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Black Stories – Das Spiel im Test: Die Brettspiel-Umsetzung des Krimi-Kartenspiels

Erstellt:

Von: Sebastian Hamers

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Black Stories: Das Spiel erscheint über den Moses-Verlag und kostet ca. 35€. © Moses Verlag

Black Stories: Das Spiel verzichtet auf den Einsatz eines Spielleiters und bietet eine vollständig kooperative Variante der Krimispiel-Reihe an.

Die Black-Stories-Reihe aus dem Moses-Verlag kann bereits auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Bereits seit 2004 veröffentlicht der Verlag vom Niederrhein die Kartenspiele in einer enormen Schlagzahl. Nach fast zwanzig Jahren Black Stories ist die Liste der veröffentlichten Spiele inzwischen beeindruckend lang geworden. Dennoch, am wesentlichen Spielprinzip hat sich seit der Veröffentlichung des ersten Spiels nicht viel verändert. In diesem Jahr hat der Verlag dem Erfolgsspiel allerdings einer Generalüberholung unterzogen. Zwar gibt es im Herbst 2022 natürlich auch wieder ein klassisches Black Stories im Kartenformat, als Alternative wird diesmal jedoch auch ein passendes großes Brettspiel im Handel aufschlagen. Das knifflig-morbide Spielgefühl der Kartenspielreihe möchte Black Stories: Das Spiel aber natürlich dennoch einfangen. Mal sehen, ob der Wandel vom Karten- zum Brettspiel gelungen ist…

Black Stories: Das Spiel mit zwanzig Kriminalgeschichten

Wer bereits einmal mit den Black Stories in Kontakt gekommen ist, wird sich über die Größe und das Gewicht des Brettspiels wundern. Besteht eine reguläre Ausgabe aus lediglich einem 50 Karten starken Deck, fällt das Material des Brettspiels ungleich üppiger aus. Neben dem stabilen Spielplan holt ihr noch 180 übergroße Karten sowie einige Marker aus dem Pappschuber. Die Karten sind nach wie vor das zentrale Spielelement des Black-Stories-Konzepts. Sie sind gebündelt in handlichen Neuner-Paketen, die zusammen jeweils einen Kriminalfall darstellen.

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Jeder Kriminalfall in Black Stories: Das Spiel besteht aus vier Szenenkarten. © Moses Verlag

Damit wären wir auch schon bei der ersten wesentlichen Veränderung gegenüber dem Kartenspiel-Original, das jeden Fall auf einer einzigen Karte abhandelt. Die zweite große Neuerung ist der vollkooperative Spielansatz. Musste beim Kartenspiel noch immer ein Spieler in die Rolle des allwissenden Quizmasters schlüpfen, der auf die Ja-Nein-Fragen der restlichen Raterunde reagiert, entfällt diese Rolle beim vorliegenden Brettspiel komplett. So kann sich die gesamte Gruppe voll und ganz auf die Lösung des Kriminalfalls konzentrieren.

Name des SpielsBlack Stories: Das Spiel
Spielerzahl1-4 Personen
Altersempfehlungab 12 Jahren
Spieldauer45 Minuten
AutorenInka und Markus Brand
VerlagMoses
Preisca. 35€

Black Stories: Das Spiel mit vollständig kooperativem Design

Die Ja-Nein-Fragen wurden allerdings trotzdem nicht komplett aus dem Repertoire des Spiels gestrichen. Beantwortet werden diese nun aber nicht mehr von einem Mitspieler, sondern vom Spiel selbst. Die Einleitung in die Ermittlungen geschieht durch eine Fallkarte. Diese skizziert zunächst noch ziemlich grob, welche seltsamen Ereignisse zu zugetragen haben. Nähere Details erfahrt ihr erst im Verlauf der Partie. Zu jedem Kriminalfall gehören jeweils vier Szenenkarten, die nacheinander aufgedeckt und bearbeitet werden.

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In Black Stories: Das Spiel müsst ihr zu jeder Szene drei Ja-Nein-Fragen beantworten. © Moses Verlag

Jede Karte zeigt euch eine kleine Zeichnung, zu der ihr immer genau drei Fragen mit ja oder nein beantworten müsst. Gerade zu Beginn eines jeden Falls tappt ihr oft noch ziemlich im Dunklen. Das macht die Beantwortung der Fragen nicht immer ganz leicht. Einige Anhaltspunkte gibt euch die Zeichnung aber durchaus. Aber erst durch das Aufdecken weiterer Karten kristallisieren sich so langsam erste Verdachtsmomente heraus. Habt ihr die drei Fragen beantwortet, dreht ihr die Szenenkarte auf die Rückseite und erfahrt so, wie viele Antworten korrekt gegeben wurden.

Schritt für Schritt zur Lösung in Black Stories: Das Spiel

Die Antworten auf der Kartenrückseite fallen in Black Stories: Das Spiel allerdings immer ein wenig kryptisch aus. Ihr erfahrt nicht im Detail, welche Fragen richtig beantwortet wurden. Ihr seht lediglich die Abweichung zu den tatsächlich mit „Ja“ beantworteten Fragen. Habt ihr zwei Fragen mit „Ja“ beantwortet, die korrekte Anzahl wäre jedoch drei, dann müsst ihr eine Abweichung von einem Punkt hinnehmen. In welchen Punkten ihr bei euren Vermutungen goldrichtig gelegen habt, erfahrt ihr an dieser Stelle des Spiels jedoch nicht. Darüber lässt sich vorläufig nur spekulieren.

Black Stories Szene Karte Bueroklammer Marker Punkte Abweichung
Abweichungen zu den korrekten Antworten werden bei Black Stories: Das Spiel mit Hilfe einer Büroklammer angezeigt. © Moses Verlag

Durch das Aufdecken der weiteren Szenenkarten lassen sich allerdings oftmals Rückschlüsse ziehen, so dass ihr im Nachhinein rekonstruieren könnt, welche Fragen richtig beantwortet wurden. Als kleine Merkhilfe wird auf jeder Szenenkarten die Anzahl der Ja-Antworten mit einer kleinen Büroklammer markiert. Habt ihr noch mehr Informationen über den Fall gesammelt, verändert sich dadurch die Bewertung der vergangenen Szenen möglicherweise nochmals ein wenig.

Punktejagd in Black Stories: Das Spiel

Am Ende des Kriminalfalls erhaltet ihr eine Punktebewertung, die euch darüber Auskunft gibt, wie gut eure Ermittlungsarbeiten gelaufen sind. Punkte werden jedoch nicht erst bei der Auflösung der Kriminalgeschichte vergeben, sondern bereits während des Spiels. Je weniger Abweichungen ihr bei den Szenenkarten erzielt, desto mehr Schritte darf der gemeinsame Punktemarker nach vorne bewegt werden. Mit Hilfe der vier Szenen sollte der Marker nun schon ein ganzes Stück vorgerückt sein.

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Hinweiskarten helfen euch bei Black Stories: Das Spiel zwar auf die Sprünge, bedeuten aber auch immer einen Punktabzug. © Moses Verlag

Vermutlich bestehen an dieser Stelle des Spiels nun allerdings noch einige Unklarheiten. Bevor ihr den Tathergang rekonstruiert und versucht ihn möglichst detailreich zu schildern, dürft ihr noch auf bis zu vier Hinweiskarten zugreifen. Bei ihnen handelt es sich um Bildausschnitte oder Gegenstände, die euch bereits auf den Szenenkarten begegnet sind. Auf Kosten von ein bis zwei Punkten dürft ihr die Karten herumdrehen, um weitere Details zu erfahren. Überlegt euch gut, welche Hinweise möglicherweise bei der Klärung des Falls hilfreich sein könnten. Nicht alle Karten bringen euch im Spiel wirklich voran.

Das große Finale in Black Stories: Das Spiel

Wollt ihr keine weiteren Hinweise mehr verwenden, biegt ihr auch schon auf die Zielgerade des Falls ein. Gemeinsam versucht ihr nun eure Idee des Tathergangs so genau wie möglich darzustellen. Danach dürft ihr dann auch endlich die Fallkarte wenden und die Auflösung des Kriminalfalls im Detail nachlesen. Auf der Karte werden zwei bis fünf Punkte für die Nennung bestimmter Inhalte vergeben. Die Punkte gibt es natürlich nur, wenn sie zumindest sinngemäß in euren Schilderungen vorgekommen sind. 

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Der Moses-Verlag liefert Black Stories: Das Spiel wieder in einem wertigen Schuber aus. © Moses Verlag

Laut Regelwerk nehmt ihr euch nach Abschluss der Geschichte direkt einen zweiten Kriminalfall vor. Der Punktescore wird nicht zurückgesetzt, sondern einfach aufaddiert. Am Spielende erhaltet ihr so eine Gesamtpunktzahl, mit der ihr eure Bewertung aus einer Tabelle ablesen könnt. Für die Lösung von zwei Kriminalfällen solltet ihr etwa eine dreiviertel Stunde Spielzeit einrechnen. Black Stories: Das Spiel ist für ein bis vier Personen ab zwölf Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 35€ im Handel.

Fazit: Black Stories – Das Spiel fängt den Spirit des Kartenspieloriginals ein, setzt auf einen vollkooperativen Ansatz und verdient sich damit diese ingame-Testwertung.

Wertungsgrafik Black Stories Spiel
Black Stories: Das Spiel ist eine konsequente Weiterentwicklung des Kartenspiels, das sich diese ingame-Testwertung verdient hat. © ingame.de

Das langjährig bewährte Grundkonzept des Kartenspieloriginals ist der großen Brettspiel-Schwester glücklicherweise erhalten geblieben. Bei Black Stories: Das Spiel handelt es sich nicht um eine völlig neue Spielidee, der lediglich der Markenname übergestülpt wurde, sondern stellt vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung der Reihe dar. Klar, die Handlichkeit eines Kartenspiels ist durch das große Spielbrett verloren gegangen. Dafür trumpft das Spiel mit einem deutlich erweiterten Umfang auf. Eine Partie mit zwei Kriminalfällen dauert mindestens 45 Minuten. Bei insgesamt zwanzig Fällen wird euch das Spiel also fast acht Stunden Unterhaltung verschaffen. Bei einem Kaufpreis von knapp 35€ geht das völlig in Ordnung. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Kartenspiel-Reihe ist natürlich die vollkooperative Spielweise. Ein allwissender Spielleiter wird bei Black Stories: Das Spiel nicht mehr benötigt. In Ermangelung von Mitspielern dürft ihr die Kriminalfälle jetzt sogar ganz alleine lösen. In Sachen Schwierigkeitsgrad bewegt sich der Brettspiel-Ableger auf einem soliden mittleren Niveau. Krude und ziemlich weit hergeholte Auflösungen bleiben euch erspart. Mit etwas Geduld und guter Beobachtungsgabe lassen sich die zwanzig Fälle auf jeden Fall gut lösen. Kein Wunder, schließlich konnte der Verlag für die Umsetzung das Autorenduo Inka und Markus Brand gewinnen, die in diesem Genre eine nicht unerhebliche Expertise mitbringen. Freunde von Kriminalspielen dürfen sich somit jedenfalls auf einen gehobenen kriminalistischen Rätselspaß freuen.

ProCon
+ tolles Spielmaterial- weniger mobil als das Original
+ ordentlicher Umfang- nur zum einmaligen Durchspielen gedacht
+ vollständig kooperativ spielbar
+ bewahrt das Spielgefühl der Kartenspiel-Vorlage
+ enthält 20 spannende Kriminalfälle

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