Bad Bones ist für 1-6 Spieler ab 8 Jahren geeignet und kommt über Pegasusspiele in den Handel. Kostenpunkt: ca. 40€.
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Bad Bones ist für 1-6 Spieler ab 8 Jahren geeignet und kommt über Pegasusspiele in den Handel. Kostenpunkt: ca. 40€.

Kompetitiv - kooperativ - partytauglich

Bad Bones im Test: Das vielseitige Tower-Defense-Spiel

  • vonSebastian Hamers
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Die untote Brust kriecht aus ihren Löchern und sie hat es auf eure Dörfer abgesehen. Beim Kampf uns nackte Überleben ist euch jedes Mittel recht.

Als die Westwood Studios mit Dune 2 das Genre der Echtzeitstrategiespiele aus der Taufe hoben, wurde ganz nebenbei auch noch der Weg für ein weiteres Subgenre geebnet. Da der Basen-Bau und seine Verteidigung einen großen Teil des Spiels ausmachen, kann Dune 2 ebenso als Meilenstein in der Geschichte des Tower-Defense-Prinzips gesehen werden. Seit dem Release von Dune 2 im Jahr 1992 ist viel passiert. In beiden Genres gibt es mittlerweile haufenweise Vertreter, ihr findet sie in allen Formen und Farben. Ein paar Tower-Defense-Vertreter haben sogar den Brückenschlag zu den analogen Brettspielen hinbekommen. Zu diesen gehört auch das brandneue Bad Bones von Pegasusspiele. Bad Bones bietet euch ein modernes Tower-Defense-Erlebnis mit einigen interessanten Kniffen und führt das Strategiegenre zurück zu seinen wahren Wurzeln mit einem rundenbasierten Ablauf.

Wie der Titel des Spiels schon andeutet, spielen knöchrige Untote in Bad Bones eine Hauptrolle. Aus allen Himmelsrichtungen strömen die Skelette hervor, die es auf eure Verteidigungsanlage und eure Dörfer abgesehen haben. Zum Glück steht euch ein tapferer Held zur Seite, der euch die Untoten ein wenig vom Leib hält. Ganz auf sich allein gestellt, kann aber selbst der mächtigste Recke nichts gegen die skelettierten Horden ausrichten. Ihr stellt also ein paar Fallen auf, um die Biester von euch fernzuhalten. Dabei geht ihr getreu nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ vor. Notfalls leitet ihr die Skelette einfach zu den Nachbardörfern um. Sollen sie doch sehen, wie sie mit der untoten Brut fertigwerden. In diesem Krieg ist alles erlaubt.

In Bad Bones kämpft das Dorf ums Überleben

Im Computerspielsektor sind viele Tower-Defense-Titel sind reine Einzelspieler-Erlebnisse. In Bad Bones verteidigt zwar auch jeder Spieler sein eigenes Dorf, dennoch gibt es ein hohes Maß an Interaktion. Skelette sind bekanntermaßen nicht die cleversten Gegner. Kann man sie schon nicht besiegen, so lassen sie sich zumindest recht leicht ablenken. Auf diese Art suchen sich die Untoten schnell mal ein neues Ziel. Am besten bei einem eurer Mitspieler, die sich ab sofort mit eurer Untoten-Plage herumschlagen müssen.

Der Held ist eine gute Möglichkeit, um anstürmende Skelette zu vernichten... zumindest vorübergehend.

Jeder Spieler erhält ein eigenes Tableau. An der Unterseite werden ein paar Plättchen mit Häusern abgelegt. Diese Plättchen symbolisieren euer Dorf, das die Skelette unter keinen Umständen erreichen sollten. Ihr solltet also dafür sorgen, dass die Feinde das Spielfeld über eine der anderen Seiten in den Wald zurückkehren. Dann muss sich demnächst ein anderer Spieler mit diesem Problem befassen. In der Mitte eures Spielfelds befindet sich zudem noch ein mehrstöckiger Turm, auf den es die Skelette ebenfalls abgesehen haben. Eure Verteidigung muss also an mehreren Fronten organisiert werden.

Der zähe Held von Bad Bones

Glücklicherweise sind die untoten Invasoren ziemlich berechenbar. Sie starten von zufälligen Seiten eures Spielfelds und bewegen sich in der Regel auch nur schnurstracks geradeaus. Lediglich wenn sie in der Nähe des Turms herumscharwenzeln oder sich in der Nähe eures Dorfs befinden, werden sie von diesen Hotspots magisch angezogen und ändern auch mal ihre Richtung. Solange die Skelette sich fernab dieser Punkte bewegen und nicht direkt auf das Dorf zusteuern, besteht wenig Anlass zur Sorge. Lasst sie ruhig das Spielfeld passieren und die Weiten der Wälder entfliehen. Sie werden an anderer Stelle wiederauftauchen und dann euren Mitspielern das Leben schwer machen.

Die beiden Skelette tappen gleich in die Falle. Das Katapult schleudert die Feinde ins Feindgebiet.

Die schiere Zahl der attackierenden Untoten wird allerdings dafür sorgen, dass ihr alle Hände voll zu tun habt. Eine echte Unterstützung ist die Spielfigur des Helden, der sich in jeder Runde genau um ein Feld auf dem Plan bewegen kann. Der Typ ist schon ziemlich tough. Sobald er ein Feld mit einem oder auch mehrere Untoten betritt, vernichtet er alle von ihnen mit einem Schlag. Leider kann euer Held aber nicht überall sein. Ihr müsst also andere Mittel und Wege finden, um euer Dorf und euren Turm zu beschützen.

Bad Bones fordert trickreiches Tower Defense

Deshalb habt ihr euch für die Verteidigung mit ein paar smarten Fallen ausgerüstet, die ihr im Spielverlauf auf eurem Feld platzieren dürft. Skelette sind zwar gute Kämpfer, die intelligentesten Gegner sind sie jedoch nicht. Sie laufen euch unbeirrt in die Falle, wenn sie ihnen gerade im Weg steht. Das Grundspiel von Bad Bones kennt vier verschiedene Typen von Fallen.

Für jedes intakte Haus gibt es am Spielende Siegpunkte.

Zur persönlichen Fallen-Ausstattung gehören gleich zwei Mauern, die sich diagonal über ein Feld spannt. Läuft ein Skelett nun auf so eine Mauer zu, macht es sofort eine Wendung um 90° und fährt auf einer neuen Spur jetzt unbeirrt seine Bahnen. Mit der Mauer lassen sich Untote mit etwas Geschick von Turm und Dorf fernhalten und vielleicht in einen nahegelegenen Wald lotsen. Noch effektiver arbeiten die beiden Katapulte. Sie schleudern Skelette direkt vom eigenen Spielfeld weg. Ihre kostenfreie Flugstunde dauert eine Runde, dann tauchen sie auf dem Schlachtfeld eines anderen Spielers wieder auf. Aber das soll ja nicht eure Sorge sein.

Mit Drachen auf Untoten-Jagd in Bad Bones

Die wohl mächtigste Waffe im Kampf ist aber wohl der rote Drache. Vor diesem haben sogar die dämlichen Skelette Angst. Alle Skelette auf dem Feld des Drachen fliehen in einer Richtung eurer Wahl. Im Gegensatz zu den anderen Fallen dürft ihr den Drachen sogar direkt auf einem Feld mit Untoten platzieren und den Effekt direkt auslösen. Solange der Drache einsatzbereit ist, habt ihr so also immer einen Notfallplan in der Hinterhand.

Drei Skelette tummeln sich auf dem Friedhof. Sie werden in der kommenden Runde zu neuem Leben erweckt und greifen ins Spiel ein.

Als letzte Falle bleibt noch der Schatz. Dieser zieht Skelette magisch an. Für die Aussicht auf Gold lassen sie sogar das greifbar nahestehende Dorf oder den Turm links liegen und stellen sich in Richtung des Schatzes auf. Haben die Skelette den Schatz geplündert, steht er euch für das restliche Spiel nicht mehr zur Verfügung. Geplündert ist schließlich geplündert. Die drei anderen Fallen kommen nicht direkt aus dem Spiel, werden aber vom Ansturm der Skelette beschädigt.

Fallen-Werkstatt bei Bad Bones

Sobald eine Falle ein zweites Mal ausgelöst wird, kommt sie ebenfalls aus dem Spiel. Ihr könnt eure Falle allerdings rechtzeitig vor der Zerstörung bewahren. Statt eine Falle auszulegen, könnt ihr euch in eurer Runde auch dazu entscheiden, sie wieder zurück in den eigenen Vorrat zu nehmen. Mit dieser Aktion macht ihr die Falle wieder einsatzbereit. In der nächsten Runde steht sie euch im nigelnagelneuen Zustand wieder zur Verfügung.

Im Grundspiel greift ihr auf diese vier verschiedenen Fallen zurück: Drache, Mauer, Schatz und Katapult.

Die Partie endet, sobald die Verteidigung des ersten Spielers fällt. Jedes Skelett, das es bis in euer Dorf schafft, vernichtet eines der Häuser. Nachdem das fünfte Haus vernichtet wurde, ist das Dorf ausgelöscht und ihr verliert das Spiel. Gleiches tritt ein, wenn der Turm in der Mitte des Spielfelds zertrümmert wird. Drei Schläge hält das Gemäuer aus, beim vierten Treffer kracht es in sich zusammen und für euch heißt es „Game over“. Der Untergang eines Spielers ist gleichzeitig auch der Schlussakkord für das gesamte Spiel. Jetzt gibt es Siegpunkte für verbleibende Häuser und Fällen. Addiert lediglich noch Punkte für den Turm, abhängig von seinem Zustand, um den Sieger des Spiels zu ermitteln.

Erweiterung in Bad Bones gleich inkludiert

Mit dem Basisspiel solltet ihr eine ganze Weile beschäftigt sein, um euch mit der Mechanik des Spiels vertraut zu machen. Das Paket enthält allerdings noch jede Menge Zusatzkram, mit dem ihr das Spiel nach Belieben erweitern könnt. Die inkludierte Erweiterung umfasst gleich sechs weitere Fallentypen, die für noch mehr Abwechslung sorgen. Sie bieten euch weitere taktische Möglichkeiten, um euer Dorf effektiv zu verteidigen. Optional könnt ihr auch die acht Spezialwaffen mit ins Spiel nehmen. Ihre Kraft wird ausgelöst, sobald ihr in einer Runde drei oder mehr Skelette zerstört habt.

Optional könnt ihr acht Spezialwaffen mit ins Spiel nehmen. Jede Waffe verleiht euch eine besondere Eigenschaft.

Die Armbrust vernichtet etwa einen zusätzlichen Untoten, egal auf welchem Feld er sich befindet. Mit dem Stab des Todes werden besiegte Skelette nicht einfach abgelegt, sondern auf dem Feld eines anderen Spielers erneut zum Leben erweckt. Ziemlich praktisch kann auch der Zweihänder sein, der eurem Helden mehr Reichweite verleiht. Ein aktivierter Zweihänder lässt euren Helden sofort um ein Feld weiterrücken und so möglicherweise weitere Skelette vernichten.

Bad Bones und die Super-Skelette

Am meisten Spaß haben mir allerdings die sogenannten Anführer bereitet. Dabei handelt es sich um Super-Skelette, die über besondere Fähigkeiten verfügen. Das Saboteur-Skelett kann eine ausgelöste Falle direkt zerstören, der Geistermeister ist unzerstörbar und kehrt nach seinem Ableben immer wieder auf euer Spielfeld zurück, während euch der Totenbeschwörer in der folgenden Runde ein paar Extra-Skelette beschert. Ein ganz skurriles Exemplar ist hingegen der Menschenfreund. Erreicht dieser seltsame Untote euren Turm oder euer Dorf, hilft er euch netterweise beim Wiederaufbau.

Bad Bones ist für 1-6 Spieler ab 8 Jahren geeignet und kommt über Pegasusspiele in den Handel. Kostenpunkt: ca. 40€.

Zu guter Letzt bietet euch das Regelwerk auch noch einen kooperativen Spielmodus an. In diesem verteidigt ihr die Türme und Häuser des Dorfes gemeinsam. Um gemeinsam Jagd auf die Skelette zu machen, braucht es nur ein paar wenige Anpassungen. Ihr könnt sogar die gesamten Erweiterungsmodule ebenso im Koop-Modus verwenden.

Bad Bones von Sit Down Games ist ein vielseitiges Spiel für ein bis sechs Spieler ab acht Jahren. Für eine Partie solltet ihr etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde einplanen. Im deutschsprachigen Handel ist Bad Bones über Pegasusspiele erschienen und kostet etwa 40€.

Fazit: Bad Bones hat sein Dorf erfolgreich mit der folgenden Endwertungs verteidigt

Bad Bones im Test: Wie gut ist das analoge Tower-Defense-Spiel?

Bad Bones fängt den Charakter eines Tower-Defense-Spiels ziemlich gut ein. In jeder Runde stürmen neue Skelette auf euer Spielfeld, die es auf das Dorf abgesehen haben. Doch nicht nur aus den umliegenden Wäldern droht die untote Gefahr. Eure lieben Mitspieler schieben euch zu allem Überfluss auch noch ständig neue skelettierte Horden zu. Sie fliegen mit Katapulten zu euch herüber, wandern durch fremde Wälder in euer Reich und manchmal sorgt dann auch noch ein übermotivierter Totenbeschwörer für zusätzlichen Betrieb auf dem Spielertableau. So ist es auch kein Wunder, dass Bad Bones über den vielzitierten Wuselfaktor verfügt. Im Spiel ist jedenfalls immer jede Menge los und ihr werdet alle Hände voll zu tun haben, um dem Ansturm der Untoten standzuhalten. Eine große Stärke von Bad Bones liegt sicherlich auch in seiner Vielseitigkeit. Das Grundspiel lässt sich an vielen Stellen verändern und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Material zum Herumexperimentieren ist reichlich vorhanden. Gut gefallen hat mir zudem der kooperative Modus. Das konfrontative Element, verbunden mit einem hohen Ärgerfaktor, fällt hier natürlich weg. Ansonsten funktioniert das gemeinsame Spiel gegen die Untoten aber ebenso gut und erzeugt dabei ein schönes Gemeinschaftsgefühl.

ProsCons
+ Tower Defense als Brettspiel- hoher Glücksfaktor im Vergleich zu anderen Tower-Defense-Spielen
+ auch gut in größeren Gruppen spielbar
+ austauschbare Spielelemente sorgen für viel Abwechslung
+ mit Solo-Modus
+ gutes Spielmaterial
+ kooperativ und kompetitiv spielbar

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