Bucket of Doom im Test: Das Partyspiel für Todesmutige

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Die Zeiten in denen altbackene Spielideen wie Mensch ärgere Dich nicht oder Monopoly das Bild der Brettspielszene prägten, sind zum Glück längst vorbei. Heute dürfen wir uns aus einem schillernd bunten Programm an Brettspielen bedienen. Dabei greifen die Brettspielautoren zu innovativen Konzepten und teils ziemlich abstrusen Themen. Letzteres bedient auf jeden Fall der Bucket of Doom, ein schräges Partyspiel für Erwachsene. Ziel des Spiels: entkomme einer aussichtslosen und todbringenden Situation auf möglichst kreative Art und Weise. Präsentiert wird das Spiel, passend zum Namen, stilecht im pinken Eimerchen.

Soweit, so verrückt. Das Spielkonzept selbst ist dabei eigentlich total einfach. Im Bucket of Doom befinden sich zweierlei Karten. Da wären zunächst die Todes-Karten. Sie enthalten ziemlich unangenehme Situationen, in die ihr euch einfühlen müsst. Sie versprechen nicht nur Höllenqualen, sondern auch euer Ableben. Die geschilderten Szenarien erscheinen ausweglos. Es gibt aber dennoch eine verschwindend geringe Chance, dem Tod noch einmal von der Schippe zu springen.

Rettung in letzter Sekunde

Dazu werdet ihr mit Objektkarten ausgestattet. Vor Spielbeginn erhält jeder Todgeweihte acht dieser Karten auf die Hand. Sie sind eure letzte Hoffnung auf ein Überleben. Was enthalten die Objektkarten? Ganz klar: natürlich Objekte. Auf der Hand haltet ihr eine Auswahl an acht unterschiedlichen und zum Teil sehr speziellen Gegenständen. Jetzt ist euer Einfallsreichtum gefragt. Wählt eine Objektkarte aus und baut den darauf aufgeführten Gegenstand in eine wilde Geschichte ein, um der Situation auf der Todes-Karten noch einmal zu entkommen.

Hat jeder Spieler seine kleine Geschichte erzählt, geht es auch gleich in die Abstimmungsphase. Ihr dürft jetzt den Spieler wählen, der eurer Meinung nach den aussichtsreichsten Fluchtplan ausgeklügelt hat. Der Gewinner darf die Todes-Karte behalten und bekommt dadurch einen Punkt. Alle gespielten Objektkarten werden abgeworfen und jeder Spieler zieht eine neue Karte. Die nächste Runde beginnt ihr also erneut mit acht hoffentlich hilfreichen Gegenständen auf der Hand.

 

Hardcore-Regeln für Überlebenskünstler

Wer zuerst drei Todes-Karten gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Wenn ihr etwas mehr Erfahrung mit dem Bucket of Doom gewonnen habt, dürft ihr auch eine der Regelvarianten ausprobieren. Kreative Köpfe nutzen sicher gerne die MacGyver-Regeln. Kinder der 80er Jahre dürfte der Geheimagent aus der gleichnamigen TV-Serie noch bestens bekannt sein. MacGyver hatte ein besonderes Talent aus Gegenständen des Alltags in Windeseile eine tödliche Waffe oder eine andere nützliche Maschine zusammenzubasteln.

Aus einem Stück Klebeband, einem Feuerzeug und dem Dreck unter seinen Fingernägeln wurde so schnell mal ein Raketenwerfer geschnitzt. Ähnlich seltsame Konstrukte dürft ihr mit der MacGyver-Regel auch in Bucket of Doom erfinden. Kombiniert dazu einfach eine beliebige Zahl an Objektkarten, um euch aus der Situation auf der Todes-Karte heraus zu manövrieren. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Anpassbarer Schwierigkeitsgrad

Für ganze Harte gibt es auch noch die Firesale-Regel. Wie schon in der MacGyver-Regel dürft ihr auch hier wieder beliebig viele Objektkarten zum Einsatz bringen und sie miteinander kombinieren. Die ganze Sache hat aber einen gewaltigen Haken. Ihr erhaltet erst wieder neue Karten, wenn sämtliche Handkarten zur Lösung einer Aufgabe verwendet wurden. Wenn sich eure Hand langsam leert, wird die Luft da schnell ziemlich dünn. Stellt euch vor, ihr seid ein Schneemann während die Hitzewelle einsetzt und ihr nichts anderes zur Verfügung habt als eine Penis-Pumpe.

Wenn ihr lieber etwas entspannter spielen wollt, sofern das im Angesicht des Todes überhaupt möglich ist, könnt ihr aber auch auf die Regeln für Anfänger zurückgreifen. Alle Objektkarten sind beidseitig bedruckt. Sie verfügen über eine schwarze und eine weiße Seite. Mit den Anfänger-Regeln dürft ihr beide Seite der Objektkarten verwenden. Damit erhöht ihr euer Arsenal auf immerhin gleich sechzehn Gegenstände.

Partytaugliches Spiel für Erwachsene

Insgesamt beinhaltet der Bucket of Doom 140 doppelseitige Objektkarten. Auch die Zahl der Todes-Karten kann sich sehen lassen. Im Spiel findet ihr 70 Situationen, die euer Leben bedrohen. Damit habt ihr ausreichend Material, um eine lange Zeit mit diesem Spiel beschäftigt zu sein. Selbst wenn ihr alle Todes-Karten schon einmal gesehen habt, es ist immer noch eine Herausforderung, sich der Situation mit anderer Ausrüstung zu stellen.

Für eine Partie Bucket of Doom solltet ihr mindestens drei Spieler an den Tisch bekommen. Nach oben hin gibt es allerdings praktisch kein Limit. Mit steigender Spielerzahl erhöht sich jedoch auch die Spielerdauer. Wenn gleich zehn Abenteuer ums Überleben kämpfen, kann es natürlich dauern, bis jeder seine Geschichte zum Besten gegeben hat. Da die Karten nicht immer ganz so jugendfreie Ausdrücke enthalten, wird Bucket of Doom erst ab 17 Jahren empfohlen.

Pros

  • auch in deutscher Sprache erhältlich
  • viele popkulturelle Anspielungen
  • kein Mitspieler-Limit
  • Inhalte zu aktuellen Themen
  • regt die Fantasie an
  • rabenschwarzer Humor

Cons

  • nur für erwachsene Spieler geeignet
  • Spielidee steht und fällt mit eurem Einfallsreichtum

Fazit

Bucket of Doom steht und fällt mit eurer Kreativität. Das Spiel selbst liefert nur die Fragmente für witzige, aber auch makabre Situationskomik. Diese kleinen Fragmente sind dafür aber auch echt guter Stoff. Die geschilderten Situationen sind natürlich nicht aus dem Alltag eines jeden gegriffen, sondern sind schon sehr speziell. Trump wird wiedergewählt, eure beiden Nieren wurden gestohlen, Mutter leiht sich euer iPad nachdem ihr nach Pornos gegoogelt habt, ihr seid eine Meerjungfrau und habt euch in der Wüste Sahara verirrt… das Spiel ist vollgestopft mit fantasievollen Szenen. Die Texte auf dem Objektkarten fallen meist kurz aus. Auf jeder Kartenseite findet ihr tatsächlich nur einen einzigen Gegenstand. Überlegt euch also gut was ihr etwa mit einer McDonalds-Dienstkleidung, Elton Johns Lieblingstoupet, einem Mobiltelefon der 80er Jahre oder einer Schlangenbeschwörer-Flöte anfangen könnt. Bucket of Doom liefert euch jede Menge witzige Anregungen. Ihr müsst sie nur noch zusammensetzen und daraus eine lustige Geschichte bauen. Wenn das gelingt, dürft ihr euch über einen unkomplizierten und echt lustigen Partyabend freuen. Letztlich liegt es aber natürlich an eurem Einfallsreichtum, ob der Bucket of Doom sein volles Potenzial entfalten kann. Da sich in meiner Spielerrunde genügend redselige Quatschköpfe befinden, hat der Todeseimer bei uns gut gezündet. Wir haben uns über die vielen popkulturellen Anspielungen gefreut und ein paar wahnwitzige Fluchtpläne zusammengebastelt. Grüße an MacGyver gehen raus!

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