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Cities Skylines kann auf die offizielle Lizenz des PC-Originals zurückgreifen.

Analoge Version des Städtebausimulators

Cities Skylines im Test: Brettspiel bietet analogen Multiplayer-Modus

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Cities: Skylines hat den Sprung aufs Brett geschafft. Wir haben geprüft, ob die analoge Version auf Augenhöhe mit dem PC-Orignal steht.

Um den Städtebau-Klassiker Sim City ist es in den letzten Jahren ziemlich ruhig geworden. Es ist inzwischen bereits gut fünf Jahre her, dass Electronic Arts mit Sim City BuildIt den letzten Teil der Reihe veröffentlichte. Das Spiel für mobile Endgeräte nervte allerdings mehr mit seinen aufdringlichen In-App-Käufen, als dass es spielerisch zu überzeugen wusste. Deutlich besser kam da schon der Konkurrent Cities: Skylines vom schwedischen Entwickler Paradox Interactive an. Die Städtebausimulation überzeugte mit vielen Tugenden, die Sim City seinerzeit groß gemacht haben. Nach dem Erfolg der PC-Version wurde das Spiel auch für andere Plattformen wie Xbox One, PS4 und die Nintendo Switch umgesetzt. Eine neue Umsetzung kam nun jüngst vor einigen Wochen hinzu. Ab sofort könnt ihr auch die analoge Variante von Cities: Skylines spielen. Über den Kosmos-Verlag ist der Titel nun auch als Brettspiel zu haben.

Im Grunde ist Cities: Skylines ein ziemlich klassisches Einzelspieler-Erlebnis. Ihr baut eure eigene Stadt auf, zwischendurch schmeißt euch die KI mal ein paar Probleme oder Ereignisse vor den Bug. Ein Austausch mit den Städten anderer Spieler ist aber nicht vorgesehen. Im Brettspiel ist das alles anders. Bis zu vier Spieler können sich als Architekt einer Stadt versuchen. Dennoch müsst ihr nicht gleich mehrere Städte parallel verwalten. Stattdessen baut ihr eure Metropole kooperativ auf.

Cities Skylines im Multiplayer? Das Brettspiel macht es möglich!

Auch der Aufbau der größten Stadt beginnt mit dem ersten Gebäude. Ihr kennt das Szenario. Vor euch liegt eine große weite Fläche, die nur darauf wartet, von euch bebaut zu werden. Dies ist auch im Brettspiel Cities: Skylines nicht anders. Bevor es losgeht, legt ihr vier Spielplanteile aneinander. Zunächst dürft ihr nur eines dieser Stadtteile bebauen. Ihr zahlt einen gewissen Obolus aus der Stadtkasse und dreht einen Spielplanteil um. Vor euch erstreckt sich ein Netz aus Straßen. Das Straßennetz unterteilt die Stadt in mehrere Viertel.

Kooperativ platziert ihr eure Gebäude in den Stadtvierteln und achtet darauf, dass sie sich gegenseitig befruchten.

Den Ausbau der Stadt solltet ihr aber natürlich gut planen, denn es gilt einige Parameter gut im Blick zu behalten. Das Spiel verfüg über eine Wertungstafel, auf der ihr die Entwicklung der künftigen Metropole „on the fly“ verwalten könnt. Im Zentrum eurer Aufmerksamkeit sollte dabei immer die Zufriedenheit der Bewohner sein. Die Zufriedenheit der Bürger ist euer wertvollstes Kapital und stellt somit eine Art Siegpunkte dar.

Alle Parameter gut im Blick

Alle anderen Werte der Stadt dienen letztlich nur dem Wohlbefinden der Einwohner. Als Bürgermeister müsst ihr euren Wählern natürlich einige wichtige öffentliche Dienste bereitstellen. Ihr müsst für ausreichende Stromkapazitäten sorgen, die Wasserversorgung sichern und euch um den Abtransport des Mülls kümmern. Damit dies gelingt, stellt ihr in der Stadt die notwendigen Gebäude auf.

Auf der Wertungstafel könnt ihr den Zustand eurer Stadt immer gut im Blick behalten.

Doch damit nicht genug. Baut ihr weitere Wohngebiete, strömen neue Bürger zu euch in die Stadt. Diese wollen aber natürlich auch beschäftigt werden. Es müssen also weitere Betriebe her, vielleicht sogar große Industrien, die für sichere Arbeitsplätze sorgen. Dieser Balanceakt ist gar nicht so leicht zu bewältigen. Für den Fortschritt der Stadt es nicht förderlich, wenn die Fabriken nicht ausreichend Arbeitskräfte einstellen können. Bleiben zu viele Bürger ohne Beschäftigung, sorgt das natürlich ebenso für Probleme.

Ängste und Sorgen der Ersten Welt

Der Ausbau der Stadt sorgt zudem für weitere Probleme. Je nachdem wie sich die Struktur gestaltet, steigt die Umweltbelastung oder die Kriminalität. Auch der zunehmende Verkehr kann zu einem echten Problem werden. Wie ihr seht, die Verwaltung einer Stadt erfordert eine gute Planung, damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät. Mit den passenden Gebäuden könnt ihr eine angespannte Lage entlasten.

Die Baukarten zeigen euch die Auswirkungen eines Gebäudes im Überblick.

Ein besonders schickes Wohngebiet etwa steigert die Zufriedenheit eurer Bürger und sorgt für zusätzliche Arbeitskräfte. Allerdings locken die hochwertigen Wohnungen auch Einbrecher an. Außerdem wird zusätzlicher Strom benötigt und der Wasserverbrauch steigt ein wenig an. Durch geschicktes Legen neuer Gebäude versucht ihr, alle Probleme in einem erträglichen Maß zu halten. Eure Einwohner werden es euch danken.

Leere Stadtkasse bedeutet das Aus

Ein besonders wichtiger Faktor für das Gedeihen der Stadt ist natürlich der Zustand der Stadtkasse. Geht euch zu einem Zeitpunkt des Spiels mal das Geld aus, habt ihr die Partie verloren und müsst sämtliche Bauprojekte einstellen. Ohne Kohle kommt ihr also nicht weit. Deshalb solltet ihr dieser Ressource besonders viel Aufmerksamkeit widmen.

Vor allem die Wohngebiete sind nicht sonderlich gleichförmig. Es muss also gepuzzelt werden.

Um alle Parameter auf einem guten Stand zu halten und richtig auszubalancieren, ist vor allem euer Geschick beim Verbauen der einzelnen Gebäude wichtig. Cities: Skylines ist zu einem kleinen Stück auch ein Puzzlespiel. Viele Gebäudeplättchen sind keine einfachen Quadrate oder Rechtecke, sondern breiten sich ungleichförmig auf dem Spielbrett aus. Einige sehen aus wie Tetris-Steinchen, andere legen sich sogar noch verzwickter an.

Urbanes Tetris

Noch aufwändiger als die räumliche Planung der Gebäude sind aber die Bedingungen vor die euch einige Plättchen stellen. Lediglich wenn ihr bestimmte Gegebenheiten erfüllt, schüttet das eben erstellte Bauwerk einen Bonus aus. Einige Wohngebiete etwa profitieren von Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen in ihrer Nähe. Fühlen sich die Bürger dieser Wohnungen ärztlich gut versorgt, steigert das ihre Zufriedenheit. Ihr könntet also beispielsweise ein Ärztehaus in der Nachbarschaft installieren, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Allerdings sind gerade die Dienstleistungsgebäude in ihrer Reichweite etwas beschränkt. So versorgt das erwähnte Ärztehaus tatsächlich nur die Gebäude, die unmittelbar an der Praxis anliegen. Ein Krankenhaus hingegen wird auch von Bürgern angesteuert, die etwas weiter entfernt wohnen. Es versorgt gleich ein ganzes Stadtviertel.

Im Skyline-Turm könnt ihr eure komfortabel eure Siegpunkte verwalten.

Damit es nicht zu unübersichtlich wird, ist der Wirkungsbereich aller Gebäude limitiert. So müsst ihr nicht immer ein riesiges Areal abscannen, um zu überprüfen, ob bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Ihr könnt also jedes Stadtviertel als eine Einheit planen und die Gebäude gut aufeinander abstimmen. Durch das Aufdecken weiterer Spielplanteile entstehen aber manchmal doch recht große Abschnitte, die euch reichlich Platz zum Austoben bieten.

Meilenstein des Städtebaus

So baut ihr abwechselnd neue Gebäude in die Stadt, sprecht die Taktik untereinander ab und deckt weitere Spielplanteile auf, um das eigene Areal weiter zu vergrößern. Währenddessen kommt es jedoch regelmäßig zu Zwischenwertungen. Sobald ihr in jedem offen ausliegenden Stadtviertel mindestens ein Plättchen gelegt habt, dürft ihr einen Meilenstein beenden. Der Abschluss eines Meilensteins aktiviert anschließend eine Wertung.

Im Spielverlauf erreicht ihr einige Meilensteine, die eine Zwischenwertung auslösen.

Klugerweise leitet ihr die Zwischenwertung natürlich erst ein, wenn sich die Konstellation auf der Wertungstafel gerade als günstig erweist. Die Zufriedenheitspunkte auf der Tafel werden auf den Skyline-Anzeiger übertragen, der euch am Spielende Siegpunkte sichert. Möglicherweise müsst ihr aber noch ein paar Abzüge in Kauf nehmen. Sollte sich die Stadtverwaltung Schwächen bei der Versorgung mit Strom und Wasser leisten oder die Müllabfuhr nicht gut funktionieren, werden euch wieder Punkte abgezogen. Für ein ungünstiges Arbeitsmarktverhältnis werdet ihr hingegen zur Kasse gebeten und müsst ein paar Scheinchen abtreten.

Verfügbarkeit der Gebäude

Im Anschluss kann der Fortschritt eurer Stadt kann weitergeplant werden. Planung ist aber nicht alles, ein gewisser Glücksfaktor spielt ebenfalls mit. Cities: Skylines wird vor allem über Karten getrieben. Ihr habt nicht den Zugriff auf alle 75 Gebäude des Spiels. Jeder Städtearchitekt verfügt über ein paar wenige Karten mit Gebäuden, die aktuell gelegt werden können. Das zugehörige Plättchen wird auf dem Spielplan verbaut und die Auswirkungen direkt auf der Verwaltungstafel übertragen.

Dienstleistungsgebäude haben manchmal nur eine geringe Reichweite. Sie bedienen nur Gebäude in unmittelbarer Nähe.

Bevor der nächste Spieler seinen Zug beginnt, darf noch eine neue Karte gezogen werden. Damit der weitere Ausbau zumindest ein bisschen kontrollierbar ist, sind die Baukarten in drei Stufen unterteilt. Die Gebäude werden mit jeder Stufe mächtiger, fordern aber auch mehr Bedingungen ein oder haben weitreichende Nachteile. Am Ende eures Zuges dürft ihr euch eine neue Karte von einem beliebigen Stapel ziehen.

Das Spielen in Szenarios

Habt ihr alle Spielplanteile aufgedeckt und auch den letzten Meilenstein abgeschlossen, geht die Partie zu Ende. Ihr führt eine letzte Wertung aus, die ihr auf die Skyline-Wertungstafel übertragt. Jetzt könnt ihr euren finalen Punktestand ablesen und euer Ergebnis in der Erfolgstabelle ablesen. Alternativ könnt ihr Cities: Skylines auch als Szenario spielen. Das Regelheft bietet euch fünf Möglichkeiten an, das Spiel noch etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Dadurch kommen weitere Materialien wie einzigartige Gebäude, Ereignisse oder Rollen-Karten ins Spiel.

Cities Skylines kann auf die offizielle Lizenz des PC-Originals zurückgreifen.

Ihr könnt Cities: Skylines problemlos auch alleine spielen oder aber bis zu drei Mitspieler dazu einladen. Das Spiel ist über den Kosmos-Verlag erschienen und kostet zwischen 30€ und 35€. Für eine Partie müsst ihr eine gute Stunde Spielzeit einrechnen.

Fazit: Unsere Meinung zu Cities Skylines – Das Brettspiel

Cities: Skylines bringt fast alles mit, was man von einer Städtebausimulation erwartet. Viele Elemente, die wir schon bei Sim City & Co. mochten, haben auch ihren Weg in das Cities-Brettspiel gefunden. Die größte Herausforderung liegt darin, die frisch erbaute Stadt in einer gesunden Balance zu halten. Jedes Gebäude verändert die Gesamtstruktur und kann das fragile Gesamtkunstwerk ins Wanken bringen. Viele Bürger suchen dringen nach einem guten Arbeitsplatz? Da kann die moderne Industrie sicher helfen. Mit dem Bau der Fabrik kauft ihr euch dafür aber andere Probleme ein. Die Umweltbelastung steigt und auch das Verkehrsaufkommen wird durch die vielen LKWs erhöht. Also leitet ihr umgehend Korrekturmaßnahmen ein. Doch auch diese werfen wieder neue Probleme auf. Im Kern funktioniert Cities: Skylines fast wie eine Städtebausimulation auf dem PC. Nur der Spielablauf ist ordentlich entschleunigt. Das hektische Agieren in Echtzeit entfällt natürlich. Stattdessen könnt ihr in aller Ruhe eure nächsten Schritte planen und das sogar im Team. Im Kern ist Cities: Skylines natürlich ein klares Spiel fürSolisten. Es macht rein mechanisch keinen großen Unterschied, ob ihr alleine oder als Viererteam antretet. Dennoch kann der Austausch untereinander sehr belebend sein. Wenn ihr den Highscore knacken möchtet, kommt ihr um eine gute Kommunikation nicht herum. Dadurch hat auch der Mehrspielermodus seine Berechtigung. Cities: Skylines füllt die Lücke im Städtebau-Sektor und ist eine gute Alternative zu den digitalen Verwandten.

Pros

Cons

+ kooperative Spielweise  

- typisch Städtebau: etwas repetitiv 

+ auch alleine spielbar

+ offizielle Lizenz 

+ Puzzle-Elemente

+ 5 Szenarien enthalten  

+ kommunikativ 

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