt, die mit Liebe zum Detail gestaltet wurden. Die Vielfalt der Karten-Boxen ist groß, sodass ihr unzählige Arten von Decks und Strategien erstellen könnt. Obendrein hält sich das Spiel – was Regeln, Charaktere und die Story betrifft – nah an die Originalserie und weckt damit nicht selten längst verloren geglaubte Kindheitserinnerungen.

In Yu-Gi-Oh! Duel Links trefft ihr alle bekannten Gesichter und schlüpft in deren Rolle

Digimon: Im Innern eines Tamagotchis

Digimon Links

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

X Monster

  • Plattform: Android
  • Preis: kostenlos

In direkter Konkurrenz zu Pokémon stand seit eh und je Digimon. In eine andere, digitale Parallelwelt katapultiert, kämpfen mehrere „auserwählte“ Kinder an der Seite von Fantasy-Monstern, um das Böse auszuschalten. Das Besondere am Gameplay war fortan, dass ihr eure Partner nicht nur trainieren und sie kämpfen lassen müsst, gleichzeitig solltet ihr auch immer einen Blick auf ihre Werte haben. Das aktuellste PS4-Spiel Digimon: Next Order ist an diese Machart noch angelehnt, die Handyspiele hingegen verzichten darauf, die Monster zur Toilette und ins Bett zu geleiten (Wir sind hier ja auch nicht bei Sims). Wir wagen einen kurzen Blick auf die beiden Mobile Games: Beide Spiele – Digimon Links und X Monster – haben bisher ansehnliche Bewertungen erhalten. Zu Recht? Zum Teil.

Die Google Store Redaktion empfiehlt DigimonLinks

Zu Digimon Links brauchen wir nicht allzu viel zu sagen. Bandai wird noch in diesem Monat die Server runterfahren. Womöglich liegt dieses Vorhaben an den doch vielzähligen Bugs, die insbesondere den Multiplayer Modus schlecht zugänglich machen. Einige Spieler beschweren sich, dass der Spielstand mehrere Male spurlos verschwand und die Ladezeiten vergleichsweise lang sind. Digimon Links bietet zudem keine deutsche Übersetzung an; bei solch einem einfachen Englisch ist dies aber auch nicht zwingend notwendig. Bandai hat ein gutes Konzept ziemlich effektiv umgesetzt, schade, dass Digimonfans demnächst umsatteln müssen. Gibt es eine gute Alternative?

Anfänglich kann die Benutzeroberfläche von X Monster etwas unübersichtlich wirken

Ja und nein. Mit X Monster wird eine weitere digitale Welt erschaffen, in der Digimon gebrütet, trainiert, in Teams zusammengestellt und bekämpft werden können. Die Möglichkeiten sind groß, die Aufgaben abwechslungsreich. Ihr könnt die Kampagne spielen, euch Allianzen anschließen, Ranglistenduelle bestreiten oder in Mini-Games satte Gewinne einstreichen. Ein unserer Meinung nach großes Defizit ist die flache und beinahe non-existente Story, die durch die grammatikalisch und semantisch unzureichenden Dialoge auch nicht gerade aufgebessert wird. X Monsters ist erst im Mai dieses Jahres veröffentlicht worden und somit noch in einer entscheidenden Entwicklungsphase. Womöglich werden einige der genannten Problemfelder noch beseitigt.

Dragon Ball: Der stetige Kampf Gut gegen Böse

Dragon Ball Legends

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

Dragon Ball Z Dokkan Battle

  • Plattform: Android, iOS
  • Preis: kostenlos

Die 42 Bände des Ursprungs-Mangas, die zusammengenommen einem Bildungsroman gleichen, bringen uns die Geschichte und Abenteuer von Son-Goku näher, der die sieben Dragon Balls sucht, um den Frieden der Welt zu sichern. Wie kann man die Serie nun in einem Mobile Game übersetzen?

Kommt in den Genuss von vollsynchronisierten Kampfsequenzen

Mit Dragon Ball Legends folgt Bandai dem alten Konzept der Spiel-Reihe, denn das Hauptaugenmerk liegt auf dem Kampf. Klingt einseitig, ist es auch. Trotz dessen kann das Spiel fürs Smartphone für Zwischendurch gut herhalten. Die Grafik ist sehenswert und die Steuerung verständlich. Besonders die Nähe zu den originalen Charakteren, die wie in der Serie von Akira Toriyama etnworfen wurden, lässt uns an Stunden zurückdenken, die uns als Kind an den Fernseher fesselten. Wir müssen nur kleine Abstriche machen: Ohne Geld-Investitionen zieht sich das Spiel zeitweise, das kann entmutigend wirken, muss es aber nicht. Nicht umsonst empfiehlt der Google Store das Mobile Game; auch wir können jedem Kampfliebhaber Dragon Ball Legends ans Herz legen.

Erkennt ihr diesen Moderator wieder?

Eine weitere Dragon Ball Handy-Version wird nicht nur von der Google Store Redaktion, sondern auch von alteingesessenen Son-Goku-Anhängern wärmstens empfohlen. Zwar gibt es von Dragon Ball Z Dokkan Battle bislang keine Deutsch-Version, doch trumpft das Handyspiel an anderer Stelle auf. Die Vielfalt zeigt sich dadurch, dass unterschiedliche Spielweisen miteinander vermischt sind. Ihr bekommt Elemente eines Brett- und eines Kartenspiels präsentiert, die zusätzlich mit Puzzle-Aspekten gespickt sind. Besonders lobenswert ist die Benutzeroberfläche, die immer wieder überarbeitet wird und auch die stetig erweiterte Story bringt das Serien-Feeling zurück. Um die Charaktere freizuschalten, könnt ihr In-App-Käufe tätigen oder ihr nehmt den Umweg über Missionen und Quests. Ein wenig wollen wir doch auch herausgefordert werden, oder? Im Gegensatz zu Dragon Ball Legends ist in Dragon Ball Z Dokkan Battle zwar kein PvP möglich, doch scheint dieser nicht allzu sehr vermisst zu werden, 250 Millionen mal weltweit wurde das Game gedownloaded.

Zum Abschluss

Diese Liste ist weder ansatzweise vollständig, noch vollkommen objektiv. Insbesondere Spiele, mit deren Thematik und Story man sich persönlich verbunden fühlt, bewertet man auch dementsprechend selbst-bezogen. Trotz dessen konnten wir euch ja womöglich das ein oder andere Mobile Game nahelegen und euch auf der anderen Seite einige Frustmomente ersparen. Auch wenn Handyspiele selten an Konsolen- und PC-Spiele herankommen, überraschten uns einige Ableger mehr als positiv. Wir könnten uns gut vorstellen, auch Detektiv Conan oder Inuyasha auf unser Smartphone willkommen zu heißen.

 

 

 

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