Aeons End Fuer die Ewigkeit Magier Speer Zauber Splitter Verpackung Cover.
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Aeon‘s End: Für die Ewigkeit von Frosted Games erscheint über Pegasus Spiele und kostet etwa 50€.

Aeon’s End: Für die Ewigkeit setzt die Erfolgsreihe von Frosted Games fort

Aeon’s End – Für die Ewigkeit im Test: Die zweite Welle der kooperativen Monsterjagd

  • VonSebastian Hamers
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Mehr Erzfeinde, mehr Rissmagier, mehr frisches Material von allem. Aeon’s End: Für die Ewigkeit bringt alle Zutaten für einen guten Nachfolger mit.

  • für 1-4 Spieler ab 10 Jahren
  • Spieldauer: 45-90 Minuten
  • Autor: Kevin Riley
  • Verlag: Frosted Games/Pegasus Spiele

Juli 2021, das Sommerloch hat wieder einmal voll zugeschlagen. Die Zahl hochkarätiger Neuheiten fällt für Videospieler in diesem Jahr wieder einmal besonders schmal aus. Lohnt sich da vielleicht ein Blick ins Lager der Brettspieler? Der lohnt sich eigentlich immer, obwohl es auch die Brettspiel-Verlage in den heißen Monaten oft etwas ruhiger angehen lassen. Im letzten Jahr wurde uns die Sommerzeit unter anderem durch den Taktikknaller Aeon’s End ziemlich versüßt. Und dieses Jahr? Da steht auf der Releaseliste für den Sommer schon wieder ein Aeon’s End. Mit dem Untertitel „Für die Ewigkeit“ läuten Frosted Games und Pegasus Spiele die heiß ersehnte zweite Welle für das kooperative Kartenspiel ein. Mehr Erzfeinde, mehr Rissmagier, mehr von allem. Klingt doch erstmal nach guten Zutaten für einen standesgemäßen zweiten Serienteil.

Mit Aeon’s End: Für die Ewigkeit kommt die zweite Welle

Wer bereits die erste Welle von Aeon’s End ausgiebig gespielt hat und den dicksten Boss schon problemlos im Schlaf bezwingt, darf sich mit „Für die Ewigkeit“ wieder auf eine neue Herausforderung freuen. Vier neue Erzfeinde bedrohen die Feste der letzten Ruhe, die ihr auch diesmal wieder vor den dunklen Mächten beschützen sollt. Die bewährten Kampfroutinen könnt ihr allerdings getrost vergessen. Jeder Erzfeind bringt seine besonderen Eigenarten, Taktiken und Untergebenen mit, um euch das Leben möglichst schwer zu machen. Ihr müsst euch also schon einen neuen schlauen Plan ausdenken, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren.

Aeon‘s End: Für die Ewigkeit bringt euch unter anderem diese neuen Rissmagier.

An ein neues Regelwerk müsst ihr euch hingegen nicht gewöhnen. Kenner des Vorgängers können mit der ersten Partie direkt nach dem Auspacken loslegen. Es gibt lediglich einige neue Karteneffekte, die ihr aber zu gegebener Zeit einfach schnell im Glossar nachschlagen könnt. Ihr steigt komplett neu ein in die Welt von Aeon’s End? Auch kein Problem, die zweite Welle lässt sich prima spielen, selbst wenn ihr mit dem ersten Teil bislang keinerlei Berührungspunkte hattet.

Aeon’s End: Für die Ewigkeit setzt auf ein bewährtes Spielkonzept

Also worum geht es in Aeon’s End? Ihr schlüpft in die Rollen talentierter Magier, die sich gemeinsam gegen das Böse stellen. Ein mächtiger Dämon ist auf den Plan getreten, der mit seinen Horden bereits gegen die letzte Bastion der Menschheit aufmarschiert. Diese Bastion, die Feste der letzten Ruhe, gilt es mit allen Kräften zu beschützen. Fällt die Festung, übernehmen die dunklen Mächte die Kontrolle und alles ist verloren. Wenn ihr gut zusammenarbeitet und eure Kräfte geschickt einsetzt, besteht aber noch Hoffnung, dieses dunkle Schicksal abzuwenden.

Bei Aeon‘s End: Für die Ewigkeit werden Zauber erneut an die freien Slots gebunden.

Dem Basisspiel liegen acht Magier bei, jeder von ihnen ist mit individuellen Fähigkeiten ausgestattet. Die Unterschiede machen sich bereits bei der Zusammenstellung des Kartendecks bemerkbar. Der Großteil des Kartenmaterials besteht zunächst aus Funken-Zaubern und Splitter-Kristallen, allerdings wird jedem Deck auch immer eine ganz spezielle Karte mit besonderen Fähigkeiten zugeteilt. Weiterhin kann jeder Magier noch mit einer besonderen Zauberkraft aufwarten, die im Spiel jedoch erst mit ausreichend Energie aufgeladen werden muss, um diese zu aktivieren.

Die Kraft der Magie in Aeons’s End: Für die Ewigkeit

Die Funken sind kleine Feuerzauber, die ihr den Gegnern auf den Pelz brennen könnt. Leider lassen sich die Zaubersprüche nicht einfach so direkt von der Hand spielen. Bevor sie ihre Macht entfalten, werden Zauberkarten zunächst auf einen freien Slot an eurem Charaktertableau gespielt. Erst in der kommenden Runde werden die aktiv, richten Schaden an oder verschaffen euch auf andere Art und Weise Vorteile. Jeder Magier verfügt über vier dieser Slots, von denen bei Spielbeginn aber erst einer freigeschaltet ist. Die verbleibenden Zauberplätze können mit der Kraft von Aetherium, der Währung in Aeon’s End, aktiviert werden.

Aeon‘s End: Für die Ewigkeit bringt euch vier neue Erzfeinde, weitere Endbosse gibt‘s mit den Erweiterungen.

An Aetherium gelangt ihr wiederum über Kristalle, wie etwa die bereits erwähnten Splitter, von denen sich bei Spielbeginn schon einige in eurem Deck befinden. Sie helfen euch nicht nur, weitere Zauberslots freizuschalten, sondern ebenso beim Ausbau des persönlichen Kartendecks. In jeder Partie Aeon’s End liegen neun Stapel mit unterschiedlichen Karten aus, mit denen ihr euer Deck erweitern könnt. Produziert ihr in eurem Zug ausreichend Aetherium, dann dürft ihr ein oder mehrere neue Karten erwerben, die euch dann zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel zur Verfügung stehen. Auf diese Weise erhaltet ihr mächtigere Zauber und ertragreichere Kristalle, so dass euer Magier immer mächtiger wird.

Kreativer Deckbau bei Aeon’s End: Für die Ewigkeit

Neben den Kristallen und Zaubern kommt mit den Artefakten sogar noch ein dritter Kartentyp hinzu. Die Artefakte liefern mächtige Soforteffekte. Im Gegensatz zu den Zaubersprüchen entfalten sie ihre Wirkung also direkt nach dem Ausspielen. Das Basisspiel enthält ausreichend Material, um die Kartenauslage immer wieder anders zu gestalten und neue Taktiken auszuprobieren. In jeder Partie findet immer nur ein kleiner Teil des Kartenmaterials Verwendung. Die Karten lassen sich auch problemlos mit den Inhalten aus dem ersten Aeon’s End kombinieren. Das gesamte Aeon’s-End-Material ist zueinander kompatibel.

Diese neuen Kristalle versorgen euch in Aeon‘s End: Für die Ewigkeit mit dem wertvollen Aetherium.

Nachdem ihr euch mit neuen Karten für das eigene Deck versorgt habt, bleibt möglicherweise noch ein wenig Aetherium auf eurem Konto übrig. Da verbleibendes Aetherium kann nicht für den nächsten Zug aufgespart werden kann, investiert ihr es vielleicht besser in Energiepunkte und füttert damit die Leiste auf eurem Charaktertableau. Sobald diese gefüllt wurde, habt ihr einmalig Zugriff auf die Spezialfähigkeit des Charakters. Nach Nutzung werden sämtliche Energiepunkte wieder entfernt und ihr müsst die Leiste erneut füllen, um die Eigenschaft noch einmal zu benutzen. Der Aufwand kann sich durchaus lohnen. Es sind gerade diese Spezialfähigkeiten, die euch nicht selten den Arsch retten.

Bei Aeon’s End: Für die Ewigkeit ist Mischen verboten

Am Ende der Runde werden alle verbrauchten Karten auf den eigenen Ablagestapel gelegt… und zwar in einer von euch selbst festgelegten Reihenfolge. Diese auf den ersten Blick unscheinbare Kleinigkeit hat in Aeon’s End eine besondere Bedeutung. Habt ihr euren Nachziehstapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel wieder ins Spiel geholt. Dieser wird zuvor jedoch nicht gemischt, sondern einfach gewendet. Durch das gezielte Ablegen könnt ihr die Reihenfolge der Karten zu einem gewissen Teil somit beeinflussen. In Aeon’s End tauchen immer wieder Kartenpaare auf, die besonders gut miteinander harmonieren. Geht ihr die Sache geschickt an, könnt ihr bestimmte Konstellationen immer wieder herbeiführen und so das Deck optimieren. Fünf Karten stehen euch in jeder Runde zur Verfügung. Eure Möglichkeiten sind also ziemlich begrenzt, ihr solltet eure Kräfte daher so effizient wie möglich einsetzen.

Die Zaubersprüche sind eure mächtigste Waffe bei Aeon‘s End Für die Ewigkeit .

Der Erzfeind bleibt in der Zwischenzeit natürlich ebenfalls nicht untätig. Die Bosse setzen, ebenso wie die Magier, ein individuelles Kartendeck ein. Die Angriffswellen sehen so bei allen Erzfeinden ziemlich unterschiedlich aus. Auch sie verfügen etwas über einen Spezialangriff, der durch bestimmte Karten getriggert wird. Ein paar Verbündete bringen sie ebenfalls mit. Regelmäßig spawnen zusätzliche Monster mit eigenen Angriffen, die es mal auf die Festung und mal auf die Magier selbst abgesehen haben. Zum festen Repertoire gehören auch ihre finsteren Pläne. Kommt ein Plan ins Spiel, habt ihr noch ein paar Runden Zeit, um ihn zu durchkreuzen. Gelingt euch das nicht, führt der Erzfeind seinen Plan durch und es erwarten euch einige negative Effekte. Um den Plan zu vereiteln müsst ihr bestimmte Aktionen tätigen, etwa haufenweise Aetherium bezahlen, Schadenspunkte hinnehmen oder gar einen gewirkten Zauber vernichten.

Aeon’s End: Für die Ewigkeit ist für Neueinsteiger und Wiederholungstäter geeignet

Wie ihr seht, der Erzfeind wird seine gesamte Macht in die Waagschale werfen, um die Feste der letzten Ruhe zu stürmen. Sobald die Feste den letzten Lebenspunkte verloren hat, habt ihr das Spiel verloren. Als Gewinner der Partie geht ihr hervor, wenn ihr dem Erzfeind den letzten Lebenspunkt genommen habt. Bis dahin sollten ungefähr 45 bis 90 Minuten Spielzeit verstrichen sein. Das Spiel ist für ein bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet und ist ab sofort zum Preis von rund 50€ im Handel zu finden.

Zwei Erweiterungen für Aeon‘s End: Für die Ewigkeit sind ebenfalls bereits verfügbar.

End einfach nicht genug bekommen kann, freut sich über „Hinter der Finsternis“ und „Die Leere“. Die beiden Addons fügen dem Spiel weitere Zauberer, Erzfeinde und jeweils über einhundert neue Karten hinzu. Für die Erweiterungen werden nochmals je 15€ fällig.

Fazit: Aeon’s End - Für die Ewigkeit kann das hohe Niveau des Vorgängers halten und bringt es auf diese ingame-Wertung

Aeon’s End - Für die Ewigkeit kann das hohe Niveau des Vorgängers halten und bringt es auf diese ingame-Wertung.

Aeon’s End war für mich der Sommerhit 2020. Die Chancen stehen gut, dass sich in diesem Jahr daran wenig ändert. Dabei hat sich rein mechanisch im Vergleich zum Vorgänger gar nicht so viel getan. Bis auf ein paar neue Karteneffekte ist das Regelwerk absolut identisch zum ersten Basisspiel. Das muss kein Nachteil sein, schließlich hat Monkey Island 2 das Adventure-Genre auch nicht neu erfunden. Aeon’s End: Für die Ewigkeit ist wie der zweite Besuch auf Melee Island: spielerisch gereift und bietet zudem sehr viel Altbewährtes. Dennoch, wer als alter Aeon’s-End-Veteran denkt, die vier neuen Erzfeinde direkt im ersten Anlauf bezwingen zu können, wird schnell eines Besseren belehrt. Die frischen Bosse sind keine leichte Beute und fordern ganz andere Strategien als die Dämonen aus dem ersten Teil. Dazu bietet euch das neue Spielmaterial hinreichend Möglichkeiten. Mit neuen Kristallen, Zaubern und Artefakten ergeben sich plötzlich ganz neue Chancen. Ihr werdet etliche Partien benötigen, um das gesamte Kartenmaterial durchzuprobieren und die taktischen Optionen auszuloten. Durch die zweite Welle von Aeon’s End ist für mich auch der Inhalt des ersten Basisspiels wieder sehr viel interessanter geworden. Die Karten aus beiden Teilen lassen sich problemlos miteinander kombinieren, so dass eine riesige Aeon’s-End-Bibliothek mit immensen Kombinationsmöglichkeiten entsteht. Eins dürfte ziemlich sicher sein, mit „Für die Ewigkeit“ wird es so schnell nicht langweilig. Und wer weiß, vielleicht steht ja im Sommer 2022 schon die dritte Welle vor der Tür?

ProCon
+ kooperatives Monsterkloppen- bietet mechanisch im Vergleich zum Vorgänger wenig Neues
+ 100% kompatibel zum Material der ersten Welle
+ taktisch fordernd
+ etliche Kombinationsmöglichkeiten sorgen für ein immer neues Spielgefühl
+ hohe Langzeitmotivation
+ gut alleine spielbar

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