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Das Beinhaus von Sedlec ist das neue Micro-Spiel von Frosted Games aus der Button-Shy-Reihe.

Das Beinhaus von Sedlec ergänzt das Button-Shy-Programm von Frosted Games

Das Beinhaus von Sedlec im Test: Das neue Micro-Game von Button Shy

  • VonSebastian Hamers
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Frosted Games veröffentlicht mit Das Beinhaus von Sedlec nun schon bereits den achten Titel aus der erfolgreichen Button-Shy-Serie.

Auf der SPIEL 2021 hat man sie wieder gesehen, die schwergewichtigen Strategiespiele mit wahrhaft opulenter Ausstattung. Etliche Spielbretter, haufenweise Miniaturen, Tableaus, Figuren und Marker… so sieht häufig der neue Kickstarter-Kracher von morgen aus. Die Button-Shy-Reihe von Frosted Games fährt dazu ein krasses Gegenprogramm. Die Kartenspiele der Berliner verfahren nach dem Minimalprinzip. Mit geringen Mitteln wird versucht das Maximum an Spielerlebnis herauszuquetschen. Bislang ist das den Micro-Spielen von Frosted Games erfolgreich gelungen. Mit Liberation, Die Schmatzinsel, Hätte Wäre Wenn, Circle The Wagons, Sprawlopolis, Avignon und Geschickt Gesteckt schaffte es die Reihe bereits auf sieben Titel. Pünktlich zur Messe hat das Verlagshaus jetzt sogar noch einmal nachgelegt. Das Beinhaus von Sedlec ist der jüngste Spross der Button-Shy-Serie, der natürlich wieder alle Tugenden seiner Schwestern mit an Bord haben soll.

Das Beinhaus von Sedlec: Neues Micro-Spiel aus der Button-Shy-Reihe

Kleine Schachtel, großer Spaß? Diese Formel soll bei Das Beinhaus von Sedlec einmal mehr erfolgreich angewendet werden. Einen geringen Umfang kann man dem Button-Shy-Neuling direkt bescheinigen. Das Grundspiel besteht gerade einmal aus 18 Karten. Ende! Keine Würfel, keine Marker, kein Spielbrett. Der kleine Kartenstapel muss ausreichen, um immerhin 2-3 Spieler bei der Stange zu halten. Netterweise hat Frosted Games dem Spiel gleich eine Erweiterung beigelegt, die aus satten sechs weiteren Karten besteht. Ähnlich minimalistisch geht es in Sachen Spieldauer zu. Viel länger als eine Viertelstunde dürfte eine Partie wohl nur selten dauern. Mit diesen Rahmendaten passt Das Beinhaus von Sedlec also schon einmal wunderbar in die Micro-Kartenspielreihe mit dem Button-Shy-Label.

Bei Das Beinhaus von Sedlec müsst ihr die Gebeine zunächst auf dem Friedhof ausgraben.

Eine ausufernde Story dürft ihr ebenso nicht erwarten. Das Spiel siedelt sich im Prag des 16. Jahrhunderts an. Die Pest sowie etliche Glaubenskriege haben ihre Opfer gefordert. Kurzum, der Friedhof in der tschechischen Metropole ist überfüllt. Für Entlastung auf dem Gottesacker soll nun das Beinhaus von Sedlec sorgen, wo sich die Überreste der Verstorbenen platzsparend stapeln lassen. Genau dies ist eure Mission im Spiel. Sortiert die Gebeine im Totenhaus und gedenkt dabei ihrer Seelen. Jede Leiche hat ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, wo sie in der Beinhalle am liebsten begraben werden möchte.

  • für 2-3 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 15 Minuten
  • Autor: Dustin Dobson
  • Verlag: Frosted Games
  • Preis: ca. 10€

Puzzlespiel mit Leichen in Das Beinhaus von Sedlec

Jeder Verstorbene hat in Das Beinhaus von Sedlec eine eigene Geschichte. Die einen führten seinerzeit als Adlige ein tolles Leben, andere verdingten sich als einfache Bauern, ehrenwerte Priester oder gar als gesetzlose Schurken. Sogar das ein oder andere Liebespaar soll in der Totenhalle neu aufgebahrt werden. Je nachdem wie ihr die Verstorbenen im Beinhaus anordnet, springen für euch mal mehr und mal weniger Siegpunkte heraus. Je besser ihr die Befindlichkeit der Toten erfüllen könnt, desto höher stehen die Siegchancen.

So könnte Das Beinhaus von Sedlec bei Spielende aussehen.

Angeordnet werden müssen die Leichen stets in Pyramidenform. Am Spielende wird eure Auslage aus vier Karten in der untersten Reihe, drei Karten in der Mitte sowie zwei weiteren Karten als Pyramidenspitze bestehen. Beim Auslegen der Karten müssen eigentlich nicht sonderlich viele Regeln beachtet werden. Karten in den beiden oberen Reihen sollten lediglich auf einem soliden Fundament von zwei Karten in der Reihe darunter platziert werden. Ansonsten seid ihr in euren Entscheidungen ziemlich frei. Am Spielende wird es letztlich auf die Zusammenstellung der Pyramide ankommen, denn diese bestimmt eure Siegpunktausbeute.

Im Beinhaus von Sedlec haben die Verstobenen spezielle Befindlichkeiten

Damit am Ende der Partie auch ein paar Siegpunkte zusammenkommen, besteht jede Karte direkt aus zwei Verstorbenen, die jeweils übereinander angeordnet sind. Die adligen Gebeine legen großen Wert darauf, in der Kartenhierarchie möglichst weit oben zu stehen. Jeder andere Adlige sowie jeder Bauer, der zumindest eine Reihe unter ihnen steht, bringt euch einen Siegpunkt ein. Die Bauern sind da schon deutlich genügsamer. Ihnen reicht es schon aus, überhaupt wahrgenommen zu werden. Deshalb zählt jeder ausgelegte Bauer einen Siegpunkt, unabhängig von der Anordnung.

Die Gebeine der Priester möchten ihre Botschaft selbst im Jenseits noch möglichst flächendeckend unters Volk bringen. Jede Reihe im Beinhaus, das mindestens einen Geistlichen enthält, bringt euch zwei Punkte ein. Von der Anwesenheit der Priester profitieren dann möglicherweise auch die Schurken. Sie hoffen posthum auf Vergebung für ihre Schandtaten. Ein nahegelegener Priester kann da also nicht schaden. Zwei Punkte gibt es deshalb für jeden Schurken, der sein Sterbebett angrenzend zu einem Priester erhält.

Das Beinhaus von Sedlec erscheint mit der Henker-Erweiterung

Bei den Verliebten ist die Sache eigentlich klar. Sie wollen möglichst direkt nebeneinander aufgebahrt werden, um sich ihre Treue selbst über den Tod hinaus zu beweisen. Jedes vereinte Liebespaar wird mit sechs Siegpunkten honoriert. Optional dürft ihr das Spiel direkt mit der Henker-Erweiterung beginnen. Die Henker haben es nach ihrem Ableben immer noch auf die Schurken abgesehen. Einen Siegpunkt gibt es für jeden Henker in der Auslage. Jeweils ein weiterer Punkt wird vergeben für jeden Schurken, der sich in einer angrenzenden Schurkengruppen befindet.

Verliebte liegen bei Das Beinhaus von Sedlec selbst nach dem Tod am liebsten nebeneinander.

Beim Auslegen der Karten ins Beinhaus gilt es also einige Faktoren zu bedenken. Die Grundlage dazu müsst ihr euch allerdings schon im Vorfeld erarbeiten, denn bei Spielbeginn startet ihr zunächst ohne eine einzige Handkarte. Die Leichen müssen zunächst vom Friedhof ausgegraben werden, bevor ihre Gebeine in die Leichenhalle gelangen. In das Beinhaus von Sedlec wählt ihr in jeder Runde eine von insgesamt drei möglichen Aktionen, um die eigene Auslage schrittweise zu füllen.

Drei Aktionsmöglichkeiten in Das Beinhaus von Sedlec

Bei Spielbeginn seht ihr den Prager Friedhof, bestehend aus sechs Kartenstapeln, noch fast vollständig verdeckt vor euch. Lediglich eine zufällige Karte liegt bereits offen aus. Mit der Aktion „Graben“ buddelt ihr weitere Leichenteile frei und deckt gleich zwei verdeckte Karten auf. Eine dieser beiden aufgedeckten Karten nehmt ihr nun auf die Hand. Als zweite Option sammelt ihr bereits ausgegrabene Verstorbene ein. Wählt hierzu einfach eine der schon aufgedeckten Karten vom Friedhof aus und nehmt sie auf die Hand. 

Das Beinhaus von Sedlec wird direkt mit der Henker-Erweiterung ausgeliefert.

Achtet darauf, dass eure Hand niemals aus mehr als zwei Karten bestehen darf. Spätestens jetzt müsst ihr von der dritten Aktion „Stapeln“ Gebrauch machen. Ihr wählt eine Karte von der Hand und legt sie in eure persönliche Auslage. Nach jeweils einer Aktion ist auch schon der nächste Spieler an der Reihe. So spielt sich Das Beinhaus von Sedlec ziemlich flüssig runter. Nach rund einer Viertelstunde haben alle Spieler ihre Leichenpyramide fertiggestellt und es kann an die Punktauswertung gehen.

Die Beinhalle von Sedlec ist für zwei bis drei Spieler ab acht Jahren geeignet. Das Spiel erscheint in der deutschen Fassung über Frosted Games und ist ab sofort zum Preis von etwa 10€ zu finden.

Fazit: Der ingame-Totengräber hat für Das Beinhaus von Sedlec diese Testwertung ausgegraben

Der ingame-Totengräber hat für Das Beinhaus von Sedlec eine gruselige Testwertung ausgebuddelt.

Mit mittlerweile bereits acht Spielen hat die Button-Shy-Serie von Frosted Games schon eine beachtliche Größe angenommen. Das Konzept hat sich bewährt. Mit knapp 10€ haben die Spiele einen geringen Anschaffungswiderstand, nehmen in der heimischen Sammlung kaum wertvollen Regalplatz ein, lassen sich zu vielen Gelegenheiten mal schnell auf den Tisch bringen… und Spaß machen sie dann ja auch noch. Das Beinhaus von Sedlec hat einen gut funktionierenden Auswahlmechanismus, der durchaus ein wenig taktisches Geschick fordert. Beim zweiten Teil des Spiels geht es um das geschickte Zusammenpuzzeln von Kartenteilen. Wer seine gesammelten Leichenteile effektiv platziert, freut sich am Ende des Spiels über einen Punkteregen und hat gute Chancen auf den Spielsieg. Eine gute Portion Glück gehört natürlich auch dazu. Manchmal schlägt die eigene Strategie komplett fehl, wenn die passenden Karten zu tief in der Erde vergraben sind oder ein anderer Totengräber euch zuvorkommt. Bei einer rund fünfzehnminütigen Partie fällt dieser Glücksfaktor aber nicht negativ ins Gewicht. Das Beinhaus von Sedlec spielt sich angenehm flüssig runter und macht so viel Lust auf eine weitere Partie. Damit fügt sich das Kartenspiel gut in die Button-Shy-Reihe von Frosted Games ein.

ProCon
+ kompaktes Format- nur mit 2 oder 3 Spielern spielbar
+ günstiger Preis
+ schnell erklärt und schnell gespielt
+ spielt sich sehr flüssig

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