Catham City ist für 2-6 Spieler ab acht Jahren geeignet. Es ist über Huch erschienen und kostet rund 15€.
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Catham City ist für 2-6 Spieler ab acht Jahren geeignet. Es ist über Huch erschienen und kostet rund 15€.

Art Deco + Batman + Katzen = Partyspaß

Catham City im Test: Das Kartenspiel für Superkatzen

  • vonSebastian Hamers
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In Catham City stehen die Bürgermeisterwahlen kurz bevor. Als Kandidat auf den Posten ist euch jedes Mittel recht, um eure Rivalen unten zu halten.

Wenn Art-Deco-Stil, Batman und Katzen in einem Spiel vereint werden, sind im Grunde keine weiteren Fragen nötig. Dieses Spiel muss doch ein absoluter Knaller sein. Catham City verwickelt euch mit Augenzwinkern in die Machtspiele der Politiker der gleichnamigen Metropole. Die Bürgermeisterwahlen stehen kurz bevor und als Kandidat auf das prestigeträchtige Amt ist euch so ziemlich jedes Mittel Recht, um den Wahlkampf siegreich zu absolvieren. Dabei versucht ihr die einflussreichsten Fraktionen von Catham City auf eure Seite zu ziehen und schreckt sogar nicht davor zurück, sie euren Rivalen auf den Hals zu hetzen. Im Spiel, in der Liebe und im Wahlkampf ist schließlich alles erlaubt.

Bei Catham City verhält es sich wie beim Highlander: es kann nur einen geben! Nur wenn ihr als erster Spieler eine vorgegebene Zahl von Wahlkampfpunkten erreicht, werdet ihr zum Bürgermeister der Stadt und damit auch zum Sieger des Spiels gekürt. Die Wahlkampfpunkte sind damit die harte Währung in Catham City. Ihr gewinnt sie nur mit der Unterstützung der acht unterschiedlichen Fraktionen im Spiel, von denen pro Partie allerdings immer nur fünf zum Einsatz kommen. Im Spielverlauf erarbeitet ihr euch die Gunst der Fraktionen, um sie zum passenden Zeitpunkt für euch zu nutzen. Behaltet dabei aber auch immer im Auge, was die anderen Bürgermeisteranwärter so treiben. Sie werden nichts Gutes im Schilde führen.

Die Wahlschlacht von Catham City

Als Kandidat auf den Posten des Bürgermeisters startet ihr bereits mit einem kleinen Startkapital von ein paar Karten ins Spiel. Bevor es losgeht müsst ihr lediglich noch die offene Auslage vorbereiten, die immer aus genau sieben Karten besteht. Daneben platziert ihr die restlichen Karten als verdeckten Nachziehstapel und schon kann es losgehen. Seid ihr am Zug, stehen euch grundlegend nur zwei Optionen offen. Entweder ihr spielt eine Kartenkombination von der Hand aus oder aber ihr bedient euch an der offenen Auslage in der Tischmitte.

Die Macht der Presse ist in jeder Metropole spürbar, natürlich auch in Catham City.

Entscheidet ihr euch für die letztere Möglichkeit, nehmt ihr immer alle Karten einer Fraktion auf die Hand. Prinzipiell ist es ein Vorteil, möglichst viele Karten auf der Hand zu haben, da ihr so euren Handlungsspielraum vergrößert. Es nutzt allerdings wenig, die eigenen Handkarten wahllos zusammenzustellen, zumal es auch ein Limit von zehn Handkarten gibt. Später werdet ihr bestimmte Kartenkombinationen brauchen, um von der Macht der Fraktionen zu profitieren.

In Catham City regieren die Fraktionen

DerWissenschaftsrat setzt sich etwa erst für euch ein, wenn ihr drei Karten dieser Fraktion auf einmal ausspielt. Die guten Verbindungen zu den Wissenschaftlern bringen euch zwei Wahlkampfpunkte ein und lassen euch als kleinen Bonus auch noch zwei neue Karten vom Nachziehstapel nehmen. Klingt erstmal wenig spektakulär. Doch nicht alle Fraktionen sind so interaktionsarm wie der Wissenschaftsrat.

Nehmt ihr die Mafia-Fraktion ins Spiel, erhöht ihr den Ärger-Faktor.

Habt ihr gute Connections zur Mafia? Dann könnt ihr durch das Ausspielen von vier Mafiakarten nicht nur zwei Wahlkampfpunkte gewinnen, sondern auch noch euren Rivalen eins auswischen. Jeder andere Spieler muss entweder zwei Handkarten abwerfen oder einen Wahlkampfpunkt wieder abgeben. Beim Einsatz bestimmter Fraktionen ist allerdings auch eine Spur mehr taktisches Feingefühl gefordert. Es lohnt sich durchaus, die Züge der Mitspieler genau zu beobachten. Schnell können gute Beobachter daraus einen Vorteil ziehen.

Ein Hauch von Taktik weht durch Catham City

Beispielsweise könnt ihr mit Hilfe der Polizei eine Hausdurchsuchung bei einem Mitspieler durchführen. Ihr spielt eine beliebige Anzahl an Polizisten, sowie eine weitere Karte einer anderen Fraktion aus. Der beschuldigte Spieler mischt seine Handkarten und zieht davon nun so viele Karten wie zuvor Polizisten ausgespielt wurden. Für jede Karte, die zur selben Fraktion gehört, wie die von euch zusätzlich gespielte Karte, bringt euch jetzt einen Wahlkampfpunkt ein. Der beschuldigte Spieler verliert außerdem alle seiner ausgespielten Karten, lediglich für gespielte Polizisten dürfen neue Karten nachgezogen werden.

Aufmerksame Spieler können von den Fähigkeiten der Polizei profitieren.

Habt ihr die Aktivitäten der Mitspieler gut im Blick, könnt ihr daraus Kapital schlagen und zusätzlich euren Rivalen schaden. Taktisch geschickt lässt sich ebenso die Fraktion der Hacker einsetzen. Ihr spielt bis zu vier Hacker aus, die ein gewählter Mitspieler mit seinen Handkarten vermischt. Anschließend deckt euer Hacking-Opfer die gleiche Zahl an Karten von seiner Hand auf. Jeder gezogene Hacker bringt euch einen Wahlkampfpunkt ein. Die Erfolgschancen sind natürlich besonders hoch, wenn euer gewählte Mitspieler weniger oder am besten gar keine Karten mehr auf der Hand hat.

Catham City bietet viele Variationsmöglichkeiten

Insgesamt hält sich der strategische Aspekt von Catham City zwar etwas in Grenzen, durch die Auswahl bestimmter Fraktionen könnt ihr den taktischen Anspruch aber durchaus ein wenig nach oben schrauben. So kann jede Gruppe das Spiel ganz nach eigenen Vorlieben anpassen. Familienspieler nehmen Fraktionen wie den Wissenschaftsrat und die Gilde der Detektive mit ins Spiel, wer es lieber etwas anspruchsvoller mag, setzt hingegen Hacker oder Polizisten ein. Auf diese Weise lässt sich auch der Ärgerfaktor von Catham City gut anpassen. Besonders empfehlenswert empfinde ich den Modus für fortgeschrittene Spieler. Hier dürft ihr in eurem Zug gleich zwei Aktionen direkt hintereinander ausführen, wodurch die taktischen Möglichkeiten noch einmal kräftig erhöht werden.

Catham City ist für 2-6 Spieler ab acht Jahren geeignet. Es ist über Huch erschienen und kostet rund 15€.

Catham City ist ein Kartenspiel für zwei bis sechs Personen ab acht Jahren. Für eine Partie müsst ihr in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde einplanen. Das Spiel erscheint über den Huch-Verlag und kostet rund 15€.

Fazit: Catham City hat den Wahlkampf mit folgender Wertung abgeschlossen

Catham City im Test: So schneidet das katzenhafte Kartenspiel ab.

Auch bei kleinen und schnellen Kartenspielen können ein cooles Thema und eine stylische Gestaltung nicht schaden. Sicherlich ist Catham City kein strategisches Schwergewicht, in Sachen Aufmachung trumpft das Spiel in der kleinen Packung aber dennoch groß auf. Trotz der wirklich sehr einfachen Regeln werden das Thema und die Geschichte des Spiels ordentlich transportiert. Nach dem ersten Lesen des Regelheftchens hatte ich zunächst nicht vermutet, dass ich sonderlich viel Zeit in Catham City verbringen würde. Durch die abwechslungsreich gestalteten Fraktionen habe ich letztlich aber dann doch ziemlich viel mit dem Spiel herumexperimentiert. Je nachdem wie Catham City bei Spielbeginn zusammengestellt wurde, spielt es sich wieder ein Stück anders. Dank der hohen Zugänglichkeit und der kurzen Spieldauer gab es auch keine Probleme, die Mitspieler mit dem Spiel bei Laune zu halten. Eine Partie ist im Rutsch vorbei und verläuft in der Regel auch so knapp, dass sich häufig der Wunsch nach einer Revanche einstellt. Ein dickes Plus ist zudem die Zahl der Mitspieler. Sucht ihr einen Titel, der auch bei sechs Spielern noch gut funktioniert, wird die Auswahl schnell ziemlich dünn. Gerade in diesem Sektor ist Catham City ein toller Kandidat für einen Platz in eurem Spieleschrank.

Pros

Cons

+ sehr zugänglich

- Katzen einer Fraktion sind optisch identisch

+ für bis zu 6 Spieler geeignet

+ abwechslungsreich

+ hoher Wiederspielwert

+ jeder mag Katzen

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