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Codex Naturalis erscheint in einer schicken Metallbox und kostet rund 18€.

Der Huch-Verlag veröffentlicht Codex Naturalis in schicker Metalldose

Codex Naturalis im Test: Das entspannte Brettspiel für die ganze Familie

  • VonSebastian Hamers
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Optisch macht die Huch-Herbstneuheit Codex Naturalis eine Menge her. Doch das kleine Kartenspiel weiß auch spielerisch zu überzeugen.

Ausverkauft! Dieses Wörtchen mussten leider viele Besucher auf der SPIEL 21 entgegennehmen, die sich auf der Messe ihr neues Lieblingsspiel zulegen wollten. Vor leeren Regalen standen etwa Fans von Arche Nova, Bitoku, Golem oder Boonlake. Ausverkauft waren allerdings nicht nur Schwergewichte für Brettspielexperten, sondern auch einige Familienspiele. Reißenden Absatz fand unter anderem Codex Naturalis, das in der deutschsprachigen Version beim Huch-Verlag erschienen ist. Auf der SPIEL hat das kleine Kartenlegespiel in der Metallbox offenbar viele Messebesucher überzeugt. Grund genug, sich die Herbstneuheit von Huch einmal im Detail anzusehen.

Codex Naturalis mit schicker Metallbox

Was ist also die Erfolgsformel von Codex Naturalis? Ein erster Grund für das rege Interesse am Spiel fällt direkt ins Auge. Dank seiner schicken Metallbox hebt sich die Huch-Neuheit auf jeden Fall von den meisten anderen Kartenspielen ab. Und auch ein flüchtiger Blick in die Schachtel macht direkt neugierig auf das Spiel. Kleine doppelseitige Karten mit Goldoptik sorgen für reichlich Bling-Bling und machen sofort Lust auf eine erste Partie. Den ersten Optik-Check hat Codex Naturalis also schon einmal mit Bravour bestanden. Doch eine schicke Grafik allein sorgt nicht gleich für einen Messe-Sold-Out.

Die erste Entscheidung bei Codex Naturalis: welche Seite der Startkarte soll ich nehmen?

Warum geht’s denn also in Codex Naturalis? Eure Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, einen Biotop aus Pflanzen und Tieren aufzubauen. Durch das Auslegen immer neuer Karten, verändern sich eure verfügbaren Ressourcen stetig. Vor euch liegt ein natürlicher Lebensraum, der einem steten Wandel unterworfen ist. Je nachdem in welchem Zustand sich die Auslage gerade befindet, öffnen sich für euch neue Türen… während sich eine andere dafür wieder schließt.

  • für 2-4 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: 25 Minuten
  • Autor: Thomas Dupont
  • Verlag: Huch
  • Preis: ca. 18€

Natürliches Wachstum in Codex Naturalis

In Codex Naturalis bastelt jeder Spieler an seinem eigenen Biotop, das bei Spielbeginn nur aus einer einzigen Karte besteht. Diese zeigt bereits ein paar erste Ressourcen. Ihr werdet sie brauchen, denn mit ihnen seid ihr in der Lage, weitere Karten in die eigene Auslage zu spielen. Die Karten werden im Spiel in zwei verschiedene Kategorien unterteilt: Ressourcenkarten und Goldkarten. Letztere in die Auslage zu bringen, ist euer primäres Ansinnen. Denn nur die Goldkarten bringen euch Siegpunkte ein. Die Ressourcenkarten hingegen sind oftmals nur Mittel zum Zweck.

Jede neue Karte verändert bei Codex Naturalis den natürlichen Lebensraum.

Um eine Goldkarte überhaupt ausspielen zu dürfen, werden bestimmte Ressourcen benötigt. Ihr findet diese in den vier Ecke der Ressourcenkarten wieder. Prinzipiell handelt es sich bei allen Ressourcen um nachwachsende Rohstoffe. Sie müssen nicht abgelegt werden, wenn ihr mit ihrer Hilfe eine Goldkarte ins Spiel gebracht habt, sondern dürft sie immer wieder neu einsetzen. Allerdings muss für jede neu eingesetzte Karte ein fester Platz gefunden werden. Sie belegt immer eine Eckposition einer schon ausliegenden Karte. Bedeckt ihr auf diese Weise eine Ressource, steht sie euch ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Das Biotop hat sich gewandelt…

Doppelseitige Karten in Codex Naturalis

Bei der Gestaltung der Kartenauslage seid ihr allerdings durchaus flexibel. Jede Karte verfügt über zwei Seiten, für die ihr euch frei entscheiden dürft. Auf der Vorderseite der Ressourcenkarten seht ihr oft viele Ressourcen, die sich – wie oben beschrieben – in den Ecken der Karte befinden. Die Rückseite bietet eine deutlich geringere Zahl von Ressourcen. Dafür sind diese im Zentrum der Karte abgebildet. Belegt ihr die Rückseite nun mit neuen Karten, bleibt euch die Ressource in der Mitte auf jeden Fall erhalten.

In Codex Naturalis hantiert ihr mit verschiedenen Ressourcen und erstellt so eine gedeihende Flora und Fauna.

Für die Goldkarten gilt dies im Wesentlichen ebenso. Sie enthalten jedoch ohnehin deutlich weniger Ressourcen. Auf der Kartenvorderseite befinden sich diese in den Ecken, auf der Rückseite sind sie wieder in der Mitte abgebildet. Die wichtigen Siegpunkte lassen sich aber nur über die Vorderseite generieren. Um die Vorderseite nutzen zu können, müssen wiederum die angegebenen Ressourcen verfügbar sein. Es ist also fast wie die Quadratur des Kreises. Ihr könnt es nicht perfekt machen, aber versucht eben, das besten aus den Möglichkeiten herauszukitzeln.

Codex Naturalis – Landschaftsbau nach Auftrag

Eine vorausschauende Planung hilft euch dabei in jedem Fall weiter. Wie die Karten in die Landschaft integriert werden, richtet sich zumeist nach dem zur Verfügung stehenden Kartenmaterial. Nachdem ihr eine Karte von der Hand gespielt habt, wird diese direkt wieder aufgefüllt. Entweder zieht ihr dazu eine verdeckte Karte vom Nachziehstapel oder aber wählt eine neue Karte aus einer offenen Auslage. Das verschafft euch zumindest etwas mehr Kontrolle über den weiteren Ausbau der Landschaft.

Mit den Auftragskarten könnt ihr in Codex Naturalis weitere Siegpunkte generieren.

Während ihr fröhlich an eurer Kartenauslage herumbastelt, sammelt ihr bereits die ersten Siegpunkte. Jede eingesetzte Goldkarte lässt den eigenen Siegpunktmarker wieder ein Stückchen weiter in Richtung Ziellinie bewegen. Ein paar weitere Siegpunkte lassen sich aber noch auf einem anderen Weg generieren. An dieser Stelle kommen die Auftragskarten ins Spiel. Pro Partie werden zwei offene Aufträge ausgelegt, die für alle Spiele gelten. Sie enthalten ein paar Vorgaben für die Gestaltung eurer Landschaften.

Spannende Punktejagd in Codex Naturalis

Je besser ihr diese Vorgaben erfüllt, desto mehr zusätzliche Siegpunkte springen für euch dabei am Spielende heraus. Manchmal ist der Einbau bestimmter Objekte gefordert, die sich auf den Karten in der Auslage befinden sollen. Jedes Set aus diesem und jenem Objekt wird beispielsweise mit drei Bonuspunkten belohnt. Einige Aufträge belohnen euch hingegen, wenn ihr in der Landschaft bestimmte Figuren erstellt. Eine treppenförmig angelegte Kombination aus drei violetten Karten sind so manchmal ebenso ein paar Extra-Siegpunkte wert.

Zwanzig Punkte sind erreicht. Bei Codex Naturalis wird jetzt das Spielende eingeleitet.

In jeder Partie habt ihr die Chance, drei Auftragskarten zu bedienen. Ein persönlicher geheimer Auftrag sowie zwei weitere offene Aufträge, die von allen Spielern verwendet werden dürfen. Nicht selten sind die Auftragskarten das Zünglein an der Waage. Das Spielende wird zwar bereits eingeleitet, wenn ein Spieler zwanzig Siegpunkte gesammelt hat, doch die Punkte für erfolgreich ausgefüllte Aufträge gibt es erst im Nachklapp. Das sorgt für zusätzliche Spannung, da sich der Punktestand jetzt noch einmal kräftig verändern kann.

Codex Naturlis von Thomas Dupont erscheint über den Huch-Verlag und ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Für eine Partie solltet ihr eine knappe halbe Stunde einplanen. Das Spiel ist ab sofort im Handel zum Preis von rund 18€ zu finden.

Fazit: Codex Naturalis sieht schick aus, spielt sich ganz locker und erhält dafür die entspannte ingame-Wertung von

Mehr als nur eine schicke Optik. Codex Naturalis spielt sich diese entspannte ingame-Wertung ein.

Eigentlich bin ich gar nicht ein so großer Freund von abstrakten Spielen. Das Herumtaktieren ohne erkennbaren Anlass hinterlässt bei mir immer einen etwas faden Beigeschmack. Daher müssen sich abstrakte Titel wie eben Codex Naturalis schon etwas Besonderes einfallen lassen, um mich bei der Stange zu halten. Meine Neugier hat die Huch-Neuheit dennoch schnell geweckt. Schicke Blechdose, goldene Blinke-Karten und ein Artwork wie aus einem Guss haben mir einen guten Einstieg ermöglicht. Doch letztlich war es die Spielmechanik, die Codex Naturalis viele Partien in unserer Runde beschert hat. Selbst wenn das Thema ziemlich dünn ist, so lässt das Spiel dennoch etwas Einzigartiges entstehen. Eine Karte hier, eine Karte dort und kurz darauf liegt ein selbst erschaffener Biotop mit einzigartigen Eigenschaften vor euch aus. Jede neue Karte öffnet neue Wege… und reißt andere dafür ein. Mit taktischem Geschick stimmt ihr die Auslage so ab, dass schon recht bald eine blühende Flora und Fauna entsteht. Diesen Entstehungsprozess zu begleiten ist ein sehr befriedigendes Gefühl und dabei ungemein entspannend. Schade eigentlich, dass es keinen Solospieler-Modus gibt. Dann würde Codex Naturalis sicher noch häufiger auf den Tisch kommen.

ProCon
+ Tolle Optik- wenig thematisch
+ Entspanntes Spielgefühl
+ Einfache Regeln
+ Motivierender Entstehungsprozess

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