Rito pls! Riot Games verklagt: Die jahrelange, sexistische Kultur der Diskriminierung des Entwicklers wird nun strafrechtlich verfolgt.

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Riot Games: Diskriminierung beim Entwickler von League of Legends?

League of Legends Entwickler Riot Games hat mit Strafverfahren gegen frauenfeindliche Arbeitspraktiken zu kämpfen. Die ehemalige Angestellte Jessica Negron und aktuell angestellte Melanie McCracken klagen gegen die schon bekannte Kultur der Diskriminierung des Studios.

Der Vorwurf

Nachdem Kotaku vor drei Monaten die Erfahrungsberichte von über 30 früheren Riot Games Mitarbeitern unter dem Titel „Inside The Culture of Sexism At Riot Games“ veröffentlichte, driften vermehrt Stimmen durch das Netz, die dem Entwickler ein giftiges Arbeitsklima unterstellen.

Darunter auch der Artikel des ehemaligen Head of Product Management Barry Hawkins, in dem er ausführlich über seine Erfahrung mit der sexistischen Unternehmenskultur berichtet.

Die Anschuldigungen, die der ursprüngliche Kotaku Artikel formuliert, spiegeln sich in Hawkins persönlicher Geschichte wider. Im Fokus seines Berichts steht ein 2013 veranstaltetes Off-Site Event des Studios.

Riot Games Verklagt_Bild 3Ein Witz sagt mehr als tausend Worte?

Nach einem Führungswechsel im Recruiting Department von Riot Games, rief die neu amtierende Leiterin ein 50-tägiges Reboot des Departments mit anschließender Vollversammlung aus.

Hawkins beschreibt die fast natürlicherweise frauenfeindliche Arbeitskultur exemplarisch an besagter Vollversammlung. Dem ehemaligen Produkt Manager zufolge, ließ der CEO Brandon Beck ganz beiläufig einen Vergewaltigungs-Witz in seine Rede einfließen.

They shared an example of how one candidate did not take an offer initially, but because we persevered and followed up, they eventually did take our offer. At the end of that example, Brandon laughed and said, ‚I was about to say something.‘ He paused, and then went on to say, ‚No doesn’t necessarily mean no.

Das es sich bei dieser Anekdote um mehr als einen ungeschickten Witz handelte, machte das Nachspiel deutlich.

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Riot Games Los Angeles Head Quarters

Als der vermeintliche Spaß seinen Weg in eine Unternehmenspräsentation fand und so, wie ein nicht mehr abwaschbares Tattoo, in die PowerPoint-Haut des Unternehmens eingraviert wurde, konfrontierte Hawkins den CEO mit seinen Bedenken.

Im Bestreben zu einem positiven Arbeitsklima beizutragen, problematisierte Hawkins die Unternehmenskultur.  Sein Engagement führte zu einer Reihe von Meetings, die ihn dazu veranlassten, das Studio zu verlassen.

Hawkins Ausführungen reflektieren zwei tiefreichende Probleme der Spielebranche, die spätestens seit der Debatte um EA Spouse 2004 öffentlich bekannt sind.

Zum einen forcieren die engen Release Schedules und die typischerweise in Sprints gegliederte Arbeitsweise vieler Studios eine zu hohe Arbeitslast, zum anderen praktizierten vor allem die größeren Publisher eine Kultur der Diskriminierung und des Schweigens.

Wenn euch das Thema interessiert kann ich euch hierzu das Buch „Developer’s Dilemma“ von Casey O’Donnell wärmstens empfehlen.

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Bildquelle: Riot Games Glassdoor

Riot Games in Zugzwang

Riot Games hat bereits auf den Kotaku Artikel mit einem öffentlichen Statement reagiert, in dem der Entwickler bekräftigt, unter Hochdruck an einem verbesserten Arbeitsklima zu arbeiten. Die Realität scheint aber eine andere zu sein.

Einige der angeprangerten Führungskräfte sind noch immer im Amt. So unter anderem COO Scott Gelb, der in der Klage unmittelbar für sexuelle Belästigung und seine übergriffigen Handlungen adressiert wird. Andere Angestellte wurden Kotaku Quellen zufolge bereits entlassen.

Die am fünften November finalisierte Sammelklage gegen Gender Diskriminierung, sexuelle Belästigung und das Gehaltsmodell wurde von Negron und McCracken gemeinsam angeschoben und wird jetzt vom Obersten Gerichtshof in California geprüft.

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