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Letzte Stunde nutzt ein klassisches Spielbrett. Eine Modulation der Örtlichkeiten ist vorgesehen.

Cthulhu Returns

Arkham Horror: Letzte Stunde im Test: Der kooperative Grusel-Quickie

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An der Uni ist das Chaos ausgebrochen. Aus dunklen Portalen strömen ständig neue Monster auf den Campus. Eile ist geboten, um das Ritual umzukehren.

Auch im Jahr 2019 darf ein neues Spiel aus der erfolgreichen Arkham-Horror-Reihe nicht fehlen. Die amerikanische Kreativschmiede von Fantasy Flight Games hat wieder zugeschlagen sich einmal mehr des Mythos von H.P. Lovecraft bedient. Dabei herausgekommen ist das kooperative Brettspiel Arkham Horror: Letzte Stunde, das in Deutschland wieder von Asmodee vertrieben wird. Für das Essener Verlagshaus ist es beileibe nicht das einzige Spiel mit Cthulhu-Thematik. Zur SPIEL veröffentlichte Asmodee etwa auch das kartengetriebene Solospielererlebnis Arkham Noir oder den mit mit hochwertigen Miniaturen vollgestopften Dungeon Crawler Cthulhu: Death May Die. In Sachen Materialaufwand bewegt sich Letzte Stunde zwischen diesen beiden Extremen.

Wie so häufig tretet ihr in Arkham Horror: Letzte Stunde wieder kooperativ gegen das Spiel an. Mutige Ermittler sind gefragt, die sich an einer Universität einer Übermacht an Monstern entgegenstellen, um das Beschwörungsritual eines Großen Alten rückgängig zu machen. Für die Rückabwicklung müsst ihr zunächst allerdings erst einige Hinweise über die Zeremonie in Erfahrung bringen. Leider wimmelt es an der Uni nur so vor Monstern. Sie tauchen einfach überall auf und behindern euch bei euren Nachforschungen. Dabei haben sie es auch auf euren Ritual-Standort abgesehen, von dem aus ihr das Ritual rückgängig machen könnt. Diesen strategisch bedeutsamen Punkt gilt es mit aller Macht zu verteidigen, sonst droht die Welt im Chaos zu versinken.

Die Großen Alten und ihre Schergen

Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen mit Cthulhu-Thematik greift Arkham Horror: Letzte Stunde mal wieder ganz klassisch auf ein Spielbrett zurück. Möglichkeiten der Spielfeld-Modulation gibt es nicht. Das Spiel findet immer auf dem gleichbleibenden Campus der Universität statt. Fünfzehn Orte gilt es auf dem Universitätsgelände zu bereisen, die untereinander durch kleine Pfade verbunden sind. Über diese bewegt ihr euch als Ermittler, aber auch die Monster sind im Spiel ziemlich umtriebig und begeben sich gerne auf Wanderschaft.

Letzte Stunde nutzt ein klassisches Spielbrett. Eine Modulation der Örtlichkeiten ist vorgesehen.

Variablen gibt es in Letzte Stunde aber dennoch. Vor Spielbeginn könnt ihr festlegen, welcher Großen Alten ins Diesseits beschworen wurde. Zur Wahl stehen Cthulhu, Shudde M’ell und Umordhoth. Mit ihnen verändern sich auch die Monster, die euch an der Uni das Leben zur Hölle machen. Jeder Große Alte bringt einige seiner ganz speziellen Freunde mit und weiß natürlich auch sonst noch mit ein paar Gemeinheiten aufzuwarten.

Individuelle Eigenschaften der Ermittler

Ebenso variiert werden können auch die Ermittler, mit denen ihr gegen die dämonische Brut ins Feld zieht. Sechs verschiedene Charaktere stehen euch zur Verfügung. Jeder verfügt über ein eigenes Set aus zehn Aktionskarten. Sie sind eure wertvollsten Waffen im Kampf gegen den Großen Alten. Durch die sechs individuellen Decks spielen sich die Ermittler ziemlich unterschiedlich, jeder hat seine eigenen Stärken.

Dem Spiel liegen sechs verschiedene Ermittler bei. Jeder verfügt über ein eigenes Deck mit Aktionskarten.

Der Einsatz der Aktionskarten ist im Grunde denkbar einfach, arbeitet jedoch mit einem ganz besonderen Kniff. Als aktiver Spieler zieht ihr zunächst die oberste Aktionskarte vom Stapel und lest euch den Text durch. Die Aktionskarten bestehen immer aus zwei Abschnitten. Der obere Teil der Karte lässt euch immer einen positiven Effekt auslösen. Häufig dürft ihr damit euren Ermittler bewegen und Angriffe auf Monster durchführen. Einige Ermittler erlauben jedoch auch das Regenerieren von Lebenspunkten oder das Beheben von Schäden, die durch die Monster entstanden sind.

Wähle die Priorität

Der untere Kartenabschnitt erlaubt es euch hingegen, Nachforschungen vor Ort anzustellen. Das ist prinzipiell natürlich ebenso hilfreich, allerdings könnt ihr dann nichts mehr gegen die marodierenden Monsterscharen unternehmen. Während ihr also in der Gegend herumschnüffelt, werden die Monster in bestimmten Gebieten des Spielfeldes aktiviert. Schnell werdet ihr begreifen, dass eine Monsteraktivierung gravierende Folgen haben kann.

Vor Spielbeginn müsst ihr einen Großen Alten als Gegner wählen.

Ganz vermeiden könnt ihr Monsteraktionen aber ohnehin nicht. In jeder Runde werden stets vier Aktionskarten zur Wertung gebracht, egal ob ihr das Spiel alleine oder mit vier Ermittlern bestreitet. Zweimal wird dabei der obere Kartenabschnitt aktiviert, zweimal der untere. Welchen Effekt eine Karte auslöst, wird dabei über die dreißig Prioritätskarten gesteuert. Die Karten sind durchnummeriert, vier von ihnen haltet ihr stets auf der Hand.

Kein gutes Omen

Wenn ihr die oberste Aktionskarte vom Stapel gezogen und ihren Text gelesen habt, steht ihr vor einer Entscheidung. Wollt ihr unbedingt, dass der obere Abschnitt der Karte aktiviert wird? Dann solltet ihr nun möglichst eine Prioritätskarte mit niedriger Nummer spielen. Die beiden Aktionskarten, denen die niedrigste Priorität zugeteilt wurde, lösen den oberen Effekt aus. Der untere Abschnitt wird entsprechend bei den beiden verbleibenden Aktionskarten ausgelöst.

Je mehr Omen-Symbole gespielt werden, desto empfindlicher wird der Große Alte reagieren.

Die vier gespielten Aktionskarten werden nun nacheinander abgewickelt. Eure Ermittler bewegen sich über das Uni-Gelände, fertigen möglicherweise einige Monster ab und stellen Nachforschungen an. Auch ein Teil der Monster wird durch die Aktionskarten aktiviert, bevor sich der Große Alte zu Wort meldet. Cthulhu & Co. greifen ebenso aktiv in den Spielverlauf ein. Wie engagiert sie sich gegen eure Ermittlungen stellen, hängt von den gerade gespielten Prioritätskarten ab.

Die Rache des Großen Alten

Die Prioritätskarten sind nicht nur durchnummeriert, sondern weisen zusätzlich noch bis zu zwei Omen-Symbole auf. Die Zahl der Omen wird nach Abwicklung aller Aktionen addiert. Anhand des Ergebnisses könnt ihr nun die Aktion des Großen Alten auf seiner Übersichtskarte nachlesen. Prinzipiell gilt: je mehr Omen gespielt wurden, desto heftiger greift der Große Alte in den Spielverlauf ein. In dieser Phase werden oft zusätzliche Monster aktiviert oder beschworen, Schaden verteilt oder auch Teile der Universität beschädigt. Nachdem sich der Große Alte abreagiert hat, werden zudem noch die mystischen Portale aktiviert, aus denen nochmals neue Kreaturen auf den Campus strömen.

Das Ermitteln der Hinweise ist eure vorrangige Aufgabe im Spiel.

Je mehr Monster auf dem Uni-Gelände herumstromern, desto prekärer wird die Situation für euch. An jedem Ort kann sich immer nur eine sehr limitierte Anzahl von Gegnern aufhalten. Wird ein Monster auf einen Ort bewegt, der bereits überfüllt ist, bewegt es sich direkt weiter zum nächsten Gebäude. Letztlich landen sie irgendwann auf euren Ritual-Standort. Ist der Ritual-Standort vollständig mit Monstern belegt und es kommt noch ein weiteres hinzu, habt ihr das Spiel sofort verloren. Ihr solltet also unbedingt dafür sorgen, dass sich nicht zu viele Monster auf dem Campus tummeln.

Verzweifelter Kampf gegen die Monsterscharen

Einige Monster haben tatsächlich keinen anderen Auftrag, als sich über das Gelände zu bewegen. Wird ein sogenannter Läufer aktiviert, wandert er einfach nur zum nächsten Ort weiter. Andere Monster reagieren deutlich aggressiver, wenn sie aktiviert werden. Der Killer attackiert einen Ermittler am gleichen Ort ganz direkt und zieht ihm einen Lebenspunkt ab. Stirbt ein Ermittler, bedeutet dies ebenso direkt das Spielende. Zerstörer-Monster haben es hingegen auf die Gebäude abgesehen. Sie beschädigen bei Aktivierung einen Ablageplatz vor Ort. An diesem Gebäude kann sich jetzt ein Monster weniger aufhalten, was den Ansturm auf euren Ritual-Standort weiter verschärft.

Als Ermittler reist ihr über den Campus, um dort den Monstern Einhalt zu gebieten oder Nachforschungen anzustellen.

Da im Spielverlauf ständig neue Gegner auf den Campus drängen, ist Eile geboten. Um das Ritual umzukehren, müsst ihr den Hinweisen auf den verschiedenen Orten nachgehen. Im Spiel befinden sich zehn Hinweismarker. Es gibt fünf Symbole, die auf den Markern genau zweimal auftauchen. Vor Spielbeginn werden verdeckt zwei zufällige Hinweismarker aus dem Set gezogen und auf dem Spielplan ausgelegt. Eure Aufgabe ist es nun, die Symbole auf diesen beiden Hinweismarkern zu ermitteln.

Umkehr des Rituals

Die verbleibenden Hinweismarker werden an den verschiedenen Standorten verdeckt verteilt. Über eure Aktionskarten könnt ihr die Marker später aufdecken und so die gesuchten Symbole per Ausschlussverfahren ermitteln. Unter die Hinweise an den Uni-Standorten haben sich zudem noch drei Marker mit Schlüsselsymbol gemischt. Sie gewähren euch Zugriff auf Artefakte, die mächtige Einmaleffekte auslösen.

Spätestens nach Ablauf von neun Runden müsst ihr die beiden Hinweise ermittelt haben, um das Ritual umzukehren. Bleibt zu hoffen, dass ihr bis dahin die passenden Prioritätskarten gesammelt habt. Bei der Umkehr des Rituals werden diese nun noch einmal benötigt. Auf den Prioritätskarten findet ihr die Symbole auf den Hinweismarkern ebenfalls wieder. Ihr solltet ausreichend Karten mit den passenden Symbolen bereithalten, um das Ritual rückgängig zu machen. Habt ihr das notwendige Material gesammelt, kann das Ritual im letzten Moment tatsächlich noch einmal umgekehrt werden. Die Welt ist wieder sicher… zumindest vorerst.

Ständig strömen neue Monster aus den Portalen und die Lage spitzt sich zu.

Arkham Horror: Letzte Stunde ist ein kooperatives Spiel für ein bis vier Spieler ab vierzehn Jahren. Für eine Partie müsst ihr etwa 30-40 Minuten Spielzeit einplanen. Das Spiel ist ab sofort im Handel verfügbar und kostet zwischen 35€ und 40€.

Fazit: Arkham Horror: Letzte Stunde gruselt sich zu folgender Testwertung

So schneidet Letzte Stunde, die neueste Auskopplung der Arkham Horror-Reihe, im Test ab.

Nachdem ich kürzlich erst mit Cthulhu: Death May Die einige spannende Abenteuer im Lovecraft-Universum erleben durfte, war ich auf Arkham Horror: Letzte Stunde schon ziemlich gespannt. Im direkten Vergleich landet Letzte Stunde aber dann doch klar auf dem zweiten Platz. Das liegt jedoch mehr an den Qualitäten von DMD als an Letzte Stunde. Obwohl sich beide Spiele der gleichen Welt bedienen, ist ein Vergleich ziemlich unfair. Das Miniaturenspiel bietet eine üppige Ausstattung, kostet mehr als das doppelte und für eine Partie müsst ihr sicher zwei Stunden einplanen. Arkham Horror: Letzte Stunde kommt hingegen in einer schmalen Verpackung daher und spielt sich mit einer halben Stunde Spielzeit auch recht flott. Das Spiel kommt direkt zur Sache. Als Ermittler steht ihr von Anfang an unter Druck. Ständig kommen neue Monster ins Spiel und ihr könnt förmlich spüren, wie die Schlinge um euren Hals immer enger wird. Um das Ritual umzukehren, bedarf es eigentlich einer guten Absprache. Doch diese ist in Letzte Stunde gar nicht vorgesehen. Mit Hilfe der Prioritätskarten entscheidet jeder Ermittler für sich, welche seine beiden Aktionen für die Gruppe am effektivsten ist. Um Arkham Horror: Letzte Stunde zu meistern, bedarf es schon etwas Übung. Bei ausreichendem Zeitkontingent würde ich lieber zu Cthulhu: Death May Die greifen, als Cthulhu-Quickie ist Letzte Stunde aber auf jeden Fall eine gute Alternative.

PROS

CONS

+ kooperativ

- erschwerte Kommunikation unter Ermittlern

+ mit Solo-Modus

+ Cthulhu-Thema

+ drei Große Alte sorgen für Varianz

+ schickes Artwork

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