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Blue Banana

Auf den Spuren von Halli Galli

Blue Banana im Test: Ein Spiel für Querdenker und Schnellschalter

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In Blue Banana dreht sich alles um Reaktionsgeschwindigkeit und Um-die-Ecke-Denken. Wir haben das Brettspiel von Wolfgang Warsch auf Form und Farbe getestet.

Wolfgang Warsch hat es wieder getan! Der Spieleautor hat offenbar nicht vor, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Der Veröffentlichungsrhythmus des Österreichers ist fast schon beängstigend. In Sachen Genreauswahl zeigt sich Wolfgang Warsch zudem recht flexibel. In Kennerspiel-Gefilden wird ebenso gefischt wie im familientauglichen Knobel-Sektor. In die letztgenannte Kategorie fällt auch seine Neuheit Blue Banana, die aber dennoch einen etwas anderen Ansatz verfolgt. Außer euren grauen Zellen wird auch noch eure Reaktionsschnelligkeit auf die Probe gestellt.

Blaue Bananen, gelbe Frösche oder schwarze Erdbeeren sind in Warschs Reaktionsspiel an der Tagesordnung. Die farbliche Fehlgestaltung der Objekte hat aber natürlich System. Auf insgesamt 109 doppelseitig bedruckten Karten wird jeweils eines von acht verschiedenen Objekten gezeigt. Die farbliche Assoziation, die ihr mit dem Gegenstand normalerweise vornehmen würdet, erfüllt jedoch keine dieser Motivkarten.

Negative auf der Rückseite

Blue Banana: Hier stimmt doch was nicht.

In Blue Banana tauchen folgende Objekte auf den Motivkarten auf: Banane, Frosch, Blauwal, Aubergine, Flamingo, Erdbeere, Basketball und Zylinder. Auf einer Motivkarte könnte beispielsweise eine Banane in roter Farbe auftauchen. Das passende Gegenstück befindet sich auf der Kartenrückseite. Die rote Farbe wird passenderweise eher mit der Erdbeere assoziiert. Genau diese befindet sich also auf der Rückseite der Karte. Allerdings ist diese nicht rot, sondern gelb. Die Erdbeere hat somit die Farbe der Banane auf der Vorderseite angenommen. Genau diesen Gedankendreh müsst ihr in Blue Banana immer gut vor Augen haben.

Eine Partie wird über acht Runden gespielt. Für jede Runde werden zwei Motivkarten benötigt. Die benötigten sechszehn Karten legt ihr zunächst verdeckt unter der Spielmodus-Karte beiseite. Alle verbleibenden Karten verteilt ihr auf acht etwa gleich große Stapel, die ihr kreisförmig auf dem Spieltisch auslegt. In die Kreismitte kommt noch die namensgebene blaue Plastikbanane und dann kann es auch schon losgehen.

Schnelligkeit ist gefragt

Jetzt werden die ersten beiden Karten vom verdeckten Stapel enthüllt. Gleichzeitig greift ihr nun nach den passenden Karten in der kreisförmigen Auslage. Eine Karte ist immer dann passend, wenn sie die normalerweise korrekte Farbe eines Objekts aufweist oder aber ein Motiv zeigt, das zur ausliegenden Farbe passt.

Blue Banana: Wer schaltet am schnellsten?

Beispiel gefällig? Im Spiel wurde eine Motivkarte enthüllt, auf der ihr einen grünen Flamingo seht. In der kreisförmigen Auslage greift ihr nun nach allen Karten, die entweder eine pinke Farbgebung haben (passend zum Flamingo) oder aber einen Frosch (passend zur grünen Farbe) zeigen. Im Kopf müsst ihr euch im Grunde nur vergegenwärtigen, wie die Karte auf der Rückseite aussieht. Dort seht ihr nämlich einen pinken Frosch.

Ein Spiel für Querdenker

Bei einer Karte funktioniert das vielleicht sogar noch ganz komfortabel. Da aber in jeder Runde immer gleich zwei Motivkarten aufgedeckt werden, wird es ganz schön knifflig. Dies gilt umso mehr, da ihr natürlich auch extrem unter Zeitdruck steht. Seid ihr zu langsam, schnappen euch die anderen Spieler die passenden Karten vor der Nase weg. Wenn ihr hingegen überhastet reagiert, schleichen sich häufiger Fehler ein.

Durch das ständige Entfernen von Karten aus der Auslage entsteht auf dem Spieltisch auch immer wieder eine neue Situation. Neue Karten tauchen ständig vor euch auf, die möglicherweise auf die Anforderungen passen. Immer wieder müsst ihr die Überlegung anstellen, ob eine neue Karte eines der Kriterien erfüllt und dabei den gedanklichen Dreh bewältigen. Entsprechend hoch ist der Stresslevel in Blue Banana.

Die blaue Banane

Irgendwann tritt allerdings unweigerlich die Situation ein, dass wirklich keine ausliegende Karte mehr die notwendigen Anforderungen erfüllt. Dies ist der Moment, in der ihr möglichst schnell zur blauen Plastikbanane in der Tischmitte greifen solltet. Dadurch wird die laufende Runde sofort beendet und es kommt zu einer ersten Zwischenwertung.

Jede gesammelte Karte ist einen Punkt wert. Fehler werden allerdings mit Punktabzug bestraft. Habt ihr etwa eine Karte einkassiert, die weder ein gesuchtes Motiv noch eine gesuchte Farbe beinhalten, gibt es einen Strafpunkt und ihr müsst die Karte wieder ablegen. Gleiches gilt, wenn ihr euch die blaue Banane in der Tischmitte zu früh geschnappt habt. Auch in diesem Fall müsst ihr eine Karte wieder zurückgeben. Ansonsten wird der Besitz der blauen Banane am Rundenende mit zwei Bonuskarten honoriert.

Strafpunkte sorgen für Gummiband-Effekt

Im weiteren Spielverlauf werden die Punktabzüge für euch immer härter bestraft. Nach jeder Runde wird geprüft, wer insgesamt die meisten Karten gesammelt hat und somit in der Gesamtwertung vorne liegt. Dieser Spieler erhält einen zusätzlichen Strafchip. Ab sofort müsst ihr nun für jeden Fehler gleich zwei Karten wieder abgeben. Je mehr Strafchips ihr sammelt, desto härter werdet ihr für einen Fehler bestraft.

Strafchips sorgen für Gummiband-Effekte

Die Verteilung von Strafchips führt so zu einem gewissen Gummiband-Effekt, der zurückliegenden Spielern die Chance gibt, wieder zur Führungsriege aufzuschließen. Bis zu fünf Strafchips könnt ihr in einer Partie sammeln. Dann wird es aber auch schon ziemlich knackig. Jeder Fehler wirft euch jetzt brutal in der Wertung nach hinten. Das kann mitunter auch dazu führen, dass ihr in der letzten Runde nochmal überholt werdet, selbst wenn ihr euch in allen Runden zuvor locker den Sieg sichern konntet.

Spielvarianten erhöhen die Herausforderung

Nach acht Runden endet die Partie. Es gewinnt der Spieler, der im Spielverlauf die meisten Karten gesammelt hat. Für eine Partie braucht ihr nur etwa zwanzig Minuten, selbst wenn ihr in der maximalen Besetzung mit fünf Spielern antretet, da alle Aktionen ohnehin parallel ablaufen. Wenn ihr eine noch größere Herausforderung sucht, könnt ihr euch zudem an zwei alternativen Spielvarianten versuchen.

Die erste Variante stellt den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Ab sofort sammelt ihr Karten in der Auslage, bei denen Farbe und Motiv nicht die geforderten Kriterien aufweisen. Im Fall des oben angeführten grünen Flamingos greift ihr jetzt zu den Karten, die nicht pink sind und keine Frösche beinhalten. Die Auswahl ist jetzt natürlich etwas größer, bietet dafür aber auch mehr Potenzial auf Fehler.

Blue Banana: Grafisch gibt's noch Luft nach oben.

Wenn ihr den ultimativen Kick sucht, wählt ihr die zweite Spielvariante. In dieser wird die Aufgabenstellung mit jeder Runde verändert. Wenn ihr in der ersten Runde nach den Originalregeln spielt, kommen in Runde zwei die Regeln der ersten Spielvariante zur Geltung. So müsst ihr euch in jeder Runde auf neue Bedingungen einstellen.

Blue Banana kommt über das österreichische Verlagshaus Piatnik in den Handel. Das Spiel ist ab sofort verfügbar und kostet etwa 12€.

Fazit

Der erste Blick auf Blue Banana weckte in mir die Assoziation zu einem Kinderspiel. In diesem Fall hat mich meine Assoziation wohl kräftig getäuscht. Es sollte in Bezug auf dieses Spiel nicht die letzte assoziative Fehlleistung bleiben. Eigentlich ist der Gedankensprung doch ganz einfach. Grüner Flamingo bedeutet Zugriff auf Frösche und pinke Karten. Ist doch eigentlich ganz einfach! Leider muss ich diesen Gedankendreh aber gleich bei zwei Karten vollziehen und da passieren Fehler im Eifer des Gefechts eben doch recht häufig. Die erste Spielvariante stellt mich bereits vor eine ordentliche Herausforderung, während mir Variante zwei schon nach kurzer Zeit vollkommen das Gehirn verknotet. Wenn euch Querdenker-Aufgaben dieser Art liegen, solltet ihr Blue Banana auf jeden Fall einmal ausprobieren. Piatnik wird Blue Banana sicher auch zur SPIEL in Essen mitbringen. Dort habt ihr dann die Gelegenheit, eure Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

PROS

CONS

+ Einfache Regeln

- Grafisch schlicht

+ Fordert Reaktionsschnelligkeit

+ Keine Wartezeiten

+ Beinhaltet zwei alternative Spielvarianten

+ Fordert die Konzentration

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