Test: Divinity 2 – Ego Draconis

Anfassen verboten ?

erster Sprint durchs liebevoll gestaltete Dörfchen

Das Dorf wirkt auffallend lebendig: Dorfbewohner gehen ihren Tätigkeiten nach und unterhalten sich, Hühner und Händler machen sich lautstark bemerkbar und viele der umherlaufenden Charaktere haben etwas zu erzählen. Dank der bereits in Oblivion und Fallout 3 verwendeten Gamebryo Engine wirkt die Umgebung detailreich und glaubhaft. Bäume und Gräser wiegen sich im Wind, Wasser spiegelt die Sonnenstrahlen und Tiere verstecken sich im hohen Gras. Passend untermalt wird dieses Geschehen von einer unaufdringlichen und abwechslungsreichen Musik, die auch im weiteren Spielverlauf für stimmungsvolle Atmosphäre sorgen wird.

Diebstahl als solches kennen die geschäftigen NPCs nicht, nehmt also alles mit, was ihr für wertvoll haltet. Niemanden interessiert es, wenn ihr sämtliche Gegenstände aus dem Dorf einsackt und danach beim Dorfältesten in bare Münze umwandelt.

Hättet ihr kurz Zeit, mein Huhn braucht neue Stiefel

Die im Spielverlauf zu lösenden Aufgaben sind überraschend vielfältig und allesamt sehr unterhaltsam. So findet ihr zum Beispiel im Keller des nervösen Bauern ein Tagebuch, in welchem er den Mord an seiner früheren Geliebten beichtet, dürft einer Archäologin bei der Öffnung einer uralten Grabkammer zur Seite stehen oder einem gackernden Hirten bei der Suche nach einem ganz besonderen Huhn helfen, welches von einem Magier mit merkwürdigen Humor an die Seele des armen Hirten gebunden wurde.

Wirklich ernst nimmt sich Divinity 2 nicht einmal im Verlauf der Hauptquest, so finster das Spiel auch beginnen mag. So sieht der euch zur Seite stehende und weltweit berühmte Magier Zandalor mit seinem Spitzhut und dem Schlafrock in Neonfarben wirklich komisch aus und die Dialoge mit dem Erzbösewicht sind derart übertrieben, dass man sie gelegentlich am liebsten überspringen möchte – eine Funktion, die leider nicht existiert.

die Qual der Wahl - Nach Erfüllen der Quests stehen immer mehrere Belohnungen zur Auswahl

Die diversen Belohnungen, welche man durch Überbringen von Liebesbriefen oder Vertreiben von Möchtegern-Geisterjägern erhält, beinhalten neben Erfahrung und Gold meist einige Gegenstände, unter denen sich der Spieler seinen Favoriten zur Mitnahme ins nächste Blutbad auswählen darf.
Questgeber sind dank riesiger, schwebender Zeichen über den teils typisch mittelalterlich ungepflegten Köpfen zu identifizieren, sobald man die jeweilige Aufgabe erhalten hat. Ob Dorfbewohnerin Uschi oder Mönch Ulf nun allerdings überhaupt eine Aufgabe anbieten oder lieber den ganzen Tag über kratzige Unterwäsche diskutieren, könnt ihr leider nur nach Durchprobieren sämtlicher angebotener Dialogoptionen in Erfahrung bringen.

die Dungeons können sich sehen lassen

Um diese und viele weitere Aufgaben überleben zu können, stehen euch nach Ernennung zum Drachentöter drei Klassen zur Auswahl, – Krieger, Waldläufer und Magier –  welche sich allerdings nur durch ihre anfänglichen Fähigkeiten unterscheiden. Bei jedem Stufenaufstieg habt ihr mit allen drei ‚Klassen‘ die gleiche Auswahl an Fähigkeiten. Nachdem wir uns für eine Klasse entschieden und bei unserer Anführerin zurückgemeldet haben, erhalten wir praktischerweise direkt die  Nachricht, einer der wenigen noch existierenden Drachen sei in einem nahen Dorf gesichtet worden. Sofort machen wir uns auf den Weg und werden nach einer weiteren Zwischensequenz endlich von der Leine gelassen: fortan dürfen wir eine große Spielwelt erforschen, die ohne unsichtbare Mauern oder langweilig eintönige Gebiete auskommt.

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