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Clash of Cultures erscheint in der Monumental Edition über Frosted Games und Pegasus Spiele.

Frosted Games veröffentlicht die Neuauflage von Clash of Cultures

Clash of Cultures im Test: Das 4X-Zivilisationsspiel in der Monumental Edition

  • VonSebastian Hamers
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Clash of Cultures: Monumental Edition hat den Spirit von Sid Meier’s Civilization und kommt mit einer üppigen Materialausstattung daher.

Sicherlich haben viele von euch in den letzten Wochen verstärkt bei den Sales auf Steam, GoG & Co. zugeschlagen. Ehemalige Vollpreisspiele zum Schnäppchenpreis? Da schlägt man doch gerne mal zu. In der Brettspielwelt ist das Verramschen älterer Titel zwar nicht ganz so extrem, ein paar echte Schnapper ließen sich zum Weihnachtsfest vielerorts aber ebenso machen. Warum sollte man da also noch viel Geld für eine aktuelle Neuerscheinung ausgeben? Gerade wenn ein Spiel ein Investment im dreistelligen Bereich darstellt, muss es schon einen ganz besonderen Reiz ausstrahlen. In diese Kategorie fällt sicherlich auch Clash of Cultures, das zum Jahresende in einer Monumental Edition erschienen ist. Kostenpunkt: stolze 160€. Dafür warten allerdings auch 350 Miniaturen auf euch und ein Spiel, das sich inhaltlich mit einem der ganz großen Strategie-Klassiker messen möchte.

Sid Meier’s Civilization als Vorbild für Clash of Cultures

Die Rede ist natürlich von Sid Meier’s Civilization, das als PC-Spiel jüngst seinen dreißigsten Geburtstag feierte und inzwischen bereits in der sechsten Überarbeitung im Handel steht. Schon beim Lesen der Anleitung von Clash of Cultures wird deutlich, dass hier viele Parallelen zum beliebten Klassiker zu finden sind. Der Titel lässt sich lupenrein in das Genre der 4X-Spiele einsortieren: Explore, Expand, Exploit, Exterminate… das sind die Grundpfeiler von Clash of Cultures.

Stolze fünfzehn Zivilisationen sind bei Clash of Cultures wählbar. Jede verfügt über besondere Eigenschaften im Spiel.

Thematisch steht hingegen der Aufbau einer Zivilisation im Mittelpunkt, die ihr durch viele Epochen der Geschichte führt. Aller Anfang ist schwer. Daher beginnt ihr eure Mission mit nur einer einzigen Siedler-Einheit sowie einem ersten kleinen Dörfchen. Ab jetzt liegt es voll und ganz in eurer Hand, wie sich euer Volk im Verlauf der nächsten paar Jahrhunderte entwickeln wird. Die Möglichkeiten, das Schicksal der Geschichte zu gestalten, sind in Clash of Clans ziemlich vielfältig.

  • für 2-4 Spieler ab 12 Jahren
  • Spieldauer: 2-4 Stunden
  • Autor: Christian Marcussen
  • Verlag: Frosted Games/Pegasus Spiele
  • Preis: ca. 160€

Das eigene Volk in Clash of Cultures zu Ruhm und Ehre führen

Damit von eurer Zivilisation noch in vielen Jahrhunderten gesprochen wird, könnt ihr die Geschichte in vielerlei Hinsicht prägen. Ruhm und Ehre werden in Clash of Cultures durch Siegpunkte dargestellt. Es gibt dabei nicht nur einen Weg, um einen ganz besonderen Platz in den Geschichtsbüchern zu erringen. Während sich eine Zivilisation durch die schiere Größe ihrer Städte auszeichnet, ist eine zweite für militärische Triumphe bekannt und eine dritte für ihren besonderen wissenschaftlichen Fortschritt. Errichtet ihr auf eurem Weg dabei das ein oder andere Weltwunder, helfen diese natürlich ebenso, das Ansehen des eigenen Volkes zu steigern. Klingt alles ziemlich nach Civilization.

Bei Clash of Cultures liegt die Welt bei Spielbeginn noch im Fog of War verborgen.

Das Spielgefühl kommt dem PC-Klassiker jedenfalls ziemlich nahe. Bevor es losgeht, müsst ihr euch für eine von insgesamt fünfzehn Zivilisationen entscheiden, von denen jede selbstverständlich über besondere Eigenschaften verfügt. Mit eurem gewählten Volk stürzt ihr euch nun ins Gefecht. Allerdings beginnt der Streifzug durch die Geschichte recht gemächlich. Die Umgebung um die Startsiedlung herum ist noch weitgehend unbekannt, denn vor euch liegt die Welt noch im Fog of War verborgen.

Clash of Cultures regt den Entdeckergeist an

Im Spielverlauf werdet ihr ausreichend Gelegenheit haben, das Land zu erforschen und euch zu eigen zu machen. Doch dazu werden erstmal ein paar Einheiten benötigt, die sich in den Städten rekrutieren lassen. Mit ihnen könnt ihr nicht nur die nähere Umgebung erkunden, sondern natürlich auch militärische Konflikte bestreiten. Um bestimmte Streitkräfte in die Armee aufzunehmen, müssen allerdings erstmal einige Voraussetzungen erfüllt werden. Ohne Marktplatz in der Stadt, dürfen in der Stadt etwa keine Kriegselefanten angeheuert werden. Außerdem werden diverse Ressourcen fällig, die ihr zunächst auf den Tisch liegen müsst, bevor ihr die gewünschte Einheit auf das Spielfeld stellt.

Clash of Cultures glänzt mit üppiger Ausstattung. Dem Spielen liegen 350 Miniaturen bei.

Dem Ressourcenmanagement kommt in Clash of Cultures daher eine besondere Bedeutung zu. Nahrung, Erz, Holz… eigentlich wird alles dringend benötigt, um den Ausbau der Zivilisation voranzutreiben. Zugriff auf diese Güter erhaltet ihr allerdings nur, wenn sich die passenden Regionen in Reichweite eurer Städte befinden. Wenn ihr eine Stadt für die Produktion aktiviert, schickt ihr das Volk aus, um Ressourcen aus dem Umland zu ernten. Auch hier müssen bestimmte Fortschritte erzielt worden sein. Die Erzgewinnung kann etwa erst beginnen, wenn ihr Kenntnis über den Bergbau gewonnen habt.

Bei Clash of Cultures kommt es auf die Größe an

Sowohl bei der Ressourcenproduktion als auch bei der Rekrutierung neuer Einheiten seid ihr also auf Unterstützung aus dem Volk angewiesen. Je größer die Stadt, desto effektiver gehen die Arbeiten dort vonstatten. Müssen die Einwohner zu sehr schuften, sinkt jedoch schnell die Stimmung in der Stadt. Unzufriedene Bürger arbeiten deutlich langsamer und machen nur Dienst nach Vorschrift, was sich ziemlich negativ auf die Produktion auswirkt. Die Errichtung neuer Gebäude ist mit so einem Produktionstief sogar überhaupt nicht mehr möglich.

In Clash of Cultures wachsen die Städte stetig und manchmal entsteht dadurch sogar ein Weltwunder.

Denn auch hier seid ihr auf die aktive Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Egal ob es sich um den Bau eines Tempels, einer Akademie oder einer Sternwarte handelt, ohne eine halbwegs zufriedene Stimmung geht in der Stadt nichts. Und Gebäude werdet ihr in jedem Fall dringend brauchen. Sie sind nicht nur maßgeblich, um die Größe einer Stadt zu bestimmen, sondern verschaffen euch natürlich auch weitere diverse Vorzüge im Spiel. Bestimmte Gebäude lassen sich erst errichten, wenn eure Zivilisation die nötigen Fortschritte erzielt hat. Gleiches gilt für das Errichten von Weltwundern. Diese stehen erst zur Verfügung, wenn das eigene Volk den Fortschritt der Technik erreichen konnte.

Clash of Clans: Im Dienst der Wissenschaft

Ihr seht schon, wissenschaftlicher Fortschritt wird an allen Ecken und Enden gebraucht. Es kann daher sicher nicht schaden, die ein oder andere Aktion in diesen Fortschritt zu investieren. Clash of Cultures bietet euch eine breite Palette von Möglichkeiten, um eure Zivilisation weiterzuentwickeln. Auf dem persönlichen Spielertableau finden sich Fortschritte in neun verschiedenen Kategorien wieder. Je nachdem, ob ihr den Fokus auf Bauwesen, Bildung, Kriegsführung, Wirtschaft oder andere Fortschritte legt, eröffnen sich für euch neue Optionen im Spiel. Hinzu kommen außerdem noch die besonderen Zivilisationsfortschritte, die nur den dafür vorgesehenen Völkern zur Verfügung stehen. Während die Römer die Annehmlichkeiten des Aquädukts genießen, profitieren die Azteken vom Opferkult und die Chinesen von ihren Fähigkeiten im Anbau von Reis.

Die Zivilisationen in Clash of Cultures investieren in den Fortschritt, die auf diesem Tableau festgehalten werden.

Die Fortschrittlichkeit sowie die militärische Stärke sind somit zwei Eckpfeiler einer Zivilisation. Die Geschichte hat aber gezeigt, dass ein Volk nicht nur über Krieg und Wissenschaft Bedeutung erlangen kann. Der kulturelle Aspekt spielt eine fast ebenso große Rolle. Statt euren Mitspielern mit riesigen Armeen auf die Pelle zu rücken, ist auch ein kulturelles Indoktrinieren ein probates Mittel, um Siegpunkte zu erzielen. Mit einer Kulturübernahme können einzelne Gebäude aus Städten anderer Nationen vereinnahmt werden. Doch dazu braucht es etwas Würfelglück oder reichlich Kulturpunkte, die ihr euch hoffentlich zuvor durch die Ausgestaltung eurer Zivilisation erarbeitet habt.

Überraschungsmomente in Clash of Cultures

So wichtig die Progression der Zivilisation in allen Bereichen auch sein mag, hin und wieder ist es an der Zeit, sich ein wenig um das Wohl des Volkes zu kümmern. Manchmal investiert ihr daher eine Aktion, um die Stimmung im Land zu erhöhen. So lässt sich die Produktivität der Bevölkerung langfristig wieder steigern und sichern. Die verlorene Geschwindigkeit beim Ausbau der Nation, müsst ihr dann vielleicht an anderer Stelle wieder reinholen.

Manchmal machen in Clash of Cultures Piraten die Meere unsicher.

Manchmal spielt euch dabei das Glück ein wenig in die Karten. In Clash of Cultures werden regelmäßig Zufallsereignisse ausgelöst. Eine Goldmine etwa ist natürlich ein wahrer Segen für euer Volk. Doch nicht immer sind die Ereignisse so erfreulich. Regelmäßig werden auch Barbaren aktiviert, ein neutrales Volk, das jeden niedermetzelt, der sich ihnen in den Weg stellt. Sie marodieren vogelwild durch die angrenzenden Gebiete und sind manchmal sogar in der Lage, eine weniger gut geschützte Stadt einzunehmen. Ungemach droht sogar auf dem Seeweg, wo immer wieder Piraten auftauchen, die es auf eure Schiffe abgesehen haben.

In Clash of Cultures wird mit Schlachten Geschichte geschrieben

Die Mitspieler stellen also nicht die einzige Gefahr in Clash of Cultures dar. Ganz ohne militärische Streitmacht werdet ihr als Zivilisation also kaum auskommen. Doch wie laufen die Kämpfe im Spiel überhaupt ab? Der Grundmechanik ist eigentlich relativ simpel. Für jede Armee-Einheit wird ein Kampfwürfel geworfen. Die gewürfelten Zahlen auf den Würfeln ermitteln die Kampfstärke der Armee. Hinzu kommen allerdings noch die Zusatzsymbole. Sie zeigen die verschiedenen Armeetypen wie Infanterie, Kavallerie oder Kriegselefanten. Jedes gewürfelte Symbol aktiviert die Kampffertigkeit der Einheit, sofern sich diese auch tatsächlich in eurer Armee befindet.

Bei Clash of Cultures unterliegt die Welt einem steten Wandel.

Auf diese Weise könnt ihr den Kampfwert steigern oder auch Treffer negieren. Die pure Stärke der Streitmacht entscheidet jedoch nicht alleine über den Ausgang der Schlacht. Möglicherweise habt ihr ja im Spielverlauf die ein oder andere Aktionskarte gesammelt, die sich nun im Kampf als Taktikkarte verwenden lässt. Vor Beginn der Schlacht werden diese Karten zunächst verdeckt ausgelegt, später können sie den Kampfverlauf durchaus massiv beeinflussen. Gewiefte Taktikfüchse haben also selbst mit einer augenscheinlich unterlegenen Armee noch eine Chance auf den Sieg.

In Clash of Cultures führen viele Wege zum Sieg

Am Ende entscheidet beim Ausbau der Zivilisation die richtige Mischung über den Spielsieg. Ob militärische Stärke, wissenschaftlicher Fortschritt, reichhaltige Kultur, das Errichten von Weltwundern oder das Erfüllen geheimer Ziele… die Möglichkeiten in Clash of Cultures sind riesig. Gut Ding will allerdings Weile haben. Es dauert schon eine ganze Zeit, bevor das Spiel auf die Schlussgerade einbiegt. Je nach Zahl der Mitspieler solltet ihr schon zwischen zwei und vier Stunden einkalkulieren. So wird aus Cash of Cultures eine abendfüllende Beschäftigung.

Weltwunder haben in Clash of Cultures nicht nur mächtige Vorteile, sondern verschaffen euch auch ein paar zusätzliche Siegpunkte.

Clash of Cultures erscheint in der deutschsprachigen Version über Frosted Games und wird von Pegasus Spiele vertrieben. Es richtet sich an zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren und ist ab sofort im Handel zum Preis von etwa 160€ zu haben.

Fazit: Wir haben in den Geschichtsbüchern nachgeschlagen und dabei für Clash of Cultures diese ingame-Testwertung entdeckt

Wir haben in den Geschichtsbüchern nachgeschlagen und dabei für Clash of Cultures diese ingame-Testwertung entdeckt.

Geht es um Strategiespiele, dann ist Sid Meier’s Civilization für viele Spieler immer noch ein echter Benchmark. So auch für mich. Entsprechend groß ist der Wunsch, die ganze Bandbreite des PC-Spiels als analoges Erlebnis am Spieltisch genießen zu können. Clash of Cultures kommt diesem Erlebnis schon verdammt nah. Fünfzehn wählbare Zivilisationen, ein riesiger Wissenschaftsbaum, acht verschiedene Bauwerke und eine ebenso große Anzahl von Weltwundern, dazu noch Kampfeinheiten in sechs verschiedenen Ausführungen… diese Zahlen können sich wahrhaftig sehen lassen. Doch Clash of Cultures ist eben mehr als ein reines Ausstattungsmonster. Auch spielerisch weiß der 4X-Titel zu überzeugen. Clash of Cultures ermöglicht euch viele Optionen, um eure Zivilisation zur Weltmacht weiterzuentwickeln. In Kombination mit der üppigen Materialausstattung sollte so für eine hohe Langzeitmotivation gesorgt sein. Ob das Spiel dann aber auch tatsächlich viele Einsatzchancen erhält, steht auf einem anderen Blatt. Clash of Cultures ist eben kein leicht bekömmlicher Spielesnack, den jeder gerne mitspielt. Allein für die Erklärung der Abläufe muss eine ordentliche Zeit eingeplant werden und danach ist weiterhin gutes Sitzfleisch gefordert. Die passenden Mitspieler müssen her, die nach einer vermutlich noch ziemlich ruckeligen Erstpartie am Ball bleiben und bereit sind, sich ganz tief ins Spiel einzufuchsen. Die Geduld wird letztlich belohnt. Auf euch wartet ein extrem vielseitiges Spiel, das viele Stunden Spielspaß garantiert.

ProCon
+ üppige Materialausstattung- erfordert Zeit für Einarbeitung
+ hoher Wiederspielwert
+ ermöglicht vielfältige Strategien
+ weckt das Spielgefühl von Sid Meier’s Civilization
+ gutes Regelwerk

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