Test: Risen 2 Dark Waters

Ahoi, Landratte! Risen 2: Dark Waters lädt ein zu einer Reise in die Welt des Fantasy-Rollenspiels. Müssen deshalb wieder all Mann an Deck? Entwickler Piranha Bytes versucht schließlich erneut an die vergangenen Erfolge der Gothic-Reihe anzuknüpfen.Risen kam bei Kritikern eher schlecht an, fehlte es doch an einer handfesten Handlung. An dieser und anderer Stelle gelobt der zweite Teil Besserung. Ob die Piraten allein genügen und was Risen 2: Dark Waters noch alles zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Wir stechen in See

Risen-2_Bilder_01In Risen 2: Dark Waters schlüpfen wir erneut in die Haut des namenlosen Helden. Mit ihm schippern wir im Folgenden über die sieben Weltmeere. Allzu friedlich geht es dabei allerdings nicht zu. Die Welt steht schließlich vor dem Abgrund: Sie wird von den Titanenlords bedroht, die sich aus ihren Fesseln befreien konnten. Nun gilt es, eine Waffe zu finden, mit der die Titanen besiegt werden können. Zusammen mit der Piratin Patty geht es deshalb ab auf die Suche, um die Menschheit vor ihrem Ende zu bewahren. Die Handlung des Rollenspiels findet dabei auf verschiedenen Inseln statt, die via Schiff erreichbar sind. Allgemein wird während der Erzählung auf eine durchaus gelungene, filmische Inszenierung gesetzt, die allerdings nicht an die eines The Wichter heranreicht.

Zu Beginn des Spiels befinden wir uns noch in den Reihen der Inquisition, müssen diese allerdings aufgrund einer verdeckten Mission verlassen, um bei Kapitän Stahlbart anzuheuern, der Näheres über die Titanenwaffe zu wissen scheint. Den Piraten treten wir also gezwungenermaßen bei, können uns später allerdings auch noch gegen den Weg als Freibeuter entscheiden. Zur Wahl stehen hier die auf Schusswaffen setzende Inquisition, den ständig betrunkenen Piraten und den Eingeborenen, die ihren Gegnern mittels Voodoo-Magie zusetzten.

Eine Welt zum Verlieben

Die Spielwelt des Fantasy-Rollenspiels aus dem Hause Piranha Bytes ist äußerst liebevoll und detailreich gestaltet. An allen Ecken und Enden finden sich Kräuter, die die Landschaft verzieren und geheime Pfade und Strände, in denen Fische schwimmen. Allgemein dürfte die Spielwelt von Risen 2: Dark Waters zu den atmosphärischsten der letzten Jahre gehören. Die zahlreichen Aufgaben gestalten sich abwechslungsreich und sind durchaus die ein oder andere weitere Spielstunde wert. Zum Glück ist der herbe Humor der Reihe geblieben. In Gesprächen bekommen wir immer wieder einen dummen Spruch aufs Auge gedrückt oder werden grundlos aufs Korn genommen.

Auch in Sachen Optik weiß der Titel zu überzeugen. Nur bei den Animationen hakelt es noch ein wenig und auch die Charaktermodelle könnten teilweise noch etwas Schliff vertragen. Doch alles in allem überzeugt Risen 2: Dark Waters in optischer Hinsicht. Übel stoßen bei diesem Punkt nur die teilweise etwas langsam ladenden Texturen, sowie das leichte Flackern von Schatten auf, wodurch der optische Gesamteindruck etwas getrübt wird.

Im Kampf gegen das Böse

In Sachen Gameplay hat sich leider vergleichsweise wenig getan. In den Kampf hantieren wir neben verschiedenartigen Schwertern auch noch mit gänzlichen neuen Schusswaffen, sowie Voodoo-Magie. Am System des Vorgängers hat sich dabei nicht viel verändert. Schlagen und Blocken lautet hier die Devise. Dummerweise müssen alle möglichen Talente zunächst erkauft werden. Zu Beginn können wir nichts, außer stumpf Zuschlagen. Mit der Zeit füllt sich das Repertoire an Fähigkeiten, die im Kampf angewendet werden können. Im Gefecht wird der Charakter – wie sonst auch – aus der Third-Person-Perspektive gelenkt. Für die entsprechende Menge Gold sind auch Konter-Paraden und andere Kampf-Tricks zu haben. Allerdings sind die Fertigkeiten nicht grade leicht zu ergattern, da für dessen Meisterung eine Menge an Gold benötigt wird.

Hier stößt das System von Risen 2: Dark Waters an einen üblen Punkt, da Gold für Ausrüstung und Fertigkeiten gleichermaßen benötigt wird. Rüstungsteile können nun ebenfalls frei angelegt werden (im Vorgänger gab es nur komplette Rüstungen für Lau), folglich können wir uns besonders im frühen Spielverlauf nur auf eine Sache konzentrieren. Leider können Ausrüstungsteile auch nicht bei besiegten Widersachern gefunden werden, so dass der für Rollenspiele übliche Sammlertrieb leidet. Für erledigte Gegner und Aufgaben erhalten wir selbstverständlich Erfahrungspunkte, die in Risen 2 in Form von Ruhm implementiert wurden. Diesen können wir in verschiedene Attribute investieren, durch die unser Protagonist beispielsweise an Stärke gewinnt oder Redegewandter wird.

Das Kampfsystem selbst funktioniert noch immer relativ gut, wirkt nach all den Jahren aber schon leicht veraltet. Auseinandersetzungen gehen zwar flüssig von der Hand, beim Jagen von Tieren machen sich jedoch nervige Probleme breit. Die anzutreffenden Tiere beherrschen nämlich allesamt einen Angriff, der jegliches Blocken ignoriert. Zumindest in den restlichen Auseinandersetzungen kommt aber eine Menge Spaß auf, da das System simpel ist und die Fertigkeiten gut zur Geltung kommen.

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