Res Arcana ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren und kostet etwa 35€.
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Res Arcana ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren und kostet etwa 35€.

Kompaktes Taktik-Spektakel

Res Arcana im Test: Der Wettstreit der Alchemisten

  • vonSebastian Hamers
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Taktischer Leckerbisse mit nur acht Karten im Deck? Res Arcana zeigt eindrucksvoll, dass weniger manchmal mehr ist.

Seitdem ich im jungen Alter von etwa zwölf Jahren in die Welt von „Das Schwarze Auge“ eingetaucht bin, hat mich die Faszination für Fantasy-Spiele nicht mehr losgelassen. Romane, RPGs am PC oder an der Konsole, Pen-and-Paper-Rollenspiele, Kinofilme und natürlich auch Brettspiele mit passendem Szenario, habe ich in rauen Mengen konsumiert. Letztere vorzugsweise mit üppigem Material. Zu gerne habe ich mich mit detailreichen Miniaturen gemeinsam mit meinen Kumpels durch finstere Dungeons geprügelt. Doch es muss nicht immer der Fünf-Kilo-Karton sein, um meine Lust auf Fantasy zu befriedigen. Res Arcana lässt euch in die Rolle eines alchemistischen Magiers schlüpfen. Um die Macht der Magie zu spüren, braucht ihr nur ein Deck, das gerade mal aus acht (!) Karten besteht.

Diese acht Karten sind eure wertvollsten Waffen im Kampf gegen eure Magier-Rivalen. Sie stellen mächtige Artefakte dar, die ihr mit Essenzen füttert, um magische Effekt zu wirken. Geschickt eingesetzt, könnt ihr so euren Essenz-Vorrat mehren. Ein prall gefüllter Vorrat bringt euch dem Ziel eurer Begierde immer näher. Es entsteht ein Wettlauf um die fünf Orte der Macht, die ihren Besitzern immensen Einfluss verleihen und euch damit dem Sieg ein gutes Stück näherbringen.

Res Arcana im Test: Die Essenz-Produktion ankurbeln

In Res Arcana baut ihr euch schrittweise eine gut geölte Maschine der Macht auf. Das Spiel beginnt ihr allerdings noch mit recht bescheidenen Mitteln. Drei der insgesamt acht Artefaktkarten müssen als Starthilfe genügen, dazu erhaltet ihr noch jeweils eine der fünf unterschiedlichen Essenzen: Tod, Ruhe, Leben, Elan und Gold. Hinzu kommt lediglich noch die Magierkarte, die euren Charakter in Res Arcana darstellt und einer von acht magischen Gegenständen. Jeder Magier verfügt über eine Sonderfähigkeit, die euch vielleicht schon einen ersten Wink gibt, in welche Richtung sich eure Strategie entwickeln könnte.

Res Arcana setzt auf Minimalismus. Euer Deck besteht lediglich aus acht Artefaktkarten.

Für den Ausbau der eigenen Macht benötigt ihr vor allem erstmal Essenzen, viele Essenzen. Der kleine Vorrat am Start ist schnell erschöpft, ihr braucht also dringend Nachschub. Bevor es in die Aktionsphase übergeht, dürft ihr euch über ein kleines Einkommen freuen. Einige bereits ausgespielte Artefakte und auch ein paar Magier, produzieren Runde für Runde Essenzen, die ihr eurem Vorrat hinzufügen dürft. Weitere Essenzen können generiert werden, wenn ihr Artefakte von der Hand abwerft. In diesem Fall erhaltet ihr zwei beliebige Essenzen oder eine Gold-Ressource. Wie ihr seht, nimmt Gold in Res Arcana also einen besonderen Stellenwert ein.

Die Macht des Goldes in Res Arcana

Mit ausreichend Goldreserven könnt ihr vor allem die prestigeträchtigen Monumente erwerben. Wenn ihr euch beispielsweise eine große Pyramide oder eine goldene Statue vor die Haustür stellt, ist das schon eine beeindruckende Demonstration eurer Macht. Jedes Monument bringt euch Siegpunkte ein, manche von ihnen verfügen zudem über eine Sonderfähigkeit, die euch noch von großem Nutzen sein kann. Doch auch einige andere Artefakte müssen mit Gold bezahlt werden, wenn ihr sie von der Hand ausspielen möchtet.

Mit ausreichend Gold könnt ihr wertvolle Monumente erwerben, die euch Siegpunkte einbringen.

Bereits ausgespielt Artefakte bleiben im Spiel und lassen sich ab sofort einsetzen, um ihre Fähigkeiten zu verwenden. Die Fähigkeiten der Karten bieten die wohl meisten Optionen, um Aktionen im Spiel durchzuführen. Neben den Artefakten sind auch einige Monumente, Magierkarten und auch Orte der Macht in der Lage, besondere Fähigkeiten zu bewirken. Gelingt es euch, die Aktionen der Karten gut aufeinander abzustimmen, baut ihr schnell eine mächtige Engine auf, die euch in kurzer Zeit viele Siegpunkte einspielt.

Res Arcana bringt euch an die Orte der Macht

Zunächst setzt ihr alles daran, in möglichst kurzer Zeit viele Essenzen zu sammeln. Die ausgespielten Artefakte werden euch dabei eine große Hilfe sein. Die Zeit drängt allerdings. In der Tischmitte liegen die fünf Orte der Macht offen aus. Für einen dicken Batzen von Essenzen könnt ihr die Orte übernehmen und in euren Spielbereich legen. Bei Spielbeginn sind sie allerdings noch unerschwinglich. Habt ihr es auf einen ganz bestimmten Ort abgesehen, der vielleicht besonders gut zu eurer Strategie passt, dann haltet euch ran. Sonst schnappt euch ein anderer Magier die ersehnte Karte vielleicht vor der Nase weg. Es kann also nicht schaden, das Treiben der Mitspieler etwas im Auge zu behalten und am besten auch einen Plan B oder sogar C in der Hinterhand zu haben.

Die Orte der Macht sind die vielleicht effektivste Möglichkeit, um schnell an Siegpunkte zu gelangen.

Die Orte der Macht sind eine gute Möglichkeit, um schnell an viele Siegpunkte zu gelangen. Für die Orte selbst erhaltet ihr allerdings nur wenige Punkte. Richtig wertvoll werden sie erst, wenn es euch gelingt weitere Ressourcen auf den Ort zu schaufeln. Das Ganze kann zwar schnell zu einer teuren Angelegenheit werden, ist aber einer der sichersten Wege um das Siegpunkt-Konto zu füllen. Den Spielsieg könnt ihr aber selbst dann erringen, wenn ihr keinen einzigen Ort der Macht erwerbt. Letztlich gibt es viele erfolgversprechende Strategien und ihr entscheidet anhand eurer zur Verfügung stehenden Artefakte, welchen Weg ihr einschlagt.

Essenziell in Res Arcana: Rotation der magischen Gegenstände

Vielleicht gelingt es euch ja auch, eine gut funktionierende Goldproduktion ans Laufen zu bringen. Auf diesem Weg könnt ihr euch dann ein paar Monumente sichern, die ebenfalls gute Siegpunktquellen sind. Die Marke von zehn Siegpunkten ist die magische Grenze, an der das Spielende ausgelöst wird. Alternative Endbedingungen gibt es nicht, ihr befindet euch daher immer in einem Wettrennen mit euren Magierkollegen.

Res Arcana lädt zum Experimentieren ein. Dem Spiel liegen zehn unterschiedliche Charaktere bei.

Der Wettlaufcharakter zeigt sich auch im Ablauf einer Spielrunde. Seid ihr am Zug, dürft ihr immer nur genau eine Aktion ausführen. Wenn ihr keine Aktion mehr tätigen könnt oder wollt, passt ihr und setzt für den restlichen Rundenverlauf aus. Jetzt ist es auch an der Zeit, den magischen Gegenstand auszutauschen. Der aktuelle Gegenstand wandert zurück in die Tischmitte und erhaltet dafür einen der noch verfügbaren magischen Gegenstände zurück.

In Res Arcana ist gutes Timing gefragt

Die magischen Gegenstände bringen euch entweder zusätzliche Essenzen in der nächsten Einkommensphase oder bieten euch eine weitere Fähigkeit an, die ihr in der kommenden Runde verwenden dürft. Je nach eingeschlagener Taktik sind die magischen Gegenstände unterschiedlich wertvoll für euch. Es kann sich also lohnen, früher als die anderen zu passen, wenn sich der begehrte Gegenstand gerade in der Tischmitte befindet. Möglicherweise spekuliert ihr aber auch darauf, dass ein Mitspieler sein Objekt freigibt, auf das ihr gerade scharf seid. Dann ist vielleicht eine Verzögerungstaktik ganz hilfreich. Länger als eine Runde wird euch der magische Gegenstand jedoch ohnehin nicht dienen, sie rotieren ständig durch die Reihen der Magier.

Res Arcana ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren und kostet etwa 35€.

Seid ihr in der Runde der erste passende Alchemist, erhaltet ihr zudem den Startspielermarker. Dieser bringt euch ebenfalls einen Siegpunkt ein. Leider ist sein Wert ziemlich flüchtig, da auch der Startspielermarker in jeder Runde neu verteilt wird. Möglicherweise ist er aber dennoch das Zünglein an der Waage. Nachdem alle Spieler gepasst haben, wird zunächst überprüft, ob ein Magier schon zehn Siegpunkte gesammelt hat. Falls ja, gewinnt jetzt der Spieler mit den meisten Siegpunkten. Andernfalls wird eine neue Runde gestartet, die mit der Einkommensphase beginnt.

Für eine Partie braucht ihr, je nach Zahl der Mitspieler, ungefähr 30-60 Minuten. Res Arcana ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Das Spiel ist im deutschsprachigen Handel über Asmodee erschienen und kostet etwa 35€.

Fazit: Mit minimalen Mitteln erzielt Res Arcana den maximalen Ertrag und sichert sich diese Testwertung

Res Arcana im Test: Kleines Deck, aber großer Spaß.

Ich gebe es zu. Ein wenig habe ich mich von der bunten Fantasy-Optik verführen lassen. Das Alchemisten-Thema, die hochwertigen Materialien und vor allem auch die schönen Grafiken haben dafür gesorgt, mich für Res Arcana zu interessieren. Bezüglich der Idee, mit gerade einmal acht Karten im Deck, ein taktisch anspruchsvolles Brettspiel zu bewerkstelligen, war ich allerdings durchaus skeptisch. Wie sehr ich mich doch in beiden Punkten geirrt habe. Das Look&Feel von Res Arcana ist zwar immer noch toll, doch zum Spielgefühl trägt das Fantasy-Thema nur wenig bei. Es sind tatsächlich die taktischen Möglichkeiten, die das Spiel zur Hochform auflaufen lassen. Nicht trotz, sondern gerade wegen des von Res Arcana gepflegten Minimalismus. Ihr habt nur acht Karten im Deck, entsprechend gut wisst ihr um die Stärken und Schwächen eures Kartenstapels. Am besten funktioniert das Spiel, wenn ihr die Artefakte nicht zufällig, sondern über einen Drafting-Mechanismus verteilt. So habt ihr viel mehr Kontrolle über euren Magier und könnt schon vor Spielbeginn auf eine Strategie hinarbeiten. Res Arcana hat taktisch einiges zu bieten, trotzdem sind die Regeln leicht erlernbar und auch weniger erfahrenen Spielern zugänglich. Dazu trägt natürlich auch die immer noch recht kurze Spieldauer bei. Da eine Partie Res Arcana kein abendfüllendes Programm darstellt, könnt ihr auch problemlos mehrere Partien nacheinander spielen, die Vorzüge der einzelnen Magier ausprobieren und euch daran erfreuen, wie viele taktische Ansätze euch das Spiel erlaubt. Ich freue mich jedenfalls schon auf die schon angekündigte Erweiterung „Lux et Tenebrae“, die voraussichtlich im Juli erscheinen wird.

Pros

Cons

+ tolle Ausstattung

- etwas umständliche Darstellung der Icons

+ taktisch fordernd

+ Regeln leicht erlernbar

+ bietet sehr viel Abwechslung

+ grafisch ansprechend

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