Das Pendel des Todes ist über Game Factory erschienen und steht ab sofort zum Preis von etwa 12€ im Handel.
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Das Pendel des Todes ist über Game Factory erschienen und steht ab sofort zum Preis von etwa 12€ im Handel.

Skandinavischer Thriller zum Mitspielen

50 Clues - Das Pendel des Todes im Test: Der blutige Escape Thriller

  • vonSebastian Hamers
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Das Pendel des Todes spielt sich wie ein klassisches Point-and-Click-Adventure, kombiniert mit der Brutalität eines Mortal Kombat.

Der große Knall erreicht uns mit ein wenig Verzögerung. Eigentlich existieren Escape-Room-Spiele schon seit geraumer Zeit. Doch erst vor rund fünf Jahren sind sie auch in der breiten Masse angekommen. Große Live-Escape-Rooms öffnen an praktisch jeder Gießkanne, während sich die Brettspieler vor Neuveröffentlichungen in diesem Genre kaum noch retten können. So ziemlich jeder Verlag kämpft um seinen Teil am riesigen Escape-Room-Kuchen. Jetzt hat auch die Game Factory ihren Hut in den Ring geworfen. Als neuer Player in diesem Bereich würde es da natürlich helfen, sich etwas vom üblichen Spielerlebnis abzuheben. Die Game Factory zieht hier einen klassischen Joker. Mehr Blut, mehr Gewalt, mehr Brutalität! Diese Eigenschaften haben schließlich schon Mortal Kombat geholfen, nicht in einem Meer aus Prügelspielen zu versinken. Warum sollten diese „Vorzüge“ nicht auch dem Pendel des Todes helfen, dem ersten Spiel aus der Leopold-Trilogie?

OK, der nette PR-Onkel von Game Factory würde es sicher ein wenig anders verkaufen. Im Fokus der Leopold-Trilogie soll natürlich nicht eine übertriebene Brutalität, sondern die packende Story stehen. Das Pendel des Todes ist ein Escape-Thriller zum Mitnehmen, so der kleine Werbetext auf der Verpackung. Dennoch, das Spiel enthält explizite Gewaltdarstellungen. Zartbesaitete oder gar Kinder sollten daher von diesem Spiel vielleicht besser Abstand nehmen.

Videoanleitung für Das Pendel des Todes

Das Pendel des Todes kommt in einer kleinen Verpackung daher. Kein Wunder, es besteht gerade einmal aus 54 Karten. Sonst wird kein Spielmaterial benötigt, keine Tableaus, keine Würfel, noch nicht mal eine Anleitung liegt mit in der Schachtel. Stattdessen müsst ihr einen QR-Code mit eurem Smartphone einscannen und werdet darüber direkt an eine Website weitergeleitet. Dort seht ihr euch ein knapp siebenminütiges Video an, das euch in die wenigen Regeln des Spiels einführt.

Eine Anleitung wird nicht benötigt. Scannt einfach den QR-Code und schaut euch das Video-Tutorial an.

Die Erklärung des Spiels geschieht gleich direkt an einem kleinen Probe-Fall. Die Erklär-Dame nimmt euch mit an den Tatort und zeigt euch die Bedienung des Spiels im Detail, ohne etwas von der Hauptstory zu spoilern. Danach dürft ihr das Smartphone aber noch nicht ganz zur Seite legen, denn ihr werdet es für den weiteren Verlauf des Spiels noch regelmäßig brauchen. Viele Rätsel lassen sich nur über die eigens dazu eingerichtete Website lösen. Eine eigene App braucht ihr dafür allerdings nicht installieren.

Das Pendel des Todes mit Karten und Smartphone spielen

Außer dem Smartphone mit Internetverbindung, dem Kartendeck und eurem Gehirnschmalz braucht ihr nichts weiter. Es könnte aber vielleicht nicht schaden, wenn ihr zusätzlich noch ein Blatt Papier und einen Stift bereithaltet. Macht euch während des Spiels ruhig ein paar Notizen, das erleichtert die Tüftelei doch ungemein. Zunächst wendet ihr euch aber dem Kartenstapel zu.

Das Kartendeck muss nicht gemischt werden. Alle Karten sind durchnummeriert und enthalten ein Stück der Geschichte.

Sämtliche Karten sind durchnummeriert. Ihr müsst das Deck nicht vor Spielbeginn mischen, sondern sucht euch einzelne Karten gezielt heraus, wenn ihr dazu aufgefordert werdet. Zu Beginn werden auf einer Referenzkarte nochmal alle Regeln in einem Überblick zusammengefasst. Anschließend lest ihr euch die stimmungsvolle Einführung durch.

Mit dem Pendel des Todes in die Forensische Psychiatrie

Schauplatz des Geschehens ist eine nicht näher benannte Forensische Psychiatrie. Ihr schlüpft in die Rolle von Maria, die offenbar als Patientin in die Klinik eingewiesen wurde. Marias Mitteilungen lassen früh erahnen, dass ihr ziemlich übel mitgespielt wurde. Doch ob sich Marias Geisteszustand wirklich im grünen Bereich befindet, das kann zu Spielbeginn zumindest arg bezweifelt werden.

Mit dieser kleinen Einführung werdet ihr in das Abenteuer geworfen.

Maria spricht von boshaften König Leopold, der eigentlich bereits im Jahr 1909 verstarb. Doch sein Geist gehe über von Körper zu Körper, bis hinein in die heutige Zeit. Nur Marias Sohn, der Auserwählte, sei in der Lage die Macht Leopolds zu bannen und seine Pläne zu vereiteln. Deshalb müsse sie so schnell es geht, aus der Psychiatrie ausbrechen. Leider ist Maria allerdings ziemlich mit Medikamenten zugedröhnt. Sie kann sich nicht mehr an alles erinnern.

Schlüpft in Das Pendel des Todes in die Rolle von Maria

Mit diesem kleinen Intro werdet ihr in die Geschichte des Spiels geworfen. Jetzt deckt ihr die nächste Karte auf. Ihr seht Marias Krankenhauszimmer mit ihrem Bett, an der Tür hängt ein seltsamer Plan und auf der Bank liegt ein weiteres Papier. An Tür und Bank sehr ihr zwei weiße gerahmte Ziffern. Diese weißen Rahmen sind Hinweise. Ihr könnt Objekte wie diese näher untersuchen, indem ihr die Karte mit der angegebenen Zahl aus dem Kartenstapel heraussucht.

Die erste Szene zeigt das Krankenhauszimmer von Maria. Dort macht ihr euch auf die Suche nach weiterführenden Hinweisen, um der Klinik zu entkommen.

Weiterhin gibt es Zahlenangaben in einem roten Feld. Diese Zahlen lassen sich nur mit anderen Zahlen in einem roten Feld kombinieren. Ihr kennt das Prinzip bereits aus Point-and-Click-Adventures (Nutze Hamster mit Mikrowelle…). Die Zahlenkombi gebt ihr auf der Website ein und sollte sich daraus ein sinnvoller Ansatz ergeben, spuckt euch die Seite auch sogleich ein verwertbares Ergebnis aus.

Bleiben noch die Zahlen im schwarzen Rahmen. Dabei handelt es sich ebenfalls um Codes, die von der Website verarbeitet werden. Über die Codes könnt ihr bestimmte Aktionen durchführen oder Gegenstände genauer unter die Lupe nehmen. Alle weiteren Abläufe des Spiels sind dann auch schon selbsterklärend. Ihr könnt also innerhalb weniger Minuten loslegen und euch in die Psychiatrie begeben.

In Das Pendel des Todes werdet ihr zum Rätselknacker

Die Geschichte entblättert sich Stück für Stück und steht tief in der Tradition der skandinavischen Thriller. Als erzählerische Vorbilder könnten hier etwa Headhunters oder die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson Pate gestanden haben. Auf jeden Fall ist Das Pendel des Todes kein Spiel für Kinder. Die Darstellung der Gewaltszenen ist zentraler Bestandteil des Spiels und trägt auch in Wesentlichen zur Atmosphäre bei.

Im Zimmer findet ihr auch ein ausgefülltes Sudoku. Ob euch das Papier wirklich bei eurem Ausbruch weiterhilft?

Neben der packenden Geschichte stellen natürlich auch die Rätsel ein wichtiges Spielelement dar. Der überwiegende Teil der Rätsel ist zwar anspruchsvoll, mit etwas Überlegung aber durchaus zu lösen. Falls ihr aber doch mal an einer Stelle steckenbleibt, hilft euch das mehrgliedrige Hilfesystem weiter. Stufenweise könnt ihr euch Tipps zur Lösung über die Website zeigen lassen. Helfen euch aber auch die Tipps nicht weiter, bekommt ihr zuletzt die Lösung auf dem Silbertablett präsentiert. Ein vorzeitiges Scheitern ist damit also ausgeschlossen.

Ohne Zeitdruck durch das Pendel des Todes

So arbeitet ihr euch schrittweise durch den Kartenstapel, löst weitere Rätsel und erfahrt immer mehr vom Schicksal Marias. Gute neunzig Minuten solltet ihr einrechnen, bevor das Spiel auf die Zielgerade einbiegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Escape-Room-Spielen gibt es in Das Pendel des Todes aber keinen Zeitdruck. Es ist egal, wie viel Zeit ihr für das Lösen eines Rätsels braucht. Lediglich an manchen Stellen blendet die Website einen Timer ein. Jetzt heißt es schnell zu entscheiden und zu reagieren. Wie es sich für einen guten Thriller gehört, verfügt auch Das Pendel des Todes über ein paar hektische Szenen.

Das Pendel des Todes ist über Game Factory erschienen und steht ab sofort zum Preis von etwa 12€ im Handel.

Das Pendel des Todes ist der Auftakt der Leopold-Trilogie. Wenn euch das Spiel gefallen hat, könnt ihr die Geschichte in „Weißer Schlaf“ und „Leopolds Schicksal“ fortsetzen. Jedes Spiel ist für ein bis fünf Spieler ab 16 Jahren geeignet. Alle drei Serienteile stehen ab sofort zum Preis von je etwa 12€ im Handel.

Fazit: Das Pendel des Todes erhält die schauderhafte Testwertung von 8.0

50 Clues – Das Pendel des Todes im Test: So schneidet der blutige Escape-Thriller ab.

In den letzten Jahren sind schon ziemlich viele Escape-Room-Spiele auf unserem Tisch gelandet. Fast habe ich mich schon ein wenig satt an ihnen gespielt. Viele Genrevertreter legen einen starken Fokus auf das Lösen der Rätsel, der geschichtliche Rahmen ist eher Nebensache. Das Pendel des Todes hat hier eine angenehme Mischung gefunden. Ihr dürft euch über ein paar ziemlich knifflige Rätsel freuen, erlebt aber auch gleichzeitig eine sehr spannende Geschichte. Das kleine Kartenspiel erinnert mich doch sehr an ein geschichtslastiges Point-and-Click-Adventure. Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Gore-Faktor des Spiels. Mitunter geht es schon ziemlich derbe zur Sache. Auf euch warten schockierende Erlebnisse und moralisch nicht immer ganz einwandfreie Entscheidungsmöglichkeiten. Wenn ihr euch damit nicht anfreunden könnt, solltet ihr wohl doch besser zu einem anderen Escape-Room-Spiel greifen. Seid ihr aber durch das endlose Zocken von Silent Hill, Mortal Kombat & Co. schon genauso abgestumpft wie ich, dann greift auf jeden Fall zu. Euch erwartet eine packende Geschichte mit knackigen Rätseln und zahlreichen WTF-Momenten.

Pros

Cons

+ packende Story

- nichts für Zartbesaitete

+ auch alleine spielbar

+ fühlt sich wie ein Point-and-Click-Adventure an

+ viele WTF-Momente

+ größtenteils logische Rätsel

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