Claim Kingdoms Drachen Untote Trolle Orks Ritter Karte Game Factory Verpackung
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Claim Kingdoms erscheint über Game Factory und kostet 17-20€.

Game Factory setzt mit Claim Kingdoms auf ein taktisches Duell-Spiel

Claim Kingdoms im Test: Das taktische Brettspiel für 2 Personen

  • vonSebastian Hamers
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Zwei-Personen-Spiele haben auch im Frühling 2021 immer noch Hochkonjunktur. Das neue Claim Kingdoms von Game Factory liegt voll im Trend.

  • für 2 Spieler ab 10 Jahren
  • Spieldauer: ca. 30 Minuten
  • Autor: Scott Almes
  • Verlag: Game Factory
  • Preis: 17-20€

In allem Schlechten liegt auch etwas Gutes. Seit über einem Jahr gestalten sich spielerische Zusammenkünfte aus bekannten Gründen ziemlich schwierig. Wenn man auf schöne Brettspielabende nicht vollkommen verzichten möchte, muss man also den Kreis der Mitspielenden schon etwas einengen. Am besten bleibt man gleich zu Hause und spielt mit den Personen des eigenen Hausstands. In der Konsequenz kommen daher oft Spiele auf den Tisch, die sich gut zu zweit spielen lassen. Noch nie zuvor habe ich so viele Zwei-Personen-Spiele ausprobiert. Nicht gerade meine bevorzugte Spielweise, letztlich war ich dann jedoch überrascht, wie viele tolle Spiele es gibt, die sich ausschließlich mit zwei Leuten zocken lassen. Die ein oder andere Perle wäre mir wohl entgangen. Die Skepsis gegenüber reinen Zwei-Personen-Spielen ist seit Pandemiebeginn gesunken. Daher habe ich auch Claim Kingdoms von der Game Factory eine faire Chance gegeben.

Strategischer Kampf der Fraktionen in Claim Kingdoms

Der taktische Anstrich von Claim Kingdoms lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Auf dem Cover prangt ein in Territorien unterteilter Landstrich, der von unterschiedlichen Fantasy-Völkern besiedelt wird. Der Konflikt liegt praktisch in der Luft. Und tatsächlich, im Spielverlauf versucht ihr euch so viele Regionen wie möglich unter den Nagel zu reißen. Allerdings könnt ihr eure Armeen unmöglich über den gesamten Kontinent ausbreiten. Ihr müsst also mit Bedacht agieren, nicht jedes Gebiet bringt euch dem Sieg in gleicher Weise näher.

Zehn Völker bringen in Claim Kingdoms ihre eigenen Sonderfähigkeiten mit.

Die insgesamt zehn Völker von Claim Kingdoms spielen in euren Überlegungen eine zentrale Rolle. Kobolde, Zwerge, Gnome, Trolle, Untote, Drachen, Seher, Doppelgänger, Riesen und Ritter lassen sich im Spiel als Streitkräfte rekrutieren, von denen pro Partie allerdings nur sieben zum Einsatz kommen. Jedes Volk, im Regelheft auch Fraktion genannt, schlägt sich jedoch nicht auf die Seite eines einzigen Herrschers. Sie bieten beiden Spielern ihre Hilfe an. Ihr seid die ordnende Hand, die diese Gewalten für die eigenen Zwecke einzusetzen versucht.

Claim Kingdoms mit einfachen Basisregeln

Das Spiel besteht zu einem großen Teil aus quadratischen Plättchen. Jedes Plättchen stellt dabei einen Vertreter einer Fraktion dar. Das gesamte Material wird gut gemischt und zu einem Nachziehstapel bereitgestellt. Für den Spielstart legt ihr direkt ein erstes Plättchen in die Tischmitte. Drei weitere Plättchen werden aufgedeckt, die den offenen Markt bilden. Ihr beginnt das Spiel mit zwei Volkvertretern, die ihr auf die Hand nehmt und vor dem Gegenspieler geheim haltet. Dann kann es auch schon direkt losgehen.

Mit den Figuren besetzt ihr in Claim Kingdoms eure Territorien.

Der Spielablauf ist denkbar einfach. In eurem Zug wählt ihr ein Plättchen von der Hand und legt es bündig an ein bereits ausgespieltes Plättchen in der Tischmitte an. Anschließend platziert ihr noch eine von insgesamt 16 Spielfiguren eurer Farbe darauf. Durch das Auslegen eines Fraktionsplättchens wird eine spezielle Fähigkeit ausgelöst, die direkt und unmittelbar durchgeführt wird. Zum Abschluss füllt ihr eure Hand wieder auf, indem ihr eine neue Karte aus dem Markt oder vom verdeckten Nachziehstapel nehmt. Dann ist auch schon der Gegenspieler an der Reihe.

Ausbreitung der Völker in Claim Kingdoms

Am Ende des Spiels werden für die Mehrheitsbeteiligungen an den einzelnen Fraktionen Siegpunkte vergeben. Stehen mehr eigene als gegnerische Figuren auf den Fraktionsplättchen der Zwerge, dann winken euch beispielsweise fünf Punkte. Die Zahl der Siegpunkte, die ihr für eine Mehrheit gewinnen könnt, schwankt je nach Fraktion zwischen vier und neun Punkten. Klingt alles noch ziemlich simpel. Spieltiefe erreicht Claim Kingdoms erst durch die individuellen Sonderfähigkeiten der Völker, die bei jedem Ausspielen aktiviert werden und euch hoffentlich zahlreiche Siegpunkte einbringen.

Die Fraktionsübersicht von Claim Kingdoms bietet euch einen tollen Überblick über alle Fähigkeiten der Völker.

Spielt ihr einen Kobold aus, erhaltet ihr für jede eigene Figur auf einem Kobold-Plättchen sofort einen Siegpunkt. Bei den Zwergen wird die Abrechnung schon etwas komplizierter. Hier werden diesmal Zwerge gewertet, die in einer Reihe oder Spalte mit dem gerade platzierten Plättchen stehen. Trolle bringen euch hingegen Siegpunkte ein, wenn möglichst viele unterschiedliche Fraktionen in der gleichen Spalte oder Reihe stehen.

Fraktionsfähigkeiten sind bei Claim Kingdoms das Salz in der Suppe

Legt ihr einen Drachen aus, werdet ihr für jede benachbarte Karte mit einem Siegpunkt belohnt, völlig unabhängig von den darauf platzierten Figuren. Gnome bringen euch hingegen prinzipiell nur einen einzigen Siegpunkt ein. Dafür dürft ihr direkt eine weitere Figur auf ein benachbartes Plättchen stellen, was euch später helfen kann, wenn die Mehrheiten ausgewertet werden. Darauf zielen auch die Untoten ab. Direkte Siegpunkte bringen euch die Untoten ohnehin nicht ein. Allerdings dürft ihr die eben platzierte Figur mit einer fremden Spielfigur tauschen.

In Claim Kingdoms breitet sich das Spielfeld immer weiter auf dem Tisch aus.

Ziemlich aggressiv treten die stolzen Ritter auf. Sie vertreiben gleich zwei gegnerische Figuren von einem benachbarten Feld. Ähnlich angriffslustig agieren die Riesen. Sie haben es jedoch nicht auf einzelne Figuren abgesehen, sondern vernichten gleich ganze Landstriche. Eine der umliegenden Regionen wird herumgedreht und so komplett aus dem Spiel genommen. Etwaige Figuren, die dieses Feld besetzt hatten, gehen natürlich mit unter. Zerstörte Landschaften unterbrechen jedoch sogar Reihen und Spalten, die etwa bei den Sonderfähigkeiten der Zwerge oder Trolle von Bedeutung sind.

Taktisches Treiben in Claim Kingdoms

Eine Sonderrolle nimmt das Volk der Seher in Claim Kingdoms ein. Spielt ihr einen Seher aus, dürft ihr euch beim Auffüllen der Hand gleich drei Plättchen vom Nachziehstapel nehmen. Anschließend wählt ihr nun zwei Plättchen aus, die ihr für die nächste Runde auf der Hand behaltet. Viele taktische Möglichkeiten bietet sicherlich auch die Doppelgänger-Fraktion. Sie kopieren die Sonderfähigkeit einer beliebigen benachbarten Karte, lassen sich also somit ziemlich vielseitig einsetzen.

In Claim Kingdoms kommen pro Partie sieben der zehn Fraktionen zum Einsatz.

Die Partie endet, wenn ein Spieler keine Figuren mehr in seinem Vorrat hat oder aber der gesamte Nachziehstapel abgearbeitet wurde. Bis dahin sollte rund eine halbe Stunde vergangen sein. Da Claim Kingdoms ein reines Zwei-Personen-Erlebnis ist und sich die einzelnen Züge ziemlich flott runterspielen lassen, gestaltet sich ein Durchlauf recht kurz und knackig. Claim Kingdoms von Scott Almes erscheint über Game Factory und ist ab sofort im Handel zum Preis von etwa 17-20€ verfügbar.

Fazit: Einfache Regeln, ein flüssiger Spielablauf und eine ordentliche Spieltiefe verhelfen Claim Kingdoms zu dieser ingame-Testwertung

Claim Kingdoms heimst diese ingame-Testwertung ein.

Die Basisregeln von Claim Kingdoms sind erstaunlich einfach. Plättchen anlegen, Figürchen draufstellen, Plättchen nachziehen, fertig! Es ist wirklich so leicht. Mit diesen wenigen Hinweisen könnt ihr eigentlich direkt loslegen. Alle weiteren relevanten Informationen findet ihr auf der schön zusammengestellten Fraktionsübersicht. Hier lest ihr in kurzen Stichpunkten nach, wie sich die einzelnen Völker im Spiel verhalten. Zum Start kann man ruhig einfach mal drauflosspielen. Welche taktischen Möglichkeiten in Claim Kingdoms stecken, ergibt sich dann sehr schnell von ganz allein. Spätestens nach ein paar Zügen hat jeder das Prinzip verstanden. Da ihr in jedem Zug immer nur aus gerade einmal zwei Plättchen wählen dürft, spielt natürlich auch das Glück eine nicht zu unterschätzende Rolle. Strategische Optionen bieten sich allerdings dennoch reichlich. Gerade im fortgeschrittenen Spielverlauf finden sich für jedes Plättchen etliche Einsatzorte. Taktikfüchse freuen sich über die zahlreichen Möglichkeiten und versuchen das Optimum aus ihren Fraktionsplättchen herauszuquetschen. Allzu sicher sollte sich aber niemand sein, denn eine ordentliche Portion Chaos schwingt in Claim Kingdoms immer mit. Manchmal stolpert etwa einfach so ein Riese durch die Landschaft und macht den nächsten eigenen Zug mit einem Schlag zunichte. Einfache Regeln, ein flüssiger Spielablauf, gepaart mit einer ordentlichen Spieltiefe machen Claim Kingdoms zu einem schönen Zwei-Personen-Spiel für lange Pandemie-Abende.

ProCon
+ einfache Basisregeln- erlaubt nicht mehr als 2 Spieler
+ gute Spieltiefe durch Völkeraktionen
+ flüssiger Spielablauf
+ gutes Spielmaterial

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